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  • BIG PLANK VON GRUPP MODELLBAU

    Da fliegt mir doch das Brett weg...

    Stephan zu Hohenlohe


    Die Konstruktion des Little Plank ist ein zeitloser Klassiker. Der Bauplan wurde bereits 1972 gezeichnet, beim GeraMond-Verlag gibt es ihn immer noch unter dem Namen „Das Brettchen“ zu kaufen. Grupp Modellbau hat eine schöne ARF-Version davon im Programm, mit zeitgemäßem GfK-Rumpf und ein wenig größer als das Original. Der passende Name: Big Plank


    Die ARF-Version des Little Plank als „Big Plank“ wird von Grupp Modellbau mit einer Spannweite von zwei Metern und in klassischem Weiß geliefert. Der Bausatz besteht aus einem GfK-Rumpf mit fertig eingebauten Spanten, einer passenden, mit Magneten befestigten Kabinenhaube, fertig in Holm und Rippen gebauten und bespannten Flächen und dem passenden Seitenleitwerk. Der Preis von knapp 170 Euro ist angemessen. Das Modell wird als reiner Segler geliefert, der Umbau zum Elektrosegler muss in der heimischen Werkstatt erfolgen. Immerhin zeigt die beiliegende Anleitung, wie das funktioniert und ein passender Spant zur Motormontage ist auch im Set enthalten.




    Abgesägt

    Und so beginnt der Aufbau unseres Brettchens auch mit dem Absägen der Rumpfnase. Der von mir eingesetzte Antrieb stammt aus der Restekiste, ein Himax C3522 mit 990 kV, der ursprünglich in einem Caliber von Staufenbiel seinen Dienst tat. Die passende Luftschraube kommt von aeronaut mit 11 Σ 6 Zoll.

    Beim Betrachten der Rumpfsilhouette sieht man, dass die Nase des Big Plank sehr stumpf ist – da wird ein klassischer Spinner kaum passen. Fündig wurde ich bei der Firma Reisenauer. Die Reisenauer-AM-Turbospinnerkappe mit 44 Millimeter in der Scale-Version ist sehr stumpf und passt ideal zu dem Rumpf unseres Nurflügels. Mittels Lochschablone wurde die Schnittlinie zum Sägen markiert, zudem etwa vier Grad Motorsturz und ein minimaler Seitenzug nach Augenmaß berücksichtigt. Nach dem Absägen der Rumpfnase wurde der Motorspant mit eingedicktem Harz eingeklebt. Nach Montage von Motor und Regler im vorderen Teil des Rumpfes und dem Befestigen des Empfängers auf dem passenden Träger kann der Rumpf beiseitegelegt werden.
    Die Tragfläche des Big Plank ist, anders als beim kleineren Original zweigeteilt. Bei jeweils einem Meter Länge und gut 45 Zentimeter Flächentiefe benötigen die Flächenhälften auch so jede Menge Platz auf dem Bautisch. Die Steckung des Brettes erfolgt über einen stabilen 18-mm-Kohlestab mit immerhin 1,5 Millimeter Wandstärke – das sollte halten. Bei der Montage auf dem Flugfeld wird das Seitenleitwerk, welches mit einer Mittelrippe versehen ist, einfach zwischen die Flächen gesteckt. Doch vorher müssen noch zwei Standard- Servos mit mindestens 30 Zentimeter langen Anschlusskabeln in die passenden Servoschächte geschraubt werden. Nach dem Anschrauben der Ruderhörner und dem Montieren der Anlenkung ist das Brett dann fertig für das erste Zusammenstecken.

    Kleine Baumängel

    Die Wurzelrippen aus zwei Millimeter starkem Sperrholz haben jeweils ein Nase angeformt,
    die beim Zusammenbau vorne in der Rumpf einhacken. Dazu ist im Rumpf vor der Tragfläche ein Halbspant eingeharzt. Im hinteren Bereich des Rumpfes ist ein Brettchen mit Einschlagmuttern eingeklebt, so dass man die Flächen hinten mit zwei M4-Schrauben befestigen kann. Das klingt in der Theorie toll, funktioniert in der Praxis aber leider nicht. Zunächst mal passten die Nasen des Tragwerkes nicht in den Rumpf. Da die Trennnaht der Rumpfhälften nicht sonderlich stabil ist, platzte der Rumpf samt Halbspant noch in der Werkstatt beim leichten Drücken auf. Noch schlimmer die Befestigung am Heck. Die Einschlagmuttern waren mit den Schrauben einfach nicht zu finden. Erst nach einer Erweiterung der Schraubenlöcher in der Fläche auf fünf Millimeter konnte man die Muttern zumindest ertasten. Nun müssen, damit die Schrauben nicht durchrutschen, Unterlegscheiben mit mindestens zehn Millimeter Durchmesser verwendet werden. Beim Anschrauben der Flächen folgt dann das nächste Drama: Mit einem „Klack“ verabschiedete sich eine Einschlagmutter während des Anschraubens in der Rumpf. Nun ging es weder vorwärts noch rückwärts ...

    Mit einer Zange und Geduld wurde die Schraube aus Fläche und Rumpf geholt, anschließen die Einschlagmuttern mit Fünf-Minuten-Harz verklebt.
    Die Rumpfnaht vor der Tragfläche verstärkte ich mit etwas Glasgewebe. So konnte ich dann endlich den Schwerpunkt einstellen. Gut, wenn die Akkukiste dafür verschiedenste Akkus bereit hält. Mit dem ursprünglich avisierten 2.200- mAh-Akku war der Schwerpunkt, der bei 17 bis 20 Prozent der Flächentiefe liegen soll, nicht zu erreichen. Erst ein 3SPack mit 5.000 mAh Kapazität erfüllt die Vorgabe. Das ursprünglich weiße Finish wurde bei unserem Testmodell mit roter und blauer Orastick-Folie aufgepeppt, bei JR-Foliendesign ist auch ein komplettes Aufkleberset im „Raubvogel-Design“ erhältlich.


    Mit einer 45-mm-Schablone wird der
    Sägeschnitt angezeichnet


    Der Motorspant für den Himax
    passt perfekt


    Bei maximal 40 Ampere Standstrom kommt der Regler
    nicht ins Schwitzen



    Reisenauer bietet einen perfekt
    passenden Spinner


    Massig Platz für den Empfänger



    Die Kabinenhaube bietet Zugang zum Akku.
    Hinten wird sie
    mit kleinen Stiften, vorne mit einem Magneten befestigt


    Strömungsabriss unmöglich

    Im Sender wurde der Delta-Mischer aktiviert. Die Ruderausschläge wurden auf 100 Prozent belassen, die Anlenkungen sind dabei sowohl am Servohebel als auch am Ruderhorn ganz außen eingehängt. So ging es zum Erstflug, der vollkommen unproblematisch verlief. Die Leistung des Antriebes reicht für einen moderaten Steigflug von etwa 30 Grad aus. Der Motorsturz könnte etwas größer sein, das Modell bäumt sich im Steigflug leicht auf. Vorsicht, ab einem bestimmten Winkel wird das Modell zu langsam und reagiert nicht mehr auf die Ruder. Das Brett hängt dann an der Latte und muss durch Abschalten des Antriebes aus dieser misslichen Lage befreit werden. Die Lösung ist ein Mischer von etwas Tiefenruder auf den Gaskanal.
    Seine Segelflugeigenschaften kommen nicht an die eines modernen Fliegers heran, dennoch lässt sich das Brett gut kreisen. Der Aufwind muss allerdings schon etwas kräftiger sein, damit Big Plank auch sichtbar steigt. Typisch für einen Nurflügel: Je langsamer man fliegt, desto mehr sackt das Modell durch, ein Strömungsabriss mit Abkippen kann nicht provoziert werden. So eignet sich Big Plank hervorragend zum Hangfliegen, wenn man das Modell laufen lassen kann. Dabei stellt sich die Frage, ob man dann unbedingt einen Antrieb benötigt. In der Ebene macht dieser aber durchaus Sinn, vor allem, wenn man den Antrieb auf den Kanal der Motordrossel legt. Dann kann das Modell im Tiefflug mit den berühmten „zwei Zähnchen Gas“ bewegt wer den. Und das macht mit dem doch mächtigen Nurflügel richtig Spaß.


    Das Seitenleitwerk hat eine angeformte Rippe ...


    ... mit der es zwischen die Tragflächen geschoben wird


    Zwei Stifte sorgen dafür, dass sich nichts verdreht


    Das Finish wurde bei unserem Modell aus
    Orastick-Folie gemacht


    Fazit

    Fast ein Quadratmeter Flächeninhalt bei einem unschlagbar kleinen Packmaß – das ist ideal für Hangflieger. Aber auch in der Ebene macht der mächtige Nurflügel Spaß, denn durch die Größe lässt sich Big Plank so leicht nicht aus der Ruhe bringen. Die große, weiße Fläche kann man auch prima als fliegenden Werbeträger verwenden. Ein wenig modellbauerisches Geschick ist vonnöten, da die Verbindung von Rumpf und Fläche nicht sehr schön gelöst wurde. Vielleicht war die Flächenbefestigung mit Gummis des „Ur-Brettchens“ gar nicht so schlecht.



    Nachtrag:

    Kommentare 3 Kommentare
    1. Avatar von FlugModell
      FlugModell -
      Kleine Ergänzung:
      Anhang 1742632
    1. Avatar von Andreas Maier
      Andreas Maier -
      Das Modell gefällt mir gerade wegen seiner kantig markanten Außenmaße sehr gut.



      Ich würde vermutlich mittels Halbspant und ein paar Rovings die Nut vorn verschließen
      um den Hebel- und Scherkräften den Wind aus den Angeln zu nehmen, damit die obere Rumpfnaht
      nicht beschädigt wird.

      Gibt es Bilder von den Einschlagmuttern ?
      Ich persönlich schneide lieber Gewinde in Sperrholz,
      welches mittels Sekundenkleber oder Harz hart gemacht wird.

      - Ein schöner und ehrlicher Bericht - Danke ! -




      (die Bilder könnten gerne etwas größer sein )
    1. Avatar von grupp
      grupp -
      Anhang 1743386Anhang 1743389
      Das Sperrholz hinten bei den Einschlagmuttern und vorne am Schlitz ist 5mm stark.
      Wichtig ist das der Schlitz angepasst wird und keine Spannung aufweist.
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    Schabi CH 17.10.2017, 09:19 Gehe zum letzten Beitrag
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    Walker 17.10.2017, 09:17 Gehe zum letzten Beitrag
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