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  • FRESH

    FRESH

    Ein neuer RES-Segler (Modellbauchaos)

    Thomas Alexander Ladach, Oliver Ladach (Fotos und Piloten)
    Thomas Alexander Ladach (Text und Modellbau)


    Nach einer Ankündigung von Markus Schmidt, dem Inhaber von Modellbauchaos, sollte der FRESH RES-Segler 2016 im Programm seiner Firma erscheinen. Dieses moderne CNC RES-Modell von Oliver Matzen wird nun bei Modellbauchaos gefräst und vertrieben. Nach dem schon geraume Zeit erhältlichen und erfolgreichen RES-Modell, dem PicaRES EVO, wird der FRESH nun eine Alternative im Programm bilden. Entsprechend dem Reglement wird das Modell in Holzbauweise erstellt. Wichtige Teile bestehen aus einem Kohle-Rohrholm. Dies bringt nicht nur zusätzliche Festigkeit sondern erlaubt einen besseren und einfacheren Aufbau des Modells. Nach einigen Jahren Wettbewerbsfliegerei mit dem PicaRES der ersten und zweiten Version (EVO) in reiner Holzbauweise folgt nun ein Modell mit Kohle-Bauteilen. Sicherlich kann man geteilter Meinung sein, ob nun eine reine Holzbauweise oder eine gemischte Bauweise mit Kohle-Rohrholm besser oder was auch immer ist. Die Entscheidung ist letztlich Sache des Kunden!

    Technische Daten des FRESH:
    • Spannweite: 2000 mm
    • Flächeninhalt: 35,6 dm²
    • Fluggewicht RES: ab 435 g
    • Fluggewicht E-RES: ab 465 g
    • Profilstrak: AG36 mod./G37 mod.
    • Bauweise: Holz (CNC-gefräst) mit Kohle-Rohrholm für Leitwerksträger und
    • Flächenhauptholm
      • Nasenleiste als Kohlestab,
      • dreiteilige Fläche mit Steckung und abnehmbarem Höhenleitwerk,
      • E-RES-Version aus Standardbaukasten zu erstellen.


    Weiterhin werden benötigt:
    • Balsamesser
    • Schleifklotz mit Schleifpapier 100er und 400er Körnung,
    • Laubsäge mit Metallsägeblatt,
    • Feile, Raspel, Bohrer, Kombizange, Schere,
    • Nadeln, Klammern und Gewichte,
    • …und ein Balsahobel ist auch nützlich.
    • Sekundenkleber dünnflüssig etwa 20 g und Aktivator,
    • 5 Minuten Epoxy, Weißleim,
    • Leichte Bügelfolie, ungefähr 2 m x 0,6 m (Oracover Light),
    • Tesafilm 15 mm breit.

    Zum Fliegen wird benötigt:
    • Eine Fernsteuerung mit mindestens drei Kanälen,
    • 2 10 g-Servos,
    • 1 5 g-Servo,
    • 1 Empfänger,
    • 1 Empfängerakku,
    • 1 Servoverlängerungskabel (Flächenservo Klappe)

    Ich habe einen Vorserien-Baukasten zum Aufbau des FRESH von Modellbauchaos erworben. Bei einigen Teilen musste ich daher noch selbst Hand anlegen. Später wird dies in der Serie berücksichtigt. In diesem Bericht beschreibe ich den Bau der FRESH als RES-Segler .
    Gemäß Bauanleitung habe ich mit den Leitwerken begonnen. Diese Reihenfolge macht auch Sinn und ist ein guter Einstieg in die wirklich durchdachte Bauweise des FRESH. Die Teile sind einfach aus den Brettchen auszutrennen, um dann noch vorsichtig mit Schleifpapier verputzt zu werden. Es kann nichts vertauscht werden oder am falschen Platz landen, also nur Mut. Die vorbereiteten Teile sollten auf dem Baubrett sortiert aufgelegt und am besten auf einer Folie zusammengesteckt werden. Wenn alles stimmig ist, einfach mit Sekundenkleber verkleben. Ich habe den Bauplan nicht mal als Unterlage benutzen müssen, alles passt wunderbar zusammen! Nach der Trocknung der Teile kann schon verschliffen werden.


    Bild 1: Leitwerksteile sortiert

    Es folgen Rumpf und Leitwerksträger. Auch für die Einzelteile dieser Baugruppen habe ich mir die Zeit genommen, alle Teile vorsichtig aus den Brettchen zu entfernen und zu verputzen. Danach habe ich alles auf den Tisch gelegt und mit dem Bauplan auf Vollständigkeit geprüft. Einige Teile haben eine kleine Bohrung, deren Position, soweit ich es verstanden habe, jeweils „oben“ oder „vorne“ markiert. Alles ist doch so einfach...
    Auch diesmal habe ich die Teile auf meinem mit Folie abgedeckten Tisch wie Lego-Klötzchen zusammengesteckt und nach erneuter Prüfung mit Sekundenkleber verklebt. Einfach toll, was da so entsteht und es sei ausdrücklich erwähnt: Alles passt wie angegossen!
    Es kann alternativ eine schmale oder breite Version des Rumpfes gebaut werden, je nach Platzbedarf der RC-Anlage. Auch kann entschieden werden, ob ein RES- oder ein E-RES-Modell entstehen soll! Einfach sehr durchdacht und als zusätzliche Teile im Lieferumfang enthalten.
    Den Kopfspant habe ich mit einem zentralen Loch versehen, um den LiIon-Akku mit einer Zelle ganz nach vorne schieben zu können.
    Das Kohle-Rohr habe ich nach Bauplan abgelängt und mit den entsprechenden Ausfräsungen versehen. Das war allerdings nur in meinem Fall (Vorserienbaukasten) notwendig und wird in Zukunft serienmäßig sein.
    Den Balsapylon bzw. die Höhenleitwerksauflage habe ich, wie in der Bauanleitung beschrieben, vorbereitet – auch hier wieder sofort ein Erfolgserlebnis – es macht einfach Spaß!


    Bild 2: Leitwerk und Rumpfteile

    Nachdem ich die Leitwerke mit Oracover Light bespannt habe, ja ich bin schon so weit, kann das Rohr mit dem Rumpf Hochzeit feiern. Teile zusammenfügen – vermessen und anpassen – verkleben – fertig!
    Auch jetzt habe ich die Klebestellen und Auffütterung des vorderen Rumpfteiles und auch den Pylon für das HLW gleich mit eingefärbtem Harz bestrichen.


    Bild 3 und 4: Eingefärbte Klebestellen

    Bis jetzt gab es kein wirkliches Problem oder Ärgernis – es kann beruhigt ein leichtes Lächeln aufgelegt und die erste Belohnung getrunken oder gegessen werden.


    Bild 5: Nach der Rumpf-Hochzeit


    Die Fläche

    Auch bei diesem Bauteil macht sich gute Vorarbeit bezahlt und beschleunigt den Bauablauf ungemein. Die Kohlerohre habe ich entsprechend dem Plan abgelängt und nach Bauabschnitten sortiert. Ebenso bin ich mit den Nasenleisten in Form von Kohle-Röhrchen verfahren. Die Rippen und Hilfshalbrippen habe ich vor dem Heraustrennen aus den Brettchen mit gerolltem Schleifpapier an den Bohrungen für das Kohle-Rohr noch etwas aufgeschliffen! Das Rohr passt dann besser und sprengt die Rippe nicht auseinander!


    Bild 6: Vorsichtig drehend auf Passung verschleifen


    Bild 7: Fläche – Mittelteil

    Ganz wichtig erscheint mir der Hinweis, dass die Winkelschablone mit 5° für die Mittelteil-Außenohr-Steckung gedacht ist und die 7°-Schablone für die zu verklebende Außenohr-Verbindung! Dies ist leider in der Bauanleitung nicht vermerkt, sondern nur im Bauplan zu erkennen!
    Nun musste ich nur noch die Bohrungen für die Schrauben setzen und die Beplankung des Mittelteils aufbringen. Alles geht sehr entspannt von der Hand und ist ohne Stress möglich!


    Bild 8: Fläche – Ohrenteile

    Nun galt es, die Ohren fertigzustellen, zu verschleifen und mit den Verbindern zu verkleben. Anschließend waren die Steckungen für das Mittelteil und die Ohren zu fertigen und einzukleben. Jetzt fehlten nur noch die Magnete. Dazu Fläche nochmals anpassen und auf die richtige Verklebung der Magnete achten!!! – fertig.
    Nun kann auch das Servo für die Klappe eingebaut werden.


    Bild 9: Fläche – Mittelteil-Ohr-Verbindung


    Bild 10: Fläche – komplett zusammengesteckt

    Das Gewicht beträgt bisher für die Fläche mit Servo 189 g, für Rumpf mit Leitwerken ohne Servos 115 g und für die restlichen RC-Teile 81 g. Es fehlt nur noch die Bespannung mit Oracover Light.
    Beim Umgang mit und beim Arbeiten an dem Rohbaumodell ist absolute Vorsicht geboten. Ich habe leider mehrmals daneben gegriffen und schon war die eine oder andere Rippe an der Fläche gebrochen.


    Bild 11: Die restlichen RC-Teile vor der Montage

    Die abschließende Montage der Servos und RC-Teile nebst Anlenkungen ist nicht weiter problematisch und gelingt ohne Schwierigkeiten. Auch das Bespannen mit Oracover Light stellt keine unüberwindliche Hürde dar. Es werden insgesamt ungefähr 2,5 m Folie benötigt. Die Ruder habe ich bei meinem FRESH mit Tesa angeschlagen und mit Draht im beiliegenden „Innenzug“ angelenkt.
    Blei habe ich nicht gebraucht! Das Modell wiegt nun flugfertig 430 g.


    Bild 12: RC Einbauten im Rumpf des FRESH


    Bild 13: Das fertige Modell vor dem Erstflug

    Was könnte verbessert bzw. geändert werden?
    Während des Bauens kommen meistens Ideen, was im Plan bzw. Bausatz verbessert oder zumindest geändert werden könnte. In diesem Fall zeigt sich nach den ersten Flugerprobungen, dass diese Ideen gar nicht so schlecht sind.
    So erscheint eine Verstärkung im Bereich der Wurzel- und Abschlussrippen als ratsam! Diese Rippen, bedingt durch die Spannung der Folie, zeigen die Neigung, nach innen nachzugeben. Das Ergebnis ist eine Biegung, die einen unschönen und ungewollten Spalt zwischen den Rippen im Bereich der Magnete entstehen lässt.
    Abhilfe kann eine Abstützung aus Balsaresten im Winkel von 45° im Bereich der Rippenmitte gegen Holm und Endleiste bringen. Einfach aber wirksam!
    In meinem Fall waren die laut Bauanleitung verwendeten zwei Magnete in Fläche und Klappe doch zu viel des Guten. Das Klappenservo schaffte es nämlich nicht, die Klappe zu öffnen. Zwei Magnete in der Fläche und in der Klappe zwei 2 mm Muttern sind völlig ausreichend! Das hält super und das Servo quittiert dies mit einer einwandfreien Funktion der Klappe!


    Bild 14: Die Klappe mit eingeklebten 2 mm Muttern

    Eine für mich nicht unerhebliche Verbesserung wäre eine Aufdickung des Rohrholms im Bereich der Wurzelrippe. Hier reichte es sicherlich, einen Bereich zwischen zwei Rippen mit Balsaresten oben und unten bis zur Rippenhöhe aufzudicken. Dies kann bei der Montage und Demontage des Modells ein Beschädigen der Rippen verhindern. Für mich war es nämlich kaum möglich, eine ausreichend feste Stelle zum Anfassen zu finden, um Flächenmittelteil und Ohren gefahrlos zu trennen bzw. zusammenzuschieben.
    Ebenso wäre eine kleine dreieckige Aufdickung im Bereich der Nasenleiste/Wurzelrippe wünschenswert, die dem Profil entsprechend verschliffen wird. Dies bringt etwas mehr Festigkeit im Nasenbereich, falls die Fläche mal nach vorne schwingt. Auch die Bespannung lässt sich in diesem Bereich dann besser aufbringen!


    Bild 15: Änderungsvorschläge für zusätzliche Festigkeit: Alle mit Balsaresten ausführbar.

    Dies alles lässt sich mit den Balsaresten des Bausatzes bewerkstelligen, kostet keine großen Mühen, bringt aber ein Mehr an Alltagstauglichkeit!
    Bei meinem nächsten FRESH werde ich dies alles berüchsichtigen!


    Schlusswort

    Der FRESH ist ein wirklich gut und einfach zu bauendes Modell. Schon allein der Rohbau macht viel Freude, weil einfach alles perfekt passt! Mit den vorgeschlagenen Änderungen wird das Modell noch robuster und lässt für den Wettbewerb einiges erwarten. Aber auch der Freizeitpilot wird sicherlich seine ungetrübte Freude daran haben.

    Bezugsquelle: Modellbauchaos
    Kommentare 2 Kommentare
    1. Avatar von fliegerassel
      fliegerassel -
      Ein sehr schöner Bericht. Das macht Lust, die Werkstatt anzuheizen...
      Die Problemchen im Bereich der Wurzelrippen ließen sich vielleicht auch ganz einfach mit einer Beplankung der jeweils ersten Rippenfelder lösen.
      Ich habe diese ganzen Kohleteile nicht sooo gern, schon gar nicht, wenn die auch noch verschliffen werden müssen. Der Kohlstaub legt sich (auch bei viel Vorsicht) zumindest bei mir sehr gern auf dem Balsaholz ab und sorgt hier für hässliche schwarze Verfärbungen. Bei transparenter Bespannung ist das doof. Aber trotzdem sieht das alles sehr ordentlich und liebevoll konstruiert aus. Schön.

      Gruß Mirko
    1. Avatar von WoF-Flieger
      WoF-Flieger -
      Sehr schöner Bericht. Aber irgendwie sieht der FRESH dem PURES bis aufs Leitwerk, doch sehr änlich. Gerade was den ganzen Aufbau angeht!

      Gruß Andreas
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