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  • Modell-Finish mit Klebefolien?

    Schaummodell - Finish mit Klebefolien?


    Peter Schieferer


    Mit diesem Bericht sollen nicht die üblichen und bewährten Methoden der Modellbeschichtung in Frage gestellt werden, sondern ich möchte eine weitere Möglichkeit beschreiben und meine Erfahrungen mit dieser Art der Oberflächenbeschichtung zeigen (deshalb auch das Fragezeichen in der Überschrift).

    Meine ersten Modelle dieser Art hatte ich meist mit 25 g/m2 beglast. Dazu findet man z. B. bei JePe sehr gute Anleitungen. Da ich jedoch in meiner Wohnung baue und auch das Arbeiten mit Harz und das Lackieren nicht unbedingt zu meinen Kernkompetenzen zählt, habe ich einmal versucht, ein Modell in Klebefolie "einzuwickeln". Vorausschicken möchte ich, dass man sich für das erste Experiment mit dieser Beschichtungsart nicht unbedingt ein aufwändiges Design aussuchen sollte (siehe Bild rechts). Ich hatte damals den Aufwand völlig unterschätzt, habe aber die rund 80 Stunden Folierungsarbeit tapfer durchgezogen. Aber der Reihe nach:

    Folie

    Zu Beginn stellt sich die Frage, welche Folien verwendet man und was sind die Vor- und Nachteile der angebotenen Klebefolien. Nun, die erste Entscheidung wird sein, ob man mit matten oder glänzenden Folien arbeiten will. Dazu meine eindeutige Empfehlung: matte Folien!
    Warum?
    Die Oberfläche von Schaum ist eher grobporig. Besonders an EPO-Modellen ist die geschäumte Struktur nicht nur sehr gut zu sehen sondern auch noch zu ertasten. Aus einiger Entfernung erkennt man das zwar fast nicht mehr, jedoch wird eine Beschichtung mit glänzender Folie durch die Lichtreflektion die Unebenheiten verstärken und die sind dann überdeutlich zu sehen. Jede noch so kleine Delle (z. B. Fingerabdruck, Fingernagel, leichte Druckstellen durch Anstoßen, Transportschäden usw.) fällt dann unangenehm auf. Matte Folien hingegen "verzeihen" viel!

    Qalitäten und Folienarten

    Man unterscheidet zwischen monomeren, polymeren und gegossenen Folien. Auf Grund meiner Empfehlung für matte Folien kommen nur monomere Folien in Frage. Nur diese gibt es mit matter Oberfläche. Monomere Folien sind preiswert und es wird eine Haltbarkeit von 3-5 Jahren angegeben, was für eine "Schaummodelllebensdauer" wohl ausreichend sein dürfte!
    Einen kleinen Nachteil haben diese Folien jedoch. Sie sind nicht permanentklebend. Das heißt, deren Kleber ist nicht so stark wie die von polymeren, respektive gegossenen Folien und sie neigen auch etwas zum Schrumpfen, sind also nicht so formstabil.
    Polymere und gegossene Folien wären in dieser Hinsicht zwar besser, liegen preislich aber höher und es gibt sie leider nur in glänzend (außer weiß und schwarz).
    Welche Folienmarke man nun letztlich verwendet ist eher Geschmacksache bzw. hängt davon ab, ob der Hersteller die gewünschte bzw. benötigte Farbe anbietet. Ich habe bei meinen Projekten mit den Folien von Oracal (631), Avery500, aber auch DC-Fix gearbeitet und bin damit recht zufrieden gewesen.

    Vorarbeiten

    Wie bei allen Modellen, die in irgendeiner Form beschichtet werden sollen (GfK, Lack, Papier usw.) sollte der Untergrund möglichst glatt, staub- und fettfrei sein. Die bei Schaummodellen oft durch kleine Vertiefungen angedeuteten Panellines sollte man nicht zuspachteln. Dadurch kann man nach einer Folierung diese noch erfühlen und eventuell nachzeichnen oder z. B. mit einem schwarzen 1 mm Klebeband nachkleben.
    Ansonsten sollten Übergänge z. B. von Kunststoffnasen zum Rumpf oder andere Unebenheiten mit Leichtspachtel gefüllt und geschliffen werden. Wenn es sich um ein bereits lackiertes Modell handelt, kann man im Normalfall darüberfolieren. Es gibt aber auch Modelle mit großflächigen Decals (z. B. TH-Viper), die noch dazu an negativ gewölbten Stellen angebracht sind. Dort beginnt sich dann teilweise die Folie zu lösen. Diese Decals sollten also besser entfernt bzw. abgeschliffen werden. Handelt es sich dagegen um ein unlackiertes Modell, sind keine besonderen Vorarbeiten zu erledigen.

    Werkzeug, Material, Kleber

    Als wichtigstes Folierwerkzeug hat sich eine Heißluftpistole erwiesen. Ein Haarföhn tut es zur Not auch, aber für ein genaues und präzises Arbeiten ist die HLP die erste Wahl! Diese besitzen auch meist einige unterschiedliche Düsenvorsätze, die es ermöglichen, die Hitze genau an die gewünschten Stellen zu bringen. Warum wird eine HLP überhaupt benötigt? Um die Klebefolie an bombierten Stellen über die Rundungen ziehen zu können, muss die Folie erwärmt werden. Dann lässt sie sich besser verformen/ziehen und kann so leichter den Rundungen angepasst werden (Randbögen, Einläufe, dreidimensional gewölbte Rumpfform usw.). Ich werde öfter gefragt, ob die HLP den Schaum nicht beschädigt/ansengt. Ja, das würde passieren, wenn man dem Schaum zu nahe käme!
    Also vor dem ersten Einsatz der HLP an einem Abfallstück probieren, wie nahe und lange man dem Schaum mit der Hitze zu Leibe rücken darf. Das hat man aber schnell im Griff. Meist genügt es ja schon, die Folie noch vor dem Aufbringen etwas zu erwärmen. Man kann aber an schwierigen Stellen auch das Folienstück erst mal an einer Stelle ankleben, dann den restlichen Teil immer wieder erwärmen und so die Folie Stück für Stück aufreiben.

    Ansonsten leisten sehr gute, scharfe Messer, Stahllineal(e), dünne, permanente, feine Filzstifte, kleine Scheren, gebogene Scheren (eine Fingernagelschere eignet sich auch gut), sowie Zeichenpapier, Seidenpapier und Kontaktkleber (z. B. UHU-Por) als Werkzeug und Kleber gute Dienste.

    Folierung

    Hat man sich für eine Grundfarbe entschieden (d. h. zuerst wird das ganze Modell in einer einheitlichen Farbe foliert), wird das gewünschte Design erst nachträglich (doppelte Beschichtung) aufgebracht. Diese Variante wird man dann wählen, wenn nur relativ kleine Designelemente nachträglich aufgebracht werden müssen und somit die "doppelte" Beschichtung an diesen Stellen gewichtsmäßig unerheblich ist. Hat man jedoch mehrfarbige Modelle mit großen, unterschiedlichen Farbflächen, so wird man diese getrennt (nicht doppelt) folieren. In diesem Fall lässt man an den Stoßstellen die Folienstücke 3 - 5 mm überlappen.
    Um nun das Design bzw. die einzelnen Farbsegmente korrekt zuschneiden zu können, hat sich die Abnahme/das Aufzeichnen der Konturen am Modell selber recht gut bewährt. Ich gehe dazu so vor, dass ich am Modell Seidenpapier mit Tesakrepp befestige und auf diesem mit weichem Bleistift oder Filzstift die Schnittkanten für das zu beklebende Teil aufzeichne. Meist handelt es sich ja um ein rechtes und ein linkes Teil. Deshalb nehme ich das Seidenpapier wieder vom Modell ab, hefte es auf Zeichenpapier und schneide mit einem scharfen Messer das Stück aus. Somit hat man eine Schablone für ein linkes und ein rechtes Folienstück.
    Diese wird nun auf der Folienrückseite angeheftet. Nun kann die Farbfolie entweder bei geraden Schnitten entlang einem Stahllineal oder bei gebogenen Stücken freihändig mit einem scharfen Messer ausgeschnitten werden.
    Beim Zeichnen von Rundungen leistet übrigens eine Bowdenzughülle gute Dienste. Man benötigt jedoch kurzfristig zwei zusätzliche Hände, welche den Bodenzug in der gewünschten Biegung halten und man den Kurvenverlauf nachzeichnen/nachziehen kann!
    Mit dem Folieren wird am Rumpf übrigens immer hinten unten begonnen und es wird nach vorne oben gearbeitet. Ebenso werden Flächen erst unten und dann oben beschichtet. Stoßstellen sind dadurch kaum zu erkennen und aerodynamisch vernachlässigbar.


    Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn man die Stirnflächen von Rudern, Ruderausschnitten, Fahrwerksschächten usw. zuerst mit kleinen Streifen beschichtet. Ich streiche sogar diese kleinen Flächenstücke vorher mit etwas UHU-Por ein, besonders auch an den umzuschlagenden Stellen, damit die Folie dort stark haftet. Wenn dann das große Folienstück über diese kleinen Bereiche foliert wird, sind die so gut wie nicht mehr wahrnehmbar, dafür hält es aber gut, schaut ordentlich aus und kann später nicht ausfransen oder ausbrechen.
    Ebenso sollte man an den Stellen, wo eine negative Wölbung vorhanden ist, mit etwas Kontaktkleber vorbehandeln und hier keinesfalls mit Wärme arbeiten. Durch die Wärmezufuhr dehnt sich beim Anreiben die Folie automatisch und würde sich an diesen Stellen beim Abkühlen bzw. auch nach einiger Zeit durch die entstehende Spannung (durch Schrumpfung) von dieser ablösen.
    Mir ist das anfangs öfter passiert. Einzige Abhilfe im Nachhinein ist, diese "Blasen" mit einem scharfen Messer aufzuschneiden, die Folie etwas aufzubiegen und mit UHU-Por zu benetzen, ablüften zu lassen und wieder anzudrücken. Nun sieht man jedoch einen weißen Schlitz. Diesen habe ich einfach mit einem dünnen Streifen Folie verdeckt. Wenn man es nicht weiß, sieht man das nicht und es fällt nicht auf!

    An Stellen mit starken Rundungen und Wölbungen ist mit viel Wärmezufuhr zu arbeiten. Hier ein kleines Video in dem man gut sieht, wie stark sich solche Folien dehnen lassen und wie sie sich unter Wärmezufuhr auch um große Rundungen ziehen lassen. Das Video ist ein wenig "langatmig", sorry:



    Wie schon erwähnt, sind Überlappungen kein Problem. Die Folie ist so dünn, dass man diese Stoßstellen kaum sehen wird, besonders bei matten Folien fällt das nicht auf. Zudem tut man sich beim Bekleben mit kleineren Folienstücken leichter. Hier ein Beispiel:



    Nachdem das Modell komplett foliert ist, kann entweder das Design ebenfalls mit Folie aufgebracht werden oder es wird lackiert. Dafür die Folie gut entfetten, Design abkleben und "paint job" erledigen.

    Ein paar Schriften, ein paar Decals, Panellines und man hat ein Unikat geschaffen. Auf den ersten Blick ist so ein Modell nicht mehr als Schaummodell zu erkennen. Mein erstes foliertes Modell hat inzwischen weit über 500 Flüge absolviert und sieht immer noch gut aus.
    Ein Folienfinish wertet das Modell also nicht nur optisch auf und macht es damit zu einem Einzelstück, sondern es wird auch deutlich "stapazierfähiger".

    Zugegeben, es erfordert etwas Zeit und genaues Arbeiten, dafür wird man mit einem nicht alltäglichen Modell belohnt. "plane wrapping" - die etwas andere Modellbeschichtung! Probiert es aus! Für Fragen stehe ich euch jederzeit gerne zur Verfügung.

    PS: Hier noch ein paar fertige Arbeiten als Designanregung und zur Motivation! Alle Designs wurden mit Folien realisiert. Nur das Grün der Mirage2000 rechts unten wurde lackiert, da keine passende Farbe/Folie zu finden war.



    Herzlichen Gruß und viel Spaß beim Folieren!
    Peter Schieferer



    Kommentare 8 Kommentare
    1. Avatar von Edge1252
      Edge1252 -
      Perfekter Bericht. Bin schon auf mein Werk gespannt. ;-)
    1. Avatar von Flugass
      Flugass -
      Ich habe da auch erst mal was ganz extravaganes probiert mit einem top Ergebniss..

      Modell: Energija (Laqua Modelltechnik)
      Design: "blue rust" - Custom Folie mit Rostdesign


      Anhang 1821578Anhang 1821579Anhang 1821580Anhang 1821581
    1. Avatar von hps
      hps -
      @Flugass: Das schaut ja abgefahren aus, Kompliment. Tolle Idee!!!
    1. Avatar von Flugass
      Flugass -
      Das war einfach mal ne Idee. Ist eine Car Wrapping Folie. Das ganze hat so gut geklappt das ich das sicher bei anderen Sachen wieder nehmen werde. Gibt ja so viele Farben , Designs und Motive.
    1. Avatar von Matze7779
      Matze7779 -
      Hi,
      Hast Du eine Quelle in Deutschland?
      Finde nur was in China und USA...
    1. Avatar von M-Krueger
      M-Krueger -
      Klasse Bericht! Vielen Dank dafür!
    1. Avatar von jetcat31
      jetcat31 -
      Zitat Zitat von Flugass Beitrag anzeigen
      Ich habe da auch erst mal was ganz extravaganes probiert mit einem top Ergebniss..

      Modell: Energija (Laqua Modelltechnik)
      Design: "blue rust" - Custom Folie mit Rostdesign


      Anhang 1821578Anhang 1821579Anhang 1821580Anhang 1821581
      Klasse !👍🏻👍🏻
    1. Avatar von Flugass
      Flugass -
      Werde demnächst mal was mit Edelholz machen. Schaut sicher auch gut aus....
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