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  • „Making-of...“

    „Making-of...“

    Wie entsteht eine Thermiksense im 40. Jahrgang?

    Bernhard Schwendemann


    Nach dem Heft ist vor dem Heft“ - frei nach dem legendären Fußball-Nationaltrainer Sepp Herberger, der seine Arbeit so zusammengefasst hatte: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“.

    Wenn eine Ausgabe endlich an die Abonnenten verschickt worden ist, wird erst mal der PC aufgeräumt.
    Das nächste Heft bekommt ein eigenes Verzeichnis. Alles was vom alten Heft übrig geblieben ist, wird reinkopiert – so muss man nicht bei „null“ anfangen. In diesem Verzeichnis wird dann alles gesammelt, was an Material im Laufe der Zeit entweder eintrudelt, auf Bitten eingeschickt wird oder irgendwo gesucht bzw. entdeckt wird. Regelmäßig wird Material gesammelt und zu Beiträgen oder Notizen aufgearbeitet aus NFFS, FFn, FFQ, volny let, SEN newsletter, Sympo Report, FMT, Aufwind und prop.

    Die ersten vier Wochen sind noch relativ ruhig. Dann geht eine E-Mail an die Mitarbeiter raus mit der Bitte, ihre Beiträge innerhalb von vier Wochen einzusenden – das sind dann noch etwa drei Wochen bis zum Drucktermin. Per E-Mail werden Landesreferenten und Vereinsmitglieder von Jubilaren oder Verstorbenen schriftlich gebeten, eine Laudatio bzw. einen Nachruf zu verfassen oder zu organisieren.


    E-Mail an die Mitarbeiter: Redaktionsschluss

    Manche Beiträge kommen in einem beliebigen Format und müssen auf das Layout der Thermiksense umgesetzt werden. Andere müssen nur noch mehr oder weniger angepasst werden, auch perfekt passende sind gelegentlich dabei. Ab und zu muss auch angemahnt werden, die gegebenen Versprechen einzuhalten.

    Ab dem Redaktionsschluss (etwa drei Wochen vor dem Drucktermin) wird konzentriert und systematisch am Heft gearbeitet. Alle Themenbereiche sollen möglichst abgedeckt werden – Baupläne der internationalen Klassen sind hier ein Sorgenkind. Die internationalen Termine werden nochmals mit dem CIAM-Kalender abgestimmt – hier gibt es keine Info über Änderungen und auch keine Kennzeichnungen von Updates. Seit es so viele „offene Stellen“ gibt (F1A, F1C, Personalien, Wettbewerbe) ist das noch wesentlich mehr Arbeit, als es zuvor schon war.


    CD mit den Druckvorlagen

    In der letzten halben Woche, wenn (fast) alle Beiträge stehen, müssen Artikel mit viertel, halben und dreiviertel Seiten so zusammen gefasst werden, dass ganze Seiten entstehen. Die Seitenzahl muss immer durch 4 teilbar sein, 60 Seiten sind das Ziel. Es können auch mal nur 56 oder auch 64 Seiten werden. So muss jongliert, zusammengefasst und Füller gesucht werden.

    Dazwischen ist es an der Zeit, mit der Druckerei zu vereinbaren, wann die Druckvorlagen angeliefert werden sollen und wann die fertigen Hefte abgeholt werden können. Meist dauert das Drucken gut eine Woche.


    300 Briefmarken kleben

    Wenn endlich die meisten Seiten vorhanden sind, werden sie gedruckt (dies ist der einzige Schritt, außer der Titelseite, bei dem noch Papier im Spiel ist. Alles andere ist digital) und meine Frau liest Korrektur, nicht nur Rechtschreibung, auch ob etwas widersprüchlich oder unverständlich ist. Die Microsoft-Rechtschreibprüfung findet längst nicht alles. Manchmal stimmen Logik oder Bezüge nicht. Dann werden die Korrekturen eingearbeitet (gelegentlich auch ausdiskutiert).


    Das muss alles verschafft werden

    Jetzt gilt es die Seiten in die richtige Reihenfolge zu bringen. Dabei sollen die „schönen“ Seiten möglichst auf der „Schokoladenseite“, also rechts, stehen.

    Will Nakashima schickt immer wieder einige seiner Freiflug-Cartoons aus den USA. Daraus also noch ein Passendes für die Titelseite aussuchen und mit etwas Fantasie eine deutsche Bildunterschrift „übersetzen“.

    Nun werden alle Artikel in die Inhaltsdatenbank eintragen (die man auch auf der Webseite abfragen kann). Daraus wird über Abfragen und Reports das Inhaltsverzeichnis erstellt.


    Insgesamt 100 kg drei Stockwerke hoch

    Nervig wird das Ganze, wenn es „Herr Microsoft“ beliebt, immer dann, wenn ein Artikel fast fertig ist, alle Bilder wieder durcheinander zu werfen. „Gehe zurück auf Start“. Irgendwann ist es so weit: Alle Seiten aus DOC/DOCX/JPG werden mit Adobe Acrobat als PDF gespeichert – so braucht es die Druckerei als Vorlage. Dann noch schnell alles auf eine CD brennen, in einen Briefumschlag stecken und an die Druckerei senden.

    Während sich die Druckerei um die Hefte kümmert, muss ich die Zahlungen der Abonnenten in der Datenbank verbuchen und die Adressaufkleber über Abfragen und Reports ausdrucken. Bevor jemand statt des neuen Hefts eine Mahnung bekommt, wird die Datenbank nochmals händisch manuell überprüft. Dann kommen die Adressaufkleber auf die Umschläge. Für das Inland gibt es schöne Briefmarken. Ins Ausland ist der Kilotarif deutlich billiger als Briefmarken (Preis pro Stück plus Preis pro Kilo – zu unterscheiden zwischen EU und Nicht-EU sowie zwischen Land- und Luftpost). Wenn die Hefte in der Druckerei fertig sind, müssen auch die vorbereiteten Umschläge bereitliegen. Ein Programm von der Post verrechnet das alles, drei Ausdrucke müssen dann mit zur Post.


    Eintüten

    Der Anruf oder die E-Mail von der Druckerei: „Das Heft ist fertig!“ - Es folgen 30 km Fahrt zur Druckerei - Kofferraum vollladen - 100 kg Hefte drei Stockwerke hoch tragen - 450 Hefte eintüten und in die gelben Postcontainer packen - 100 kg wieder hinunter tragen - ins Nachbardorf zur Post fahren - dort die Container in die Wägelchen stapeln.

    Danach das Inhaltsverzeichnis und die Titelseite an Dieter Brehm und Nick Finke, unsere Webmaster, zum Einstellen auf unserer Webseite senden .

    Uff - „Nach dem Heft ist vor dem Heft“!


    Letzter Schritt: Abliefern bei der Post


    Thermiksense 2/2017
    Kommentare 2 Kommentare
    1. Avatar von Claus Eckert
      Claus Eckert -
      Hallo Bernhard

      Wer auf Papier schreibt muss es transportieren und das ist manchmal beschwerlich. Aber drei Stockwerke 100 kg raufschleppen, spart das Fitness-Studio.
      Viele Leser wissen leder gar nicht was die Thermiksense ist. Daher setze ich unten einen Link zu Eurer Homepage ein. Gerade zu den Themen Thermik, wie wo und wann sie entsteht, wie man sie "trifft", wie Modelle optimiert werden können und wie man leicht baut, interessiert bestimmt auch einige RC-Flieger. Die Luft ist für alle gleich, Eure Erfahrung als Freiflieger aber unschlagbar.
      In diesem Sinne, möge der eine oder andere durch ein Abo der Thermiksense Deine Muskeln stählen.

      www.thermiksense.de
    1. Avatar von DaBäda
      DaBäda -
      Hut ab vor so viel Engagement und Enthusiasmus. Jetzt bin ich neugierig auf die "Thermiksense" :-)
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