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  • Der FPV-Lastenträger

    OPTERRA 2m von E-flite

    Der FPV-Lastenträger

    Peter Erang




    Nurflügelmodelle üben seit jeher eine gewisse Faszination aus und Insider wissen auch, dass solche Konzeptionen sogar sehr gut fliegen und deutlich weniger Luftwiderstand haben als konventionelle Flugzeuge. Der Opterra 2m von E-flite überrascht aber noch durch einen weiteren Vorteil: Er ist der ideale Lastenträger für Kameras – und damit auch eine spannende Alternative für Renn- und Luftbild-Enthusiasten.

    Anscheinend hat der Markt nur auf einen vielseitigen Nurflügler wie den Opterra gewartet, denn schon kurze Zeit nach seiner Veröffentlichung waren sowohl die Foren als auch die Video-Plattformen voll mit zahlreichen Informationen zu dem neuen „Wunderknaben“. Das Konzept mit dem beeindruckenden Einsatzspektrum überzeugt eben nicht nur reine Nurflügel-Enthusiasten, sondern spricht auch FPV-Interessenten und Luftbild-Fotografen direkt an. Und aufgrund seiner EPO-Bauweise mit hohem Zerlegungsgrad stellt der Opterra an den Transport keine großen Ansprüche und wird glatt zum Kofferraummodell. Für Spektrum-Piloten bietet die BNF-Version dank fertig parametriertem und eingebautem AR 636AEmpfänger gar die Möglichkeit, vom Kauf beim Händler gar nicht erst nach Hause, sondern gleich zum Modellflugplatz zu fahren.


    Beim Opterra 2m sind darüber hinaus zahlreiche interessante Features zu finden. Als erstes fällt die schnelle Montierbarkeit und Zerlegbarkeit auf. Die Tragflächen werden einfach mittels zweier CfK-Rohre an den Rumpf gesteckt, fixieren dabei formschlüssig gleich die Seitenleitwerksfinnen und werden einfach durch einen verriegelbaren Bolzen gehalten (einstecken und um 90 Grad drehen). Gleiches gilt für die an den Flügeln anzubringenden Winglets: einfach anstecken und mittels Bolzen fixieren – fertig. Die beiden Servos für die Ruderklappen (Querruder und Höhenruder steuert man über dieselbe Klappe) sind schon herstellerseitig eingebaut und angelenkt. Auch der Antrieb ist fertig eingebaut und verkabelt.



    Schnell montiert, schnell in der Luft

    Bleibt also als Letztes, den Modellspeicher am Spektrum-Sender anhand der sehr übersichtlich gemachten Anleitung einzustellen. Und schon wären wir prinzipiell flugfertig, vorausgesetzt, man hat den zusätzlich erforderlichen Flugakku schon geladen. Alle Ruderklappen sind, wie bei Schaummodellen üblich, schon beim Herstellungsprozess angeschäumt. Das heißt, dass eine dünne Schicht EPO-Schaum im Scharnierbereich dafür sorgt, dass die Verbindung flexibel bleibt und sich das Ruder bewegen lässt. Wie schon erwähnt, ist im Rumpf auch der Motor samt Regler eingebaut und beide Teile bereits flugfertig verkabelt. Der Regler verfügt über ein BEC, das heißt es ist für die Stromversorgung der Fernsteuerung kein zusätzlicher Akku erforderlich. Die Energie gelangt über den Stecker des Reglers auf dem Gas-Kanal zum Empfänger. Als Antriebsakku kommt ein Drei-Zellen-LiPo-Akku mit 3.000 mAh zum Einsatz.

    Der Akku kann von oben in einen Rumpfschacht eingesetzt werden. Der Rumpf verfügt hier über einen riesigen, abnehmbaren Deckel, der vorne über eine Nase geführt und hinten über einen Schnappverschluss verriegelt wird. Der Akku wird mittels Klettbandschlaufen befestigt. Die Akkuposition kann in weiten Bereichen verändert werden. So kann man den erforderlichen exakten Schwerpunkt je nach Zuladung, beispielsweise FPV-Zubehör oder Kameras, problemlos einstellen.

    Abflugfertig zeigt die Waage inklusive 3.000-mAh-LiPo ziemlich genau 1.980 Gramm. Die weiteren Leistungsdaten: Der montierte 12-Σ-6-Zoll-Propeller zieht bei voll
    geladenem Akku 33 Ampere, was eine Eingangsleistung von 360 Watt ergibt. Dann folgt der erste Handstart mit Heckmotor. Für viele ein Graus, da der Propeller der Wurfhand scheinbar sehr nahe kommt. Man muss das Modell deshalb mit einer Bewegung des ganzen Arms werfen, wodurch die Armbewegung nach dem Abwurf schneller als das Modell ist und nach unten geht. So gibt es keinen Kontakt mit dem Propeller. Ein Werfen aus dem Handgelenk ohne Armbewegung ist dagegen nicht zu empfehlen. Alternative kann man das Modell mit ausgeschaltetem Motor quasi als Segler werfen, dann muss man aber nach dem Abwurf zügig Gas geben.


    Unterstützung bei der Startphase

    Unterstützt wird die Startphase durch eine spezielle, herstellerseitig programmierte Flugphase des AS3X-Empfängers. Die Flugphasen aktiviert man dabei über einen Kippschalter am Sender. Ersichtlich ist die SAFEEinstellung an einer Nullstellung des Höhenruders auf Hoch (jede Seite circa vier Millimeter). Gleichzeitig werden in dieser Flugphase die maximalen Schräglagen des
    Modells begrenzt. Man kann beispielsweise den Querruderknüppel auf Vollausschlag
    bringen und das Modell steuert trotzdem nur bis in eine Schräglage von etwa 30 Grad. Sollte man also in der Startphase beim Werfen an irgendeinem Steuerknüppel hängen bleiben, passiert dem Opterra 2m nichts.

    Lässt man den Steuerknüppel los, dann richtet sich das Modell wieder auf und fliegt präzise horizontal. Das gilt selbstverständlich auch für die Höhenruderfunktion.



    Sicher fliegen dank SAFE

    Will man den Flug agiler gestalten und Rollen und Loopings ausführen, muss man aus der SAFE-Flugphase in die normale Phase umschalten. Dann ist alles möglich. Das AS3X-System ist auch hier aktiv und gleicht Böen aus. Das ergibt besonders beim Filmen fast wackelfreie Aufnahmen.

    Ein weiteres Beispiel für die Sinnhaftigkeit von SAFE kann man dadurch provozieren, indem man im Rückenflug in die SAFE-Phase umschaltet. Der Opterra 2m dreht sich sofort in die Normallage und hält automatisch die Höhe. In den Genuss dieser Features kommen aber nur Spektrum-Piloten, die die BNF-Basic- Version mit AR-636A-Spektrum-Empfänger gekauft haben. Fürs gemütliche Umherfliegen benötigt man lediglich Viertelgas. Dann liegt die Stromaufnahme im Bereich von zehn bis zwölf Ampere und es sind mit einem 3.000- mAh-Akku Flugzeiten von über zehn Minuten realisierbar. Die Motorleistung bei Vollgas erlaubt Loopings und Rollen, senkrechtes Steigen erfolgt rein durch Fahrtüberschuss und ist somit begrenzt. Der Kreisflug des Opterra 2m ist auch ohne Seitenruder stabil und ohne Tendenz des Abkippens. Auch hier hilft das AS3X-System des Empfängers.

    Fazit

    Der Opterra 2m von E-flite/Horizon Hobby ist trotz seiner Größe ein universell einsetzbares, kofferraumfreundliches und kostengünstiges Nurflügel-Modell. Die Linienführung und das Dekor gefallen auf Anhieb. Aufgrund des hohen Vorfertigungsgrades ist der Erstflug nach dem Auspacken nur wenige Handgriffe entfernt. Die Flugeigenschaften sind problemlos.



    Durch das geringe Gewicht gibt es außerdem zahlreiche Möglichkeiten der Zuladung: etwa einen Akku mit größerer Kapazität (5.000 mAh oder mehr) für lange Flugzeiten, Zurüstteile für FPV oder alle Varianten der am Markt erhältlichen Action-Cams – es bleiben schlicht keine Wünsche offen. Das Modell ist zudem durch die SAFE-Features des AR-636A-Empfängers sogar anfängertauglich und macht durch seine unkomplizierten Flugeigenschaften und den einfachen Transport sehr viel Spaß.


    Luftaufnahmen und Fliegen mit der Videobrille: So wird der Opterra zum Kameraträger


    Der Opterra ist nicht nur ein Nurflügel zum Spaßfliegen. Die hohe Zuladungsmöglichkeit macht ihn ebenso zu einem idealen Kameraträger. Das wissen natürlich auch die Konstrukteure und so haben sie das Modell mit diversen Möglichkeiten der Kamerabefestigung ausgestattet:


    Neben einer Aussparung im Rumpf für die bekannte GoPro-Action-Cam, die dann
    genau nach unten filmt, gibt es mehrere Möglichkeiten, auch nach vorne zu filmen. Dafür gibt es eine Aussparung gleich oberhalb der Flugzeugnase für die bekannte Mobius-Cam. Hinzu kommen diverse Wechselnasen für weitere Kameras. Diese Wechselnasen sind mit Trimmgewichten ausgestattet, so dass zwischen zwei Flügen einfach die normale Seglernase gegen eine Nase mit Kamera gewechselt werden kann. Eine der Wechselnasen ist mit einer Aussparung für eine GoPro versehen.


    Die Kamera passt saugend in den Ausschnitt und filmt direkt in Flugrichtung. Eine weitere Nase besitzt einen Ausschnitt für eine sogenannte FPV-Kamera. Diese Kamera sendet das Videobild direkt auf einen Monitor am Boden. So kann man den Opterra auch nach Videobild im sogenannten FPV-Flug verwenden. Der Spektrum- Videomonitor mit 4,3 Zoll Größe hat einen eingebauten Videoempfänger und kann beispielsweise direkt auf den Sender montiert oder mit dem passenden Headset als Videobrille verwendet werden. Auf der diesjährigen (2017) FlugModell-DVD zeigen wir, wie das geht.

    Die Idee kam von Mutter Natur – Nurflügel haben eine lange Tradition

    Der Österreicher Ignaz „Igo“ Etrich entwickelte im Jahre 1903 den ersten Nurflügel nach dem Vorbild des Flugsamens von Zanonia macrocarpa und bekam 1905 ein Patent darauf. 1910 wurde das Junkers Nurflügel-Patent von Hugo Junkers angemeldet. Weitergeführt wurde die Idee sowohl von den deutschen Ge brüdern Horten ab etwa1933 als auch ab 1929 von der Northrop Corporation unter Jack Northrop, einem US-Konstrukteur, der zuvor für die Firmen Lockheed und Douglas gearbeitet hatte. Zwischen 1925 und 1950 wurde das Konzept auch von Boris Iwanowitsch Tscheranowski, Handley Page, Alexander Lippisch und Alliott Verdon Roe erforscht. Bekannte Nurflügel sind beispielsweise der sogenannte Tarnkappenbomber Northrop B-2 Spirit und die SB13 der Akaflieg Braunschweig.

    Kommentare 1 Kommentar
    1. Avatar von ConEx
      ConEx -
      Dazu noch zwei Anmerkungen:
      1. Ist der Opterra, zumindest mit der empfohlenen Grundausrüstung ohne An- und Zubauten, ein ganz passabler Segler.
      2. Durch die für einen Nurflügler mit Heckantrieb ungewöhnlich grosse Distanz zwischen Propeller und Flügelhinterkante ist er auch relativ leise.
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