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  • Konzept eines Flugmodells für die Jugendarbeit

    Konzept eines Flugmodells für die Jugendarbeit

    Otto Jakob
    Erstveröffentlichung 03.ß5.2004


    Die Herausforderung

    Die Auswahl an Flugmodellen, die für die Jugendarbeit in Frage kommen, ist groß. Fast jeder Modellflieger in Deutschland ist in irgendeiner Art und Weise mit dem Modell „Der kleine UHU“ von Graupner in Berührung gekommen. Viele von uns habendie Modellfliegerei damit begonnen. Ich habe mit großer Euphorie die Anfänge der Jugendarbeit beim DMFV begleitet. Neben dem Besuch eines Jugendleiterseminars beim DMFV unter Mauro Marmotti und der Ausbildung beim DAeC habe ich mit den Kollegen der Akamodell Stuttgart e.V. damals auch mehrere Henkel M1 gebaut. Mit Interesse verfolge ich seit dieser Zeit die Entwicklung der Jugendarbeit im DMFV und DAeC.

    Nach einer Präsentation des Modellflugs im Schulunterricht durch unser Vereinsmitglied Oliver wurde der Wunsch nach einer Arbeitsgruppe (AG) Modellflug geboren. Diese Aufgabe inspirierte mich, um über ein passendes Modellkonzept nachzudenken, das nach meiner Meinung für die Aufgabenstellung besser geeignet sein sollte, als das, was der Markt bietet.


    Anforderungskatalog

    Das neue Konzept sollte folgende Anforderungen erfüllen:
    • Kurze Bauzeit, maximal ca. vier Doppelschulstunden einschließlich Finish (Test steht noch aus).
    • Geringer finanzieller Aufwand, Baukosten ca. 15 € für das Freiflugmodell.
    • Vermeidung von aggressiven Materialien (auch Schleifstaub), Klebstoffe und geringer Werkzeugbedarf.
    • geringe Unfallgefahr.
    • Das Flugmodell sollte vom Freiflugsegelmodell zum Elektro-RC-Flugmodell aufrüstbar sein.
    • Ansprechende Optik, Finish mit Klebefolie.
    • Robuste Bauweise.


    Ideen zur Umsetzung, das Modell MÖWE


    Da später eine Elektrifizierung möglich sein sollte, wurde ein Druckschraubenantrieb hinter dem Flügel eingeplant. Die Größe eines Günther Propellers bestimmte den Abstand des Flügels vom Leitwerksträger. Ein Silhouettenrumpf aus 4mm Birkensperrholz erfüllte die Anforderungen an niedrige Baukosten und geringe Bauzeit. Der Leitwerksträger muss robust, steif und leicht sein. Ich entschied mich für eine Sandwichkonstruktion aus Schaumkern mit Balsabeplankung. Diese Konstruktion ist einfacher herzustellen als ein Kastenrumpf und vermittelt erste Erfahrungen im Leichtbau. Ein Kohlerohr hätte den finanziellen Rahmen gesprengt. Für die Leitwerke wurde 6mm DEPRON ausgewählt, da es in dieser Größe ausreichend stabil und preiswerter als Balsa ist.

    Der Flügel wurde in Schalenbauweise konzipiert. Das verwendete Beplankungsmaterial besteht aus einem 5 mm Dämmstoff (3mm DEPRON ist besser, aber auch teurer), der über einen Holm aus 10*5mm Kiefer geklebt wird. Dieses Material (SELITAC Trittschalldämmung von OBI) ist im Moment leichter zu beschaffen als DEPRON und etwas billiger. Um das Schaummaterial zu schützen wird eine Balsanasenleiste angeklebt.
    Das Finish wurde mit farbigem Paketklebeband realisiert. Das Klebeband trägt etwas zur Festigkeit bei. Alternativ kann der Flügel auch mit wasserlöslichen Farben (Plaka, Dispersionsfarbe) bemalt werden.


    Profilauswahl

    Ich vermeide, diesem Thema einen hochwissenschaftlichen Anstrich zu geben. Eine genaue Kontur des Profils ist durch die einfache Bauweise nicht möglich. Es wurde versucht, durch die Lage des Holms und über die Stützrippen eine widerstandsarme Oberseite zu erreichen. Die Unterseite ist gerade. Die Profildicke ist für den Re-Zahlbereich des Freiflugs eigentlich zu groß. Ein dünnerer Holm (z.B. 5*5mm) hat eine unzureichende Biegesteifigkeit. Hier ist aber noch Potenzial für Verbesserungen vorhanden z.B. mit CfK-Rohrholm und 3 mm DEPRON.

    Ein Styroporkern mit Kiefernholm ergibt eine bessere Profiltreue. Die Oberfläche ist aber schwieriger zu glätten und beim Schneiden entstehen Styroldämpfe. Das Schneiden von Styro-Kernen soll aber erst bei einem Fortgeschrittenenmodell eingesetzt werden.

    Die doppelte V-Form (Ohren) wurde gewählt, um ausreichende Stabilität und gute Steuerbarkeit in der RC- Ausbaustufe zu gewährleisten. Das Überziehverhalten ist angenehm harmlos. Die Ohren haben einen ähnlichen Effekt wie eine Schränkung des Außenflügels.

    Die Streckung (ca. 11) ist ein guter Kompromiss zwischen Re-Zahl, Biegemoment und Flugleistung (induzierter Widerstand).


    Umbau zur RC-Version

    Wie beabsichtigt, lässt sich das Modell auch nachträglich mit E-Motor und RC-Anlage ausrüsten.
    Die RC- und Elektroausrüstung wurde aus preiswerten Komponenten zusammengestellt:
    • Speed 400/7,2V, Günther-Luftschraube, 10A-Regler,
    • 2 Stck. Standardservos (möglichst ca. 9 bis 15g),
    • Standardempfänger,
    • 6-8 Zellen-Akku mit 500 –1000 mAh Kapazität.

    Es werden zwei gegenüberliegende Ausschnitte für die Servos gemacht. Der E-Motor wird auf einem Brettchen montiert und mit Klebeband fixiert. Der Regler und der Empfänger werden mit doppelseitigem Klebeband, der Akku wird mit Gummiringen oder Klettband befestigt.





    Modifikationen

    Auf Grund der einfachen Bauweise kann das Modell sehr leicht modifiziert werden. Folgende Möglichkeiten bieten sich für den fortgeschrittenen Jugendlichen an:
    • stärkerer Motor, z.B. Speed 480,
    • Flügel mit geringer V-Form ohne Ohren und Streifenquerrudern,
    • V- Leitwerk,
    • Verkleidung der RC- Ausrüstung durch einen Kastenrumpf oder ein GFK Teil (Steckschnauze).


  • RC-Network empfiehlt


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