Anzeige


Anzeige


Anzeige


Anzeige

Anzeige


Anzeige


Anzeige


Anzeige
Anzeige
Anzeige
  • Das „gipst“ doch gar nicht – oder doch?

    Das „gipst“ doch gar nicht – oder doch?

    Claus Eckert
    Erstveröffentlichung 24.04.2005


    Bau einer Gipsform mit Epoxi-Oberfläche nach einer Idee von Hermann Postner und Claus Eckert

    „Er könnte noch ein wenig schneller fliegen, wenn...“ Man kennt das ja. Da weiß ein guter Freund, dass man ein Händchen für Materialien hat und schon wird man zu einem kleinen Freundschaftsdienst „verdonnert“.

    Die Aufgabe lautete also: Wir brauchen einige aerodynamische Fahrwerksverkleidungen an unserem Doppeldecker. Nichts wie ab in den Hangar, Maß genommen, Schablonen gebaut und dann zu Hause ein Urmodell geschnitzt.

    Mein Lieblingsmaterial für Urmodelle ist Roofmate, auch als „blaues Styropor“ bekannt. Mit dem an einem Netzteil angeschlossenen heißen Draht wird das Urmodell vorgeschnitten. Anschließend mit feinem Schleifpapier nachgearbeitet und schließlich in hauchdünnem Schrumpfschlauch eingeschrumpft. Das geht bei bestimmten Formen tadellos und bringt in Sekunden eine glatte Oberfläche. Bei sich verjüngenden Formen muss man manchmal auf der Gegenseite Roofmate-Klötze aufkleben, damit wenigstens eine Seite glatt und faltenlos wird. Der Schlauch hat ja nur eine begrenzte Schrumpfrate.

    Seit Tagen überlegte ich, ob es Sinn macht, für einen Prototyp Formen aus Formenharz zu bauen. Einerseits hatte ich gerade keinen Harz- und Härtervorrat mehr. Andererseits reizte mich die Aufgabe aber sehr, hatte ich doch bereits erfolgreich eine Depron-Tiefziehform aus Gips gemacht. Deshalb wollte ich jetzt mal probieren, ob Gipsformen auch zum Laminieren von GfK-Teilen geeignet sind. Ein Restbestand von einigen Metern M 1 Gewebe von R&G lag auch noch ’rum und der gab letztlich den Ausschlag, die Sache in Angriff zu nehmen.

    Just zu dieser Zeit beschrieb Hermann Postner im RC-Network Forum, wie er die Oberflächen seiner Gipsformen härtet. Die Idee ist so simpel, dass ich sie sofort übernahm.

    Aber beginnen wir von vorne.
    Ich arbeite mit Gips der Firma KNAUF. Den gibt es im Baumarkt oder Baustoffhandel. Für die Hinterfüllung kann man Glasgewebe M 1 verwenden, so man welches hat. Alternativ kann man auch Stoffwindeln nehmen. Modellbahnbauer kennen das seit Generationen. Allerdings braucht man dazu einige Windeln.

    Das Urmodell ist mit Doppelklebeband auf einer 2mm GfK-Platte platziert. Eine Resopal-Platte ist genau so gut geeignet. Nur hat die GfK-Platte den Vorteil, dass sie sich beim Entformen biegen lässt. Außen herum wird schnell ein Holzrahmen mit der Heißklebepistole aufgeklebt. Bloß nicht zuviel Aufwand treiben. Die Ränder des Urmodells sind mit erwärmtem Plastilin zur GfK-Platte hin verschlossen worden.

    Bevor es losgeht noch ein paar Hinweise: Die nächsten Minuten sind eine fürchterliche Sauerei. Vor allem muss man sich genau über die Reihenfolge die einzelnen Schritte im Klaren sein. Hat man nämlich angefangen, bleibt keine Zeit mehr zum Überlegen, da der Gips sehr schnell hart wird. Das ist wie beim Fliegen, man sollte sich schon vor dem Start Gedanken über die Landung machen.

    Zur Vermeidung von Klumpen und Luftblasen lege ich ein Insektengitter auf die Form. Da die Gipsmenge so bemessen sein muss, dass die gesamte Oberfläche in einem Arbeitsgang bedeckt wird, lassen sich Klumpen beim Anrühren nicht immer vermeiden.

    Der Gips muss flüssig sein, muss „sumpfen“, deshalb immer zuerst das Wasser in den Rühreimer, dann den Gips dazugeben. Nicht ewig rühren, denn es soll Leute gegeben haben, denen der Gips schon beim Anrühren hart geworden ist.

    Ich verwende zwei Spachtel. Einen Großen zum Rühren und einen Pinzettspachtel, um in die Fugen zwischen Urmodell und Rahmen zu kommen.

    Zügig rein mit dem Zeug und dann das Fliegengitter entfernen. Da dies alles schnell gehen muss, konnte ich nicht jedes Detail fotografieren.

    Um kleine Luftblasen aus der Gipsmasse zu entfernen, braucht man „Good Vibrations“. Da fiel mir mein Schwingschleifer ein. Ohne Schleifpapier und richtig eingesetzt, bringt er die Gipsmasse schön zum Schwingen. So lange sie nicht hart ist, gibt sie ihre Luftblasen ab.

    Jetzt beginnt der schwierigste Teil: Das Hinterfüttern. Die Kunst liegt darin, den neuen Gips so anzurühren, dass er auf die gerade abbindende erste Schicht nicht zu früh, aber auch nicht zu spät drauf kommt. Mit etwas Augenmaß bekommt man das aber hin. Also Gips anrühren, das zugeschnittene Gewebe tränken und rein damit. Die Bilder dieses Arbeitsvorganges muss ich leider schuldig bleiben. Die Kamera hat unter meinen Gipspfoten sowieso schon genug gelitten. Nebenbei bemerkt: Latexhandschuhe ersparen mühsame Handreinigungsprozeduren!

    Hier das fertige Ergebnis von oben.

    Dank der transparenten GfK-Platte: Die Form von unten.

    Ich entforme ungefähr nach 10 bis 15 Minuten. Durch die Biegsamkeit der GfK-Platte ist dies ohne Probleme möglich. Bei einer Resopal-Platte als Untergrund sollte man länger warten.

    Hier das entformte Urmodell.

    Jetzt ab in die Temperkammer. Die Form bleibt bei 40°C so lange in der „Röhre“ bis der Gips weiß ist und beim Anklopfen einen hellen Klang hat.

    Noch ein Blick auf die Heizlampe. In Bayern wärmt man damit Leberkäse, im übrigen Land vermutlich Dönerreste.

    Der Gips ist knochentrocken und steinhart, die Form hat 40°C, das Harz und der Härter ebenfalls und nun kommt Hermann Postners Idee.

    Epoxid-Harz und Härter wie gewohnt anrühren und auf die jungfräuliche Oberfläche geben. Sofort verwandelt sich das zarte Alabasterweiß in eine graubraune, alt wirkende Farbe. Aber das ist ein gutes Zeichen, denn das Harz zieht tief in die Poren ein. Das lassen wir noch einige Zeit so geschehen und streichen mit dem Pinsel das Harz hin und her. Ich verwende Härter mit einer Topfzeit von 2 Stunden. Da kann man das Harz noch mit dem Heißluftfön nachwärmen, ohne das es gleich geliert.

    Nach ein paar Minuten mit Küchenpapier die Reste aus der Form wischen und dann ab mit der Form in die Temperkammer.

    Diesen Vorgang wiederholt man am nächsten Tag, und das Ergebnis sollte so ähnlich wie auf dem Bild aussehen.

    Hier habe ich bereits nachgearbeitet und mit Plastilin die Übergänge geformt.

    Die Halbform der Fahrwerksverkleidung ist dreiteilig. Darin wird der Prototyp laminiert und dann am Flugzeug angepasst. Erst danach entsteht die endgültige Negativform aus der ein luftfahrttechnisches Unternehmen die Bauteile herstellen wird.

    Der ganze Aufwand dient nur dem Zweck, dass wir mit 135 km/h statt „nur“ mit 130 km/h Reisegeschwindigkeit fliegen können. Aber was macht man nicht alles aus Freundschaft....
    Kommentare 3 Kommentare
    1. Avatar von Papa14
      Papa14 -
      Epoxid-Harz und Härter wie gewohnt anrühren und auf die jungfräuliche Oberfläche geben. Sofort verwandelt sich das zarte Alabasterweiß in eine graubraune, alt wirkende Farbe. Aber das ist ein gutes Zeichen, denn das Harz zieht tief in die Poren ein.
      ... doch das Gute liegt so nah ...

      Das "Veredeln" der Oberfläche kann man sich sparen, wenn man Alabastergips verwendet. Der hat eine fast porenfreie Oberfläche, in den kann man direkt hinein laminieren.

    1. Avatar von steinix
      steinix -
      alabastergips ist allerdings etwas weich, da brechen schnell die kanten aus.
      gut, aber teurer als der knauf-gips ist hartgips klasse III aus dem dentalbereich, oder aber für eine erste hochfeste schicht superhartgips klasse IV ("stone"-hartgips). mischverhältnisse sind hier aber zwingend genau zu beachten.
      rütteln kann man schon beim mischen. gibt weniger blasen. und langsam rühren, und eben nicht zu lange. zulange bedeutet "totrühren", der gips verliert seine mechanischen eigenschaften.
      in den großen mengen für formenbau macht vakuumanrühren keinen sinn...
      im übrigen härtet gips exotherm und mit einer abbindeexpansion! also wachs- bzw wachsanteilige modellate sollten möglichst vollständig mit der ersten lage einzeitig gefaßt sein, bevor der gips warm wird. danach wird er nämlich, vor allem in dickeren schichten, richtig heiß!
      versiegeln der gipsoberfläche der absolut trockenen(!) gipsform mit sehr dünnflüssigem epoxidharz wie o.a. ist durchaus das mittel der wahl, umd danach mehrfaches wachsen etc. wie üblich. wehe wenn nicht gut isoliert, sonst pappt der gips am laminat gar fürchterlich.
    1. Avatar von Peter schmalenbach
      Peter schmalenbach -
      hi Kollegen,war gut informativ .Überlege gerade eine Kabinenhaube tiefziehen.
      Mfg HiAmp Peter
  • RC-Network empfiehlt


  • Anzeige








  • News

    Engel Modellbau und Technik

    FrSky TARANIS X-Lite S und TARANIS X-Lite Pro vorbestellbar bei engelmt

    Seit heute ist die neue FrSky TARANIS X-Lite S und TARANIS X-Lite Pro Fernsteuerung bei uns im Shop vorbestellbar.

    Hier die Links in unseren

    Engel Modellbau und Technik 21.03.2019, 17:19 Gehe zum letzten Beitrag
    Stein Elektronik

    Turbinentelemetrie für Powerbox Core lieferbar, nur 149,00 EUR

    Hallo Powerbox User,

    ab sofort lieferbar - Turbinentelemetrie für die Powerbox Core und nahezu alle Turbinen für nur 149 EUR !!!

    Stein Elektronik 19.03.2019, 09:01 Gehe zum letzten Beitrag
    Verlag für Technik und Handwerk

    Gratis FMT Extra Segelflug

    Wir haben ein ganz besonderes Angebot für euch. Wenn ihr eines der unten aufgeführten Bücher über den Online-Shop oder unser Bestelltelefon 07221 5087-22

    Verlag für Technik und Handwerk 18.03.2019, 20:08 Gehe zum letzten Beitrag
    Zeller Modellbau

    GM Propeller & Spinner - NEU im Sortiment und ab sofort lieferbar!

    Ab sofort lieferbar sind die einzigartigen F5J Antriebskomponenten von Georgi Mirov!

    Die Produkte bestechen durch ihre hochwertige Verarbeitung

    Zeller Modellbau 18.03.2019, 17:01 Gehe zum letzten Beitrag
    Stein Elektronik

    IAS Telemetriesensor für Powerbox Core ab 49,00 EUR

    Hallo Core User,

    müssen Sensoren für die Core teuer sein ? Nein, wir werden zukünftig für diesen Sender Sensoren mit einem optimalen Preis/Leistungsverhältnis

    Stein Elektronik 14.03.2019, 19:16 Gehe zum letzten Beitrag
  • Forum - Neue Beiträge

    heikop

    Hangflugausflug Seiseralm

    Bis Compatsch Parkplatz darfs Du ja mit Gästeausweis, aber nur auf der Zufahrtsstraße, alles andere ist von 10Uhr bis 17Uhr tabu, es
    sein denn

    heikop 23.03.2019, 17:43 Gehe zum letzten Beitrag
    flymaik

    Roxxy Smart Drehzahlanzeige falsch

    und funktionierts jetzt ?

    flymaik 23.03.2019, 17:42 Gehe zum letzten Beitrag
    Paratwa

    Video

    Ich filme inzwischen alle meine Testflüge um bei der Betrachtung des Films die Flugleistungen des Modells besser einschätzen zu können. Das gelingt mir

    Paratwa 23.03.2019, 17:38 Gehe zum letzten Beitrag
    Gerd Giese

    Werkskalibrierung der Stromsensoren falsch bei einigen neuen YGE Reglern

    Hi,

    ich pinne das mal hier oben für 14 Tage fest... reicht, wenn nicht bitte mich kontaktieren.

    Gerd Giese 23.03.2019, 17:37 Gehe zum letzten Beitrag
    Detlef1

    Step Four 540 aktualisieren mit Arduinoboard und Estlcam

    Und schon alles aufgebaut?

    Detlef1 23.03.2019, 17:36 Gehe zum letzten Beitrag
  • Blog - Neue Einträge

    F3P Team Germany

    Die Würfel sind gefallen ...

    ... zumindest in der Klasse F3P. Gratulation an den nun vierfachen Weltmeister der Klasse F3P, Gernot Bruckmann.
    Der Weltmeister bei den Junioren, Maxime Schmitt, stammt aus dem benachbarten Elsass....

    F3P Team Germany 23.03.2019 05:50
    F3P Team Germany

    Tag 7: Finale F3P-A

    Bravo Markus Zolitsch! Er hat seine beiden Ziele erreicht. Nach der WM 2013 hat er es erneut ins Finale F3P-A geschafft und oben drauf auch ins Finale in der Kategorie F3P-AFM. Neben Freude heißt das...

    F3P Team Germany 22.03.2019 09:52
    F3P Team Germany

    F3P AFM - wer schafft es ins Finale?

    Der dritte und vierte Durchgang heute morgen werden es zeigen. Von den deutschen Teilnehmern hat Markus Zolitsch eine gute Chance ins Finale zu kommen. Es geht aber zum Teil sehr eng zu. An der...

    F3P Team Germany 21.03.2019 05:31
    F3P Team Germany

    Tag 5: WM F3P AFM ...

    Heute steht alles im Zeichen von „Aerobatics Freestyle to Music“ (Kunstflug zu Musik, auch AeroMusicals genannt).
    Nach dem Training heute morgen, folgen am Nachmittag die ersten beiden...

    F3P Team Germany 20.03.2019 08:32
    F3P Team Germany

    Die Finalisten stehen fest ...

    zumindest in der Klasse F3P-A. Die besten 12 kommen weiter:
    [URL="http://2019f3pwch.elao.gr/images/sampledata/documents/WCF3P2019_total_R14.pdf"]...

    F3P Team Germany 19.03.2019 21:26
    F3P Team Germany

    Zwischenstand nach 3. DG F3P-AP

    F3P Team Germany 19.03.2019 11:58