RSS-Feed anzeigen

Holger Lambertus

Flächenbau Solarflug

Bewertung: 3 Stimmen mit einer durchschnittlichen Bewertung von 5,00.
Aufbau Solarfläche (Für einen 12Zellen SOLARIFARI)
Dieses soll keine Anleitung im klassischem Sinne sein, sondern eine Darstellung wie erfolgreich schon viele Flächen entstanden sind


  • Kerne schneiden mit 180mm Tiefe.
  • Beim Schneiden Überlange 5cm/Seite (ges. ca. 90cm), da außen der Schneidedraht kälter als innen ist, anschließend Geradlinigkeit der Nase und Profildicke prüfen.
  • Wichtig ist das dabei die Unterschalen für das spätere Laminieren gerade sind.
  • Kerne auf geringes Übermaß beidseitig stutzen.
  • Die Kerne sehr vorsichtig schleifen, und Kabelschlitze einbringen/fräsen.
  • Einen Schlitz unten für den Aludraht ca 4-5cm Abstand Nase.
  • Einen Schlitz für das Servokabel nach belieben.
  • Kabel einbringen, außen mit Überlänge, abknicken, und mit Krepp sichern, das Servokabel am Servo in einem Schläuchen gegen verkleben sichern und im Kern versenken.

Code:
                    Gewichte und Widerstände verschiedener Drähte:
                    Kupferdraht 0,90mm   6,0g/m   26,50mOhm/m
                    Kupferdraht 1,06mm   8,5g/m   20,16mOhm/m
                    Kupferdraht 1,25mm  12,0g/m   14,50mOhm/m
                    Aludraht    1,00mm   2,0g/m   36,00mOhm/m
                    Aludraht    1,50mm   4,5g/m   16,00mOhm/m
                    Aludraht    2,00mm   8,0g/m    9,00mOhm/m

Name:  wing0.jpg
Hits: 442
Größe:  130,2 KB

Name:  wing1.jpg
Hits: 430
Größe:  41,9 KB


  • Nachdem wir das Solarpanel gelötet haben: Solarpanel mit 1,5cm Abstand zur Nase aufkleben.
  • Den Klebebereich vorher mit Krepp abkleben. Harz dünn auf den Kern rollen, Krepp entfernen.
  • Das Panel vorher auf Pappe oder Depron legen, und ganz vorsichtig auf die Fläche schieben.
  • Ausrichten, und mit etwas Krepp an den Verbindern sichern. Ein passendes Stück Trennfolie (Strechfolie oder Vakuumfolie) drauflegen das Ganze dann über Nacht in den Vakuumsack.

UNWICHTIG: Einige legen nun noch Mylar o.Ä auf das Solarpanel drauf, um den Unterdruck zu verteilen, damit keine Zelle bricht. Das Harz muss dann aber mit Beulenpest (Schaumtreibmittel) angerührt werden um Hohlräume unter den Zellen zu vermeiden, und es braucht massives Vakuum damit der Schaumtrieb nicht ausbeult. Die Fläche muss in diesem Fall sehr sicher gegen Profil-Verwölben gesichert werden.-Mit etwas Fingerspitzen-Gefühl und sauberes Arbeiten reicht auch nur Folie, uns ist noch keine Solarzelle im Unterdrucksack gebrochen.


Name:  wing2.jpg
Hits: 433
Größe:  47,3 KB
Im Zwischenschritt vor dem laminieren muss das äussere Kabel an den Randbögen an das Solarpanel gelötet werden, das Kabel sollte an keiner Stelle über den Verbinder Richtung Randbogen überstehen.

Nun kann es ans Laminieren gehen, zuerst Vor-Arbeit, die Zuschnitte:



  • 2x 50er Glas ca. 25x85cm (90°)
  • 1x 50er Glas (oder Kevlar) 3x85cm (90°)
  • 2x Abreissgewebe 25x85cm (90°)
  • 2x Vakuumfolie 35x100cm (reichlich Übermass) Der schmale Glasstreifen wird hauchdünn mit Sprühkleber besprüht und um die Nase gelegt. (die F3Kler können und kennen das sicher besser).



  • Für Harze bitte keine Additive benutzen, vom Schaumtreibmittel wird das Harz milchig, irgendwelche Transparentmacher und Antivergilber sind UV-Blocker, und Gift für den Solarflieger.
  • Keine CFK-Fasern nutzen, über die Harzrolle verteilen sich beim rollen feinste Fasern über die gesamte Fläche, und produzieren fleissig Kurzschlüssen.
  • 45° Zuschnitte brauchen wir zum Glück nicht, da die Fläche durch die Solarzellen ausreichend an verdrehsteifigkeit gewinnt, so das wir mit dem Gewebe also gegen Biegung arbeiten dürfen, darum 90° oder auch 0°. ( Auch 180° und 270° sind erlaubt )



  • Die Flächenoberseite mit den Solarzellen ordentlich mit Harz einrollen, nicht aufkratzen, aber auch nicht fluten. 1-2Minuten warten, und seitlich die Oberfläche gegen das Licht betrachten, nun wird jedes Staubkorn sichtbar. Diese mit der Schaumstoffrolle seitlich wegwischen(Harz mit der Rolle seitlich verstreichen, ohne das sich die Rolle dreht), und das Ganze solange wiederholen, bis kein Staubkorn mehr sichtbar ist.
  • Das 25x85cm Glas (das hoffentlich staubfrei ist) auflegen und anrollen, kurz warten (keine Hektik) dann sieht man wie sich das Harz aus dem Kern hoch saugt. Gut tränken, aber nicht fluten, auf keinen Falls das Harz mit der Rolle ausquetschen wollen. Dann kann die Lage Abreissgewebe drauf, nur trocken anrollen , nicht tränke. Zum Schluss kommt die Vakuumfolie drauf.
  • Die Flächen umdrehen und in die Oberschale, die beim schneiden über geblieben mit etwas Zewa reinlegen. Unterseite wie oben, Kern rollern, 50er Glas, rollern, Abreissgewebe und Folie.
  • Die Kanten der Folie an Nase und Endleiste mit Klebeband/Knete (bitte kein Acryl) abdichten. Von den beiden äusseren Enden je ein Unterdruckschlauch rein, und abdichten. Beim Absaugen in der Unterschale lagern, damit sich nichts verzieht Ballast (z.B. Zeitungen) drauf.


Durch die Abreissgewebe-Technik ergibt sich quasi automatisch die richtige Menge im Gewebe, was bei geringem Gewicht zusätzlich auch Baufehler ausschliesst. Ziel ist die raue Oberfläche, die toleranter gegen Fehlwinkel zu Sonne ist, und die Langsam-Flugeigenschaften verbessert. Nachteil ist die höhere Schmutzanfälligkeit der Oberfläche.

Alternative Fakten die gerne immer wider gepostet werden: bei Vollmond laminieren, Springharze, fies saugende Kerne u.s.w. zeugen lediglich von mangelnder Erfahrung. --Mit der Abreissgewebetechnik sind die bisher leichtesten Flächen bei guter Stabilität entstanden ! Nehmt eine Waage, macht Teststücke, und vergleicht ...


  • Nach dem trocknen kann das Abreissgewebe vorsichtig im 180° Winkel abgezogen werden.
  • Zuerst die Kabel an der Wurzel rauspulen, und grob mit Übermass alles rundherum abschneiden.


Name:  wing3.jpg
Hits: 469
Größe:  83,8 KB


  • Als erstes die Nase schleifen, die ist dann unser Bezugspunkt.
  • Den Rest erledigt die Fräse bzw der Dremel mit einem Fliesenaufsatz an einer Leiste gezogen.
  • Die Endleiste passend mit kleinem Fräser abfräsen, das Gewebe sollte ca 1-2mm über den Kern stehen.
  • Ruderscharnier von oben knapp hinter den Solarzellen einfräsen, ca 2,5mm breit.
  • Rechtwinklig die Randbögen knapp hinter den Solarzellen wegfräsen.
  • In der Mitte auf Spannweitengleichheit achten
  • ca. 1cm Abstand Mitte zu den Solarzellen reicht, hier gleich die V-Form beim Fräsen beachten.
  • Die Flächenhälften werden zusammengeklebt, in der Mitte kommt eine schmale Bandage aus Glas.


Die Quasi-Flugfertige Fläche wird zum Schluss einmal minimal mit feinstem Schleifpapier angeschliffen (nicht ins Glas, und nicht auf den Zellen), und einmal äusserst sparsam mit Harz eingerollt. Danach das Harz gleich mit Zewa wieder abwischen, dadurch bekommt die Flächen ihren schicken "Seidenglanz" und das graue Grobschlächtige vom Abreissgewebe verschwindet. Durch diese Massnahme kommen leider ca. 5-10g bei einem 12Zeller hinzu.

Der eckige Randbogen stand immer wieder zur Diskussion.
Randwirbel entstehen durch Überdruck auf der Flächenunterseite und Unterdruck auf der Flächenoberseite. Dadurch strömt die Luft von unten nach oben um den Randbogen, was den Wirbel entstehen lässt. Rundet man den Randbogen nun irgendwie schick ab, verschlimmert sich dieser Effekt. Ein kleines Winglett kann helfen, darf aber kein Schatten auf das Solar werfen. Eine Verjüngung der Fläche, um einen kürzeren Randbogen zu bekommen (z.B. Ellipse), ist wegen den quadratischen Solarzellen leider auch kontraproduktiv.
Also, Quadratisch-Praktisch-Gut > PASST ;-)



Viel Spaß beim Basteln

"Flächenbau Solarflug" bei Google speichern "Flächenbau Solarflug" bei del.icio.us speichern "Flächenbau Solarflug" bei Digg speichern

Stichworte: - Stichworte bearbeiten
Kategorien
Modellflug