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JAyThaRevo

F5B/F5D WM 2012 vom 17.-21.9. in Buzău, Rumänien (Teil 3)

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Hier der letzte Teil (Teil 1, Teil 2)

Tag 10, 20.9.:
Heute sollte es so weit sein, heute wird der Weltmeister in F5B und F5D gekürt. Die Favoriten befinden sich wie erwartet an der Spitze. Die Wetterbedingungen sind bereits in der Früh hervorragend. Leichter Wind und der Himmel ist kaum bedeckt. Ich werde zur Entspannung noch schnell fliegen gehen und dann schau ich mir in aller Ruhe an was heute passiert !

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Ein dampfendes Müsli im morgentlichen Sonnenschein, was will man mehr?

7. Durchgang:
Das Wetter ist gut, sogar in der Früh. Karl war in seinem Flug auf 48er Kurs als im letzten Steiger der Motor plötzlich nicht sauber abschaltete. Er rannte dann 10 Sekunden mit ein paar hundert Watt weiter und dadurch fehlte ihm später die Energie im Zeitflug. Dadurch musste er früher landen. Im Endeffekt waren es nur 43 Strecken da er zusätzlich das Motoreinflugsignal bekam. Es war wie verhext. Da passt das alte Sprichwort ziemlich gut: "Alles was kaputt gehen kann, geht kaputt und alles was nicht kaputt gehen kann, geht auch kaputt.". Im Log erkannte man wie der Impuls ein Mal auf 1074µs zurück geht und dann sofort wieder auf 1976µs, dadurch hatte sich der Regler wohl verschluckt.. Der einzige Schluss den man nun nur noch machen kann ist, dass es ein Bug in der Sendersoftware sein muss. Denn der Schalter wurde getauscht, der war also neu. Und da auch die Messanlage ein Motoreinflugsignal erkannt hatte konnte es nur mehr am Sender liegen. Anscheinend gibt es da Probleme wenn mit Mixern für Rampen gespielt wird.
Franz flog 46 Strecken und Rudi flog 45 Strecken.
In diesem Durchgang zauberte Thomas Wäckerlin 50 Strecken in den Himmel und sicherte sich dadurch den 1000er. Seine Chance auf das Treppchen lebte. Die Favoriten befanden sich weiter auf Siegeskurs. Wolf erlaubte sich wohl eine Unachtsamkeit und landete im 20er Kreis, ich glaube er wollte es noch ein Mal spannend machen. An der Spitze trennte die Top 3 nur wenige Punkte. Der letzte Durchgang entschied über alles oder nichts, so soll es auch sein oder?

Ich war heute, am Finaltag, vermehrt bei unseren Pylonfliegern.
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Die Technik und nicht die Größe macht es *hust*!

Es ging immerhin um den 3. Platz im Team. Die Österreicher hatten aber eine Geheimwaffe, Martin Berner . Er hat sich vor längerer Zeit im DLG- Bereich einen Namen gemacht. Soweit ich weiß hatte er sogar den Rekord für den höchsten Wurf inne, das war aber noch mit der alte Wurftechnik (1999). Dank ihm waren unsere Piloten in der Startrunde eine Sekunde schneller und das ist in F5D viel. Grund dafür ist wohl der kraftvolle Wurf und das rasche "greifen" des Propellers. Drei Runden vor Schluss fehlte den Österreichern ungefähr 50 Sekunden auf den 3. Platz auf welchem sich die Australier befanden.
Es gab 8 sogenannte Heats pro Durchgang. In jedem Heat fliegen 3 Piloten. Als F5B'ler ist man gewohnt mit schnelleren Fliegern unterwegs zu sein. Aber, das ist nichts im Vergleich zu den Pylons. Die fliegen mit so einer Geschwindigkeit um den 450m langen Kurs, dass man im Schnitt alle 6 Sekunden auf die Stoppuhr drücken muss. Da es für die Österreicher ums Treppchen ging machte es doppelt Spaß. Nach dem 14. und 15. Durchgang konnten die Österreicher weiter aufholen. Für den letzten Durchgang dieser WM standen 13 Sekunden zwischen dem vierten und dritten Platz.
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Der Japaner hatte seine eigene Werkstatt plus persönlichen Mechaniker mit.

Pünktlich nach der Pause stand ich wieder, bewaffnet mit einer Stopuhr, im Zelt der Österreicher. Jeder Flug der Österreicher habe ich gestoppt. Speziell der Flug von Kurt Planitzer war ein Wahnsinn. Sehr starke Startrunde und dann lauter Zeiten um die 5,5 Sekunden. Da fiebert man richtig mit. Am Ende standen 59 Sekunden auf der Uhr. Alleine in diesem Durchgang wurden bereits 4 Sekunden auf die Australier aufgeholt. Dann kam der nächste Lauf des Australiers. Er war der schwächste im Team. Seine Startrunde mit über 11 Sekunden war schon sehr langsam und es kamen schon leichte Hoffnungen auf. Es ist wie ein Krimi wenn um jede Sekunde gekämpft werden muss. Er konnte sich dann auch nicht wirklich verbessern und flog im Endeffekt 77 Sekunden plus Cut. Ein Cut bedeutet, dass er bevor er die Wendemarke passiert hat bereits gewendet hat. Das heißt, dass noch ein Mal 10% der geflogenen Zeit hinzu addiert wird. Im Endeffekt standen dann 85 Sekunden auf der Uhr. Rein rechnerisch waren die Österreich nun am dritten Platz. Aber sie blieben alle konzentriert, denn weitere Fehler konnten sie sich nicht erlauben sonst wären sie wieder zurück gefallen. Christian war als nächster an der Reihe und flog auch eine starke 60er Zeit und festigte somit den 3. Platz. Franz Kokol besiegelte im letzten Heat, der WM, dann das Ergebnis und der Jubel brach los !
Hat mir sehr gut gefallen wie nach jedem Lauf sich die Piloten gegenseitig motivierten und alle an einem Strang zogen. In meinen Augen verdienter 3. Platz. Bravo!
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Nach einem gelungenem Flug.
Weltmeister wurde Ondrej Hacker (CZE), auch im Team haben sie sich den Titel vor den Franzosen geholt.
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8. Durchgang:
Nun ging es in F5B um den Titel. Franz war mit Startnummer 27 relativ früh an der Reihe. Flog wieder sehr konstant 47 Strecken herunter. Als alter Thermikschleicher brachte er den Flug dann auch noch gut heim. Somit landete er auf dem 11. Platz. Gerade nicht das Wunschziel der Top 10. Die Pläne für die nächste WM stehen aber bereits und für die erste WM Teilnahme ist, das doch ein sehr gutes Ergebnis!

Die Bedingungen für die top Piloten waren gut. Zuerst flog Thomas Wäckerlin mit 48 Strecken, leider musste er früher landen, er wollte es anscheinend mit der Brechstange probieren. Dadurch verpulverte er zu viel Energie und kam somit ins Energielimit. Schade, damit sanken seine Chance auf das Treppchen zu kommen rapide. Dann flog Piermario mit 49 Strecken und brachte es auch gut nach Hause und belegte dadurch den 3. Platz. Auch Patrick Häusler flog 49 Strecken und konnte den Zeitflug auch ausfliegen. Wolf hatte meiner Meinung nach etwas schwierigere Bedingungen aber erreichte trotzdem 49 Strecken. Hier erkennt man zum Beispiel sehr gut wie hoch die Leistungsdichte ist. An der Spitze entscheidet zum größten Teil bereits das Wetter auf welchem Platz man landet. Nach dem Streckenflug schoss Wolf dann knapp unter die Stratosphäre wo er dann gemütlich die 10min absegeln konnte. Nach der Landung hört ich ihn dann zum ersten Mal schreien, nicht so wie die Schweizer, die hörte man durchaus öfters von einiger Entfernung ! Damit war die WM vorbei und der Sieger stand fest, Wolf Fickenscher ist der neue F5B Weltmeister 2012. Gratulation.
Dann ging alles sehr schnell. Es wurden einige Gruppenfotos gemacht und Emil bedankte sich bei allen. Kurz darauf fingen bereits alle an zusammen zu packen.
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Die rumänischen Helfer bauten alle Zelte ab und bis wir unsere Wohnmobile fertig eingeräumt hatten war die Wiese wieder so leer wie zuvor. Wir machten uns in Richtung Buzău auf um uns mit den F5D'lern zu treffen und ein wenig zu feiern. In dem Restaurant angekommen trafen wir auch die Schweizer und die Franzosen. Thomas Wäckerlin setzte sich sogar noch zu uns und wir ließen die WM Vorbereitungen Revue passieren. Ich höre bei solchen Geschichten immer recht gerne zu, da man durchaus viel lernen kann. Wenn man hört mit welchen Problemen die anderen Mitstreiter zu kämpfen haben sieht man auch leichter über seine eigenen Hinweg. Vor allem Karl sah die Welt danach wieder viel entspannter, so empfand ich es zumindest.
Um 12:00 wurde wir dann höfflich gebeten zu gehen, da das Restaurant zusperrte . Wir fuhren dann mit dem Taxi zu unserem Wohnmobil zurück und verbrachten die Nacht auf dem Parkplatz des Aquamax Hotels. Wie von der Wettervorhersage prophezeit fing es in der Nacht zu regnen an. Ein Grund warum wir bereits heute vom Flugplatz abgezogen sind. Da es nämlich die ganze Nacht regnete weiß ich nicht wie wir am nächsten Tag von diesem Feld gekommen wären. In einem der Löcher wäre man wohl sehr schnell verschwunden !



Tag 11, 21.9.:
Ich wurde von dem Prasseln des Regens auf dem Wohnmobildach geweckt. Es regnete fast den ganzen Tag und das Banquet und die Siegerehrung sollten erst am Abend stattfinden. Somit blieb uns nicht viel über als abzuwarten. Aber wir vertrieben uns die Zeit bei einem schön ausgedehnten Frühstück bei dem man am Ende fast wieder anfangen möchte etwas zu essen. Die Freudenthalers waren auch hier und es wurde wieder über Gott und die Welt diskutiert. Als gegen Mittag der Regen nachließ gingen wir auf eine kleine Besichtigungstour um Buzău etwas näher kennen zu lernen.
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Das Rathaus von Buzau.

Auf dem Rückweg blieben wir noch im Hotel Art, da dort unser Teammanager und das F5D Team ihr Quartier hatten. Es war ein sehr gepflegtes Hotel, und die Zimmern sahen aus wie Suiten mit bestimmt 25m².
Dort wurden alte F3K (DLG) Geschichten erzählt und ich muss echt sagen, es reizt mich immer mehr. Der Gedanke ans Thermikschnüffeln in Bodennähe und wirklich zu lernen wie man Thermik auskurbeln kann. Außerdem würde es mir auch in F5B weiterhelfen, nur sind diese Flieger nicht gerade billig. Was aber auch verständlich ist, da es Schalentiere in extremer Leichtbauweise sind.
Kurz vor 19:30 gingen wir dann in den 2. Stock wo die Festlichkeiten stattfinden sollten. Es war ein sehr schöner Raum, prunkvoll, mit ausreichend Platz.
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In Kiew 2008 war, das wohl nicht so ! Gegen 20:00 ging dann die Siegerehrung über die Bühne. Einzel- und Teammedaillien wurden von den jeweiligen Wettbewerbsleitern verliehen. Anschließend wurde sich noch ausgiebig bei den Helfern und Organisatoren für den doch recht reibungslosen Ablauf bedankt.
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Sieger in F5B
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Sieger in F5D
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Bis das Essen dann endlich kam war reichlich Zeit um sich mit den eigenen Leuten bzw. den Leuten der anderen Nationen zu unterhalten. Bei uns am Tisch sorgte Gerhard Niederhofer, seines Zeichens psychologischer Assistent, für Stimmung. Und jeder der ihn kennt weiß was ich meine .
Das Essen bestand aus einem reichlich gefüllten Vorspeisenteller und als Hauptspeise gab es Schweinekotelett mit Kartoffeln und dazu Krautsalat. Das einzige was ich daran auszusetzten hatte war die Uhrzeit. Die Hauptspeise kam erst nach 22:00. Zwischen den Gängen kam Patrick Häusler, Vizeweltmeister, an unseren Tisch und wir plauderten ein wenig übers DS- Fliegen (DS = Dynamic Soaring) und seinen Europarekord, damit unterhielt er den ganzen Tisch.
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Gegen 23:30 fingen wir an uns zu verabschieden und in Richtung Wohnwagen zu gehen, welcher am Parkplatz vor dem Hotel wartete. Der Plan war es um 05:00 die Heimreise anzutreten.
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Einer der streunenden Hunde vor unserem Camper. Bei den großen Augen schmelze ich dahin

Hier auch noch die Bilder der Endergebnisse. Ich muss diese extern verlinken, da man sonst nichts erkennen würde !
Deckblatt
F5B- Einzelwertung
F5B- Teamwertung
F5D- Team- und Einzelwertung



Tag 12, 22. September:
Um 04:30 Weckte mich Franz mit einem freundlichen: "Julian, aufstehen!", aber man kann dem 11. besten der Welt ja nicht böse sein . Da gestern im Erdgeschoss des Hotels eine Firmenfeier war und die Live- Musik so laut war, dass ich glaubte die spielen direkt neben mir, kostete mich das Aufstehen doch einiges an Überwindung. Aber im Nachhinein war es eine gute Entscheiden so früh loszufahren. Speziell in Rumänien wo es kaum Autobahnen gibt und man sich viel Zeit sparen kann wenn die Straßen noch nicht voll mit LKWs sind. Tatsächlich lief es so gut, dass wir bereits um 15:30 an der ungarischen Grenze waren. Dort wurde dann beschlossen durch zufahren um dann bei Franz noch ein Mal zu übernachten um in der Früh frisch und munter die letzte Heimreise anzutreten. Ich weiß auch nicht wie er es gemacht hat, aber Franz fuhr die gesamte Strecke in einem durch. Dazu waren 6 Redbull und viele Nickerchen des Beifahrers (ich) nötig . Nach 18,5h fahrt stiegen wir völlig übermüdet aber happy aus dem Wohnwagen.

Die letzten Impressionen:
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Franz bei der arbeit ! Später erhielt er den Spitznamen: "Duracell Franz"

Die fast 14 tägige Reise verging wie im Flug. Höchstens die Reise zog sich hier und da, aber alles halb so wild. Ich hab viel dazu gelernt und ein paar neue Bekanntschaften gemacht. Auch traf ich endlich mal einen der Holländer, Gerben ! Und wenn man sich für solch lange Zeit unter Gleichgesinnten befinden fängt man schon fast an zu glauben das wir alle normal sind !
Die Zeit mit Rudi, Franz und Karl hab ich auch sehr genossen, die kulinarischen Highlights machten dies aber auch leicht ! Dem Karl hätte ich ein wenig mehr Glück vergönnt, aber es hat halt nicht sein wollen und damit nicht alles umsonst war kann er sicher einiges daraus lernen. Franz fährt als 11. der WM auch mit neuem Selbstvertrauen heim und ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass Rudi vielleicht noch ein Mal die Surprise überarbeitet. Für die nächste Weltmeisterschaft, welche übrigens in Österreich (Turnau) sein wird, würde ich mir wünschen, dass die Wetterverhältnisse für alle etwas fairer (ähnlich) sind. Nun bin ich richtig motiviert und kann die nächste Saison kaum erwarten. Endlich bin ich im Modellsport dort angelangt wo ich immer hinwollte. Wenn man das vorher wüsste würde man sich viel ersparen !

Außerdem ein Danke an Franz und Karl, dass ihr mich mitgenommen habt!


Auch ein Dank an alle, die bis hier hin durchgehalten haben. Ich hoffe die Geschichte hat euch gefallen !
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Modellflug , Events

Kommentare

  1. Avatar von David_G
    sag mal .. bei Bild eins das Putzmittel war aber nicht Bestanteil des Mals ? oder
  2. Avatar von JAyThaRevo
    Nicht unmittelbar zumindest. Aber danach muss man ja aufräumen :P.