Hallo Jürgen,Zitat von 123otto
in der neuen Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft geht es um die Quantengravitation.
Hier das Editorial von
Carsten Könneker Chefredakteur Spektrum der Wissenschaft
zum Thema: Auf der Suche nach der Weltformel
Ich weiß zwar, das für dich solche Wissenschaftslektüre "Teufelszeug" ist, vielleicht riskierst Du doch mal einen Blick hinein.
Auch die nüchternsten Physiker sind mitunter begeisterungsfähig wie kleine Kinder.
Beim Betrachten der maxwellschen Gleichungen etwa geraten viele von ihnen ins
Schwärmen. Mit diesen Formeln hatte der Schotte James Clerk Maxwell Anfang der 1860er
Jahre das Kunststück vollbracht, zwei unterschiedliche Naturkräfte, Magnetismus und Elekt*
rizität, elegant in einer gemeinsamen Theorie zu beschreiben. Seither versuchen seine Nach*
folger, die verbliebenen vier Fundamentalkräfte – Elektromagnetismus, starke und schwache
Kernkraft sowie Gravitation – nach Maxwells Vorbild als Spielarten einer einheitlichen Kraft
zu erklären. Tatsächlich gelang es dem Amerikaner Sheldon Lee Glashow 1960, die elektro*
magnetische und die schwache Kernkraft zusammen zu fassen; das Standardmodell der Ele*
mentarteilchen, das in den 1970er Jahren Gestalt annahm, integriert zusätzlich die starke
Kernkraft.
Einzig die Gravitation, vor beinahe 100 Jahren von Albert Einstein in seiner allgemeinen
Relativitätstheorie als Geometrie der Raumzeit gedeutet, entzieht sich nach wie vor den Ver*
suchen der Forscher, mit den anderen drei Fundamentalkräften gemeinsam verstanden zu
werden. Bereits Einstein selbst scheiterte am Versuch, die »Weltformel« zu finden, und bis
heute beißen sich die Forscher die Zähne daran aus. Würden sie auf der Suche nach einer
schlüssigen, empirisch überprüfbaren Theorie der Quantengravitation fündig, wäre damit
die wohl größte Suchaktion in der Geschichte der theoretischen Physik zu einem glücklichen
Ende gebracht.
Immerhin gibt es bereits einige ernst zu nehmende Kandidaten für eine vereinheitlichte
Theorie, welche die allgemeine Relativitätstheorie mit der Quantentheorie verbindet. Sie tra*
gen Namen wie Quantengeometrodynamik, Schleifenquantentheorie, dynamische Triangu*
lation und asymptotische Sicherheit. Wirklich umfassend im Sinne eines alle vier Funda*
mentalkräfte vereinenden Modells ist zudem die Stringtheorie, die allerdings einige ma*
thematisch notwendige Überraschungen bereithält – etwa eine zehn- oder elfdimensionale
Raumzeit. Ob man derlei Konzepte je experimentell wird überprüfen können? Der Kölner
Physiker Claus Kiefer stellt die wichtigsten Ansätze auf dem Weg zu einer »Theorie von al*
lem« ab S. 34 vor und erörtert ihre jeweiligen Stärken und Schwächen.
Gruß Rolf




, vielleicht riskierst Du doch mal einen Blick hinein.
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