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Thema: Verarbeitung Glas- und Kohlefaser

  1. #1
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    Moin,

    die Überschrift sagt ja schon fast alles aus

    Wie verarbeitet ihr diese Materialien?
    Gemeint ist, ob ihr besondere Schutzvorkehrungen trefft, usw.

    Das Zeugs ist ja nicht gerade gesundheitsfördernd wenn es in die Lunge gerät. Was ja durchaus leicht passiert wenn mal mal einen Stab zersägt.

    Also Staubschutzmaske, Einmalhandschuhe ... oder doch etwas übertrieben?

    Danke für die Antworten.

    mfg Flo
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  2. #2
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    Hi flo,

    ich verarbeite Harze grundsätzlich mit Handschuhen. Mir sind dabei normale Haushaltshandschuhe lieber als Einweghandschuhe, da sie bei der Arbeit nicht kaputt gehen und man dadurch den Schutz verliert.
    Zum bequemeren Anziehen habe ich eine Dose Talkum oder auch Babypuder bereitstehen.

    Als Trick gegen die natürlich kurz nach dem bekleckern der Handschuhe beginnenden Nasejuckens habe ich einen sauberen Pinsel bereitliegen, mit dem man sich mal kratzen oder was aus dem Gesicht fegen kann.

    Einfache sägearbeiten mache ich ohne weiteren Schutz, größeres Flexen oder schleifen aber grundsätzlich mit Atemschutz und nach Möglichkeit eng am Staubort plazierter Absaugung.
    Als Atemschutz helfen die Papiermasken meiner Meinung nach nicht wirklich, eine Halbmaske ist meiner Meinung nach schon notwendig.

    Bei der Verarbeitung großer Harzmengen versuche ich auch mit kompletter Raumbelüftung zu arbeiten, um die Konzentration im Raum nicht zu weit ansteigen zu lassen. Einfach eine Styrodurscheibe mit einer Batterie 100mm-Lüfter in das Fenster gehängt und raus mit der Luft.

    Dei ganzen Schutznaßnahmen verwende ich weniger wegen eventueller späterer großer Krankheiten, dazu benutze ich das alles nicht oft genug, aber eine Allergie wäre halt das Ende für die Anwendung der Materialien, und daher arbeite ich lieber grundsätzlich mit Handschuhen.

    Ciao, Steffen
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  3. #3
    User Avatar von Zisch
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    Cool

    Wichtig ist auf jeden Fall eine gute Belüftung am Platz des Geschehens. Nach 10 oder 12 Stunden laminieren platzt dir sonst der Kopf...
    Ohne Handschuhe kommst du beim Pansche eh nicht drum herum. Ich nutze dafür die üblichen Labor-Latxhandschuhe im Hunderterpack
    Staubschutzmasken machen dann beim Schleifen hinterher schon Sinn, finde ich...
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  4. #4
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    Moin,

    danke schonmal für euere Antwort!
    Bei mir geht es im Moment hauptsächlich um fertig Stäbe und Rohre zu kürzen, verschleifen, verkleben ...

    Aber schreibt bitte weiter sind ja noch mehr Leute da die das Thema evtl. auch interresiert.

    mfg Flo
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  5. #5
    Moderator
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    Avatar von Claus Eckert
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    Hi Flo,

    vermute mal, dass Du CfK-Rohre und Stäbe mit der Diamantscheibe ablängen willst. Wenn das so ist, unbedingt eine Vorrichtung bauen, an der Du einen Staubsaugerschlauch befestigen und direkt davor schneiden kannst.
    Provisorisch und schnell: z.B. am langen Ende einer umgekehrt befestigten Schraubzwinge mit Klebeband die Saugdüse befestigen.
    CfK- und GfK-Schneidstaub verteilt sich unbarmherzig in der Gegend. So etwas mag unsere Lunge gar nicht.

    Ansonsten beim Laminieren großflächig absaugen und solltest Du Harz anwärmen, die Dämpfe bitte gezielt absaugen.

    Kommerzielle Hersteller der Kunststoffbranche haben nicht umsonst hohe Sicherheits- und Arbeitsschutzauflagen. Zumindest in Deutschland

    [ 01. Dezember 2004, 20:46: Beitrag editiert von: Claus Eckert ]
    Viele Grüße
    Claus
    "Der Rand des Universums wird früher entdeckt werden, als die Grenzen menschlicher Dummheit."
    keine-Bedrohnung.de
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  6. #6
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    Ich denke, Kohlefaserstaub täte auch unser RC-Equipment nicht mögen. Daher besser absaugen als Staubschutzmaske vor dem Mund.
    Uli
    Milkafreund

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  7. #7
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    Hallo Leute,
    wenn ich das hier lese kommen mir doch so meine Bedenken....

    Nachdem ich einige viele Jahre lang diverse 100 kg Epoxidharz gewerblich verarbeitet habe (Windkraftanlagen, Motorsport) war es dann eines Tages soweit: Allergie. Das wars, an weiteres arbeiten mit dem Teufelszeug (damals Scheufler L160) war nicht mehr zu denken. Die Haut an Händen und Unteramen fiel in grossen Fetzen ab, die Augen waren bei geschwollenem Gesicht kaum noch zu sehen etc. Der Juckreiz bringt einen zum Verzweifeln.
    Schon das Betreten der Laminierbude löste die allergische Reaktion aus.

    Nach mehreren Jahren Pause wagte ich mich wieder mit gehörigem Respekt an ein neues Projekt (Amateurflugzeug). Und siehe da, unter Einhaltung strengster Arbeitshygiene und ausschließlicher Verwendung des Harzsystemes Scheufler L285 (mit dem inzwischen fast alle deutschen Flugzeughersteller aus arbeitsphysiologischen Gründen arbeiten) funktioniert das ganz gut.
    Probeweises Verarbeiten von Bakelite L20 führte sofort wieder zu bekannter Allergie.
    Witzigerweise befasst sich kaum jemand mit der Gefährlichkeit der Epoxidharze bei der Verarbeitung. Selbst die zuständigen Berufsgenosssenschaften kehren das Problem unter den Tisch. Viele gewerbliche Verarbeiter ignorieren die Gefährdung ebenso. Ich weiss von Fällen bei einem bekannten deutschen Segelflugzeughersteller; bei Auftreten von Allergien wurden die Leute innerhalb kürzester Zeit entlassen unter Angabe von fadenscheinigen Begründungen. Problem gelöst. Es gibt immer noch Luftfahrttechnische Betriebe bei denen entsprechender Arbeitsschutz garnicht zur Verfügung gestellt wird; eine Aufklärung über das Gefährdungspotential findet bewusst nicht statt.
    Mir ist keine medizinische Untersuchung über Langzeitschäden bei der Verarbeitung von EP-Harzen bekannt.
    Aus meiner positiven Erfahrung kann ich folgendes dringend empfehlen:
    Vor dem Laminieren Hände sorgfältig waschen. Keinerlei Schleif / Trennarbeiten unmittelbar vor dem Laminieren durchführen, da Abrasiva als Verletzung die Haut schädigen und das Eindringen von chemischen Substanzen über die "Leiter" vereinfachen.
    Hautschutzcreme, besser noch "flüssigen Handschuh" verwenden. Gibts bei Würth (Apotheke) und Berner(preisgünstig).
    Dann Baumwollunterhandschuhe, entweder neu oder frisch gewaschen, auf keinen Fall mehrfach verwenden. Vorsicht beim Waschen gehen die bei Temperaturen über 30° auf Kindergrösse ein.
    Als eigentliche Schutzhandschuhe ausschließlich (!!!) Vinylhandschuhe verwenden. Durch Latex gehen die gefährlichen Härteranteile ungebremst durch, da kann man sich die Handschuhe auch schenken.
    Wird ein Handschuh beschädigt, sofort einen neuen verwenden. Handschuhe immer (!!!) nur einmal verwenden.

    Ein befreundeter Arzt und Hobbyflugzeugbauer hat diese Tatsache anhand eines dermatologischen Fachgutachtes an der Uni Würzburg bestätigt bekommen!
    Übrigens sind viele angebliche Harzallergien nicht vom EP-Harz bedingt, sondern vom Talkuum mit denen die Handschuhe benetzt sind.

    Nach dem Laminieren den Arbeitsplatz verlassen und erst nach Ablauf der Härtezeit wieder begehen.

    Wichtig ist auch, wie schon weiter oben erwähnt, die Belüftung am Arbeitsplatz. Härterdämpfe sind schwerer wie Luft, also unten Absaugen oder z.B. Gebläse neben die Formen stellen.

    Zum Schleifen und Trennen von Faserverbundwerkstoffen verwende ich auch wieder den flüssigen Handschuh und dann dicke Baumwollhandschuhe mit Noppenbeschichtung (im Ernst, sowas gibts um eine Griffhaftung zu erreichen). Ärmel mit Klettband dichtmachen,mit einem Schal am Hals "abdichten", Mundschutz tragen(3M Papiermaske mit Ausatemventil, genaue Bezeichnung müsste ich mal nachschauen).
    Wo es geht mit einem (für Feinstäube zugelassenen) Staubsauger direkt am Ort der Entstehung absaugen. Nach der grossen Schleiforgie den Körper vorsichtig im Freien mit Druckluft abblasen. Arbeitsbereich reinigen vom Schleifstaub.

    Unter Beachtung der beschriebenen Massnahmen bin ich inzwischen wieder ohne Probleme in der Lage sowohl beruflich wie auch im Modellbau EP-Harze zu verarbeiten.
    Gruß
    speedy
    Man soll sich nicht darüber wundern daß die Katze da die Löcher im Fell hat wo die Augen sind.
    (Prof. H.Lesch)
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  8. #8
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    Original erstellt von Claus Eckert:
    vermute mal, dass Du CfK-Rohre und Stäbe mit der Diamantscheibe ablängen willst
    Moin,

    naja nicht so direkt.
    Also bislang habe ich es so gemacht das ich meine Stäbe mit eine Bugsäge zertrennt habe,
    und die Enden dann im Waschbecken (der Werkstatt!) mit Nassschleifpapier sozusagen "unter Wassser" geschliffen habe,
    in der Hoffnung das der Staub durch das Wasser gebunden wird.

    Vorhin beim Anlenkung erstellen meiner neuen SU hat es über der Flamme (Öllicht zum schnelzen vom Schrumpfschlauch) angefangen zu brennen. Bin mir aber nicht sicher ob es der Stab, der Schrumpfschlauch oder Klebebandreste waren die gebrannt haben... Hat auf jeden nicht sehr gut gerochen und nun Lüftet mein Fenster und mein Ventilator da unten erstmal

    Danke weiterhin für die Antworten.

    mfg Flo
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  9. #9
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    High Speedi,
    besten Dank für diesen Superbeitrag. Manches war da echt dabei, das man auch bei kleinen Arbeiten noch zusätzlich beherzigen sollte.
    Wenn ich so lese, offene Flamme im Bastelraum, was da so alles an Reaktionsprodukten rauskommen kann. Schrumpfschlauch ist meist aus Polyolefin, aber auch PVC wie die Kabelisolierung darunter gibt es noch, dann brutzelt es, stinkt.
    Dabei kosten Heissluftpistolen gar nicht viel, und man kann sie zu so viel mehr brauchen.
    Uli
    Milkafreund

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  10. #10
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    Hallo zusammen,

    ich habe hier diesen sehr interessanten Beitrag gelesen. Mir stellt sich jetzt eine Frage, da meine Möglichkeiten von beheitzten Bastelräumen begrenzt sind. Bringt es was, die Hälften der Rumpfform nach dem Laminieren in Müllsäcke zu packen, diese zuzukleben, anschließend den Raum gut zu lüften, damit man danach den Raum normal weiter benutzen kann, ohne die Aushärtezeit abzuwarten, in der das Laminat ausgast.

    Was meint ihr dazu??

    Gruß Mathias
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  11. #11
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    Tach auch,

    Ausser dem EP gibt es noch anderes, was nicht ohne ist. Ich mache nicht viel mit Modellbau, eben das, was die Zeit zulaesst, trotzdem habe ich es geschafft, mir eine Allergie auf Sekundenkleber zu holen. Wenn ich nicht mit ganz geringen Mengen und guter Belueftung arbeite, bekomme ich nach ca 1 1/2 Stunden einen Hustenanafall fuer ca. 2 Stunden. Macht gar keinen Spass und ist ziemlich erschoepfend. Wenn immer moeglich, Sekundenkleber draussen. Der Schlimmste ist der ganz duennfluessige.
    Ulrich
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  12. #12
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    Hallo Waliser

    Die Dämpfe sind unangenehm, stimmt ... event. hilft Dir ja der reizstofffreie Sekundenkleber für Styro ... ist zwar nicht so dünnflüssig und klebt auch nicht ganz so gut aber er entwickelt keine Dämpfe ... gibts zb. bei Conrad ...

    Grüße Spunki
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