Hallo alle,
nachdem mir mein Backfire auf spektakulärer Art und Weise in der Luft zerplatzte (könnt ihr hier nachlesen), und Bernie_S ja schon Interesse an die Überreste angemeldet hatte, dacht ich mir, da kann ich auch noch was draus machen (sorry Bernie!). Also kurz nachgedacht, Teile nochmal inspiziert, und zu dem Schluss gekommen dass sich das Zeug doch mit einem älteren, ebenso geschrotteten Snipp Rumpf kombinieren liesse zu einem kleinem Speeder. Grundmaterial:
Benutzbare Teile waren vom Backfire die Aussenflächen, wo nur ein kleines Stück eines Querruders ablaminiert war, und das Leitwerk, sowie vom Snipp der Rumpf und der Antrieb.
Genial bei den Flächen war die Steckung; es war ja ein 3 teiliger Flügel und so waren perfekt passende Taschen in den Flächen die sich doch super für einen Verbinder eignen müssten, der gleichzeitig dann im Mittelteil dann für extra Verstärkung sorgen würde. Leider waren die Taschen aber verdreht... Aber - ein 8er Rundkohlestab passte trotzdem perfekt, also gleich Nägel mit Köpfen gemacht und mit Kohlemumpe einen Solchen in die Taschen geharzt, Flügel zusammen geführt und über nacht aushärten lassen. Dann am nächsten Tag ein Stück Kohlefaserschlauch der Länge nach aufgeschnitten, Fläche angeschliffen, drauflaminiert, dann noch 2 Lagen 40er (glaube ich) Glas drauf für's Finish und fertig. Dann mussten noch die Servos getauscht werden (denen traute ich nicht mehr nach dem Crash), neue Gestänge gelötet (dito) und fertig war der Flügel.
Dann wurde analog der Lösung am Backfire die Leitwerkssteckung am Snipp drangebaut. Also Kreuzleitwerk abgedremelt, ein Paar Stückchen Kohlerohr bzw. -Stange hinten reingeharzt mit Mumpe, alles mit 0 Grad EWD ausgerichtet und fertig. Dass das Leitwerk so natürlich viel grösser ist als nötig habe ich erstmal in kauf genommen, dann fliegt die Fuhre vielleicht etwas langsamer aber dafür eben stabiler. Absägen kann ich später immer noch...
Da ich bei so einem Flieger kein Seitenruder brauche die Anlenkung vereinfacht - zwei mini Kugelköpfe vom alten BF Leitwerk auf Draht gesteckt, mit Seku gesichert, und in die Ruderflächen eingeklebt. Dann ein Stückchen Draht in einen Kugelkopf eingeklebt, und schon funkt das ganze, aber Vorsicht - das geht nur bei kleinen Ausschlägen da die äusseren Kugelköpfe sich nicht linear bewegen. Spielfrei ist das aber allemal, und bei den erwarteten Geschwindigkeiten war das erstmal Prio.
Als nächstes war die Flächenverschraubung dran. Ich wollte unbedingt die bestehende Verschraubung im Rumpf weiterverwenden da es nicht einfach ist die Muttern grade und fluchtend neu einzuharzen. Also Antrieb rein in den Rumpf, ebenso RC und Akku, dann die Fläche verschieben bis der Schwerpunkt passt. Ich hatte mir ausgerechnet das ein Schwerpunkt bei ca. 45% der Tiefe passen könnte, also dann die Schraubpunkte ausgemessen, und rabiat durch die Fläche gebohrt. Passt!
Dann war der Antrieb dran. Ich hatte noch einen alten Mega 22/20/3E den ich schonmal neugewickelt hatte liegen, und dachte, den kann ich auch nochmal neu wickeln...
Gedacht, getan, 4 Windungen 1.06mm, YY, also 2 Wicklungen parallel. Sollte für 150A Peak gut sein, wenn nicht mehr... Keine Angst, die armen 3.5er Steckerchen waren nur für die Probeläufe drangelötet... Der Doppelzopf war diesmal nicht ganz so schön geglückt, vielleicht doch ein Pils zuviel beim wickeln... Aber naja, ist ja (fast) nur kosmetisch also nach ausgiebigem Kurzschlusstest alles zurück in den Kanister....
... und nach erfolgreichem Probelauf (2250kv) den Regler (120er YGE LV) drangelötet und fertig war der Antrieb. Dann Endmontage, und schnell noch auf's Flugfeld...
Erstflug spät abends um halb 10, endlich war der Wind weg! Zu meinem völligem Unglauben flog die Kiste einwandfrei, 2-3 Klicks auf "Drücken" trimmen und schon war alles i.O. Also gleich ein Paar mal umhergeheizt und vieeeeeeel Spass dabei gehabt. Leider habe ich nur einen 4s (mehr passt (noch!) nicht in den Rumpf also war nach dem ersten Flug Schluss für den Tag (wurde dann doch etwas dunkel).
Am nächsten Tag folgten dann weitere Flüge, und wie ihr seht macht die Kiste echt Spass.
Gruss,
Kai.



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