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Thema: Piri-Piri plus

  1. #1
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    Standard Piri-Piri plus

    Hallo zusammen,

    gestern hatte mein neuer Nurflügel Erstflug (Am Hang, nach mehreren mehr oder weniger missglückten Versuchen im Herbst letzten Jahres), hier ein erster Bericht:

    Geometrie:
    siehe angehängte Grafik, Abfluggewicht ca 2kg, Flächenbelastung ca. 40 g/dm^2.
    Profilierung. MH42, orthogonal verbaut mit Schränkungs-und Tiefensprung um bei allen Höhenruderstellungen eine optimale (leicht überelliptische) Auftriebsverteilung zu gewährleisten.
    Winglets ungeschränkt, Profil: SD7003

    Bauweise:
    0.4er Sperrholz auf Styrodur mit Kohleholm, gespachtelt, gefüllert, geschliffen, gefüllert, geschliffen...... am Ende mit Autolack lackiert.
    Der Flügel ist zweiteilig mit Steckung in der Mitte (würde ich so nicht nochmal bauen!).
    Ruder in Hohlkehlen, Alurohr im Ruder. Anlenkung der Querruder per RDS-Anlenkung von Graupner (Der Einbau ging erfreulich einfach und ist perfekt spielfrei)

    Flugerfahrung:
    Zunächst mehrere Versuche mit zum Teil ziemlich heftigen Einschlägen, da der tatsächliche Schwerpunkt ca 8mm vor dem berechneten liegen muss. Mit dieser Schwerpunktslage stallt der Flieger ansatzlos und schlägt ein. Mit dem weiter vorn liegenden Schwerpunkt sind die Flugeigenschaften O.K..

    Polare, Zirkulationsverteilung etc. kommt später...

    Gruß,
    Christoph
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  2. #2
    User Avatar von UweH
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    Zitat Zitat von christoph_g Beitrag anzeigen
    da der tatsächliche Schwerpunkt ca 8mm vor dem berechneten liegen muss. Mit dieser Schwerpunktslage stallt der Flieger ansatzlos und schlägt ein. Mit dem weiter vorn liegenden Schwerpunkt sind die Flugeigenschaften O.K..
    Hallo Christoph,

    womit hast Du den Schwerpunkt berechnet und hast Du das Modell vorher vermessen und den vermessenen Flieger simuliert?
    Welches Stabilitätsmaß?

    Ansonsten interessantes Projekt und interessante Bauweise die ich demnächst auch probieren will, Sperrholz und Kerne hab ich schon hier, aber noch keinen Platz auf dem Baubrett.
    Ich hoffe weniger Flächenbelastung zu haben als Dein Pfeil, bei 0,6er Sperrholz auf Pappelrippen mit Kohleholm ging bei mir die Flächenbelastung bei früheren Projekten bei knapp über 30 g/dm² los.
    Fliegst Du viel Blei oder viel Holm oder viel Spachtel durch die Gegend oder ist die Bauweise insgesamt einfach so schwer?

    Gruß,

    Uwe.
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  3. #3
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    Hallo Uwe,

    den Schwerpunkt habe ich mit einem selbstgestrickten Wirbelleiterverfahren berechnet (war ursprünglich mal eine Diplomarbeit und ist mit der Zeit um diverse Features erweitert worden.). Dier Profil-Momentenbeiwert fließt über die Form der Skelettlinie ein. Ich habe die Geometrie NACH dem Bau nachgemessen und dann nochmal gerechnet, hat aber nur einen Unterschied im Millimeterbereich ergeben.
    Auslegung-Stabilitätsmaß war 7% und den Neutralpunkt habe ich mit XFLR5 überprüft.
    Die Schwerpunktlage (7% nach meinem Verfahren) hat bisher bei eigentlich allen meinen Entwürfen sehr gut gepasst.
    Meine Theorie zum nicht-passenden Schwerpunkt ist, dass ich den Momentenbewert des Profils zu "negativ" eingesetzt habe, d.h. das Gleichgewichts-Ca ist höher als geplant (darauf deutet auch hin, dass die Ruder nach Vorverlegen des SPs alle im Strak stehen). Dadurch muss ich in original SP-Lage leicht nach unten trimmen (ca 1mm an der HK) was die Auftriebsverteilung außen zu sehr aufbläst und den Außenflügel zu sehr belastet. Aber wie gesagt nur eine Theorie. Aber es würde bedeuten, dass ich tatsächlich jetzt mit 15% Stabilitätsmaß (oder mehr) rumfliege.
    Im Moment sitze ich am Rechner und spiele die Möglichkeiten mal durch, eine erste Maßnahme wird sein, die Turbulatoren am Innenflügel wegzulassen. Damit sinkt innen das ca_max und das Profil bekommt durch seine Blase auf der Oberseite mehr Wölbung und der Momentenbeiwert wird negativer...

    Zur Bauweise:
    Die Bauweise ist an sich eher schwer aber ziemlich unzerstörbar (zumindest bei einteiligen Fliegern, die keine Flügelsteckungen haben, die kaputt gehen können). Dazu kommen noch ca 200 g Blei, aufgrund der geringen Pfeilung und das Zusatzgewicht durch die Ruderlagerung in Hohlkehlen mit Aluröhrchen etc..

    Gruß,
    Christoph
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  4. #4
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    Zitat Zitat von christoph_g Beitrag anzeigen
    Meine Theorie zum nicht-passenden Schwerpunkt ist, dass ich den Momentenbewert des Profils zu "negativ" eingesetzt habe, d.h. das Gleichgewichts-Ca ist höher als geplant (darauf deutet auch hin, dass die Ruder nach Vorverlegen des SPs alle im Strak stehen). Dadurch muss ich in original SP-Lage leicht nach unten trimmen (ca 1mm an der HK) was die Auftriebsverteilung außen zu sehr aufbläst und den Außenflügel zu sehr belastet. Aber wie gesagt nur eine Theorie. Aber es würde bedeuten, dass ich tatsächlich jetzt mit 15% Stabilitätsmaß (oder mehr) rumfliege.
    Heute nur kurz,
    auch wenn mir bei dem Thema niemand zuhort, aber:
    Ein rechnerisches Stabilitätsmaß von 15% ist bei einem Leistungsnurflügel durchaus in Ordnung. Die Rechenverfahren sind gar nicht genau genug. Bei so einem Pfeil würde ich auf gar keinen Fall unter 12 fliegen. Meine Vespertilio fliegt jetzt bei leicht über 15%. Die Flugleistung im Zeitflug ist sogar noch gestiegen. 7% kannst Du für ein Brett nehmen, aber nicht für einen Leistungspfeil.

    Aber das predige ich seit über zehn Jahren und keiner hört zu

    Viele Grüße

    Bernd
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  5. #5
    User Avatar von UweH
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    Zitat Zitat von christoph_g Beitrag anzeigen
    eine erste Maßnahme wird sein, die Turbulatoren am Innenflügel wegzulassen. Damit sinkt innen das ca_max und das Profil bekommt durch seine Blase auf der Oberseite mehr Wölbung und der Momentenbeiwert wird negativer...
    Hallo Christoph,

    danke für die Infos, Innen die oberen Turbos weg zu lassen hat bei mir schon bei mehreren Pfeilen eine Verbesserung des Abrißverhaltens gebracht, das zu probieen kann ich Dir auch unbedingt raten.

    @Bernd: sowohl mein Ares, als auch mein Marumba, als auch der X-mess von Manfred Weichert / Peter Wick fliegen mit 8 % Stabilitätsmaß einwandfrei, gerechnet nach Vermessung des fliegenden Modells mit dem FLZ_Vortex mit Profilmomenten aus dem X-Foil...und ich fliege auch Pfeile mit 15-35% Stabilitätsmaß. Auslegung und Stabilitätsmaß müssen halt zusammen passen und wenn die Ohren da außen dran nicht zu klein und eher auftriebsschwach sind ist es bei unterelliptischer Auslegung kein Problem mit kleinen Stabilitätsmaßen zu fliegen.

    Übrigens sind die CAD-Daten von meinem Attacus Rippen-F3J-Nurflügel beim Fräser, ich überlege einen Baubericht zu dem Modell hier in RCN zu machen, habe mich aber noch nicht entschieden. Attacus wird auch mit 15 % Stabilitätsmaß fliegen, aber der hat auch nicht so riesen senkrechte Auftriebsmonster außen dran

    Gruß,

    Uwe.

    P.S.: das mit der unterelliptischen Zirkulationsverteilung predige ich auch schon lange und wenn ich von einer "Leistungshorten" schreibe liegen die Leute daheim vor lachen unter dem Computertisch.....scheinbar unorthodoxe Auslegungen haben es so an sich nicht Ernst genommen zu werden, aber ich sehe bei meinen Entwürfen seit 3 Jahren eine kontinuierliche Verbesserung der Leistung und des Handlings, parrallel mit der Zuverlässigkeit der Simulationsprogramme und meinen dazu lernen bei der Auslegungsmethodik. Ich bin sicher Attacus und Dispar werden so manchem guten Leitwerker im Vergleich den Leistungsvorsprung streitig machen können.
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  6. #6
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    Zitat Zitat von UweH Beitrag anzeigen
    das mit der unterelliptischen Zirkulationsverteilung predige ich auch schon lange und wenn ich von einer "Leistungshorten" schreibe liegen die Leute daheim vor lachen unter dem Computertisch......
    Genau deshalb verbringe ich immer mehr meine Zeit damit zu fliegen, anstatt hier etwas zu schreiben Und die Bewertung, ob eine Konstruktionsänderung etwas gebracht hat übernimmt die Contest Euro Tour. So und jetzt gehe ich Akkus laden.

    Viele Grüße

    Bernd
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  7. #7
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    Zitat Zitat von Pfeiffer Beitrag anzeigen
    Heute nur kurz,
    auch wenn mir bei dem Thema niemand zuhort, aber:
    Ein rechnerisches Stabilitätsmaß von 15% ist bei einem Leistungsnurflügel durchaus in Ordnung. Die Rechenverfahren sind gar nicht genau genug. Bei so einem Pfeil würde ich auf gar keinen Fall unter 12 fliegen. Meine Vespertilio fliegt jetzt bei leicht über 15%. Die Flugleistung im Zeitflug ist sogar noch gestiegen. 7% kannst Du für ein Brett nehmen, aber nicht für einen Leistungspfeil.
    Hallo Bernd,
    bitte erklär mir mal, warum du bei deinen Pfeilflügeln gewollt solche großen Stabilitätsmaße fliegst (es scheint ja zu funktionieren....). Wie müssen denn Stabilitätsmaß und Entwurf zusammenpassen?
    Meine bisherigen Entwürfe (Pfeilungen zwischen 26 und 30°, ähnliche Seitenleitwerksvolumen wie Piripiri plus und annähernd elliptische Auftriebsverteilung) fliegen alle mit 7-8%.

    Gruß,
    Christoph
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  8. #8
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    Zitat Zitat von christoph_g Beitrag anzeigen
    Hallo Bernd,
    bitte erklär mir mal, warum du bei deinen Pfeilflügeln gewollt solche großen Stabilitätsmaße fliegst (es scheint ja zu funktionieren....). Wie müssen denn Stabilitätsmaß und Entwurf zusammenpassen?
    Meine bisherigen Entwürfe (Pfeilungen zwischen 26 und 30°, ähnliche Seitenleitwerksvolumen wie Piripiri plus und annähernd elliptische Auftriebsverteilung) fliegen alle mit 7-8%.

    Gruß,
    Christoph
    Hallo Christoph, da fallen mir drei Dinge ein. Rechne Deinen Flügel am besten mal mit mehreren Programmen. Dann wirst Du merken, dass der Schwerpunkt oftmals schon recht weit auseinander liegt. Als zweites wandert der Neutralpunkt im Flug sowieso ständig, der Rechenfall liegt in der Praxis gar nicht vor. Als drittes, die Leitwerkler fliegen legen ihre F3B Modelle (nach Quabeck) mit Stabilitätsmaßen zwischen 12% und 15% aus. Wenn wir hoch gestreckte und hoch gepfeilte Nurflügel bauen, warum sollten wir dann nicht mit den gleichen Stabilitätsmaßen auslegen? Aber der Hauptpunkt ist wohl der erste. Die Programme mit denen wir arbeiten sind einfach nicht genau genug, aber sie müssen es auch gar nicht genauer sein. Trotzdem würde ich einen Erstflug bei meinen Modellen nicht unter 12% Stabilitätsmaß machen. Dann kann man ja noch immer nach hinten gehen. Die Vespertilio fliegt mit 15% jedenfalls deutlich ruhiger und kann vorallem im Zeitflug bis an die Grenze geflogen werden. Aber vielleicht fliege ich ja mit 8% und weiß es aufgrund eines Rechenfehlers der Programme nur nicht
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  9. #9
    User Avatar von Chrima
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    Hi Bernd, hallo Christoph

    Ist der Hauptgrund nicht das die Zirkulationsverteilung extrem "überelliptisch" wird bei kleinem Stabimass ?

    Ich spiele ja nur mit dem Ranis-Programm, aber die Erfahrung die ich mit meinem kleinen (1.6m) Pfeil gemacht habe, stimmt diesbezüglich überein.
    Ging mit dem SP nach hinten, bis der Flieger beinahe rückwärts fliegen wollte, aber es kam nie irgendwo mehr Leistung raus.


    Grüsse
    Christian
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  10. #10
    User Avatar von UweH
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    Zitat Zitat von christoph_g Beitrag anzeigen
    Wie müssen denn Stabilitätsmaß und Entwurf zusammenpassen?
    Hallo,

    so wie Bernd das schreibt bekommt man den Eindruck dass Pfeildesigner irgendeinen lustigen Grundriss hernehmen, dem nach Gefühl eine Schränkung verpassen und mit einer grob ermittelten Schwerpunktlage den Berg runter werfen.
    Je nachdem was dann passiert stellt man den Schwerpunkt nach dem Flugverhalten des Modells ein, vermisst das Modell und sucht sich dann ein Programm das das gleiche Stabilitätsmaß auswirft wie es die Leitwerker gleicher Klasse fliegen.

    Sorry, aber das wird der Genauigkeit der heutigen Modellbau-Programme nicht gerecht.

    Ich selbst mache das so dass ich irgendeinen lustigen Grundriss hernehme, dem nach Gefühl....

    Stabilitätsmaß und Flügelmoment incl. Winglets bilden eine Abhängigkeit, die das Auslegungs-cA bestimmt!
    Um dieses Auslegungs-cA mit seinem aerodynamischen Neutralpunkt wird der gesamte Entwurf herum gebaut, auch das Stabilitätsmass und damit die Schwerpunktlage. Das errechnete Stabilitätsmass wird nur für diesen Flugzustand betrachtet und anschließend mit konstanter geometrischer Schwerpunktlage weiter gerechnet, denn die ändert sich als einziger Auslegungsparameter im Flug nicht.

    Mit XFLR5 oder dem FLZ_Vortex mit den X-Foil-Momenten lässt sich der Flügelmoment, der sich aus Profilmoment und Schränkungsmoment errechnet ziemlich genau bestimmen und damit auch der Auslegungs-cA.

    Das Stabilitätsmass für den Entwurf legt man schon früh nach Erfordernis fest und bastelt es nicht nachträglich in das gebaute Flugzeug rein.
    Bei meinen Horten ergibt es sich aus aus der Kurvenwilligkeit, die von Formfaktoren und der Zirkulationsverteilung abhängt, sonst brauche ich Winglets.
    Bei Wingletpfeilen lege ich persönlich das Stabilitätsmass nach gefordertem Handling und der Genauigkeit der Bauweise fest, denn je kleiner das Stabilitätsmass wird, umso empfindlicher reagiert die Zirkulationsverteilung auf Ungenauigkeiten beim Flügelmoment und bei den Ruderausschlägen....ähnlich wie beim Brett.

    Zu Chrimas Beispiel: bei einem geschränkten Flügel ändert sich die Zirkulationsverteilung mit dem Stabilitätsmaß sehr stark, im Gegensatz zu einem ungeschränkten Flügel. Schwerpunktvorlage macht ihn untereliptischer, Schwerpunktrücklage macht ihn überelliptischer.

    Nehmen wir einen Flügel, der bei 15 % Stabilitätsmaß in einem hinreichend genauen Programm eine annähernd elliptische Zirkulationsverteilung hat sowie das gewünschte Auslegungs-cA von z.B. 0,35 und legen den Schwerpunkt zurück. Damit ändert sich folgendes:
    - die Zirkulationsverteilung wird überelliptisch, es entsteht eine lokale cA-Erhöhung außen, ein "Auftriebsberg" am Wingletfuß der die dortigen Profile bei Flügel-cA-Erhöhung (Langsamflug) schon früh überlastet (Blasen am Fuß, Wanderer mit falschen Schuhen kennen das), das Abrißveralten verschärft sich, die Gutmütigkeit nimmt ab (wie bei Blasen am Fuß beim Wandern ).
    - durch die überelliptische Zirkulationsverteilung steigt der induzierte Widerstand, die Leistung nimmt ab.
    - der Flügel-cA (Auslegungs-cA) erhöht sich und liegt näher am cA max des Flügels, die Toleranz gegenüber Böen und zu großen Höhenruderausschlägen nimmt ab
    - die notwendigen Ruderausschläge für den Bereich zwischen senkrechtem Sturz und Abriss werden kleiner, die Anforderungen an spielfreie Anlenkungen und rückstellgenaue Servos steigen (wie beim Brett)

    Roß und Reiter müssen zusammen passen, Schwerpunktrücklage bringt nur Leistungsvorteile wenn der Flügel dafür ausgelegt und auch dafür gebaut wurde.
    Noch ein Beispiel zur Genauigkeit der Programme: bei meinem aktuellen Brettentwurf TB-Minirock ist das Auslegungs-cA im Ranis "Nurflügel" cA 0,55, im FLZ_Vortex mit den Profilmomenten aus dem X-Foil ist es cA 0,18....und dabei hat das Ding noch nicht mal Winglets
    Bei den letzten Entwürfen (Pfeile und Bretter) die ich mit dem FLZ_Vortex gerechnet habe hat sich gezeigt, dass es mit den X-Foil-Momenten sehr genaue Ergebnisse der wichtigsten Entwurfsparameter liefert. Das nachrechnen meines ARES im XFLR5 durch Florian Rösch erbrachte mit hinreichender Genauigkeit die selben Werte wie das FLZ Vortex.
    Ein solcher Unterschied disqualifiziert das Ranis "Nurflügel" für den Entwurf von Leistungsnurflügeln, aber FLZ_Vortex und XFLR5 lassen recht zuverlässige Prognosen der Flugeigenschaften zu wenn man sie richtig bedient.

    Gruß,

    Uwe.
    Geändert von UweH (12.05.2013 um 13:25 Uhr) Grund: mir ist da noch was eingefallen (sagte der Architekt neben dem Schutthaufen)
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  11. #11
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    Standard Der "cos beta Effekt" war's

    Hallo zusammen,

    ich glaube ich bin dem Rätsel des miserablen Überziehverhaltens gestern Abend ein Stück näher gekommen:
    Ausgelegt habe ich PiriPiriPlus mit meinem Vortex-Lattice Verfahren zunächst noch OHNE Pfeilungskorrektur, d.h. das lokale ca wird durch Integration der Einzelwirbel IN STRÖMUNGSRICHTUNG ermittelt.
    Dabei ergaben sich folgende ca und Zirkulationsverteilungen. Der Klappenwinkel wird dabei für jeden Anstellwinkel so lange iterativ verändert bis Momentengleichgewicht herrscht. ca: ca_hlit_nicht-ortho.pdf Zirkulation: cat_hlwit_st12.pdf

    Über Winter habe ich auch den Effekt der Pfeilung auf die Profileigenschaften ins Verfahren eingebaut und damit ändert sich das örtliche ca in ca/(cos(beta))^2 und man erhält folgende ca-Verteilung:ca_hlwit_ortho.pdf
    ca und cw im orthogonalen Flügelschnitt sind für die Profileigenschaften verantwortlich. Hier ergibt sich durch die deutlich höhere Pfeilung im Übergang zwischen Mittel- und Außenteil eine ca-Spitze bei x/(b/2)=0.5, die für die miserablen Überzieheigenschaften verantwortlich sein könnte.
    Ich vermute, wenn ich diese Spitze wegbekäme, könnte ich auch mit dem Schwerpunkt wieder weiter zurück....

    Gruß,
    Christoph
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  12. #12
    User Avatar von UweH
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    Hallo Christoph,

    ist die cA-Spitze am Flügel-Wingletübergang bei x/(b/2) ~ 0.85 ein nicht zu berechnender Buck oder ist die real? Ich frag nur weil die in der letzten Grafik um ein vielfaches größer ist als die Spitze bei x/(b/2)=0.5 die Du für den schlechten Abriss verantwortlich machst....oder verstehe ich da wieder mal irgendwas falsch?

    Ich hab mir übrigens heute mal kurz das MH 42 im Vergleich zwischen TAT und X-Foil bei RE 250 000 angeschaut. cm025 nach TAT -0,023, nach X-Foil ~ -0,038 ...das ist doch ein erheblicher Unterschied, der sich bei der Auslegung bei durchgehendem Profil unter Umständen in eine unerwartete Richtung auswirken kann.

    Gruß und guut n8,

    Uwe.
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  13. #13
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    Zitat Zitat von UweH Beitrag anzeigen
    cm025 nach TAT -0,023, nach X-Foil ~ -0,038
    Hallo Uwe,

    wenn das so wäre, dann wär's ziemlich dramatisch.. Was bedeutet übrigens TAT???

    Und der Auftriebsberg am Randbogen kommt vom Wingletübergang mit der hohen Pfeilung. Ich denke, hier kann man die Wirbelleiterverfahren nicht ganz ernst nehmen, denn dann hätte jeder Flügel mit zurückgesetzten Winglets ein massives Problem.

    Ich weiß ehrlich nicht genau, ob bei so stark dreidimensionalen Strömungen wie am Wingletfuß der cos beta Ansatz richtig ist, alle anderen Verfahren, die ich kenne rechnen nur in Strömungsrichtung...

    Gruß,
    Christoph
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  14. #14
    User Avatar von UweH
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    Zitat Zitat von christoph_g Beitrag anzeigen
    wenn das so wäre, dann wär's ziemlich dramatisch.. Was bedeutet übrigens TAT???
    Hallo Christoph, auch wenn das X-Foil nicht perfekt zur Realität paßt ist es erheblich näher dran als TAT und so eklatante Unterschiede im Profilmoment zwischen den beiden Berechnungsverfahren machen sich in der Realität sicher bemerkbar.
    TAT ist Thin Airfoil Theory, die Berechnung des Profilmoments erfolgt dabei über die Skelettlinie, einfach mal googeln, da gibts vor allem englischsprachige Ergebnisse im Netz

    Zitat Zitat von christoph_g Beitrag anzeigen
    Und der Auftriebsberg am Randbogen kommt vom Wingletübergang mit der hohen Pfeilung. Ich denke, hier kann man die Wirbelleiterverfahren nicht ganz ernst nehmen, denn dann hätte jeder Flügel mit zurückgesetzten Winglets ein massives Problem.
    Wie kommst Du darauf dass das nicht der Fall wäre ...schau mal in meine Signatur, Winglets SIND ein Problem

    Ich denke Dein Flügel leidet etwas darunter dass sowohl Außenflügel als auch Winglet mit sehr auftriebsstarken Profilen ausgestattet sind und es zu einer großen Blase am Wingletfuß durch Überlagerung von Winglet- und Außenflügelauftrieb kommt, die durch die unterelliptische Zirkulationsverteilung einer Schwerpunktvorlage in Verbindung mit dem von Dir gebauten Rückversatz des Winglets auf ein fliegbares Maß verkleinert wird.
    Wenn Du Löcher durch den Wingletfuß bohrst solltest Du das Stabilitätsmaß verkleinern können, aber ich finde Dein Flieger ist das ideale Testobjekt für das DSA-Rohr: http://www.rc-network.de/forum/showt...Sog-Ableitung)

    Nicht nur Hans Jürgen Unverferth ist sehr angetan von dessen leistungssteigernder Wirkung und bei Deinem Flieger könnte ich mir vorstellen dass es auch ein Stabilitätsmaßverkleinerer werden kann....falls das gewollt ist

    Gruß,

    Uwe.
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  15. #15
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    Zitat Zitat von UweH Beitrag anzeigen
    Hallo,

    so wie Bernd das schreibt bekommt man den Eindruck dass Pfeildesigner irgendeinen lustigen Grundriss hernehmen, dem nach Gefühl eine Schränkung verpassen und mit einer grob ermittelten Schwerpunktlage den Berg runter werfen.
    Je nachdem was dann passiert stellt man den Schwerpunkt nach dem Flugverhalten des Modells ein, vermisst das Modell und sucht sich dann ein Programm das das gleiche Stabilitätsmaß auswirft wie es die Leitwerker gleicher Klasse fliegen.

    Sorry, aber das wird der Genauigkeit der heutigen Modellbau-Programme nicht gerecht.
    Hallo Uwe,

    ich bin die letzten Wochen mehr mit Fliegen und bauen beschäftigt, deshalb schreibe ich erst jetzt. Du kennst ja die Diskussion "Unterschied zwischen Theorie und Praxis". Da kommt ja jeden Tag ein neues Aspekt dazu und alle Lösungsansätze, wie z.B. die Ortho Diskussion reichen bei weitem nicht aus um die Unterschiede zwischen Theorie und Praxis zu erklären.

    http://www.rc-network.de/forum/showt...15#post3134615

    Ich lege meine Flieger auch auf den letzten Prozent aus, aber man darf nicht glauben, dass die Programme genau sind. Alleine die Tatsache, dass zwei Modelle die aus der gleichen Form gebaut wurden, sich beim Fliegen merklich unterscheiden sagt doch schon viel aus. Und ja, ich entwerfe lustig einen Flieger, fliege ihn beim Erstflug genau mit dem erreichneten Schwerpunkt und stelle den Flieger dann neu ein. Und das ist so lustig, dass es mir Spaß macht deshalb mache ich es immer wieder.

    So dann rüste ich mal meine Flieger auf. In meinen Fingern juckt es.

    Viele Grüße

    Bernd
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