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Thema: Rümpfe abformen

  1. #31
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    Standard

    Zitat Zitat von Stephan Ludwig
    Ist das nun legal...
    Ja!

    ...oder grenzwertig ?
    Nein. Nochmal: Für den privaten Gebrauch darfst du alles kopieren, selbst wenn es durch Patente geschützt ist. Erst wenn du die Kopie des Rumpfes mit dem Ziel herstellst, ihn zu verkaufen, würde ein Schutzrecht greifen (gewerbliche Anwendbarkeit).

    Um ein Patent oder Gebrauchsmuster (sog. "kleines Patent") für eine Rumpfform zu beantragen, muss die Rumpfform bestimmte Eigenschaften aufweisen, die auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhen und die es in der Form bislang noch nicht gegeben hat (Neuheit).

    Bestimmte Formen kann man sich durch ein Geschmacksmuster schützen lassen. Ob das aber für einen IOM-Rumpf anwendbar ist, weiß ich auch nicht.

    Rechtsgrundlage ist das "Gesetz betreffend Urheberrechte an Mustern und Modellen" (Geschmacksmustergesetz oder Mustergesetz - GeschmMG). Geschützt sind äußere Farb- und Formgestaltungen (Designs) von Produkten. Schutzgegenstände können also nur Produkte mit ästhetischem Gehalt sein, z.B. Konsumartikel, Kleidung, wertvolles Geschirr oder anspruchsvolle Möbel. Geschützt sind die (äußeren) ästhetischen Merkmale, nicht die zugrunde liegenden Ideen oder Motive.

    Voraussetzung für einen Schutz sind Neuheit, Eigentümlichkeit und gewerbliche Verwertbarkeit. Neu ist ein Muster, wenn es bislang kein bekanntes identisches Muster gibt. Im Anmeldeverfahren beim DPMA genügt eine fotografische oder grafische Darstellung des Musters. Der Mustergestalter, in dessen Person das Musterrecht entsteht, erwirbt aus der Eintragung im das Musterregister ein ausschließliches Recht zur Nachbildung. Wenn andere eine Nachbildung in Verbreitungsabsicht herstellen oder eine solche verbreiten, kann dies vom Rechteinhaber untersagt werden.
    Aber diese Schutzrechte entstehen alle nicht von alleine (im Gegensatz zum Urheberrecht), sondern nur auf Antrag, Prüfung und nach Eintragung in die Patentrolle.

    Gruß Yeti
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  2. #32

    Standard

    Aber Stephan hat doch den Rumpf nicht selbst von einem bei sich bereits vorhandenen, legal gekauften/erworbenen Rumpf abgeformt, sondern von jemanden bezogen - egal für was auch immer. Ist das dann noch "Privater Gebrauch"?

    Naja, früher, als ich bei M anfing, noch als Schüler/Student, haben die in meinem damaligen Verein auch ganz gut rumgebaut und einiges davon war sicher in dieser strengen moralischen Hinsicht in Sache copyright und Vervielfältigung nicht einwandfrei, auch wenn keine kommerziellen Absichten damit einher gingen - es hat uns und damit letztlich dem Hobby und der Verbreitung dieser "Sportart" an sich aber das Leben leichter gemacht. Zweck heiligt die Mittel...
    Sonst wäre vermutlich vieles im Modellsegelsport gar nicht passiert.

    Ich hab nur inzwischen etwas moralische Skrupel, wenn man etwas abkopiert, von dem der Erzeuger durchaus einen Broterwerb hat und dem dadurch die Früchte seiner Arbeit entgehen.

    Gruß
    Thomas
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  3. #33
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    Standard

    Zitat Zitat von Hair Dryer
    ...

    Ich hab nur inzwischen etwas moralische Skrupel, wenn man etwas abkopiert, von dem der Erzeuger durchaus einen Broterwerb hat und dem dadurch die Früchte seiner Arbeit entgehen.

    Gruß
    Thomas
    Und da greift der Anstand und die Fragestellung ob du dem eigentlichen Erzeuger auf einem Event mit deinem Nachbau in die Arme laufen möchtest, was im Modellbau durchaus mal realistisch sein kann.

    Ein Bekannter hat auch mal einen Hersteller angeschrieben, mit der Frage, ob er eine ausgediente Form verkaufen würde oder aber ob er was gegen ein Abformen eines Modelles einzuwenden hätte. Antwort in diesem Einzelfall war, dass er keine Formen verkaufen würde, das Abformen aber schon weitläufig betrieben würde und er einen Flieger mit noch nicht ausgetrennten Klappen anbieten könne, damit das Abformen leichter fallen würde. Außerdem: "The only regred would be not mentioning the author!" Das ist eine wirklich coole Umgangsform, die aber nicht alle teilen. Der Hersteller hat aber auch eine Sonderposition. Kaum einer kommt an seine Qualität ran und er kann nicht hinter den Bestellungen her produzieren. Somit dürfte die Verwendung von Nachbauten im Wettbewerb kein Grund sein, mit ihm kein Bier trinken zu können . Vielleicht fragt er nach Erfahrungen im Bau aber eigentlich ist er da wie gesagt unangefochten .

    Bei anderen Erzeugern kann natürlich passieren, dass die dann dicke Luft verbreiten, was ein abendliches Zusammensitzen beim Bierchen ungemütlich gestalten kann . Ist halt die Frage, wie realistisch ein Zusammentreffen ist, wie der Erzeuger dazu steht, ... .
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  4. #34
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    Zitat Zitat von Hair Dryer
    Aber Stephan hat doch den Rumpf nicht selbst von einem bei sich bereits vorhandenen, legal gekauften/erworbenen Rumpf abgeformt, sondern von jemanden bezogen - egal für was auch immer. Ist das dann noch "Privater Gebrauch"?
    Ja. Wenn du dir für deinen privaten Gebrauch einen Rumpf abformst, mit dem Boot eine Saison segelst und das Boot anschließend verkaufst, kann man sicherlich nicht von "gewerblicher Anwendung" sprechen. Wo die Grenze zu ziehen ist, muss ggf. ein Gericht klären. Solange aber für den Rumpf keine Schutzrechte eingetragen sind, ist es ohnehin legal, Kopien auch gewerblich zu vertreiben. Dass automatisch mit dem Entwurf eines Rumpfes und dessen Herstellung/Vertrieb ein "Urheberrecht" besteht, ist ein Irrtum. Das Urheberrecht ist nämlich auf technische Produkte und Verfahren gar nicht anwendbar.

    Die Grenzen sind dann in der Tat lediglich durch "moralische Skrupel" gegeben oder -wie Eike schreibt- durch die Frage, ob man mit dem Entwickler des Rumpfes irgendwann noch mal ein Bierchen trinken möchte.

    Wenn man mal etwas langfristiger denkt, dann ist das letzte Argument von Thomas ausschlaggebend: Jemand, der selbst entwickelt, kann ein Produkt nur zu einem höheren Preis anbieten als jemand, der nur kopiert. Wenn aber eine ausreichende Anzahl von Kopien verkauft wird und entsprechend weniger Originale, dann wird es bald keine Neuentwicklungen mehr geben und somit auch keinen technischen Fortschritt. Die Eintragung eines Schutzrechtes (Gebrauchsmuster oder gar Patent) wäre sicherlich für die meisten kommerziellen Anbieter gar nicht bezahlbar. Und selbst wenn, dann würden die Kosten ja auf den Verkaufspreis umgelegt werden. Also sägt eigentlich jeder, der in erwähnenswerter Anzahl Kopien vertreibt, auf dem Ast, auf dem wir sitzen

    Gruß Yeti
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  5. #35

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    Naja, wenn man sieht daß für manche australische Boote eine wartezeit von bis zu 8 Monaten besteht, fragt man sich ob das kopieren nicht schon fast legitim ist...
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  6. #36
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    Lächeln

    Auf jeden Fall wäre es ein prima Möglichkeit, sich auch hierzulande unbeliebt zu machen. Denn der Wiederverkaufspreis für gebrauchte Boote dürfte doch erheblich abstürzen, wenn es einen weiteren Anbieter dieser Rümpfe geben würde, der auch kurzfristig liefern kann (vergleichbare Qualität vorausgesetzt).

    Gruß Yeti
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  7. #37
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    Standard Leute..

    ...es ist doch schon alles gesagt worden.

    1. Es ist völlig legal, wenn man im privaten Bereich kopiert. Und es ist nicht legal, wenn man es im professionellen Bereich tut. Dann greift nämlich UWG. Unabhängig von anderen Schutzrechten.
    Was man als Hobby oder daheim tut, ist privat. Auch im Verein oder unter Freunden ist es privat, wenn man keine Gewinnabsicht hat. Wenn man aber etwas an Fremde mit Gewinnabsicht verkauft, dann ist es nicht mehr privat.
    Wenn man etwas nicht mehr privat macht, dann hat man ein Gewerbe und das auch angemeldet, dann zahlt man Umsatzsteuern usw.

    2. Eine Form kann man nicht mit Patent oder GBM schützen, aber mit Geschmacksmuster. Das muss man anmelden.

    3. Ob man Skrupel hat, das ist einem selbst überlassen. Da wird zur Zeit mit grossem Aufwand von der Musik und Filmindustrie eine Werbekampagne gemacht, um bei Leuten den Eindruck entstehen zu lassen, dass Kopieren (von Filmen und Musik) illegal wäre. Das ist in D-land aber noch nicht verboten! Wiegesagt, natürlich nur im privaten Bereich.
    Jeder glaubt ja auch, dass er einen Fernsehfilm aufzeichnen darf auf Rekorder. Wenn das Urheberrecht auch im privaten gelten würde, dann dürfte man das garnicht!
    In einigen Staaten der USA ist das auch tatsächlich verboten. Wer dort einen Videorekorder besitzt, macht sich strafbar...
    Davon sind wir aber zum Glück noch weit weg.

    4. Bei den kleinen Stückzahlen in unserem Hobby-Bereich dürfte es sich nicht lohnen, Schutzrechte anzumelden und durchsetzen zu wollen.
    Gruss, Jörg GER 359
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  8. #38
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    Zitat Zitat von tolol
    1. Es ist völlig legal, wenn man im privaten Bereich kopiert. Und es ist nicht legal, wenn man es im professionellen Bereich tut. Dann greift nämlich UWG. Unabhängig von anderen Schutzrechten.
    Bist du dir da sicher? UWG §4, Abs. 9 Quelle

    Unlauter im Sinne von § 3 handelt insbesondere, wer

    9. Waren oder Dienstleistungen anbietet, die eine Nachahmung der Waren oder Dienstleistungen eines Mitbewerbers sind, wenn er

    a) eine vermeidbare Täuschung der Abnehmer über die betriebliche Herkunft herbeiführt,

    b) die Wertschätzung der nachgeahmten Ware oder Dienstleistung unangemessen ausnutzt oder beeinträchtigt oder

    c) die für die Nachahmung erforderlichen Kenntnisse oder Unterlagen unredlich erlangt hat;
    Also ist eine Nachahmung von Waren und Dienstleistugnen nach UWG nicht grundsätzlich unzulässig, sondern nur unter den oben genannten Voraussetzungen (wobei ich kein Jurist bin und nicht sagen kann, wann eine Nachahmung im Punkt b) "unangemessen" und im Punkt c) "unredlich" ist).

    Gruß Yeti
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  9. #39
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    doch, c) würde doch genau zutreffen, wenn eine Firma den Rumpf einer Konkurrenzfirma einfach abformt, und dann in Serie zum Verkauf anbietet.
    Gruss, Jörg GER 359
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  10. #40

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    Wie soll man das beweisen ?
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  11. #41
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    ich hoffe ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage tolol arbeitet in dem bereich. denke da kann man sich schon darauf verlassen was der sagt.

    gruss andreas
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  12. #42

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    Das zweifle ich ja auch nicht an. Die frage war: "Wie soll man das nachweisen können ? "
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  13. #43

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    Was man als Hobby oder daheim tut, ist privat. Auch im Verein oder unter Freunden ist es privat, wenn man keine Gewinnabsicht hat. Wenn man aber etwas an Fremde mit Gewinnabsicht verkauft, dann ist es nicht mehr privat.
    Also wenn ich mir z.B. eine von einem Kleinhersteller gewerbsmäßig hergestellte ITALIKO/OCKA/*was auch immer was nicht in meiner unmittelbaren Umgebung hergestellt/verkauft wird* kaufe und die bei mir im Hobbykeller abforme und dann 10 Abzüge zum Selberausbauen an gute Bekannte aus meinem "Verein" zum reinen Freundschafts-Selbstkostenpreis abgebe oder denen die Form kostenlos zur eigenen Nutzung leihe, oder natürlich nur zum Selbstkostenpreis unter der Hand denen ein Hobby-"Gebrauchtboot" - alles natürlich ohne "Gewinnabsicht" ;-) damit verpasse - dann ist das alles "legal"???

    Ne, auch wenn es "legal" nach irgendwelchen wie auch immer Paragraphen sein mag - das ist doch schlicht und einfach mies gegenüber dem, der das Design entwickelt hat und auch ggfs. selbst verkauft und damit Geld verdienen will - und wenn der am A der Welt wohnt und segelt. Und mehr muß ich dazu nicht wissen.

    Gruß
    Thomas
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  14. #44
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    Zitat Zitat von Le concombre masqué
    Das zweifle ich ja auch nicht an. Die frage war: "Wie soll man das nachweisen können ? "
    Anzeige erstatten, das abgekupferte Boot in die Original Produktionsform packen und gucken, was du zur Entlastung gegen halten kannst? Sicher kann man ein Urmodell faken aber wenn man den Aufwand eingeht, kann man auch gleich selbst entwickeln und braucht nicht abformen. Außerdem ist das dann vorsätzlicher Betrug oder wie auch immer, dann wirds richtig heiß.

    Ausgehend von einem z. B. australischen Boot kommt jetzt natürlich wieder die Wahrscheinlichkeitsfrage ins Spiel, dass es passieren wird.
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  15. #45
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    Selbst wenn man nacher den nachgemachten Rumpf in die Originalform reinlegt, wird das nicht passen, solange ich auf dem original Rumpf laminiere, denn somit wird die Kopie ja etwas größer.

    Zitat:...."das ist doch schlicht und einfach mies gegenüber dem, der das Design entwickelt hat und auch ggfs. selbst verkauft und damit Geld verdienen will - und wenn der am A der Welt wohnt und segelt. Und mehr muß ich dazu nicht wissen."

    Ich glaube, dass es den jenigen der kopiert recht wenig interessiert ob das mies ist oder nicht
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