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Thema: Sammlung Oldies but Goldies – alte Rennziegen und ihre Geschichte(n)

  1. #1
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    Standard Sammlung Oldies but Goldies – alte Rennziegen und ihre Geschichte(n)

    Hallo,

    vielleicht geht es anderen auch so, aber manch alte Rennziege übt auch heute noch einen Reiz aus. Sei es, weil es damals mal was Besonderes war, oder auch nur ein typischer Vertreter seiner Zeit, sei es weil gut gebaut/ausgestattet oder einfach nur schöne Linien, oder oder…. Es müssen auch nicht immer nur „Goldies“ sein, auch manch andere Kreation hat ihre Reize / Geschichte. Es gibt sicher unterschiedliche Aspekte, die bei Anblick eines „alten“ Bootes geweckt werden können. Manche Aspekte schlummern dabei aber nur in den Köpfen derer, die die Boote damals selbst gesegelt sind oder erlebt haben. Der Nachwelt fehlt oft die Historie. Aber vielleicht ist das „alte Geraffel“ auch für heutige Segler interessant?

    Mit diesem Thread möchte ich versuchen, alte Boote in Erinnerung zu bringen und auch das ein oder andere damit verbundene von früher der Nachwelt zu erhalten.

    Ab und an gab es hier in Network auch schon interessantes aus früheren Jahren zu lesen, oft aber versteckt in verschiedenen Threads. Sucht man im www, findet sich zu aktuellen Booten zwar je nach Klasse einiges, aber Treffer zu früheren Booten sind deutlich dünner bis nix mehr.

    Also ich stelle mir hier vor, das sich Eigner oder auch Zeitgenossen von alten Regattabooten einbringen, z.B. ihre Schätze vorstellen und sie ein bisschen beschreiben. Müssen nicht mal ihre eigenen Boote sein, manches kann auch so „nur“ beschrieben werden.

    Dabei muß / soll es nicht allein um ehemalige „Sieger“boote gehen. Ganz / oder auch weniger normale Regattaboote finde ich interessant. Also wie z.B. in Deutschland Flipper, Dänenflipper, Windys, Anjas, frühe Skalpelle, Unboote, und die anderen Kopien, die voluminösen und typischen Klug-/Stepanek-Brummer, Einzelbauten, etc. pp. Mich interessieren auch die früheren Boote aus Nachbarländern, seien es in den 80igern die verschiedenen Cedar-Typen und ihre Kopien oder z.T. recht ausgefallene Designs von der Insel wie eine 247, oder…

    Und es müssen keine an Jahresringen gemessen echte Oldies sein, die aufgrund ihres Alters quasi H-Kennzeichen tragen dürfen, sondern können auch „Youngtimer“ sein. Kaum zu glauben das hier z.B. eine Paradox mit Entstehungsjahr 1992 schon mit dazu gehören würde.

    Egal welche Klasse, ob nun 10R, M, frühere X oder 1-Meter Typen.
    Alles, was irgendwie mal auf der Regattabahn betrieben wurde bzw. dafür gedacht war.

    Bin gespannt, ob und was sich daraus ergibt.

    Gruß
    Thomas
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  2. #2
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    Standard M23

    OK, z.B. hier im Magazine im Archiv schlummert z.B. dieses Boot:

    Bericht über M23 - ein M-Boot aus den End-70igern



    Ich geb zu, es schlummert nicht nur da im Archiv, sondern auch schon seit Jahren trocken bei mir im Schrank...

    Gruß
    Thomas
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  3. #3
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    Standard

    Hallo Thomas,

    eine ausgezeichnete Idee von Dir!

    Habe auch schon mit erheblichem Aufwand Geschichten und Fotos von diesen 'Schätzchen' gesucht. Aber es ist mühsam.
    Darum hoffe ich jetzt auch auf viele interessante Beiträge!


    VG Frank
    Viele Grüße
    Frank
    RC-Segelfreunde Dümmer See
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  4. #4
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    Standard "RANDALE!"

    Vorstellung der „Randale!“

    Während die M23 sicher etwas ist, was zweifelsfrei der Nachwelt erhalten werden sollte, handelt es sich bei dem folgenden „Kasten“ sicher eher um ein recht individuelles Einzelstück von sehr begrenztem allgemeinen „Wert“.

    Durch einen Zufall und RC-Network hab ich hier mein erstes selbst zusammengebautes M-Boot wieder zurückbekommen. Das Ding ist jetzt genau 30 Jahre alt geworden. Ein sehr eigenwilliges Konstrukt, gebaut 1983-84. Und ganz sicher kein toller Entwurf, eher eine Gurke. Aber dennoch möchte ich das Ding und seine Geschichte hier vorstellen, ein paar Dinge reflektieren die deutsche M-Szene von Anfang der 80iger ein bisschen.

    Das Boot entstand in noch jugendlichen Jahren aus Negativformen meines damals extrem aktiven Clubhäuptlings Günter Voelz aus Berlin im Rahmen einer Jugendgruppen-Arbeit und ist dann ohne Plan etc. relativ frei ausgebaut worden. Günter hatte 1982 bei einer damaligen IMYRU-WM in Dünkirchen die Inspiration dazu anhand der beiden erfolgreichen Typen WM-Boot 10R Star und 2. Platz einer ähnlichen M-Version von Pierre Jahan bekommen.

    Hier findet sich der damalige Artikel aus der SchiffsModell, samt leider nur schwacher Fotos

    http://www.radiosailing.de/meister/w...enkirchen.html

    Damals war es bei ihm so, das jedes Jahr im Winter viel gebaut wurde und da ganze Formensets entstanden, die er anderen sehr großzügig dann auch auslieh. Damals war auch Selbstbau bei M-Booten noch verbreitet und solche Formen daher nicht nur im Berliner Club begehrt. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es da einen extra Kellerraum, in dem ein ganzer Haufen an Negativformen der Klassen M, 10R und X gelagert waren. Bei unserer damaligen Jugendgruppenaktion hatten wir glaube ich daraus fünf verschiedene Bootstypen ausgesucht (von den ca. 15 laminierten Rümpfen + Anhängen sind dann vier segelfertige Boote entstanden und zwei davon haben es ein paar Jahre in der Regattaszene ausgehalten). OK, das Boot hier ist sicher nicht jedermanns Geschmack oder kann als „schön“ bezeichnet werden. Aber als ich den Prototyp das erste Mal auf einem Clubabend sah, hatte es bei mir Klick gemacht – das Ding musste es sein, diese radikale Form versprach für mich Schnelligkeit und ich fand es todschick. OK, war technisch gesehen kein gutes Bauchgefühl gewesen, aber naja ,-)

    Vom 10R-Star gab es damals von Pierre Jahan einen in einer franz. Zeitschrift und später auch in der SchiffsModell veröffentlichen Linienriss und dieser 10R wurde etliche Male nachgebaut, auch hier hatte Günter z.B. eine Negativform erstellt. Sein damaliges Modell in schicker Lackierung gibt es auch noch (leider nicht in meinem Keller – dafür lungert da schon lange ein Schwesterschiff dieses Typs rum ,-) ). Für mich ist das als ein damals sehr gutes Schiff ab etwas Wind in Erinnerung geblieben, ein Genuss zu segeln, da sehr ausgeglichen und schnell und für mich auch vom Fahrbild her schön anzusehen. Bei Leichtwind klebte es dagegen aufgrund der recht großen Fläche und Form. Vom Jahan-M gab es dagegen keinen 1:1 Riss, aber auch hier gab es einige mehr oder weniger freie Nachbauten, auch in Frankreich. Es gab auch in Berlin noch einen besser „kopierten“ Nachbau eines anderen Clubkollegen, aber das war und blieb (leider) ein Einzelstück. 1986 hab ich noch einen franz. Nachbau in den Händen eines jungen franz. Skippers bei einer WM in Fleetwood gesehen, ich weiß noch das ich damals aufgrund meiner eigenen Erfahrungen zunächst grinste und dachte: „Na Kollege, das wird damit aber nichts“. Wie man sich irren kann, diese Kopie war sehr gut unterwegs, er kam immerhin mit Platz 10 noch in die Top10 damit. Der damals (für mich) noch recht unbekannte Skipper hat inzwischen auch einen bekannten Namen: Christoph Boisnault, FRA 13, ist ein paar Jahre später auch mal M-WM geworden.

    Meine hier vorliegende „Kopie“ war dagegen eher unerfolgreich und die ich glaub die anderen knapp Handvoll abgezogenen Rümpfe sind sehr schnell in Tonnen verschwunden. Während der 10R zumindest bei Wind exzellent lief, brachte es diese Kopie in damaliger Bauausführung außer zu einer eigenwilligen Optik (mit häßlicher Nase) eigentlich zu nichts, klebte bei Leichtwind vor sich hin und bei Frischwind tauchte sie zu schnell ab. Dazu gabs öfters zickige Steuerausfälle, die für einen Regattabetrieb auch nicht geeignet waren. Aus verschiedenen Gründen. U.a. waren die Baugewichte der Boote damals für diesen Entwurf zu hoch, was dazu führte, das das Boot eine ausgeprägte Gründelneigung bereits bei recht moderatem Wind zeigte, genau dann, wenn der Gleiterrumpf eigentlich flott abrauschen sollte. Dazu kam noch eine unschöne bockige Eigenschaft an der Kreuz, wenn der Wind z.B. in einer Böe zu stark war, trieb das Boot steuerlos geradeaus weg. Kein Fieren etc. brachte/bringt da was, es kann dann weder abfallen und schon gar nicht wenden (Wenden ist eh bei etwas zuviel Wind nicht mehr drin, trotz inzwischen größerem Ruder als früher und trotz eigentlich genug „Schwungmasse“ gegenüber heutigen Leichtbaukreationen) – wenn man Pech hat, krachte man dann u.U. bei einer Regatta einem anderen noch ins Boot oder trieb irgendwo ins Ufer… So ein früh abgerissenes Steuerverhalten, hier sicher durch die stark keilförmige, sich bei Lage vertrimmende Rumpfform in Verbindung mit einem sehr geringen Abstand von Kielflosse zu Ruder begünstigt (die Robbe Pirol war da recht ähnlich…), hab ich im Laufe der Zeit schon fast vergessen gehabt, auch wenn es auch heute bei modernen Booten durchaus bei Überlast zu teilweise Kontrollverlusten kommt und das in gewissem Umfang auch völlig normal ist. Nicht umsonst sind kleinere Wechselriggs heute bei Regatten ja gang und gäbe, aber damals war das bei mir/uns noch nicht so üblich.
    Mein aufgebautes Exemplar war wohl das einzige aus der kleinen „Serie“, was zumindest für mich und meine Anfänge im Zirkus relativ zufriedenstellende Impulse brachte und mich zu weiteren Aktivitäten / Booten animiert hat. Und daher hab ich auch meine ganz persönlich guten Erinnerungen daran, auch wenn es objektiv gesehen regattatechnisch eine Gurke ist ,-)

    Es war sogar schon mit einem Hauch „Leichtbau“ ausgestattet, wobei dieser Begriff angesichts heutiger Bauweisen hier schon fast ein Frevel ist ,-) Allein die dick und stabil laminierte Kieltasche dürfte soviel wiegen, wie heute ein kompletter Rumpf… Da sich die beiden zum ersten Mal selbst laminierten GFK-Rumpfhälften beim unerfahrenen Zusammensetzen der Negativform etwas in der Höhe gegeneinander verschoben hatten, hat das Unterwasserschiff auch einen Batzen Polyester-Spachtel drauf bekommen, um zumindest eine einigermaßen glatte Fläche noch zu bekommen. Ein Begriff wie „Symmetrie“ hat daher hier auch nichts zu suchen. Insgesamt ist das Boot sowieso recht krumm und schief – unter heutigen Gesichtspunkten wundert es mich, damals den Bau durchgezogen zu haben (so ein bisschen baupingelig war ich eigentlich schon immer, hier aber offenbar blind…) Aber im Gegensatz zu den anderen Exemplaren sparte ich ein paar g beim Deck durch das Foliendeck (was damals noch recht neu war, die anderen fuhren meist noch durchgehend Panzer-Glas-Laminat), hatte ein sehr einfach gehaltenes Rigg ohne viel poliertes Alugedöns (anfangs aber noch für einen damaligen Schüler recht teuren Alu-Keep-Rundmast und einem Dacron-Bahnensegelsatz von Bantock – den gabs damals schon….) und verzichtete (schlicht mangels Können) auf eine optisch auch nur annährend so schicke Hochglanz-2K-Metallic-Lackierung, die der Prototyp bei Günter damals bekam (was vielleicht auch zur optischen Verblendung geführt haben mag ,-) ). Entscheidender war aber das gewählte leichtere Bleigewicht (aus einer der vielen vorhandenen Gipshalbformen aus Günters Keller selbst gegossen…), welches bei nur ca. 2,8 kg liegt und das Boot damit insgesamt etwas weniger tief eintauchen ließ. Naja, bei immerhin knapp unter 6 kg Bootsgesamtgewicht alles relativ, allein die damalige RC-Ausrüstung mit Robbe SW10, 5-Zeller Nicd für Winde und 4-Zeller für Empfänger bracht in Summe über 6-700g auf die Waage…

    Wahrscheinlich wären die Segelergebnisse dennoch etwas besser ausgefallen, wären wir damals schon mit verschieden großen Riggs unterwegs gewesen, statt zumeist nur mit einem „Universal-2m-Rigg“, welches bereits ab 3 Bft dieses Boot in den Grenzbereich brachte… (- während ein Dänenflipper da erst richtig aufblühte ,-) ). Das kam aber alles erst etwas später. Ebenso wie Gedanken zu besseren Kielflossen / Ruderblättern und leistungsfähigeren Riggs…. Was da an Kiel / Ruder drunter hängt, naja, es ist zumindest stabil und hat sich über all die Jahre nicht groß verzogen. Wenn man z.B. heutige Technik daneben stellt, dann ist das schon mehr als rustikal, was aber damals durchaus noch „Stand der Dinge“ bei vielen war, da gab es eben auch noch viele der ovalen dicken KDH-Alumasten und einteilige Segel waren auch noch nicht ganz verschwunden ,-)

    Mein Boot verkaufte ich dann zunächst 1987 an einen reinen Freizeit-Spaßsegler und bekam es ein Jahr später zurück wg. Hobbyaufgabe. Dann ging es 1989 an einen älteren Herren über. Dabei hatte es in der Zwischenzeit ein anderes 12 mm-Baumarkt-Alurohr-Rigg mit Winfried Weiss-Segeln (Hamburg) aus heute nicht mehr erhältlichem dünnen Dacron / Mylar bekommen, mit denen es besser lief, als mit dem teureren „Edelmaterial“. Die Segel waren ausrangiert vom noch heute aktiven damaligen Clubkollegen Peter Rutetzki GER 10, sie hatten beim Großsegel noch kleine Haken für eine Jackstagbefestigung (was es bereits früher mal gab ,-) ), und sie passten mit ihrem recht schmalen, eigentlich in der Wirkung ungünstigen Topschnitt besser zum ranken Boot, als die vorherigen, schon damals nicht nur für einen Schüler sündhaft teuren Bantock-Hi-Tech-Segel.
    Über all die Jahre ist es dort nun offenbar recht gut behandelt worden (und auch eine neue Lackierung wurde spendiert), denn als ich es nun als „Erbstück“ von einem Bekannten seinerseits zurück gekauft habe, war nicht viel zu machen, um es wieder auf seinen Geburtsgewässer in Berlin zurück zu bringen. OK, ein bisschen (vorab sichtbare…) Alterung und (ebenfalls vorab erkennbarer) Verschleiss stellte sich dann bei bzw. nach den Ausfahrten heraus – aber zu meinem Glück und Leichtsinn / Sorglosigkeit alles an Land und nicht auf dem Wasser. Mastfaller und ausgefallene RC durch abgebrochene Akkukabel wäre im Frühjahr ohne Bergeboot und recht kühlen Temperaturen etwas ungünstig gewesen…

    Die folgenden Fotos zeigen aber ein bei für das Boot idealen Bedingungen sehr zufrieden und lammfromm segelndes Boot, welches mir bei den Ausfahrten vor Ostern auf dem heimischen Gewässer viel Spaß gemacht hat. Angesichts so mancher Technik und Ausführung die heute so üblich ist, erstaunlich, das sowas doch auch noch segelt – und das letztlich für sich gesehen nun auch nicht soooo schlecht, wie es vielleicht aus der Beschreibung des Ausbaus her klingen mag:

    Name:  g150-1.JPG
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    Name:  g150-5.jpg
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    Name:  g150-4.jpg
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    Im Detail sieht der Kasten so aus:

    Name:  g150-b03.JPG
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    Name:  g150-b02.jpg
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    Name:  g150-b01.JPG
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    Name:  P1070509red.jpg
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    Name:  P1070519red.jpg
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    Name:  P1070517red.jpg
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    Hier das einzige Bild bei dem ersten Regattaeinsatz, Sommer 1984 in Lübeck, noch mit dem teuren Bantock-Rigg:

    Name:  m-boote-luebeck-1984.JPG
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    Und hier zwei Bilder des "Originals" von Günter Voelz ich glaub 1983 (?) bei einer Regatta in Taching, leider nur in sw - die Farbe des Bootes muß man sich weinrot-anthrazit metallik vorstellen - sah zumindest super chick aus:

    Name:  m-knickspanter voelz-2.JPG
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    Name:  m-knickspanter voelz-1.JPG
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    Aktuell ist es jetzt bei mir in die Werkstatt gebracht und bekommt eine neue RC und damit auch ein paar g weniger in den breiten Bauch. Zuletzt war die zwar robuste aber in meinen Ohren einfach zu laute Graupner SW3 drin. Das Ding hab ich noch nie gemocht, egal wie robust es getriebeseitig auch ist ,-) - daher steht jetzt hier doch eine gewisse kleine Modernisierung an.

    Schönen Gruß
    Thomas
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  5. #5
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    Standard

    Name:  will haben.JPG
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    Na, sieht man da nicht förmlich das Verlangen in den jungen Augen?

    - von wegen „will das auch haben“

    Hier noch ein knappes Bild von der anderen Kopie aus Berlin, gebaut von Manuel Dotti G9

    Name:  dotti-knickspanter.JPG
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    – da war der Rumpf doch etwas formschöner mit einem spitzen Bug, also ohne diese platte abgeschnittene Nase und somit deutlich näher am Original, von dem ich leider nur noch dieses kleines unscharfe Bildchen aus einem Artikel heraus gefunden habe (welches sich auch im oben angegebenen Artikellink findet, wie ich gerade sehe):

    Name:  JAH-m-boot 1982.JPG
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    Wenn ich das von damals noch richtig in Erinnerung habe, auch gestützt durch die Informationen aus dem SchiffsModell-Artikel s.o. Link und später welchen aus französischen Zeitschriften, hatte Pierre übrigens bei dem Boot neben Ruder und Segelwinde noch Focktrimm und Achterstagverstellung sowie Großbaumniederholer ferngesteuert. 1982 war das... Und heute, wo die ganze Servotechnik und allgemein die ganzen RC-Gewichte sowas viel eher noch ermöglichen, heute wird bevorzugt nur mit zwei Funktionen gefahren, ja manchmal alles drüber hinaus fast schon verteufelt...


    OK, demnächst dann noch etwas zum angesprochenen 10R-STAR von P. Jahan

    Gruß
    Thomas
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  6. #6
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    Standard 10R STAR von Pierre Jahan (ca.1982)

    Da ich den 10R STAR von Pierre Jahan erwähnt habe, hier dazu ein paar weitere Infos.

    In der SchiffsModell 10/82 gab es diese Verkleinerung des Bauplans, die auch im oben gelinkten Artikel enthalten ist:

    Name:  plan 10R STAR.JPG
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    Bei der Naviga WM 1984 in/bei Wien segelte z.B. Rainer Klörres D 2 (damals gab es noch „D“ statt GER bei der Naviga / nauticus) so ein Boot:

    Name:  naviga wm84.jpg
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    (Bild war ein Poster in der SchiffsModell, im Bild noch ein Russe (Igor Nalevski?) und ein Chinese, in gelb vermutlich eine Lupart-Anja – über die damals berühmten Anjas wäre es schön, wenn hier auch mal jemand mit Kenntnissen was schreiben würde ,-) )

    Bericht zur damaligen WM (vom völlig fachfremden Flugmodell-Redakteur…):

    http://www.radiosailing.de/meister/w...n-in-wien.html



    Bild R. Klörres und sein Star


    In Berlin segelten neben Günter Voelz, Peter Rutzetzki und George Dotti auch noch weitere Segler mit solchen Exemplaren. Damals liefen die 10R nicht nur bei uns im Berliner Verein noch neben den Ms mit, wobei der Schwerpunkt doch bei den einfach etwas handlicheren Ms lag. Aber die 10R genossen einen gewissen Liebhaberstatus, und solange es mit preiswertem Selbstbau und überschaubaren Materialkosten noch ging, konnte „man“ auch beide Klassen betreiben….

    Name:  segeln spandau spektre-see.jpg
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    Trainingssegeln ca. 1985-86 herum in Berlin Spandau, 3x STAR und zwei M-Boote


    Name:  guenter voelz 10R gatow 1983.jpg
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    Bild Günter Voelz mit 10R Star in Berlin Gatow 1983
    (Wie erwähnt, auch dieses spezielle Modell ist noch existent, fristet aber auch ein Dasein in einem Berlin-Zehlendorfer-Keller.)


    Name:  10R star in gatow 1984.jpg
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    10R auf der Havel bei Gatow 1983


    Das Boot von George Dotti schlummert inzwischen bei mir im Keller…, das sah bei Ankauf über die Bucht noch so aus:

    Name:  86_1mod.jpg
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    Inzwischen fehlen die Zierstreifen – und damit einhergehend auch an etlichen Stellen der Klarlack …. und damit ist eine größere Renovierung angesagt.

    Wie man sieht, besteht durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit der von Günter Voelz abgeleiteten M-Version:

    Name:  P1070800.JPG
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    Das dieses Design mit seinem flachen Gleiterrumpf damals, erinnerlich (ich fing da ja erst in dem Bereich an reinzuschnuppern) für etwas Aufsehen sorgte, lag vielleicht auch an den damaligen Konkurrenzbooten, von denen anfangs viele noch etwas dick und behäbig wie diese hier aussahen, die dann aber so im Laufe Mitte der 80iger auch verschwanden und eine neue Generation von modernen, flacheren Designs Einzug hielten:

    Name:  alte 10R.JPG
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    (Bild war ein Poster in der SchiffsModell aus Anfang 1980iger)

    Name:  10R auf der Havel.JPG
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    (auch auf der Havel, ca. 1985, Bild war ein Poster in der SchiffsModell)

    Hier einer der schön in Holz gebauten Peukert 10R damals als Leihboot für Jochen Weiss bei der Naviga WM in Ungarn 1981:

    Name:  10R peukert - jochen weiss EM 19981 ungarn.jpg
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    (Bauweise vgl. mit der "M23" s.o.)

    Keine Sorge, „dick und behäbig“ ist von mir nicht abwertend gemeint, nur „schick und schnell“ sah damals und sieht auch heute in meinen Augen anders aus ,-)
    Aber diese bauchigen Pötte, haben durchaus auch ihren Charme. Gab mit der in diesem Design gestalteten TINA ich glaub Ende der 70iger herum auch mal einen Versuch einer Einheitsklasse. Das war aber vor meinem Einstieg – da hab ich nichts zu.
    Technisch interessant die damals offenbar verbreitete Groß- und Fockbaumlagerung mit in meinen Augen sehr großem Abstand zum Mast bzw. Vorliek Fock. Beim Fieren gab das extrem bauchige Segel. Auch die damals mit Topptakelung hoch und sehr spitz auslaufenden Segel bei diesen Bootstypen sind nach heutigen Gesichtspunkten eigenartig. Was sich da oben wohl noch so an Vortriebsströmung getan haben mag?

    Schönen Gruß
    Thomas
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  7. #7
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    Standard Modellsegler Pierre Jahan und seine Rajah, Dejah, Jedi

    Und da sich hier gerade so der Name Pierre Jahan als Designer „breit“ gemacht hat, noch ein paar wenige weitere Infos dazu.

    Ich hab P. Jahan erst 1986 in England erlebt/“kennen“ gelernt („Kennenlernen“ ist ja relativ, man hat ein paar Sätze getauscht, ist ab und zu auch in einer Gruppe gesegelt (immerhin!) und ansonsten eben beobachtet - das wars. Gibt zwar ein eigenes Bild, manchmal passt es auch ganz gut, trotz des nur eingeschränkten Blickwinkels, aber manchmal kriegt man so bei manchen auch einen falschen Eindruck vom „Menschen“…).

    Pierre ist mit dem etwas eigenwilligen M-Knickspanter „Jah“ 1982 in Dünkirchen zweiter geworden. Er scheint da aber schon länger dabei gewesen zu sein, denn 1978 hatte er eine erfolgreichen Rundspanter „Concombre Mk2“ gezeichnet:



    und davor bereits 1975 dieses Boot



    (Quelle http://classem.org)

    Und bei irgendeiner Naviga-WM oder EM in der Zeit meine ich seinen Namen auch ganz oben als Weltmeister gesehen zu haben.

    Hier, 1978 wars:

    http://www.radiosailing.de/meister/w...n-mailand.html

    Sein WM-Boot muß wohl das aus der Zeichnung oben sein, die Concombre Mk2:



    Und er war nicht auf etablierte Klassen fixiert, sondern auch kreativ unterwegs, hier eine Skizze eines 50 cm Bootes aus seiner Feder:

    Name:  open mini 50.jpg
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    1986 in Fleetwood wurde er dann WM mit seinem relativ breiten Rundspanter „Rajah“, der in gewisser Weise wieder in diese frühere Design-Richtung ging, der Knickspanter war wohl eine Ausnahme gewesen.

    Name:  wm pierre jahan.jpg
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    Name:  rajah-2.jpg
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    Name:  rajah-3.jpg
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    Hier im Bild mit Paul Lucas, der damals mit seiner Cedar Club zweiter wurde:

    Name:  jahan und lucas.jpg
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    Das Boot hatte auch ein paar ferngesteuerte „Spielereien“, interessant in meinen Augen war das recht weit hinten angeordnete Rigg, dessen Mast mittig auf dem Kiel steht. Bei uns war damals eher die Regel, das der Mast ein Tick vor der Kielflosse steht, alles andere wäre luvgierig. Nun denn… Es gibt auch eine ganze Menge amerikanischer M-Boote, bei denen die Riggs für diese Auffassung zu weit hinten stehen, die aber offenbar trotzdem laufen.

    Name:  rajah.jpg
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    Die „Rajah“ ist dann verkauft worden und tauchte 1987 bei der EM in Holland in den Händen von F. Ciardi, eines italienischen Top-Skippers auf. Bei den dortigen Leichtwindbedingungen war sie aber (wie einige andere ansonsten sehr erfolgreiche Boote) nicht so gut unterwegs. Was nicht wundert, wenn man sich die ich schätz über 4kg Blei an der Flosse und den breiten Rumpf mit viel Oberfläche im Wasser vor Augen führt.

    Name:  rajah ITA 1987.jpg
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    Nach der Rajah gab es eine „Dejah“, die etwas schmaler gestaltet war, optisch zunächst sehr ähnlich zu den Lucasschen Cedar-Club-Linien, aber schon im Detail anders. Es gab damals etliche auf den ersten Blick zumindest sehr ähnliche Rümpfe dort, die bei mir alle unter dem „Typ“ der Cedar-Linie abgespeichert sind, oder „Ära“ der Cedar. Ob es so richtig ist und tatsächlich die Cedar die prägende Linie dafür war, kann ich nicht sagen, über die französische Seite habe ich eigentlich nur wenig Kenntnisse und manches ist auch erst im Nachhinein dazu gekommen.

    Rumpf Dejah in rot vs. Cedar Club:

    Name:  dejah vs cedar club-1.JPG
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    Name:  dejah vs cedar club-2.JPG
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    Name:  dejah vs cedar club-3.JPG
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    Der Rumpf der Dejah wurde seinerzeit in Frankreich kommerziell von EOL / Paris angeboten – das Foto-Exemplar, welches ich mal geerbt habe, stammt jedenfalls daher. Internationale Erfolge oder überhaupt irgendwelche nennenswerte Ergebnisse sind mir jedoch nicht bekannt geworden. Das Exemplar bei mir ist schon damals nicht mehr up to date angefertigt gewesen, zwar sauber laminiert, aber in Glas-Laminat und in sich haltbar = schwer. Dazu Riggs mit den früher in FRA verbreiteten schönen Beschlägen und dem wohl auch verbreiteten Alu-Profilmast ähnlich dem bekannten aber dickeren KDH-Profil 19x12. Gibt’s glaube ich auch inzwischen nicht mehr. Blei mit deutlich über 4 kg und Gesamtgewicht irgendwas über 6...


    1989 ist Pierre dann in Italien-Orbetello Europameister geworden:

    Name:  jedi jahan 1989--2.jpg
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    Bericht zur Regatta:

    http://www.radiosailing.de/meister/e...orbetello.html

    Das dazu eingesetzte neue Boot „Jedi“ ebenfalls sehr schön in den Linien, aber anders als die bisherigen Designs von ihm. Es hatte erstmals (sehr gut gemachte!) Swing-Riggs und keinerlei ferngesteuerte Spielereien. Den Rumpf kann man wohl noch mit dem Attributen flach und „breit“ bezeichnen, aber das Breite war nur noch sehr moderat ausgeprägt. Gegenüber seinen früheren Booten in der Aufmachung sehr unauffällig. Es kamen da in den Flotten vermehrt die ersten schmaleren Boote auf (Breite so um 20 cm), die sich im Laufe der Folgejahre dann mehr und mehr durchsetzten – bis heute hinweg.

    Name:  jedi jahan 1989--1.jpg
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    Name:  regatta 1989 orbetello.jpg
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    Name:  jedi regatta 1989--2.jpg
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    Name:  jedi regatta 1989.jpg
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    Hier vor einem Start in Gespräch mit dem sich erfolglos verteidigenden EM von 1987 John Elmaleh (aus USA) Nr. 1 und Christian Lindholm FIN (mit einer kanadischen Logic), im Hintergrund der zuletzt dann zweitplazierte Phillipe Sol, zu Beginn des vorletzten Tages noch führend in der Liste gewesen:

    Name:  jahan-elmaleh-sol-lindholm.jpg
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    Nach 1989 hab ich nichts mehr über Pierre mitbekommen, auch Paul Lucas, der in den 80igern sehr aktiv am Segeln und Entwerfen war, zog sich Anfang der 90iger wohl aus der Szene zurück, sein letzter ? Entwurf „Margo“ wurde mit Skipper Christoph Boisnault 1991 WM, danach hab ich nichts mehr bemerkt.

    Sehr schade, von beiden gab es in meinen Augen sehr schöne Impulse und Material, einige der Lucas-Designs fanden sich z.B. in einer franz. Schiffsmodellbauzeitschrift (ähnlich wie F.K. Ries es hier in der SchiffsModell seinerzeit betrieben hat).

    Pierre hatte z.B. auch keine Scheu, 1:10 Bleistift-Skizzen seiner neuen Swing-Riggs zu verteilen, an alle, die ihn danach fragten (wie ich). Einfach so in die Hand gedrückt bekommen.

    Name:  a-rigg-pierre-jahans-jedi.jpg
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    (Ich hab dagegen auch mal ein absolutes Gegenteil kennengelernt. Das kam direkt angerannt und hätte wohl am liebsten ein schwarzes Tuch über sein Boot geworfen, damit es nicht von zwei damals jugendlichen Interessierten fotografiert wird. 1983 in Berlin bei einer normalen M-Regatta war das und hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen – der Jahre später auch noch in ähnlicher Art nochmal bestätigt wurde.)


    Hinweis:
    Übrigens, was ich hier so schreibe stammt aus meinem Gedächtnis und eben anhand früherer Fotos. Einiges davon auch aus damaligen Erzählungen.
    Will damit sagen, weder Gedächtnis noch Erzählungen erheben Anspruch auf völlige Richtigkeit.
    Also alles nach bestem Wissen und Gewissen, ohne Garantie und Gewähr.

    Gruß
    Thomas
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  8. #8
    User Avatar von Le concombre masqué
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    pierre jahan lebt in der nähe von Nizza und ist jetzt webdesigner,

    https://www.facebook.com/pierre.jahan

    http://www.jahandesign.com/

    ich hatte vor ein paar jahren mal kontakt mit ihm
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  9. #9
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    Moin Thomas,

    als relativ junger Zeitgenosse möchte ich einfach mal schönen Dank für die "Geschichtsstunde" hier sagen!
    Ich hoffe, da kommen von dir und auch anderen noch mehr interessante und spannende Infos dazu.

    Gruß aus Kiel
    Kristian
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  10. #10
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    Paul Lucas wohnt in Brest und geht dort seinem Beruf als Schiffsarchitekt nach. Leider hat er zu früh mit dem RC-Segeln aufgehört.

    Neben seinem erfolgreichen Design der Margo stammt aus seiner Feder auch der 10Rater Viry Easy, den er zur WM 1991 in Viry Chatillon (deshalb auch der Bootsname) designt und zur Weltmeisterschaft geführt hat. Danach hat er mit RC-Booten aufgehört. Ich konnte ihn ein paar Jahre später noch dazu veranlassen, mir noch einen Viry-Easy-Rumpf zu bauen. Allerdings sagte er nur zu, wenn ich 3 Rümpfe gleichzeitig nehmen würde, was ich gerne tat. Abholung in Brest, ca. 2x 1200km.....kein Problem, da mit einem Bretagne-Urlaub verbunden.

    Pierre Jahan fing 1973-74 mit dem RC-Segeln an. Zuerst fuhr er Konstruktionen von einem Mr. Grant (Amerikaner in Paris?), nicht lange danach entwarf er selber. Die ersten "Gehversuche" waren auf einem See im Bois de Boulogne. Zu dieser Zeit "trieb ich mich auch in Paris herum", hatte schon ca. 2 Jahre eine Windy, zusammen mit Patrick Gerodias und Alain Germond einige Segelerfahrung, und so führten wir den damals blutjungen Pierre in die Geheimnisse unseres Hobbys ein. Zum Dank fuhr er uns kurze Zeit später um die Ohren, denn er sog alles auf wie ein Schwamm, lernte schnell dazu und war irgendwie ein Naturtalent. Wenn ich richtig weiß (müsste in die Annalen eintauchen) gewann er 1979 die M-WM in Mailand (einer Veranstaltung, bei der unser lieber Hermann Etzel übrigens Weltmeister der 10R wurde!!!!).

    GER61hard
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  11. #11
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    Hallo Thomas,

    toll mit welchen vielen Unterlagen und deinen Erzählungen du die alten Rennziegen wieder lebendig werden lässt, danke dafür.
    Ich war damals auch dabei, aber nur bei den M-Booten.

    Du wirst dich erinnern an die UNBOOTE der Truppe aus Steinbach...

    http://www.radiosailing.de/technik/b...es-m-boot.html

    http://www.radiosailing.de/technik/b...insbootes.html

    Gruß Rolf
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  12. #12
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    Standard Danke

    @ Thomas
    Ganz große Klasse, dass Du Dir die Mühe machst und uns hier an Deinen Erinnerungen teilhaben lässt;
    damit werden die alten (besser die früheren) Zeiten wieder lebendig.
    Mach’ bitte weiter, vielleicht animierst Du ja noch den Einen oder Anderen, es Dir gleich zu tun.
    Grüße, Erich
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  13. #13
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    Habe nachgeschaut: die WM in Mailand war 1978 (nicht 79), aber es stimmt, dass Pierre Jahan die M-WM gewonnen hat. Um die Sammlung komplett zu machen, hat er die 10er-WM als Vize-Weltmeister hinter Hermann Etzel beendet.

    GER61hard
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  14. #14
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    Hallo,

    das mit der hier zeitlich befristeten Editiermöglichkeit ist ja schon blöd – da hab ich doch gestern glatt das in meinen Augen netteste Foto vom Pierre übersehen einzustellen und dann war der Beitrag zu…

    Also hier noch nachträglich, Pierre wie immer mit guter Laune und seine Rajah, die man hier auch gut in der Draufsicht sieht:

    Name:  rajah-0----1.jpg
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    Könnte auch noch zwei ähnliche Bilder von Graham Bantock bei dieser 86iger WM einstellen, eins zu Beginn, da schaut er noch recht hoffnungsvoll und eins gegen Ende, da sieht er doch etwas abgekämpft aus – die reinen Swinger hatten sich da u.a. als überraschendes Handicap bei hartem Fleetwood-Wetter herausgestellt…. Ggfs. später was für einen möglichen Beitrag zu Graham.

    Danke für die Vorgeschichtsergänzung zu Pierre, Gerhard. Die Erwähnung seines ersten WM-Titels stand schon im Beitrag zusammen mit Link zum entsprechenden Artikel auf der DSV-Seite.


    Ich scan seit einigen Wochen aus alten Zeitschriften die enthaltenen Modellsegelartikel zum "platzsparenderem" Aufbewahren, da kommt u.a. so manche Erinnerung hoch. Leider ist das Scannen der Hefte recht zeitintensiv, und nun hat sich noch der Karton mit den Fotos dazu gesellt…
    So denk ich noch das ein und andere hier im Laufe der Zeit einstellen zu können, auch wenn ich wohl etwas zu früh damit angefangen habe, statt erstmal noch mehr zu sammeln und zu sortieren. Zu J. Elmaleh, H. Lupart, R. Holly und P. Lucas wächst gerade ein bisschen was zusammen, Reihenfolge keine Rangfolge, eher so, wie es sich gerade aus dem sich anhäufenden Material ergibt…


    Ja, wäre schön, hier auch von anderen was zu finden.

    Gibt doch so einiges zu erzählen, z.B. über die Epoche der Anjas von Helmut Lupart, die Walicki-Eierschalen, die Engländer (Bantock, Dicks, Stollery,…) und Franzosen (Lucas, Sol, Lordat…), in Österreich gabs mit R. Holly einen fleissigen Designer und Bootsbauer, Italien… dann „Ostblock“, China, und Amerika – überall gab (und gibt) es Regattaboote.

    Wenn sich noch andere dafür interessieren und ein paar ein bisschen mitmachen, wäre evtl. die Einrichtung einer eigenen Rubrik "Oldies" überlegenswert, dann könnte man ggfs. da einzelne Thementhreads (z.B. eben zu einzelnen Designern oder Bootstypen) aufbauen, statt hier in einem eine Sammlung zu machen, die u.U. mal recht unübersichtlich werden könnte, wenn zeitlich später Ergänzungen zu dem ein und anderen Themenpunkt einfliessen würden.
    Aber mal sehen, ob, wie und was sich so entwickelt.




    Rolf, klar, ein bisschen ist vorhanden, vom Un-Boot mit dem Golfschläger-Kiel ,-):

    Name:  unboot-2-r-laube--4.jpg
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    Beides von Regatta/Regatten in 1994, ich glaub in Biblis bei der DM war das.

    Dein Kollege Günter Stasch hatte da auch eine sehr eigenwillige Konstruktion oben drauf gestellt, Walicki Mast völlig wantenlos und statt Achterstag ein festes Vor"stag":

    Name:  unboot2-g-stasch--1.jpg
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    Name:  unboot2-g-stasch--2.jpg
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    Das mit der Unboot-Geschichte muß ne klasse Gemeinschaftsaktion gewesen sein. Tolles Ergebnis. Die Un-Boote wurden ja dann auch eine gute Weile von Euch gesegelt, soweit beobachtet. Hab dennoch eigentlich keine Detailbilder, die Boote waren äußerlich ja in der damals dann hier sehr populären Designlinie der „Eierschalen“ aus dem Hause J. Walicki und daher hab ich kaum Fotos gemacht, weil für mich optisch „nichts Neues“. Was nicht ganz richtig ist, die Linien hatten schon ihre eigenen Züge. Aber wie gesagt, ist so wie heute ja auch, ein erfolgreiches „Original“ wurde/wird in verschiedenen Detailabwandlungen „nach“gebaut, alle sehen sich daher irgendwie "ähnlich" ,-).
    Damals eben die flache Skalpell 1, die es in „Alternativversion“ auch von Ivan Langer (seinerzeit Modellflugzeugentwickler bei Graupner gewesen) bei Walter Piel mit Namen "Advance" gab. Auch bot Heinz-Georg Sarnes mit seiner Sascha-Werft (Name aus Sa rnes in Scha rnebeck) eine eigene Rumpf-Version an (die erinnerlich etwas voluminöser war, schon mehr in Richtung der späteren Skalpell 2 ging).
    Mich haben diese Boote vom Stil her jedoch irgendwie nie richtig angesprochen, auch wenn sie damals bei uns ja schnell waren. Zumindest gegenüber dem, was vorher da war (z.B. u.a. stabile, schwere Dänenflipper...). Nach dem Einstieg mit meinem "Kasten" gab es bei mir den Schritt zu „Bone“-ähnlichen Versionen, also eher schmal gehaltenen Rundspantern, dem ich dann bis zuletzt mit einer gekauften Paradox ja treu geblieben bin. Trotz eines guten Leihbootausfluges zur WM 1986 mit der originalen HUNTER von M. Dotti, das ja auch ein eigenwilliges, schnelles Boot gewesen ist. Mich aber optisch auch nicht richtig fesselte. International eroberte diese recht spezielle "Walicki-Design-Linie" erinnerlich neben dem deutschsprachigen Raum aber auch nur den Osten etwas mit, im Westen waren dagegen recht konstant andere Formen angesagt – siehe z.B. Jahan / Lucas / Bantock usw.. Die späteren Skalpelle, ab Mitte 90iger entstanden (= Typ 3), hatte sich dann ja auch dem dortigen Trend zu schmalen Rümpfen hin etwas angepasst ,-)

    Mein einziges Detailbild eines Unbootes zeigt das Boot von H.G. Asselborn mit der besonderen Art der Wantenbefestigung im Rumpf:

    Name:  unboot asselborn um 1988 herum.jpg
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    Gruß
    Thomas
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  15. #15
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    Thomas erwähnt sie ab und zu in den vorherigen Beiträgen: Die Paradox, eine über 20 Jahre alte Konstruktion eines M-Bootes!

    Weshalb sie der Designer Graham Bantock so nannte ist mir unklar. Vielleicht, weil sie einen Knickspant-Hintern hatte, damals völlig out, runde Spanten waren angesagt. Heute ist das wieder modern und nennt sich shines?!?!!

    Peter Rutetzki hatte z.B. lange ein solches Boot und war sauschnell damit. Später wechselte er zu einem anderen "Fabrikat", brauchte aber längere Zeit, um wieder auf dasselbe Niveau zu kommen. Wenn wir uns heute treffen, schwärmen wir gemeinsam von diesen "guten, alten Zeiten" und sind einer Meinung, dass die Paradox immer noch ein konkurrenzfähiges Boot wäre. Er gibt mir dann das Kompliment zurück mit dem Hinweis auf die Margo, ein Design ebenfalls aus den 1990er-Jahren, die ab und zu auch noch heute ihre Klasse unter Beweis stellt (s. DM 2013 in Seeburg).

    Leider habe ich eine Paradox nie fahren dürfen, ich war damals auf die Lupart-Boote fixiert und wechselte dann zu der besagten Margo.

    Und als ob er meine Überzeugung bestätigen wollte..........Da gab es am 10. Aug. 2014 eine M-Regatta in Watermead/England, nachzulesen unter www.yachtsundyachting.com unter "classes" .......und wer gewinnt die?? Der amtierende Weltmeister, Brad Gibson! Und was fährt er (und seine Frau Victoria)?? Nein, nicht das WM-Boot, die grunge", sondern ....?.....eine P A R A D O X !!!

    Ist das nicht paradox ?

    GER61hard
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