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Thema: Sammlung Oldies but Goldies – alte Rennziegen und ihre Geschichte(n)

  1. #16
    Vereinsmitglied Avatar von Tommy.L
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    Daumen hoch Fotos!

    Hallo Gerhard,

    in Deinen Link hat sich ein kleiner Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen, richtig lautet er:

    http://www.yachtsandyachting.com/

    Vielen Dank für den Link, denn tolle Segel-Fotos von dieser augenscheinlich super Location gibt es dazu auch!

    https://www.flickr.com/photos/116405...7646366076705/

    Bis bald!
    Gruß

    Tommy
    GER 22
    RC-Segelfreunde Bremen
    www.rc-segelfreunde.de

    Yovoto 2 : IOM made in Bremen
    Yovoto 65 : ... now in Bremen ...
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  2. #17
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    Das oben geschriebene bring viele Erinnerungen.
    Bob Provoost hatte mir damals eine Dejah verkauft. Glas mit carbon Rovings als Langs und Querspanten.
    Das Boot ging gut bei viel Wind. Aber bei wenig Wind, vor allem vorwind, war es tot.
    Auch Tom Koornhof hatte ein, gleiche Probleme.
    Harry Drenth hatte mit dem Boot am WM in Berlin teilgenommen. Wenig Wind, also.....

    Ich wollte fuer die EM in Vilamoura, Portugal ein neues Boot von Bantock. Glaube ein No Secret. Graham Bantock sagte mir das er was neues entworfen hat als Sonderauftrag fuer ein Kunde. Das Boot war superschnell, was keiner erwartet hatte. Deshalb Paradox...

    Die Chines wahren schon am No Secret. Ein GB design inspiriert auf Netsuki, aus Japan.
    Danach auch am Wafer design zum selbtsbau.
    Die No Secret hatte auch Swingrigs. Im Anfang haben allen gelacht wegen die Kapriolen bei viel Wind. Spaeter haben die Swings natuerlich grosser Nachfolgung gefunden.
    Roger Stollery hat das Swingrig erfunden, aber Bantock hat der grosse Schub gegeben.

    Alles hieroben nach ehrliche Erinnerung, aber ich kann mir leicht irren.

    Wim Bakker
    Holland
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  3. #18
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    WOW...

    Ein Museum übers RC Segeln. Klasse. Macht richtig Laune sich hier durchzulesen.
    Gruß aus Karlsruhe

    Andy GER294
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  4. #19
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    [QUOTE=Tommy.L;3497608]Hallo Gerhard,

    in Deinen Link hat sich ein kleiner Flüchtigkeitsfehler eingeschlichen, richtig lautet er:

    http://www.yachtsandyachting.com/



    Danke Tommy.......Macht der Gewohnheit "AND" natürlich, nicht "und"

    GER61hard
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  5. #20
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    Hallo,

    die 1992 vorgestellte Paradox war – nicht nur in meinen Augen - ein echter Super-Entwurf von Graham Bantock. Freut mich und wundert mich nicht, dass sie sich auch heute noch gut schlägt, wenn die Parameter stimmen bzw. das ein und andere der heutigen Zeit angepasst wurde.

    Der Name Paradox war glaub ich von Graham so gewählt, weil die Konzeption und Segelleistung für damalige Verhältnisse und noch vielerorts vorhandene Ansichten eben etwas Paradox war: Das Boot war seinerzeit immerhin eins der schmalsten Boote (abgesehen von einigen Einzelkonstruktionen und eben den schon lange z.T. noch schmaleren US-Designs – die ja nach hiesigen Stimmen „nichts richtig taugen könnten“) – und es ging gerade auch bei viel Wind ab wie Schmidts Katze, ganz ohne die dafür eher angesehenen breite Gleiterformen ,-) (Was heute auf allen Regattabahnen unterwegs ist, hat mit dem Spruch „nur die Breiten gleiten“ ja auch nichts mehr gemein - zumindest was die Rümpfe angeht… ,-) )

    Schmalen Boote sagte man damals auch gerne eine gewisse Schwäche / Schwierigkeit beim Wenden nach, da so ein „schmaler“ Rumpf eben sehr längsstabil sei, gegenüber breiteren flacheren Rümpfen. Das stimmt bei einigen Exemplaren auch, die wir damals auch schon hatten, da gab es ab und zu Schwierigkeiten, das die wenn warum auch immer mal abgebremst nur schwerfälliger wieder in die Pötte kamen. Breitere Rümpfe schienen da unproblematischer zu laufen. Auch galt noch das Argument von „Formstabilität“, die ein schmaler Rumpf nun mal kaum hat. Dazu nun bei der neuen Paradox auch noch ein sehr dünner Kiel, wenn man vergleicht, mit was viele vorher als „normal“ / „state of art“ unterwegs waren. Diese neue Flosse, von Graham in Zusammenarbeit mit einem Profilspezi entwickelt worden, zeigte auch bei Nachrüstung an älteren Booten einen erkennbaren Frische-Effekt – so z.B. bei einer älteren Enigma von Lars Andren 1993 bei der EM in Fleetwood, die er dort erst vor der Regatta nachrüstete und die das vielen ja gut bekannte Boot dann schon recht merkbar verbesserte - und die alte Bantockflosse ruck zuck wirklich alt aussehen ließ (gleiches galt dann etwas später auch bei seinen IOM...).

    Der Knick war dagegen damals keinesfalls neu, den hatte Bantock zumindest schon seit 1985-6 bei seiner No Secret, woher er das hatte weiß ich nicht, vielleicht wie Wim es erzählt. Danach auch die Enigma und Hush Hush (oder umgekehrt, müsste ich nachschauen) in gleicher Art. Der Knick sollte ein flacheres und etwas breiteres Heck im Unterwasserbereich ergeben, trotz an und für sich schmaler Linien. Ein bisschen Längsführung war glaub ich auch noch mit im Spiel, aber in erster Linie war wohl die breitere U-Wassergestaltung der Konstruktionsaspekt dabei. Auch seine zweite IOM JAZZ und deren voluminösere Planschwester BIKINI hatten auch solche Hecks (seine erste IOM war ein gefällig anzusehender Knickspanter RYTHM, den es auch als Plan und Holzbausatz gab. Die JAZZ kam kurz darauf als Ableitung mit rundem Unterwasserschiff).

    Das sich so dünne Flossen vorher niemand als "richtig" vorgestellt hatte, sieht man auch an der Regelauslegung der IOM, die Ende der 80iger statt fand. Bei der Erstellung war man ganz einfach nicht auf die Idee gekommen, das man hier ggfs. im Sinne der Klassenauslegung auf "einfach" und "kostengünstig" die Dicke der Flosse limitiert hätte. Frühere IOM-Flossen mit der früher gewohnten und als richtig anerkannten Dicke konnten noch recht gut und preisgünstig aus Holz gebaut sein. Auch GFK-Bau war simpel. Keiner kam auf die Idee, das sich da mal was ändern würde - also auch keine entsprechende Regeldefinition. Heutige sehr dünne und recht teuer gewordene Kohlefaserflossen entsprechen nicht dem Grundgedanken, den IOM einmal hatte. Aber damals, als das u.a. mit der Bantockflosse und anderen bei IOM im Rahmen der ersten WM 1994aufkam, war der Zug dann schnell schon am Rollen und nicht mehr zu stoppen. Eine Regeländerung für eine Dickendefinition /-limitierung wurde jedenfalls (warum auch immer...) abgelehnt.

    Paradox bei dem Boot war aber für mich, wie der schlanke Rumpf mit seinen auch vorne schön fließenden, eleganten Linien (keinesfalls vorne „stämmig“ oder fast schon stumpf, so wie bei manchen heutigen IOM- / M -Booten) raumschots / vor dem Wind zwar ab und zu erwartungsgemäß die Nase eintauchte – sich das aber weit weniger schlimm dann ausuferte, sondern das Boot wie ein U-Boot halb getaucht einfach geradeaus weiter segelte – und das nicht mal langsam(er)…. Bei anderen Booten gab so ein Eintauchen meist den kompletten unkontrollierbaren Stecker. DAS war wirklich Paradox, das hatte zumindest ich so vorher nie gesehen gehabt (und mein eigenes Boot mit relativ ähnlichen Linien vorne machte das leider auch anders…)

    Ich selbst hatte zuletzt dann ja auch so eine Paradox gekauft, nach sechs langen Regattajahren mit einer von mir frei ausgebauten Holly-Bone-Rumpfschale, die für ihre Zeit nicht schlecht, aber auch kein Überflieger war und nicht erst am Ende auch technisch ziemlich ins Hintertreffen geraten war. Dennoch gelangen für mich einige gute Ergebnisse damit, aber keine konstant Top-Plätze in heimischen Gewässern. Mit der Paradox machte ich aber trotz der für mich noch ungewohnten Swing-Riggs einen echten und deutlich erkennbaren Sprung nach vorne. Hatte damals auch schon nur 3,2 kg Blei dran (von der Graupner-Rubin ,-), die 3,6 kg Serienblei empfand ich für mich als zu träge am Boot bei Leichtwind. Und die meisten anderen, die sich das Boot ebenfalls aufgrund der sichtbaren Steigerungen der ersten hier auftauchenden Exemplare dann kauften, machten die gleichen Erfahrungen. Das Ding lief einfach klasse! Und fast ohne Zicken! Kinderleicht sozusagen. Und so gab es damals, so 1993-1996 herum eine ganze Schwemme hin zu dem Design, teilweise auch von bisherigen Skalpel-2-Skippern. Die damals auch auftauchende neue, gegenüber der vorherigen bulligen No. 2 deutlich schmaler auftauchende Skalpel 3 machte dagegen in den ersten Jahren nicht ganz so die Erfolge, wie „man“ sie vorher gewöhnt war, das Boot durchlief erinnerlich auch einige Detailänderungen (z.B. die Riggpositionen veränderten sich). Erst einige Jahre später kam es wieder zu einem Schwapp zurück zu dem dann recht gut ausentwickelten Skalpel 3, auch weil das Nachfolgerboot von Bantock offenbar mit ein paar Schwächen kämpfte (eben der schmalen Booten nachgesagten Schwierigkeit beim Wenden und wieder in Schwung kommen) und damit nicht ganz den reibungslosen Umstieg schaffte. Eine gewisse Zeit lang war die Skalpel 3 dann hier wieder das „Maß der Dinge“. Danach kam dann wohl die Starkers, die wieder etwas Leben in die deutsche „Einheitsklasse“ brachte….


    „Museum“:
    Naja, es zeigt vielleicht, nicht alles was heute in ist, ist auch wirklich „neu“….

    Ich kann mich an eine damals für unsere Augen sehr eigenwillige „U-Boot“-Rumpfkonstruktion eines mir nicht weiter bekannten norddeutschen Seglers erinnern, welches sehr gut in die heutige Zeit gepasst hätte, bzw. später mit der Margo mir wieder in den Kopf kam. Damals krankte es an den üblichen Baugewichten und Bauweisen, konnte so ein im Konzept verborgenes Potential nicht rüberbringen. Daher blieb es beim „Belächeln“ – von wegen „wie witzig“, aber so richtig was „rechtes“ kann sowas ja nun nicht sein…
    Wie so oft ein Beispiel für die oft eingefahrenen Meinungen über richtig und falsch, weil was alle haben gibt den Ton vor…
    Z.B. schaut mal dies Foto an:

    Name:  1986-schwedischer Deckaufbau - wie heute modern - .jpg
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Größe:  73,4 KB

    Von wann ist das, was glaubt ihr?

    1986 !
    WM Fleetwood, ein kreativer schwedischer Teilnehmer. Und seine Erklärungen z.B. für die damals für mich einmalige „Mastbadewanne“ (= heruntergesetzter Riggdruckpunkt, weniger Abstand zum Deck, besserer Wirkungsgrad Rigg) waren die gleichen, die Jahre später dann „plötzlich“ bei IOM auftauchten.
    OK, er landete allerdings aus verschiedenen Gründen nicht vorne (mußte sogar wegen Defekt aufgeben, ich glaub der bereits vor der Regatta recht lädierte und völlig verbeulte Rumpf blieb in Fleetwood in einem Container zurück…) ). Wäre er es, was hätte es damals bereits an Nachbauten gegeben… ,-)

    Das die franz. Designs aus den 80igern speziell bei ordentlich Wind sehr gut waren, wie Wim Bakker richtig hinzugefügt hat, lag vielleicht auch daran, das zumindest Paul Lucas aus der Bretagne kam und dort auch andere Entwickler Einfluss auf die Designs hatten. Dort weht es nun mal besser, als in so manchen Binnenländle… Leichtwindsegler sehen und sahen anders aus.
    Vergleicht z.B. mal das oben und in den Artikellinks gezeigte filigrane Un-Boot mit eben solchen franz. „Schlachtschiffen“…

    Aber die Cedar 4 aus Anfang der 80iger mit ihrem relativ schlanken Vorschiff konnte auch gute Stecker fahren. Die späteren Cedars waren vorne mit mehr Volumen ausgestattet und ich denke die lebten bei Wind auch nur, weil sie bereits mit kleineren, passenderen Rigg ausgestattet bewegt wurden, als „wir“ es zu der Zeit im Gepäck hatten. Ab und zu tauchten die auch mal weg, aber meist sah es dann bei denen so schön aus:

    Name:  fra im glitsch-typ ZEF.jpg
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    Name:  schwerwetter-segeln FRA.jpg
Hits: 2216
Größe:  66,2 KB

    (leider unscharf getroffen, die alte Fotografie erlaubt aber auch das Sammeln solcher Schnappschüsse, weil damals gute Starkwindbilder sehr viel seltener waren, als heute)

    Unsere waren dagegen fast auf dem gesamten (und sehr langen) Vorwinder dann so (oder auch tiefer) am buddeln unterwegs, wie hier die noch erste recht niedrig gehaltene Skalpel von Walicki mit ihrem damals kleinsten, aber eben viel zu hohen Rigg. Zumindest war man so doch etwas langsamer als die anderen, wenn nicht sogar mit Querschiessern völlig raus bzw. konnte ganze Läufe gar nicht antreten, weil völlig sinnlos…

    Name:  scalpel am tauchen.jpg
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    Hier übrigens ein Bild vom erwähnten C. Boisnault mit seinem damaligen Guy Lordat Knickspanter und entsprechenden Sturmsegeln:

    Name:  knickspanter boisnault 1986.jpg
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    Der Mann, der uns rechts aus dem Bild heraus anschaut, ist übrigens Jan Dejmo aus Schweden. Der hat später mit Bantock die erste IOM-Klassenregel ausgearbeitet und war in der Orga der IMYRU umtriebig.


    Und bei Roger Stollery sah es so aus:

    Name:  roger stollery bee.jpg
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    Auch in England waren oft (ganz) andere Bootgestaltungen erfolgreich, die bei uns mit unserem Leichtwinden nichts waren und hier nicht bzw. nur sehr selten gesegelt wurden. Z.B. die sehr „stämmigen“ und sehr solide und sauber gebauten Oliver Lee Boote, in England damals wohl gut verbreitet (eben auch als Fertigboot im Angebot), kriegten hier kein Bein aufs Wasser. Viel zu dick und träge. Neben einem entsprechenden Beispiel aus Norddeutschland mit einem sehr schön aussehenden, aber eben bei uns nicht besonders schnellen Vorgänger Lee-Modell weiß ich das auch aus ganz eigener Erfahrung: Bei einem kleinen Flauten-Vergleichsegeln 1986 vor der WM in Fleetwood mit Oliver Lee und Norman Hatfield (damals IMYRU Präsi) hat mein Leihboot Hunter trotz vermessungstechnisch bedingt kleineren Naviga-Segeln (gleiche Vermessungsfläche, aber unterschiedliche Achterliekrundungsgestaltung) deren beide Tornados mit den großen Swing-Riggs derart stehen gelassen, das ich das Boot auf Anweisung meines „Betreuers“ bremsen musste, um die nicht zu sehr zu frustrieren. Aber der Eindruck war schon gesetzt, Norman Hatfield, bei dem wir zu Gast waren, nahm sich abends den Hunterrumpf und verschwand in seiner Boots-Gartenlaube, um ihn einer sehr gründlichen Politur zu unterziehen. Das Boot hatte bei ihm so einen Eindruck hinterlassen, das er da unbedingt noch was dran machen wollte, und wenn nur etwas „Schönheitspflege“, über die ich damals nur die Schultern zuckte (heute würde ich zumindest auf eine spezielle Politur achten ,-) )

    Name:  hunter und tornado oliver lee 1986.jpg
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    Name:  hunter england 1986.jpg
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    Allerdings gab es bei ihm geradezu entsetzte Augen, als er die nur drei mitgebrachten Riggs sah, das „kleinste“ war was um 160-150 cm herum, bei uns hier kaum / gar nicht mal zum Einsatz gekommen – seine (dann leider bewahrheitende) Prophezeiung: Wird damit nichts! Richtig, wurde dann auch ein Desaster bei dem nach den ersten Tagen aufkommenden Fleetwood-Starkwind. Nicht nur für mein Boot. Alle deutschen Teilnehmer guckten da „plötzlich“ sehr bedröppelt und schlecht vorbereitet aus der Wäsche - und wir fingen in aller Verzweiflung sogar an, unsere Segel kleiner zu schneiden, oder aus Materialspenden von anderen neue zu erstellen…. und es fielen auch einige Läufe aus, weil ein Einsetzen des Bootes bei den Bedingungen einfach sinnlos war.
    Dafür konnte das Boot im Feld anfangs bei wenig / mittlerem Wind doch einige Duftmarken setzen…. (und ich ein paar schmerzende Lerneinheiten bezüglich Regeln und korrektes Kursabsegeln mitnehmen ,-) )
    Aber auch wenn es damals anfangs von vielen sehr interessiert begutachtet worden ist, nachgebaut hat es keiner und auch sonst gab es keine Aufträge in Folge für den Konstrukteur und Erbauer M. Dotti.

    Hier mal der Hunter in sehr guter Gruppen-Gesellschaft unterwegs:

    Name:  hunter top dabei.jpg
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    Auch hier, mal die Segelgrößen vergleichen...

    Immerhin, wir waren damals nicht die einzigen, die vom „typischem“ Fleetwoodwind überrascht wurden, da erlebten u.a. auch die englischen (gerade die…) Swinger plötzlich auch Probleme, die vorher so nicht erwartet worden waren:

    So fing das Übel an:

    Name:  swing rigg mit problemen--1.jpg
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    und das kam dann dabei raus:

    Name:  swing riggs mit problemen---2.jpg
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    Wenn so ein Swinger in einer Böe nach Luv wegkippt (weil Rigg zu weit gefiert und/oder das Groß mit Verwindung das Boot nach Luv drückt) und dann mit dem Vorsegel gegen die Fahrtrichtung eintaucht und da eben durch das Riggprinzip nichts mehr der Wasserrichtung nachgeben kann, dann schaufelt sich die Fock geradezu ins Wasser rein und legt damit das ganze Boot flach – und das dauerte eine ganze Weile, bis es endlich wieder hochkommt… Nicht gut für vordere Plätze… Auch nicht gut für die Segelwinde, die da schon ganz schön Stress bekommt….


    Über Lupart, Lucas und andere hab ich zwar schon ein bisschen Material, aber das wird noch dauern, komm gerade nicht weiter dazu und der Urlaub steht auch an…. Über John Elmaleh kommt aber bald was.


    Gruß
    Thomas
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  6. #21
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    Bitte weiter machen!
    ...und in 1-2 Jahren dann als E-Book mit noch mehr netten Anekdoten zum schmunzeln.
    MFG Torti

    F3A...F3P...egal....hauptsache F3-irgendwas!
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  7. #22
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    Jepp........ einfach schön zu lesen.....
    Gruß aus Karlsruhe

    Andy GER294
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  8. #23
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    Standard Anekdoten aus dem Regattaleben?

    Hm, Anekdoten zum Schmunzeln?

    Naja, das ist alles hartes Regattaleben gewesen, da gabs nichts gross zu lachen.

    Außer ab und zu mal über manche Konstruktionen, manche Skipper, manche Situationen, manchmal sich selbst (oder auch zu weinen….)

    OK, also sagen wir gelegentlich gabs auch mal was zu lachen.

    Aber eigentlich solls hier ja um Boote gehen.

    Aber man könnte da über eine kleine besondere Fleetwood-86iger-WM-Begebenheit erzählen, auch wenn ich die selbst durch gewisse persönliche „widrige Umstände“ seinerzeit leider nur akustisch am Rande mitbekommen hatte – was im nachhinein schmerzt und der Sache bei mir einen besonderen Beigeschmack brachte:

    Ihr kennt sicher den Derek Priestley aus England?

    Ne, nicht so geläufig?

    Das ist eigentlich durchaus auch ein international bekannter englischer Modellsegler, ein Modellsegler von Kindesbeinen an, wohnhaft im berühmten Fleetwood, in England zur Gruppe der sehr leistungsstarken Segler gehörend, bei M und IOM zwar vielleicht nicht ganz zu den allerallerobersten Top-Seglern, aber bei A-Klasse. Er ist wohl auch ein Segler-Ziehvater für den jungen, aktuellen IOM-WM Rob Walsh.

    Und er ist einer, den man wohl zurecht zur Top Riege der Organisatoren zählen kann.

    So war er z.B. mehrmals in Fleetwood bei den dortigen internationalen Meisterschaften ROD („Race Officer of the day“ – in den Fällen eher ROW „of the Week“) und hatte damit die oft stressige Aufgabe, sich um den geregelten Ablauf der Seglerbande mit all ihren individuellen Problemchen und Wehwehchen auf dem Wasser und daneben zu kümmern, z.B. bei der Weltmeisterschaft 1986 um solche Kurse

    Name:  das war ein kurs.jpg
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    Ein damals dort typischer Regattakurs – von wegen olympisches Dreieck oder so… Da muß man schon etwas beim Segeln den Überblick behalten – die Tafel stand deshalb auch direkt unterhalb der Skippertribüne (Staffold)…


    Ganz sicher kein Job für jedermann – aber ich hab Derek da zweimal (1986 und 1993) in Aktion erlebt und er war wirklich absolut top!

    Hier mal, wie er so während seiner Tätigkeit aussah, 1986, etwa Mitte der Woche.

    Name:  race officer derek priestley.jpg
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    Seinen Blutdruck muß er irgendwo unter der äußerlich doch recht nachsichtig gelassen wirkenden Maske versteckt gehalten haben, denn er konnte wenn nötig auch mal kurz und knapp werden.



    Nun, da das eben so ein stressiger Job ist und man manchmal mit uns ja nichts zu lachen hat, hat „man“ ihn im Verlauf der WM mal einen kleinen Streich gespielt.


    Es gibt da im englischen Team ja auch den (auch heute noch aktiv segelnden) gewissen John Cleave, ein ex Porsche-Händler aus ich glaub London.

    Ab und an war der zu Späßen aufgelegt, nicht nur abends im Pub beim Bier.
    Und er hat wohl ein recht gut gefülltes, diverse Kontakte umfassendes Adressbuch.
    Der hatte da dann was nach Blick in sein Buch, der wohl in Richtung Blackpool ging, eingefädelt (so wurde es dann erzählt – ich geb nur wieder – kenn das Buch nicht weiter, habs auch nie gesehen… ,-))

    Jedenfalls, so gegen Mitte der Woche tauchten plötzlich zwei Politessen auf dem Regatta-Gelände auf und fragten, wem der Wagen XYZ gehört – der sei ja völlig falsch geparkt und müsse da sofort weg.

    Das war Dereks Auto – und der war natürlich nicht falsch geparkt.

    Derek kam also wohl recht verdutzt vom Staffold runter, um die Sache mit den beiden Damen vom Amt zu klären.








    Es dauerte nicht lange und fast die gesamte Seglerschaft hing am Absperrzaun zur Startstelle.




































    Denn nach einem kurzen Wortwechsel wurde klar, dass es hier nicht (mehr) um einen angeblich falsch geparkten Wagen ging,























    als die beiden „Politessen“ nach und nach ihre Dienstuniformen fallen liessen, was zuletzt dann so aussah:


    Name:  spaessle fleetwood.jpg
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    ;-)





    Tja, wie gesagt, bin selbst kein direkter Augenzeuge des Geschehens gewesen, nur Ohrenzeuge und habs abends im Clubhaus erzählt bekommen und durch erste Bilder (wie dieses hier) dann nachträglich auch „gesehen“.
    Denn während da fast alle mehr und mehr lautstark unterstützend am Zaun hingen, war ich gerade mit 180 auf einer eigenen Palme am Nüsse klopfen, sprich total verärgert und damit nicht ansprechbar bei meinem Boot hockend und freute mich über meine soeben erstmals erhaltene DSQ nach meiner ersten Protestverhandlung in einem internationalen Schiedsgericht wegen irgendeiner besch… Wegerechtssituation (– und ich hatte zwar noch über einige Jahre bleibend den faden Nachgeschmack behalten, da falsch gewickelt worden zu sein, aber inzwischen weiß ich nicht mal mehr, um was es da genau ging ,-). Aber das Bild hier, das hab ich noch und damit immer die Erinnerung, da was Nettes verpasst zu haben.

    Hör ich da jetzt etwa hinter irgendeinem Bildschirm hervor ein leicht schadenfrohes Gelächter?


    Gruß
    Thomas

    P.S.
    Und nicht das jetzt evtl. falsche Erwartungen für ggfs. noch weitere zottige „Anekdoten“ entstehen: Sowas hab ich nur einmal in „meinen“ 10 Jahren erlebt. Ich glaub, das war auch eine einmalige Aktion, zumindest ist mir nichts auch nur annähernd Ähnliches zu Augen/Ohren gekommen.
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  9. #24
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    Standard Helmut Lupart und seine ANJAS

    Hallo,

    ein paar Bilder und Infos zu Helmut Lupart (Z / SUI 82) aus der Schweiz.

    Lupart war Ende der 70iger bis ca. Mitte 90iger ein sehr erfolgreicher, in Europa bekannter und geschätzter Segler mit exquisit gebauten Booten. Seinen Namen kannte ich schon längere Zeit vor meiner eigenen Regattazeit durch verschiedene damalige SchiffsModell-Artikel, auch sprachen die späteren Club-Kollegen allesamt anerkennend über ihn, so, wie man dann über z.B. Bantock oder heute Gibson oder so in der Art redet(e). Wie auch immer, der Mann hatte zu Beginn der 80iger in der Szene eine Bedeutung und seine Boote wurden von vielen auch als schönste Regattaboote bezeichnet.

    Ein kleiner Ausschnitt seiner internationalen Regattatätigkeit:

    1978 Naviga WM: 3. bei X und 9. bei M
    1980 Naviga EM: 1. bei X und 1. Bei 10R und 2. bei M (3. war da P. Jahan)
    1984 Naviga WM: 1. bei 10R
    1987 IMYRU WM 10R: 9.
    1987 IMYRU EM M: 43.
    1988 WM-Berlin: 7. bei 10R und 26. bei M

    Helmut starb leider viel zu früh vor einigen Jahren bei einem Segelfliegerabsturz in den Alpen.

    Alle Boote hießen bei ihm ANJA und die letzte Version bei M muß glaub ich bei 20 gelegen haben. Einige konnte man auch kaufen, z.B. Walter Piel bot Anfang der 80iger die Anja XIII und XIV an, später gab es bei ihm einige Jahre die flachere Anja XV b, die erinnerlich erst mit Erscheinen der Paradox Mitte der 90iger aus dem Programm ging.
    Auch einige der diversen Baupläne von F.K. Ries in den frühen 80igern zeigten m. E. gewisse Ähnlichkeiten, zumindest empfand ich hier und da ein bisschen als abgekupfert oder angelehnt oder wie auch immer ,-)
    (Mag mich irren und F.K. Ries kann dazu nichts mehr entgegnen, da er auch schon seit 2000 verstorben ist.)

    Hier hat Kurt Lauschmann (der später beim Un-Boot-Projekt erfolgreich mitmachte) seinerzeit seinen Ausbau der Anja XIV 1981 beschrieben:

    http://www.radiosailing.de/technik/b...-anja-xiv.html

    Wie man sieht, ist das noch ein recht fülliges Boot, ein richtiges „Schiff“, was aber durch die eingezogenen Bordwände optisch weniger als „dick“ oder plump auffiel. Diese Linienführung mit dem in der Draufsicht langen und schmalen Vorschiff, der breitesten Stelle im hinteren Bereich mit einem relativ eingeschnürten Heck war aber lange Zeit die typische Linie seiner M-Boote.

    Hier sieht man die sehr ähnliche Linienführung der Vorgängerversion Anja XIII:

    Name:  Spanten AnjaXIII.jpg
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    Name:  AnjaXIIISeite.jpg
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    (u.a. hier zu finden http://www.radiosailing.de/technik/b...anja-xiii.html)

    Mit diesen Rumpf ist er in der X-Klasse (damals recht freie Entwicklungsklasse mit Segelfläche max. 0,5 m² Segelfläche, egal welcher Umriss und sonst nix, waren auch Multis erlaubt…) 1980 Europameister der Naviga geworden.

    Auf diesem Bild bei einer Regatta in Taching, linkes Boot vorne, da sieht man auch schon einen Unterschied zu den anderen, das nachfolgende flache Boot z.B. war Walickis erste Ur-Skalpel, die damals noch richtig flach mit fast kein Freibord gehalten war – und dem Helmut auch in späteren Jahren nie gefiel:

    Name:  lupart anja taching 1983.jpg
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    Die späteren Anjas wurden flacher im Überwasserschiff und damit noch eleganter, blieben aber sehr lange ihrer Grundlinie treu, veränderten sich eher im Layout von Kiel und Riggposition.

    Name:  riss anja 15b.JPG
Hits: 2011
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    Interessant die früher noch stark geneigte Kielflosse. Bei dem Boot im Verkauf von W. Piel war die Flosse auch noch fest anlaminiert, damals keine Seltenheit (die Dinger waren ja auch noch keine Giraffenbeine). Helmut selbst hatte dagegen bei seinen eigenen Booten eine sehr eigenwillige Art, eine abnehmbare Flosse umzusetzen: Schaute man in eins seiner Boote, so sah man erstmal: Leere. (abgesehen natürlich von der RC-Platte).
    Wo war die Kielbefestigung?
    Keine Rohre oder ein Kasten drin (wie heute üblich für die Befestigung einer durchgehenden Flosse bis zum Deck hoch) Stattdessen guckten einen zwei kleine Schraubmuttern an, die einsam und unscheinbar unten am Rumpfboden saßen. Er befestigte also seine, immerhin zuletzt auch ca. 50 cm langen Flossen, nicht erst bei 10R auch mit gut Blei unten dran, wie im Großyachtbau üblich unten am Rumpfboden stumpf angesetzt mit zwei kurzen Bolzen. Der Rumpf war unten zwar natürlich entsprechend im Laminat verstärkt/aufgedickt und hatte kleine eingeklebte Führungsbuchsen und die Flosse war oben auch seitlich etwas dicker am Übergang zum Rumpf ausgeführt, hatte eine Art Stützfläche (damit hier auch etwas mehr Oberfläche im Wasser).
    Ich hab mich immer gewundert, wie klasse und sauber das bei ihm ausgeführt war und wie es natürlich auch wirklich erstaunlich stabil und wackelfrei gehalten hat – hätte es aber dennoch so nie nachgebaut oder so ausgeführt. In meinen damals noch relativ jungen Augen war eine Zungenlösung mit Tasche oder ggfs. Stangen mit Rohrführung festigkeitsmäßig besser einfacher umzusetzen. In Sache Gewicht mag es unentschieden gewesen sein, Tasche und Zunge o.ä. wiegen ja auch was. Helmut sah das in seiner eigenen Art anders und fand seine Lösung als leichter und problemloser und verstand Skepsis daran auch nicht, schüttelt dann nur etwas knorrig den Kopf, wenn man (ich natürlich…) mit einem „Ja aber…“ ankam.
    Als ich ihn 1987 mal bei der EM in Holland und im weiteren 1988 in Berlin bei der WM etwas mehr kennenlernte, war es für mich super spannend, sich mit ihm über Boote zu unterhalten, er gab freimütig all seine Erfahrung preis und erläuterte sein warum, wieso und wie. Aber es war eine seiner Eigenwilligkeiten, auf offenbar von ihm als „Kritik“ oder „Einwände“ an seinen Konstruktionsweisen empfundene Kommentare oder Gedanken eigentlich nicht einzugehen und an seiner Linie fest zu halten. So hat er u.a. nicht nur diese sehr spezielle Art der Kielbefestigung, soweit ich es verfolgt habe, bis zuletzt beibehalten, nicht nur als alle anderen schon längst die auch heute noch üblichen Kielkastenversionen verwendeten.

    Speziell war auch seine Art, die Flosse am Übergang zum Rumpf nach hinten etwas verlängert auszuführen, ähnlich wie es bei vielen Flugzeugflügeln gemacht wird. Das ist insofern damals für mich interessant gewesen, weil Walicki dann mit seinen ersten Skalpellen genau das Gegenteil mit seinen Flossen „auf den Markt“ brachte, die oben zum Rumpf hin sehr stark eingeschnürt ausgeführt waren. Beide beriefen sich auf jeweils dafür passende Forschungen / Theorien / Meinungen in der Strömungstechnik. Es müssen aber wohl unterschiedliche Forschungen gewesen sein ,-) - das mit der starken Einschnürung wurde zumindest mal von einem Professor in Strömungstechnik in einem Gespräch mit mir als "Quatsch" bezeichnet. Interessant ist das für mich auch heute noch, denn z.B. Graham Bantock setzt ja auch heute noch an seinen Kielen – allerdings nach vorne ragend – so kleine Dreiecke an. Auch er gab mir dazu mal Vorteile in der Umströmung / Anströmung der Kielflosse und damit einen besseren Wirkungsgrad der Flosse an, wobei bei ihm der Strömungseintritt behandelt wird, bei den anderen die Ablösung und Verwirbelung hinten.

    Neben dieser etwas verborgenen Bau-Spezialität der Kiel-Anschraubbefestigung hatte Lupart noch ein zweites konstruktives Markenzeichen, welches sehr viel offensichtlicher war und neben der stets außergewöhnlich sauberen Bootsausführung bis zuletzt das Markenzeichen eines originalen Lupart-Bootes war: Das war die spezielle Art seiner Riggs mit einem drehbaren Profilmast und einem festen Fockbaumbeschlag. Hier verwendete er als einer der ersten in Europa (wenn ich es richtig recherchiert habe bereits ab 1978!) einen selbst gefertigten, konischen Kohlefaser-Profilmast mit Keep, an dem unten ebenfalls drehbar der Großbaumbeschlag angebracht war. Das war technisch seiner Zeit voraus („wir“ / die anderen waren da überwiegend noch mit Alu unterwegs) und bei ihm funktionierte die Version und Ausführung auch gut.

    Dazu konnte er hervorragende Bahnen-Segel machen, die ausgezeichnet standen, was damals so auch noch nicht so üblich war, wie es heute quasi Standard ist. Das Drehen des Mastes wurde – zumindest bei einigen seiner Boote, von einem Servo unterstützt, die Riggspannung und auch die Belastung durch den Großbaum war so hoch, das der Mast sonst nicht immer sauber rüber drehte. Mit der Servoverstellung konnte er dafür das Großsegel auch gezielt umschlagen lassen (man hätte das gut für ein durchgelattetes Großsegel verwenden können, was aber verboten war, zumindest bei M).

    Neben dem Drehmast verwendete er immer einen festen Fockbaumbeschlag, natürlich auch hervorragend gefertigt und für die damalige Zeit ein kleines Kunstwerk, leider eben auch ein nicht gerade leichtes Kunstwerk. Spätere Beschläge aus Russland und von Walicki aus Titan fielen um einiges leichter und auch zierlicher aus. Aber auch hier, das Konstrukt blieb so über etliche Jahre bestehen, Helmut war davon überzeugt und nix konnte ihn davon abbringen. Was seine im Grunde immer guten Boote nach ihrer früheren Überlegenheit / technischen Vorsprung dann im Laufe der Zeit doch technisch etwas benachteiligten, zumindest rein potentiell gesehen.

    Denn diese Beschläge und eben diese Riggs hatten einiges an Gewicht (ich hab was von gut 400g allein für den Mast mit Großbaum gespeichert?) und er weigerte sich, die später aufkommenden leichteren (und damit schlicht besseren) Walicki-Masten oder einfach auch nur deren bessere Art des separat an Deck angebrachten Großbaumbeschlages (ohne eine Biege-Krafteinwirkung auf den Mast) zu übernehmen, sondern hielt an seiner Konstruktion und Technik fest.

    Ein kleines Detail, welches mir bis heute sehr gut gefällt und welches ich glaube ihm zuzuschreiben ist, ist die Form und Ausführung der Zugriffsdeckelgestaltung mit einem innenliegenden Rand und einer weichen Hohldichtung, in die ein formschön oval abgerundeter Deckel plan zum Deck eingedrückt wird. F.K. Ries hat diese Art auf vielen seiner Baupläne auch gezeichnet, aber ich glaub, das hatte er sich von Lupart abgeschaut.

    Seine letzten von mir soweit noch miterlebten Regattajahre zog er sich mehr und mehr von und auch bei Regatten zurück. Das, wie nicht nur er es empfand, aufkommende härtere, ehrgeizigere Segeln war, wie er sagte, nicht sein Ding, mit dem zunehmend eng(er)en Gerangel auf dem Wasser kam er auch nicht so gut klar. Früher, in Zeiten analoger AM Anlagen und nur 27 MHz, waren z.B. auch die Gruppen wegen der knappen Frequenzen deutlich kleiner, als heute, da waren meist noch weniger als 10 Boote/Gruppe auf dem Wasser, also bei z.B. 28 Teilnehmern gab es drei Gruppen – heute undenkbar… ,-). Er bevorzugte eine „Gentleman“ Version mit Mitseglern, die man noch nicht als „Gegner“ oder auch „Konkurrenten“ bezeichnete, sondern als Mitsegler und die sich untereinander freundschaftlich respektieren und schätzen, so das man sich nicht anschreien muss.

    Auch war ihm das aufkommende kommerzielle Gehabe zuwider – auch wenn einige seiner Entwürfe auch den Weg in den Insider-Handelskreis fanden, eben z.B. bei Walter Piel. Man konnte handverlesen auch direkt von ihm gefertigte Rümpfe erhalten, z.B. Ger61hard Schmitt war lange Jahre Anja-Segler, ebenso gehörte und ich glaub insgesamt noch ein paar Jahre länger auch Hermann Etzel dazu. Bei Hermann sah ich 1994/95 die ich glaube dann letzte Anja-M-Version, die sich trotz sichtbarer Entwicklung der Linien in die damals aufkommende schmale Richtung und damit auch Abkehr seiner bisherigen Linienführung gegenüber der damals aufkommenden Paradox – zumindest nach dem was ich damals bei einer Mannheimer Regatta direkt nebenan segelnd mal selbst sehen konnte – recht klar unterlegen war. Während die Paradox z.B. unter Druck vor dem Wind davon rauschte, tauchte die Anja leider weg, auch an der Kreuz konnte sie nicht überzeugen oder wieder rausholen. Ob und ggfs. was es danach noch gab kann ich nicht sagen, ab 1996 war ich draussen und hab keinen Blick mehr für das Geschehen gehabt.


    Neben diesen meinen eigenen Kommentaren hier ein Artikel über ihn aus dem damaligen Szene-Magazine Model Yacht News von Chris Jackson:

    Name:  lupart-myn-june 1994--seite1.jpg
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    Name:  lupart-myn-june 1994--seite3.jpg
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    Name:  lupart-myn-june 1994--seite4.jpg
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    Hier zwei Anjas XVb aus ich glaube 1988 bei der Wolfgangsee-Regattawoche, beide soweit ich mich richtig erinnere mit der gleichen Rumpfschale, aber wie man sieht unterschiedlichem Ausbau:

    Name:  lupart anja 14b  wolfgangsee 1988 vorgaengerversion.jpg
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    Diese hier war nach der ersten Version gestaltet, noch mit einer wie bei der Vorgängerversion sehr stark geneigten Kielflosse in Besitz von H.-P. Sahrhage Schweiz


    Name:  lupart anja wolfgangsee 1988.jpg
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    Und dies die neuere Version vom Meister selbst, die er dann auch bei der 88iger WM einsetzte

    Name:  lupart m-boot 1988-berlin--2.jpg
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    Name:  lupart m-boot 1988-berlin.jpg
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    1989 sah ich diese noch etwas schlankere Version im Herbst bei einer Münchner Regatta, auf dem Spiegel steht bereits XIX:

    Name:  lupart-m-muenchen1989-2.jpg
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    Name:  lupart-m-muenchen1989-1.jpg
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    Man beachte hier die zwar sehr elegante, aber nicht unbedingt optimale Bugform, die nicht die max. Wasserlinienlänge ausnutzt. Nach wie vor auch noch sehr flacher Rumpf mit recht wenig Freibord.

    Und bei allen Versionen ist das Ruderblatt sehr ähnlich gehalten: Oben eingeschnürt, sehr schmal und recht klein.
    Gerade die Ruderblätter der Franzosen waren seinerzeit z.B. im Vergleich um einiges großflächiger ausgeführt – sie waren, denke ich mal, aber auch konstruktiv anders ins Bootslayout eingeplant:
    Soweit ich es richtig in Erinnerung habe (und mich meine eigene Meinung dazu nicht auch täuscht) war z.B. das Ruder bei der RAJAH von Jahan fest kalkulierter Bestandteil der Lateralfläche. Daher stand dort das Rigg auch recht weit auf der Kielflosse und insgesamt ziemlich weit hinten. Ohne Ruder wäre das Boot so aber hoffnungslos unbalanciert / bzw. luvgierig. Das Ruder ist da also immer mit Druck im Spiel. Anders Lupart und einige andere, die das Ruder klein ausgeführt haben und ohne permanenten Druck verwenden, sprich, das Boot sollte bei denen auch ohne Ruder einigermaßen konstant geradeaus segeln und das Ruder dient da nur zur Kursänderung. Z.B. Walicki und Gerhard Mentges sehen das glaube ich so.

    Und so sah die letzte von mir gesichtete Version in Händen von Hermann Etzel aus:

    Name:  anja letzte version h-etzel 1994.jpg
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    Name:  anja letzte version h-etzel 1994--2.jpg
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    Name:  Anja20.jpg
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    Wie man sieht, eine schon deutliche Abkehr von seinen bisherigen Linien, der Rumpf sah auch wieder sehr schick und elegant aus. Vielleicht fehlte weiterer Feinschliff in der kompletten Zusammensetzung (Rigg, Kiel…), denn das nicht gleich der erste Prototyp gleich die 100% Lösung ergab, haben auch andere erfolgreiche Designer erlebt und gezeigt, darunter Bantock und Walicki ,-).
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  10. #25
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    Standard Fortsetzung H. Lupart

    Helmut segelte (natürlich) „auch“ 10R und früher eben auch X. Ich glaub, die 10R waren sogar seine bevorzugten Boote, da auch bei ihm das Auge mitsegelte und er einer von denen war, die gerne sagten: „Was gut aussieht, segelt auch gut“ ,-) Gegen die optische Eleganz eines seiner 10R kann man glaube ich auch heute nicht viel entgegensetzen, auch wenn es heute klar schnellere Boote gibt. Und man über Optik durchaus unterschiedliche Meinungen haben darf ,-)

    Mit 1-Meter-Booten konnte er sich dagegen gar nicht anfreunden, die waren ihm nicht nur einfach zu klein (wie so einigen anderen der damals etablierten Segler ja auch ,-) ) und ihm passten da auch die Proportionen nicht (wenn er heutige IOMs sähe, oje, da kann ich mir seinen wettergegerbten Gesichtsausdruck gut vorstellen ,-)

    Name:  lupart10r  1984.jpg
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    Lupart mit seinem 10R bei der Naviga WM 1984


    Name:  lupart10r  1984_etzel.jpg
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    Herman Etzel mit Lupart 10R Naviga WM 1984


    Name:  lupart 10R anja von herman etzel wolfgangsee 1987.jpg
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    10R von Herman Etzel 1987 Wolfgangsee (die gestreifte rechts hinten war auch eine von Dr. Robert Stiegler, auch ein langjähriger Anja-Segler)


    Name:  lupart 10r berlin 1988.jpg
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    Name:  lupart 1988 berlin-1.jpg
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    10R in Berlin bei der WM 1988


    Hier auch ein, wie immer bei Gerhard Schmitt (GER61hard) etwas zweckmäßiger ausgelegtes Schwesterschiff bei der Naviga-WM 1990 am Wolfgangsee.

    Name:  g-schmitt lupart 10R 1990 wolfgangsee.jpg
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    Da Gerhard ja mit allen Wassern gewaschen ist (nach dem Motto „Nur die Harten dürfen starten“ oder so), hat er ab und zu auch wirkliche Härten erlebt, z.B. nachdem dieses Boot mal ein Loch in die Decksfolie bekommen hatte. Allerdings blieb er da erstaunlich gelassen und zumindest äußerlich ruhig – da wäre zumindest ich anders am Ufer zugange gewesen ,-) :

    Name:  schmitt-10R-uwasser-1.jpg
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    Name:  schmitt-10R-uwasser-2.jpg
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    (war glaube ich 1991 bei einer Wolfgangsee-Regattawoche, Rettung durch Regattaausrichter Hans Kukula und seinen Sohn)

    (Ach ja, so Foliendeck: Klar, sowas hässliches hätte Helmut NIE bei einem seiner Boote verbaut)


    Für mich haben Lupart-Schiffe einen gewissen Kultstatus, auch wenn ich selbst nie eins gehabt habe, auch nie eins seiner Boote mal selbst gesegelt habe und im Grunde auch erst nach seiner Hoch-Zeit mit dem Regattasegeln angefangen habe und ihn daher auch weniger für mich aktiv prägend erlebt habe. Dennoch wird er mir immer als ein ganz besonderer Segler und Mensch in Erinnerung bleiben, einer mit gewissen Kanten und Schrulligkeiten, aber sehr nett und angenehm im Umgang und stets sehr fair und vorsichtig auf dem Wasser zugange. Leider hab ich seit damals keins seiner eigenen Original-Boote mehr irgendwo gesehen, für mich ein Jammer! (Sollte jemand da draussen so ein Boot haben und kein Interesse mehr daran haben, ich hätte sicher ein gutes Plätzchen dafür ,-) )

    Name:  lupart wolfgangsee.jpg
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    Gruß
    Thomas
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  11. #26
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    Standard Oldies but Goldies

    Hallo Thomas,
    ja ich hatte einmal einen 10er Rumpf von Lupart. Habe ihn leider vor einigen Jahren hier im Forum verkauft. Möchte aber eines der sehr seltenen Boote von Klug/Stephanek hier vorstellen.Habe sie hier im Forum gekauft und wollte sie wieder in ihren Ursprungszustand versetzen, da die Substanz nach wie vor Klasse ist. Da ich das leider aus Zeitgründen nicht schaffe würde ich mich freuen, wenn sie einen neuen Hafen findet.
    Ich soll Dich übrigens von Manfred aus Quakenbrück grüßen.
    Gruß
    Wolfgang
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  12. #27
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    Standard

    Hallo Thomas,
    Ganz grosse Klasse Deine Berichte, schaue jeden Tag ob es was neues hier gibt.
    Wenn Du Deine Erlebnisse was das Rc-Segeln angeht als Buch raus bringen würdest, einen Käufer hättest Du schon.

    Danke dafür...
    Gruß Dieter..
    GER 52
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  13. #28
    User Avatar von Yogi Bär
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    Daumen hoch Oldies

    Hallo Thomas ,
    mir geht es genau wie Dieter , gefällt mir sehr gut Deine Berichte.
    Du musst ja ein unglaubliches Archiv besitzen .
    Ich weiß nicht ob mein neuer gebrauchter Tenrater Viry Easy von Lupart war?
    aber ich durfte heute eine Schwerpunktranglistenregatta der Tenrater mit dieser Viry Easy gewinnen .
    Ich glaube er hat dieses Boot ca. 1990 gezeichnet und gebaut für eine WM in Frankreich ?
    Gruß Yogi
    GER15
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  14. #29
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    Zitat Zitat von GER 52 Beitrag anzeigen
    Hallo Thomas,
    Ganz grosse Klasse Deine Berichte, schaue jeden Tag ob es was neues hier gibt.
    Wenn Du Deine Erlebnisse was das Rc-Segeln angeht als Buch raus bringen würdest, einen Käufer hättest Du schon.

    Danke dafür...
    Ich würde auch ein Buch nehmen!

    Yogi, herzlichen Glückwunsch zum 1.Platz und Dir Dieter zum 3.Platz in Geldern.



    VG Frank
    Viele Grüße
    Frank
    RC-Segelfreunde Dümmer See
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  15. #30
    User
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    Standard

    Hallo,

    freut mich wenns gefällt.

    Nein, ein Buch wird daraus nicht. Und auch nicht irgendwas „kommerzielles“ – es ist Hobby. Ich hab vor einiger Zeit angefangen, meinen Keller etwas aufzuräumen und auszumisten (naja, wollte es jedenfalls…) bzw. per Scanner einiges "platzsparender" zu archivieren. Dabei blieb ich sehr oft über dies und das stecken.

    Nein, groß ist das eigene „Archiv“ nicht. U.a. Fotografieren war damals noch teurer, als heute mit den Digi-Knipsen. Bei manchen Sachen, die mir so durch den Scanner laufen denk ich auch „Mensch, warum so eine schlechte Aufnahme“ oder „warum haste denn davon nicht ein paar mehr Details aufgenommen“ und so…


    Was überhaupt diese ganzen Infos angeht sollte ich vielleicht erwähnen, das „wir“ / ich früher längst nicht über die heutigen Infomöglichkeiten verfügten, die jetzt durchs www gegeben werden. Das war alles deutlich eingeschränkter!

    Damals hatte ich die Zeitschrift SchiffsModell, in der relativ oft der F.K. Ries berichtete oder seine eigenen Sachen vorstellte. Daneben dann später die Verbandsmagazine von nauticus (eher wenig mit Segelkram drin) und DSV, die damals aber schon aufgrund der „Drucktechnik“ meist nur eher schlechte Bilder zeigten. Und schon damals gab es nicht viele, die sich nach einer Regatta zu einem Bericht hingesetzt haben, anfangs ja noch mit Schreibmaschine....

    Das galt anfangs auch für die ersten Exemplare des Szene-Magazines Model Yacht News (später Radio Sailing News) von Chris Jackson, die zwar immerhin sehr viel mehr Info über internationales Tun gaben, deren Bilder aber durch schwache Fotokopie-Technik oft nur „naja“ waren und (mir) oft mehr Fragen als Antworten boten.

    Daneben eben zu Regatten fahren und schauen, was es da so gibt, und eben der „Mund zu Mund“-Austausch – und das wars.

    Manche Info hab ich auch erst in späteren Jahren dann dazu bekommen, z.B. über andere Magazine aus England und Frankreich und auch Erzählungen. Puzzlesteinchen hier und da.

    So wie heute, wo vieles im www dargestellt und leicht mitnehmbar ist, war es damals (leider) nicht – vieles blieb lange verborgen. Deshalb waren die internationalen Regatten dann auch oft echte Höhepunkte, da dort dann aus den verschiedenen Küchen die Kreationen zusammen kamen und man überhaupt erstmals sehen konnte, was und wie andere da am Werkeln sind.

    Und das war ja teilweise auch sehr sehr lehrreich für uns, abgesehen vom seglerischen Umgang eben auch rein technisch ,-)


    Deshalb wäre es ja schön, wenn sich hier auch andere einbringen, die „damals“ auch miterlebt haben und daher auch das ein und andere beitragen könnten.
    Der Thread heisst ja „Sammlung“…. ,-)


    @Yogi:
    Nein, die Viry Easy ist ein Entwurf von Paul Lucas, Frankreich. Hat er 1991 für seine Teilnahme an der WM bei Paris entworfen und gebaut und ist damit dann dort auch WM geworden.



    Siehe http://www.radiosailing.de/meister/w...l=&limitstart=

    Das Boot ist wohl von seiner BerlinGo entstanden, die er für die M-WM 1988 in Berlin entwickelt hatte. C. Boisnault ist mit der BerlinGo 1990 WM in Fleetwood geworden, 1989 bei der EM 3.. Aus der BerlinGo entstand dann 1993 die MARGO, ein Boot, welches Ger61hard ja bis vor kurzem noch langjährig gesegelt ist. Alles relativ schmale Boote, eine deutliche Abkehr seiner früheren Cedar-Line, aber dennoch deutlich seine Handschrift zu erkennen.

    Mit Helmuts Luparts Anjas haben die kaum Ähnlichkeit, ganz andere Linienführung, später allein schon durch die starke Decksrundungen.


    Ich hab zwar inzwischen einen Ordner mit Material über Lucas angefangen, aber es wird noch dauern, bis der soweit für eine Einstellung zusammen ist.
    Jetzt ist auch erstmal Ferienzeit angesagt. Eilt ja auch nichts, ist ja Schnee von (vor)gestern ;-)


    @Wolfgang: Danke für die Grüße von Manfred, bitte grüß ihn zurück ,-)

    Gruß
    Thomas
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