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Thema: Semiscale im Wettbewerb

  1. #1
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    Standard Semiscale im Wettbewerb

    Semiscale im Wettbewerb

    Mit insgesamt 10 Teilnehmern bei zwei Wettbewerben war 2014 ein recht erfolgreiches Jahr.

    Es wäre schön, es könnte sich der eine oder andere von Euch entschließen, 2015 bei Wettbewerben dabei zu sein. Der Termin für Großenhain steht schon fest. Sicher wird es auch zum Luftzirkus in Niederkassel einen Semiscale Wettbewerb geben. Die Fesselflieger in der Schweiz planen ein Scalemodell Treffen.

    Hier möchte ich auf Wunsch von Franz einige Tipps für die Teilnahme an Semiscale Wettbewerben geben.

    Das Regelwerk findet sich auf der Internetseite des DAEC.

    http://www.modellflug-im-daec.de/bem...-scale-klassen


    Ist aber was die Flugwertung angeht sehr stark an die internationalen Regeln für Scalemodelle(F4B) angelehnt.

    Was ist nach diesen Regeln ein Semiscale (F4B SC) Modell?

    Ein Semiscale Modell ist eine Maßstabsgerechte Kopie eines bemannten Flugzeuges. Im Modell muss ein Pilot sichtbar sein.

    Was wird im Wettbewerb bewertet?

    Im Wettbewerb erfolgt zunächst eine Baubewertung auf der Grundlage einer vom Wettbewerbsteilnehmer vorgelegten Dokumentation. Hierbei kann es sich um einen Mehrseitenriss oder mindestens eine Abbildung des Originals handeln. Das kann auch die Baubeschreibung für einen Baukasten oder die Beschreibung eines Plastmodells sein und muss auch eine Angabe der Reisegeschwindigkeit des Originals beinhalten.

    Es werden drei Bereiche betrachtet.

    Maßstabsgetreue (Max. 10 Punkte pro Punktwerter)

    Die Übereinstimmung mit den Unterlagen wird aus 3m Entfernung geprüft.

    Farbe und Markierungen (Max. 10 Punkte pro Punktwerter)

    Auch hier erfolgt die Bewertung auf Grundlage der vorgelegten Unterlagen aus 3m Entfernung.

    Handwerkliche Fertigkeit (Max. 10 Punkte pro Punktwerter)

    Hierbei werden die handwerklichen Fertigkeiten des Erbauers gewertet.
    z.B. saubere Endkanten, Qualität der Bespannung, Ausführung der Lackierung …
    Bei gekauften Modellen sollen keine Punkte vergeben werden. Die meisten Teilnehmer dokumentieren aber am Modell vorgenommene Veränderungen und erhalten meist auch Punkte für diese Kategorie.

    Maximal sind in der Bauwertung bei drei Punktwertern 90 Punkte erreichbar.

    Der zweite Bewertungsschwerpunkt ist die Flugbewertung. Diese erfolgt in der Regel in drei Wertungsflügen.

    Das Wettbewerbsergebnis ist dann die Summe der Punkte der beiden besten Flugwertungen plus das Ergebnis der Bauwertung. Da bei den Flugwertungen zwischen 800 und 1800 Punkten erreicht werden, ist die Bauwertung von geringerer Bedeutung.

    Wir wollen schöne Modelle gut fliegen sehen, ist die Grundidee von Semiscale.

    Aus diesem Grund sollte man sich beim Bau des Modells nicht zu sehr in Details stürzen.
    Wer ein Supermodell gut fliegen will, der sollte sich dann für Scale (F4B) entscheiden. Da erhält man in der Bauwertung auch mehr Punkte.

    Was wird bewertet?

    Grundsätzlich gilt es, das Modell entsprechend den Flugeigenschaften des Originals den Punktwertern zu Präsentieren.

    Dazu hat der Wettbewerbsteilnehmer in einem Zeitlimit von 9 Minuten Pflichtfiguren und 4 Wahlfiguren zu absolvieren. Bei mehrmotorigen Modellen verlängert sich die Zeit um jeweils 1 Minute für jeden Motor. ( Zeit zum Anlassen)

    Die Flugfiguren sind in einem Katalog festgelegt und sollten, so wie dort beschrieben, auch geflogen werden.
    Es gibt Pflichtfiguren:
    Rollen und Start, 5 Runden Flug in Normalflughöhe, Landung und Rollen, Realismus des Fluges

    und wahlweise Vorführungen:
    davon sind aus einer Liste maximal 4 auszuwählen z.B.

    3 Runden Flug in 30° Ebene, Looping, Wingover, Acht, einfache Acht, hoher Kreis, Rückenflug, Zwischenlandung, Durchstarten und eine Flugfigur nach eigener Wahl.

    In der Klasse F4B SC gibt es keine technischen Funktionen (Einziehfahrwerk, Landeklappen, Abwurf von Fallschirmen oder Bomben)
    Wenn diese vorhanden sind, werden sie höchstens in der Kategorie „Realismus des Fluges“ in die Wertung einfließen.


    Die Punkte der Punktwerter werden mit einem Faktor multipliziert.
    Start 14, 5 Runden 8, Landung 14, Realismus des Fluges 16, die Wahlfiguren haben einen einheitlichen Faktor 12.

    Maximal sind pro Wertungsflug 3000 Punkte erreichbar.


    Der Auszug aus dem Regelwerk beschreibt den Flugraum für Scalefesselflug

    Name:  Flugraum F4B SC.jpg
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Größe:  83,7 KB


    Alle Figuren sollen vor den Punktwertern geflogen werden und sind vom Teilnehmer oder einem Helfer mit „Jetzt“ und „Ende“ anzusagen. Die vor dem Start mit den Punktwertern abgesprochene Reihenfolge der Wahlfiguren ist einzuhalten.

    Die Beschreibung der Flugfiguren könnt ihr dem Regelwerk entnehmen.

    Demnächst gebe ich hier noch ein paar Hinnweise zu den einzelnen Flugfiguren.

    W.
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  2. #2
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    Bevor ich mich den einzelnen Flugfiguren zuwende, noch ein paar Tipps zum Modell und seinem Steuerungssystem.

    Das Modell sollte eine Spannweite von 0,9 bis1, 6 m haben. Die Masse zwischen 700g und 3000g ist als günstig anzusehen.
    Verzettelt Euch nicht in Details, aber was auf der Dokumentationsabbildung gut zu erkennen ist, sollte auch am Modell vorhanden sein. Wichtig ist aber eine saubere Bauausführung des Modells entsprechend des gegenwärtig im Fesselkunstflug üblichen Standards.
    Günstig vor allem für Rasenplätze ist auch die Auswahl eines Modells, dessen Vorbild ein Bugradfahrwerk besitzt. Bei Spornradmodellen sollte das Hauptfahrwerk möglichst weit vor dem Schwerpunkt liegen. Doppeldecker sind zwar schön anzusehen, aber für den Einstieg viel zu aufwändig.
    Modelle mit Flachrumpf erfüllen die Anforderungen sehr gut.
    Ich kann für folgende Modelle Pläne bereitstellen:

    Name:  Baupläne.jpg
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    Die P-39 könnte ich mir sogar als Beispielmodell vorstellen.
    Wer Interesse hat, sollte sich mit einer PM melden.

    Die Entscheidung, ein Modell auf der Grundlage eines RC- Bausatzes, eines Fertigmodells, oder nach Bauplan zu bauen, kann ich niemandem abnehmen.
    Am günstigsten erscheint mir aber der Bau eines Modells nach Bauplan.
    Ob das Modell dann mit Elektro- oder Verbrennungsmotor ausgestattet wird, ist von den jeweiligen Gegebenheiten abhängig. Ich würde heute dem Elektroantrieb den Vorrang geben.

    Die Leinenlänge und der Querschnitt sollte mit der Modellgröße in Einklang sein. Für größere Modelle wählt man längere Leinen bis zum Maximum von 21,5 m. Im Prinzip können die im Fesselflug üblichen Leinen verwendet werden.
    Im Wettbewerb wird eine Leinenzugprobe, mit einer Kraft, die dem Fünffachen des Modellgewichts entspricht (maximal 250N) durchgeführt.
    Als Steuergriff empfehle ich einen solchen mit Verstellmöglichkeit des Leinenabstandes und Trimmmöglichkeit der Leinen. Was auf dem Bild noch fehlt, ist die im Regelwerk geforderte Sicherheitsschlaufe.

    Name:  Griff+einfach+3.JPG
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    Für die Nebenfunktion, z.B. Motordrossel, eine 2,4 GHz Fernsteuerung. Da gibt es ja recht preisgünstige Angebote.
    Für den Einstig reicht die Betätigung der Motordrossel völlig aus. Weitere Funktionen sollten als Option zum späteren Einbau möglich sein.
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  3. #3
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    Zurück zum Wettbewerb:

    Am Beispiel meiner Z-42 im Maßstab 1:10 will ich nun zeigen, worauf in Vorbereitung auf die Bauwertung geachtet werden sollte.

    Das Regelwerk fordert eine Abbildung des Originals. Diese muss aussagekräftig für Maßstabstreue und Farbe und Markierung sein. Zum Beispiel mit einem Farbbild.
    Vorsicht hier lauert schon die erste Falle!
    Wenn man auch für den Bau des Modells möglichst viele Abbildungen haben sollte, ist es bei der Dokumentation für die Bauwertung wichtig, sich zu beschränken.
    Legt nur das vor, was mit eurem Modell am besten übereinstimmt.
    So habe ich für mein Modell der Z-42 D-EWMZ im Internet einige Fotos gefunden, die aber schon mehrere Veränderungen zum Zustand des Originals zum Zeitpunkt meiner Aufnahme 1992 erkennen lassen.
    Dieses Bild lege ich bei der Bewertung vor.

    Name:  Z-42 D-EWMZ.jpg
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    In dieser Position stelle ich das Modell auch auf den Tisch bei der Bewertung.

    Die Punktwerter werden nun die Übereinstimmung des Modells mit dem Bild prüfen und bewerten.
    Damit ihr das nachvollziehen könnt, zeige ich das Modell und mein Bild in etwa der gleichen Position.


    Name:  Z-42 Modell und Original.jpg
Hits: 1959
Größe:  264,8 KB

    Wer findet die Unterschiede? Was durch den Modellantrieb zwangsläufig verändert ist, wird nicht beachtet.

    Als Grundregel gilt:

    Was in der Dokumentation vorhanden und zu sehen ist, soll auch am Modell so sein.

    Bedenken müssen wir allerdings, dass wir es grundsätzlich mit einer subjektiven Beurteilung zu tun haben. Diese wird vor allem durch die unterschiedlichen Bedingungen z.B. Lichteinfall, Standort des Betrachters… beeinflusst.
    Wir sollten das alles nicht so verbissen sehen. Der Spaß am Bauen und gemeinsamen Fliegen steht im Mittelpunkt.
    Denkt immer daran, das nächste Modell wird besser, aber auch nicht perfekt.

    W.
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  4. #4
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    Also: da wären

    1.) fehlende Schutzbleche an allen Rädern.
    2.) Die Flagge ist zu klein und auch nicht ganz an derselben Stelle angebracht. Außerdem ist das schöne Gold durch schlappes gelb ersetzt.
    3.) Positionslampe auf dem Seitenleitwerk fehlt.
    4.) Schleppkupplung scheint zu fehlen.. (das kann aber auch an der Auflösung des Photos liegen)
    5.) der schmale Streifen neben dem Trittschutz auf der Fläche fehlt.
    6.) Die Gepäckklappe hinter der Tür fehlt oder ist nicht zu erkennen (Stünde das Modell in Meter vor mir würde ich solange hin und herschauen biss ich es erkenne )
    7.) Das Weiß erscheint etwas zu weiß, das aber kann am Photo liegen. Ich würde schätzen daß das Original ein etwas schmutziges Weiß zu bieten hat.
    8.) Die "nicht drauflatschen" Markierung ist nicht da oder nicht zu erkennen.
    9.) Das Pitotrohr auf der Unterseite der Fläche fehlt. (ist doch das Pitotrohr oder ?)
    10.) Das HLW ist etwas zu dünn, und das charakteristische Abschlußblech mit Deckeln ist nicht nachgebildet.. (*hüstel* das nenne ich Korinthenkackerei). Aber aufgefallen ist es mir halt
    11.) Der Knick in der Fläche (bis zur Landeklappe) ist zu wenig ausgebildet.

    Mehr kann ich im Moment nicht entdecken, weil das Photo doch relativ klein ist. Für einigen Punktabzug würde es aber auf jeden Fall reichen

    Wer meint, ich seh das alles zu verbissen... Nix da... ich gebe nur ehrliche Antworten auf konkrete Fragen... Übrigens dürftest Du jetzt erahnen warum ich mit meiner kleinen Mustang so auf keinen Fall angetreten wäre.

    ein schmunzelnder PeterKa
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  5. #5
    User Avatar von Hans-Jürgen Fischer
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    ...der schwarze Zierstreifen hinter dem hinteren kleinen Cockpit-Seitenfenster müsste noch etwas schräger angeordnet sein.

    Gruß
    Hans-Jürgen

    zur Z-42 gibt es ganz tolle Unterlagen!
    Anfragen nur per PN oder Mail, bitte keine telefonische Anfragen, oder Kontaktaufnahme
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  6. #6
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    und und und...
    weiteres wird noch enddeckt werden.
    Ich hoffe aber, dass es nicht allen so geht wie Peter. Ich hätte schon gern die kleine Mustang mal beim Wettbewerb gesehen. Bedenkt immer, in der Bauwertung gibt es nur max. 90 Punkte.
    Lieber wäre mir eine Reaktion auf das Bauplanangebot.
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  7. #7
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    Zitat Zitat von PeterKa Beitrag anzeigen
    Also: da wären

    1.) fehlende Schutzbleche an allen Rädern.
    2.) Die Flagge ist zu klein und auch nicht ganz an derselben Stelle angebracht. Außerdem ist das schöne Gold durch schlappes gelb ersetzt.
    3.) Positionslampe auf dem Seitenleitwerk fehlt.
    4.) Schleppkupplung scheint zu fehlen.. (das kann aber auch an der Auflösung des Photos liegen)
    5.) der schmale Streifen neben dem Trittschutz auf der Fläche fehlt.
    6.) Die Gepäckklappe hinter der Tür fehlt oder ist nicht zu erkennen (Stünde das Modell in Meter vor mir würde ich solange hin und herschauen biss ich es erkenne )
    7.) Das Weiß erscheint etwas zu weiß, das aber kann am Photo liegen. Ich würde schätzen daß das Original ein etwas schmutziges Weiß zu bieten hat.
    8.) Die "nicht drauflatschen" Markierung ist nicht da oder nicht zu erkennen.
    9.) Das Pitotrohr auf der Unterseite der Fläche fehlt. (ist doch das Pitotrohr oder ?)
    10.) Das HLW ist etwas zu dünn, und das charakteristische Abschlußblech mit Deckeln ist nicht nachgebildet.. (*hüstel* das nenne ich Korinthenkackerei). Aber aufgefallen ist es mir halt
    11.) Der Knick in der Fläche (bis zur Landeklappe) ist zu wenig ausgebildet.

    Mehr kann ich im Moment nicht entdecken, weil das Photo doch relativ klein ist. Für einigen Punktabzug würde es aber auf jeden Fall reichen

    Wer meint, ich seh das alles zu verbissen... Nix da... ich gebe nur ehrliche Antworten auf konkrete Fragen... Übrigens dürftest Du jetzt erahnen warum ich mit meiner kleinen Mustang so auf keinen Fall angetreten wäre.

    ein schmunzelnder PeterKa
    Als NICHT SCALER nur am Rande bemerkt:
    Ihr/Wir reden hier von SEMI Scale......und nicht von FULL Scale.
    Schade dass ihr beim letzten Fesselfliegertreffen Süd nicht dabei wart,
    "Scale Peter Willmer" hätte sicherlich Tipps geben können.
    Bei "Full Scale" gibt es keine Brettrümpfe.

    Grüße Peter
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  8. #8
    Vereinsmitglied Avatar von Franz Haas
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    Aufpassen! Scale oder nicht Scale -das ist hier die Frage

    Hallo an alle Semiscaler, oder die die es werden wollen

    Das ich den Beitrag von Wolfram in der Kopfleiste verankert habe, hat den Hintergrund, viel Info zu erhalten.
    Wenn man Wolframs Beitrag genau liest, erkennt man, dass mehr Wert auf das Fliegen schön gebauter Modelle gelegt wird. Die Baubewertung mit max 90 Pünktchen fällt doch kaum ins Gewicht! Richtig ist, dass man schöne Modelle baut. So als Einstieg in die Scale Klasse, wo man dann auch mal 3-6 Jahre an einem Modell baut. Wo alles richtig am richtigen Platz ist und man mit der Lupe nach Fehlern suchen darf.
    Bitte nehmt doch den Hinweis und den Rat von Wolfram an, baut doch selbst ein schönes SEMISCALE Modell und nehmt mit Freude und Stolz an einem Wettbewerb teil. Deutsch ist zwar ganz nett - ersetzt jedoch nicht die Freude und Kameradschaft.
    Mein 2. Semiscale Modellchen, die Z-37 2 ist schon im Bau. Und ich freue mich schon gewaltig auf die Modellchen.
    Und es werden garantiert nicht die Letzten sein. Versprochen!

    Gruß, Franz Haas
    Lebe jeden Tag so, als ob er dein letzter wäre.
    Franz Haas aus Bergheim/ Erft
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  9. #9
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    Ich habe hier bei der "Mäkelei" einfach nur soweit wie es geht objektive Maßstäbe zu Grunde gelegt. Wolframs Z37 hätte von mir als Semiscale Berwertung 8/8/9 Punkte bekommen (keine Ahnung wo profe3siionelle Punktrichter landen würden), sprich die Mäkeleien fallen kaum ins Gewicht. Aber aufzeigen wird man sie ja wohl dürfen, schon damit Anfänger mal sehen worauf Punktrichter so achten.

    @ Wolfram: Ich werde die kleine Mustang neu bauen, der Rumpf ist ja schon fertig. Die neue muß dann aber auch für Semi richtig bemalt werden, denn nach den Semiscale Kriterien hätte ich bestenfalls eine 3 Seiten Ansicht beilegen können um mich nicht ganz lächerlich zu machen. Dann muß sie einen deutlich schwächeren Motor bekommen und etwa 100 Gramm leichter werden. Also wenn kein Unglück passiert, wirst Du mich auf einem Wettbewerb im nächsten Jahr treffen..

    PeterKa
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  10. #10
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    Danke noch mal für Eure Mitarbeit.



    Ich will versuchen, das Ganze ein wenig zu ordnen und wie bei einer jährlichen Punkwerterschulung, zu der wir auch Peter Willmer, den international erfahren deutschen Scale Punktwerter, regelmäßig begrüßen können, betrachten.
    Bei diesen Schulungen legen wir besonderen Wert auf das Erkennen der Grenzen bei der Beurteilung der Modelle.

    1. Maßstabstreue:

    Hier hat der Standort des Betrachters (3m Entfernung zum Modell) besondere Bedeutung.

    Name:  Z-42 Seitenansicht.jpg
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    Geprüft werden die Übereinstimmung des Umrisses und das Vorhandensein der wesentlichen gut sichtbaren Baugruppen.

    "Fehlende Schutzbleche an allen Rädern.
    Die Positionslampe auf dem Seitenleitwerk fehlt.
    Das Pitotrohr auf der Unterseite der Fläche fehlt. (beim Original ist der Masseausgleich des Querruders zu sehen) dieser fehlt aber auch."

    Das sind Punkte, die die Bewertung beeinflussen.

    „Das HLW ist etwas zu dünn, und das charakteristische Abschlussblech mit Deckeln ist nicht nachgebildet“

    Richtig erkannt, sollte aber vom Punktwerter nicht beachtet werden. Das gehört in die Rubrik Zugeständnisse Semiscale/ Flachrumpf.

    2. Farbe und Markierungen:

    Die wohl von äußeren Einflüssen am meisten beeinflusste Kategorie. Sie ist immer von den jeweils vorhandenen Lichteinflüssen abhängig.
    Zum Beispiel soll es keinen Unterschied der Bewertung zwischen einem Farbbild oder einer Beschreibungen, wie sie bei Plastmodellen üblich ist, geben.
    Beim Plastmodell würde für den Rumpf Weiß oft mit Farbnummer angegeben bzw. Zierstreifen rot usw.
    Das wird dem Foto gleichgestellt.

    „Das Weiß erscheint etwas zu weiß, das aber kann am Photo liegen. Ich würde schätzen dass das Original ein etwas schmutziges Weiß zu bieten hat.“

    Aus dieser Feststellung wird beim Punktwerter Weiß in Ordnung, Rot in Ordnung.


    "Die Flagge ist zu klein und auch nicht ganz an derselben Stelle angebracht.
    ( Das Gelb in der Flagge war in der DDR wirklich gelb und nicht gold wie üblicherweise in der BRD. Man sieht auch noch deutlich, wo das ehemalige DDR- Wappen angebracht war. )
    Die Markierung im Kiel der Seitenflosse über dem D fehlt.
    Der schmale Streifen neben dem Trittschutz auf der Fläche fehlt."

    Das sind echte Minuspunkte.

    3. Handwerkliche Fertigkeit:

    Hier werden die handwerklichen Fähigkeiten beurteilt. Dazu gehört zum Beispiel, wie ist die Lackierung oder die Folienbespannung ausgeführt. Gibt es Lacknasen, Falten, usw.
    Hierbei können die Punktwerter auch schon mal näher als 3m an das Modell gehen. Dies tun sie aber bei Semiscale selten.

    Name:  z-42 SLW Detail.JPG
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Größe:  204,8 KBName:  Z-42 Landeklappe Detail.JPG
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    Name:  Z-42 Detail.jpg
Hits: 1823
Größe:  66,2 KB

    Abgelöste Brechstöße, Löcher durch Stecknadeln und die unsaubere Hinterkante führen schon zur Kritik. Aufgedruckte Niete, Blechstöße oder Sicken stören die Bewertung nicht. Wenn diese allerdings richtig ausgebildet sind, wird es schon mal einen Pluspunkt geben. Die Psychologie lässt grüßen.


    Im Übrigen soll die Bewertung in etwa 10 Minuten pro Modell abgeschlossen sein. Das erfordert von den Punktwertern viel Konzentrationsfähigkeit und vor allem Sachkenntnis. Auch deshalb die regelmäßigen Schulungen.
    An dieser Stelle einmal der Dank an alle, die sich für diese verantwortungsvolle Tätigkeit bereit erklärt haben.

    Name:  Großenhain (112).jpg
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  11. #11
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    Jetzt geht es endlich ans Fliegen:

    Die Startreihenfolge der Teilnehmer ist bekannt gegeben. Nun muss ich mich für meinen Wertungsflug vorbereiten. Nach dem Betreten des Vorbereitungsraumes lege ich die Leinen aus und bereite mein Modell vor. Dazu gehört neben dem Auslegen und kontrollieren der Leinen auch das Auftanken des Modells und ein kurzer Probelauf des Motors.

    Name:  Probelauf.jpg
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    Bei Verbrennungsmotoren sollte dies aber so erfolgen, dass der Teilnehmer, der gerade seinen Wertungsflug absolviert, nicht gestört wird. In den Regeln für F4B gibt es einen entsprechenden Abschnitt. Ich finde auch bei Semiscale sollten wir uns entsprechend verhalten. Das Tanken an der Startstelle, zum Beispiel, sorgt ab und für Unmut bei Teilnehmern und Punktwertern. Durch solches Verhalten wird der Ablauf des Wettbewerbs sehr gestört und lässt sich aber vermeiden.

    Name:  Listen ausfüllen.jpg
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Größe:  89,8 KBName:  Einweisung der Punktwerter.jpg
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    Die ausgefüllten drei Wertungsbögen je Flug liegen bereit, um diese nach Aufruf zum Start den Punktwertern zu übergeben. Wenn nötig kann ich den Punktwertern auch Erläuterungen z.B. zur Spezialfunktion geben.


    Ausgefüllte Wertungsbögen bedeutet:
    Ich habe meine vier Vorführungen eigener Wahl in der richtigen Reihenfolge eingetragen.

    Name:  Wertungskarte F4BSC.jpg
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    Hierbei tritt bei den meisten Teilnehmern ein Problem auf, das es eigentlich nicht geben dürfte. Ein bekannter Wettbewerbsflieger mit Erfahrung als Punktwerter, hat zu dieser Problematik einmal geäußert:
    „Wer sein Programm nicht kennt, hat nicht trainiert.“
    Irgendwann habe ich ihn dann auch mit Helfer (Ansager) und Spickzettel ertappt.
    Beides ist sehr hilfreich, besonders um dem doch immer mehr oder weniger auftretenden Lampenfieber zu begegnen.

    Name:  Steuergriff mit Zettelklammer.jpg
Hits: 1779
Größe:  193,4 KB

    Steuergriff mit Klammer für den Merkzettel.

    Name:  Ansager.jpg
Hits: 1767
Größe:  97,8 KB

    Der Helfer im Kreis sollte auch das Ansagen der jeweiligen Flugfiguren übernehmen.
    Ich kenne Teilnehmer, die mit Helfer im Kreis wesentlich ruhiger sind und besser fliegen.

    Name:  Ansager2.jpg
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Größe:  97,2 KB

    Nach Aufruf durch den Startstellenleiter nehme ich die Startposition ein. Hat mich das Schicksal mit der Startnummer 1 getroffen, muss ich als erster die Startposition wählen. Eigentlich bestimmen diese die Punktwerter. Aber wie so manchmal im Leben will keiner so recht die Verantwortung übernehmen. Die richtige Position wurde aber bisher immer gefunden. Die Punktwerter haben ihre Plätze mit Wind im Nacken eingenommen.
    Der Teilnehmer hat die Startstelle so gewählt, dass der Start und alle anderen Flugfiguren vor, beziehungsweise Kunstflugfiguren gegenüber den Punktwerten ausgeführt werden können.
    Ich wähle meine Startstelle dann immer so, dass meine Startposition etwa eine Drittelrunde vor den Punktwerten ist.

    Name:  Startstelle.jpg
Hits: 1762
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    Wenn die letzten Vorbereitungen getroffen sind: Kerzenkabel anklemmen, Anlasser bereitlegen, bekommt der Startstellenleiter das Bereitschaftssignal zum Beginn des Wertungsfluges. Der Startstellenleiter beginnt nun mit der Zeitnahme. Bei einmotorigen Modellen habe ich 9 Minuten Zeit für mein Programm. Alles was nach Ablauf der 9 Minuten geflogen wird, wird nicht mehr bewertet. Sollte mein Motor Probleme machen, z.B. beim Rollen ausgehen, kann ich einen 2.Versuch für meinen Wertungsflug bekommen. Das Modell darf aber noch nicht abgehoben haben. Hat das Modell abgehoben und ich muss vorzeitig landen, erfolgt die Wertung bis zu diesem Zeitpunkt.

    Name:  Sicherheitsschlaufe.jpg
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    Auf keinem Fall darf ich das Anlegen der Sicherheitsschlaufe vergessen. Sonst war der ganze Flug für die Katz. Eine Null im Wertungsbogen für diesen Flug ist die Folge.


    Bevor ich nun auf die einzelnen Flugfiguren eingehe, muss ich eine Bemerkung einschieben.


    Grundsätzlich gilt:

    Alle Flugfiguren sind wie im Regelwerk beschrieben zu fliegen.

    Diese Regel soll vor allem der in der Vergangenheit oft strittigen Problematik des unterschiedlichen Flugverhaltens der verschiedenen Flugzeugtypen entgegenwirken.

    Zum Beispiel startet ein Landwirtschaftsflugzeug im Einsatz anders als eine Jagdmaschine beim Alarmstart.

    Aber alle können so starten, wie es die Regel verlangt. Die Praxis der letzten Jahre zeigt, dass diese Grundregel richtig ist.


    Alle Figuren sind vom Teilnehmer (Helfer) mit „ Jetzt“ und „Ende“ anzusagen.
    Zwischen den Figuren sollten mindesten 2 Runden (Zeit zum Schreiben der Punkte für die Punktwerter) geflogen werden.
    Ich bemühe mich meine Flugfiguren so anzusagen, dass ich zunächst den Namen z.B. „hoher Flug“ (3- Runden über der 30° Ebene) ansage. Erst in der nächsten Runde erfolgt die Ansage „Jetzt“ genau in Position Mitte der drei Punktwerter. Nach 3-Runden genau in Position Mitte der drei Punktwerter kommt die Ansage „Ende“.

    Meine Flugvorführung soll nun so gestaltet sein, dass ich die Flugeigenschaften meines Modells so gut wie möglich präsentiere. Das bedeutet vor allem einen ruhigen gleichmäßigen Ablauf des Programms. Zum Beispiel sind unnötige Höhenwechsel oder Veränderungen der Fluggeschwindigkeit nicht förderlich für eine hohe Bewertung, vor allem beim Wertungspunkt „ Realismus des Fluges“.
    Selbstverständlich gibt es für uns Fesselflieger vor allen bezüglich einer realistischen Fluggeschwindigkeit Grenzen. Für straffe Leinen brauchen wir eine gewisse Mindestgeschwindigkeit. Diese ist aber in der Regel viel größer als die zum Modellmaßstab passende Geschwindigkeit. Im RC Flug führte diese Anforderung zu immer größeren Modellen. Es hat sich ein realistischeres Flugbild der Modelle ergeben. Das ist sehr schön bei Parallelvorführungen von RC- Modellen und Originalflugzeugen zu sehen.
    Im Fesselflug gab es auch Versuche diesen Weg zu gehen.

    Name:  Do 128.jpg
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    Die Do-128 von Lutz Richter ist gewärtig mit 2,4m Spannweite das größte Fesselflugmodell.


    Ein besseres Flugbild haben Modelle bis 2m Spannweite. Werden sie mit an die Grenze der Leinenlänge von 21,5m gehenden Steuerleinen geflogen, wird das optimale Verhältnis von Modellgröße und Leinenlänge erreicht.


    Hierzu eine Bildfolge mit Fesselflugmodell und Originalflugzeug.
    Während die „Klemm“ nur einige 100m zurückgelegt hat, flog Pjotor Zawadas „Oxford“ eine Runde.

    Name:  Oxford1.jpg
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    Besonders deutlich wird diese Problematik bei Start und Landung, oder bei Kunstflugfiguren.

    Günstig für hohe Wertungen ist eine möglichst große Differenz zwischen der normalen Fluggeschwindigkeit und der Landegeschwindigkeit.
    Als Faustregel sollte ein Verhältnis von Normalgeschwindigkeit zu Landegeschwindigkeit von 3 zu 1 besser 4 zu 1 angestrebt werden. Für meine An-2, die ich mit 20m Leinenlänge fliege, ist die Normalfluggeschwindigkeit etwa 7 bis 8 Sek. Pro Runde. Langsamer geflogen reagiert das Modell schon sehr anfällig auf die wechselnden Windrichtungen pro Runde. Ich müsste mit 21 Sek. pro Runde landen. Das ist bei einer Modellmasse von 3400g nicht zu erreichen.
    Als Zielstellung bleibt mit einem neuen Modell ein günstigeres Geschwindigkeitsverhältnis anzustreben.
    Modelle mit einer Flächenbelastung unter 70g/dm² können diese Anforderungen schon besser erfüllen.
    Das schreibe ich aber nur, um auf die Zielstellung aufmerksam zu machen. Mit kleineren Modellen, 1m Spannweite und unter 800g, sind die Bedingungen immer gut genug, um ordentliche Flugwertungen zu erreichen.
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  12. #12
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    Hallo Scale Freunde,

    ich wünsche Euch eine besinnliche Weihnacht und ein gesundes Jahr 2015.

    W.
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  13. #13
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    Zur Vorbereitung der Teilnahme am Wettbewerb gehört das Einfliegen des Modells.
    Vor allem wenn der Pilot noch nie ein Scalemodell geflogen hat, ist es wichtig schrittweise vorzugehen. Nach der Devise „ Vollgas und weg.“ sollte man auf jedem Fall nicht vorgehen.

    Am besten ist es, einen erfahrenen Piloten um Hilfe zu bitten.

    Das ist einer meiner Einflugkandidaten für 2015. Die C-104 von W. Ibscher.


    Name:  C-104 W-Ibscher.jpg
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    Wer allerdings schnell zum Ergebnis kommen will, sollte wenigstens die folgenden Ratschläge berücksichtigen.



    Die Trimmung der Höhenrudersteuerung ist so einzustellen, dass bei ausgestrecktem Arm und bequemer Handhaltung das Höhenruder leicht gedrückt ist.
    Der Abstand der Steuerleinen am Griff soll möglichst eng gewählt werden. Wenn das nicht möglich ist, wird die Steuerstange des Höhenruders in die vom Drehpunkt des Ruders am weitesten entfernte Position des Ruderhorns eingehängt.

    Auch wenn man bei einem neuen Modell oft den ersten Start nach den vielen Baustunden herbeisehnt, sollte man für das Einfliegen einen möglichst windstillen Tag wählen. Nur so kann man das Verhalten des Modells erkennen und die eigenen Fähigkeiten beim Steuern weiterentwickeln.

    Mein Testprogramm für neue Scalemodelle:

    Erster Test:
    Überprüfen des Rollverhaltens.
    Dazu wird durch langsames gefühlvolles Gasgeben das Modell soweit beschleunigt, dass es sauber rollt. Dabei soll das Modell exakt auf der Kreisbahn rollen. Ein leichtes Bestreben nach außen ist dabei nicht falsch. Wenn nötig, muss der Spurlauf korrigiert werden.
    Dann prüft man das Verhalten bei verschiedenen Rollgeschwindigkeiten.
    Ist alles in Ordnung, erhöht man die Geschwindigkeit bis kurz vor Abhebegeschwindigkeit. Dabei ist darauf zu achten, dass das Höhenruder bei Spornradmaschinen leicht gedrückt ist. Bei Spornradmaschinen wird sich das Heck bei richtiger Höhenruderstellung automatisch, kurz bevor das Modell abhebt, heben. In diesem Moment verringere ich die Drehzahl des Motors bis sich das Heck wieder senkt.
    Bei Bugradmaschinen wird das Bugrad durch leichtes Ziehen des Höhenruders entlastet, so dass das Modell nur noch mit dem Hauptfahrwerk rollt.
    Bei dieser Übung bekommt man auch das richtige Gefühl für die Steuerung der Motordrossel. Auf Rasenpisten stellt die Übung auch für fortgeschrittene Piloten hohe Anforderungen, weil das Rollverhalten durch die Unebenheiten des Rasens vor allem bei Modellen mit kleinen Rädern stark beeinflusst wird.
    Modelle mit nahe am Schwerpunkt liegender Radachse neigen da schon mal zum Kopfstand.
    Diese Übung ist auf jedem Fall mehrfach bei wechselnder Anblasrichtung durch den Wind durchzuführen.
    Eine extreme Schwanzlastigkeit des Modells ist hier schon frühzeitig erkennbar. Zum Beispiel wird man bei einem Spornradmodell sehr viel mehr drücken müssen um das Heck zu heben. Bei einem Bugradmodell braucht man zur Entlastung des Bugrades nicht am Höhenruder ziehen.

    Wenn man sagen kann:
    „Ich beherrsche das Modell an jeder Stelle des Kreises sicher auf dem Hauptfahrwerk zu Rollen“, geht es mit der nächsten Aufgabe weiter.

    Name:  Rollen mit angehobenem Heck.jpg
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    Zweiter Test:
    Überprüfen des Startverhaltens.

    Wir bringen das Modell in Startposition. Diese sollte sich etwa eine halbe Runde vor der Gegenwindposition befinden. Jetzt beschleunigt man bis zur Abhebegeschwindigkeit. Durch weiteres Gasgeben bringen wir das Modell zum abheben. Beim Spornradmodell und weit vorn liegendem Schwerpunkt wird man das Höhenruder leicht ziehen müssen, um das Modell zum Abheben zu bringen. Beim Bugradmodell muss sicher schon etwas nachgedrückt werden. Bei dieser Übung merkt man auch schon gut, ob die Einstellung der Leinenführung bei geringeren Fluggeschwindigkeiten wirksam ist.
    Die Flughöhe lassen wir bei dieser Übung bei 10 bis 15 cm. Durch Verringern der Drehzahl des Motors erreichen wir die Landegeschwindigkeit und lassen das Modell ausrollen.
    Auch diesen Test wiederholen wir mehrfach bei wechselnder Anblasrichtung durch den Wind.
    Ist dieser Test erfolgreich verlaufen, haben wir schon ein gutes Gefühl für das Modell erlangt. Wir kennen sein Verhalten in Bodennähe. Das gibt uns die Sicherheit, dass unser Modell in den grundlegenden Eigenschaften in Ordnung ist. Als Pilot haben wir auch das nötige fliegerische Gefühl für das Modell gewonnen.

    Ist die Trimmung des Höhenruders richtig eingestellt, muss das Modell ohne Ruderbewegungen nur durch Verwendung der Motordrossel zu jeder Zeit und an jeder Position des Flugkreises abheben und wieder aufsetzen.
    Treten Probleme auf, sollten diese möglichst sofort nach der Feststellung behoben werden. Die Suche nach möglichen Ursachen ist oft nicht einfach und erfordert viel Erfahrung. Diese hier ohne konkretes Beispiel zu beschreiben geht auch über meine Fähigkeiten hinaus.
    Doch einige Tipps will ich geben.
    1. Ändere immer nur eine der möglichen Ursachen!
    2. Protokolliere jede Ursache, Maßnahme und Auswirkung!
    Wenn ich letzteres getan hätte, könnte ich sicher heute besser Auskunft über Fehler und deren Ursache sowie Maßnahmen zur Beseitigung geben.

    Dritter Test:
    Endlich Erstflug:
    Durch die vorhergehenden Tests hat man die Gewissheit, dass die Motorleistung ausreichend ist, der Schwerpunkt und die Einstellung der Leinen am Flächenende stimmen und genügend Leinenzug auch bei geringer Fluggeschwindigkeit ein sicheres Steuern ermöglicht.
    Jetzt lassen wir das Modell anrollen, abheben und steigen bis auf Armhöhe (Die Leinen befinden sich waagerecht zum Boden) und fliegen einige Runden. Ein Helfer beobachtet das Modell bezüglich der Lage. Am besten lässt man Fotos machen, die Auswertung erfolg dann in Hinsicht auf:
    Fliegt das Modell bezogen auf die Querachse waagerecht?
    Fliegt das Modell exakt auf der Kreisbahn?
    Fliegt das Modell bezogen auf die Längsachse waagerecht?
    Nun drosseln wir den Motor und lassen unser Modell bis kurz vor dem Boden sinken. Die Landung ist dann kein Problem mehr, wir haben das ja schon in Test 2 geübt.

    Nun ist der Moment gekommen, wo ich dem Erbauer eines neuen Modells herzlich zum Erstflug gratulieren kann.


    W.
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  14. #14
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    Standard F4B & F4B Semi Scale

    Der in diesem Thread erwähnte Wettbewerb findet am 5. & 6. September 2015 auf der Fesselfluganlage Hard 2000 in Siggenthal-Station in der Schweiz statt. Kontaktadresse: daniel.baumann@debag.ch

    Peter Germann
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  15. #15
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    Vielen Dank für die Information.

    Leider kann ich in diesem Jahr nicht kommen.

    10 Teilnehmer sind aber schon super.

    Ich hoffe auf gutes Wetter für euch und schöne Bilder.

    W.
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