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Thema: Kabinenhaube aus PET-Flasche

  1. #1
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    Standard Kabinenhaube aus PET-Flasche

    Hallo ,

    auf vielfache Anfrage beschreibe ich hier kurz wie man aus einer alten PET-Flasche einfach zu einer Kabinenhaube kommt.
    Die Idee stammt natürlich nicht von mir. Aber die (englische) Beschreibung auf www.scalecombat.com bzw. www.rccombat.com ist anscheinend weg.

    Kurzfassung

    Zum Herstellen der Kabinenhaube bedienen wir uns eines (nicht ganz neuen) Tricks.
    Anstatt die Haube mühsam tiefzuziehen packen wir ein Holzmodell der Haube einfach in eine Plastikflasche. Wird diese nun im Ofen auf ca. 150° bis max 200° erhitzt, so zieht sie sich um die Holzform zusammen.
    Nach dem Abkühlen wird der Überstehende Kuststoff weggeschnitten. Was übrig bleibt ist eine mehr oder weniger brauchbare Kabinenhaube.

    Anleitung

    Dieser Abschnitt beschreibt nun konkret wie eine Kabinenhaube hergestellt wird. Hier ist es die Haube einer KI-61 II (spätes Modell).

    Name:  h1.jpg
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    Die Haube besitzt gleich zwei unangenehme Eigenschaften - sie ist ziemlich lang, und sie hat die typische Blasenform. Das mag gut für die Aussicht des Piloten sein, es erfordert aber eine große Flasche mit ausreichender 'Schrumpffähigkeit'.

    Der erste Schritt besteht darin sich die genauen Abmessungen der Haube zu besorgen. Hilfreich ist die Draufsicht, eine Seitenansicht und eine beliebige Anzahl von senkrechten Schnitten.

    Name:  h2.jpg
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    Anschließend wird ein Balsabrettchen (Dicke 10mm) so zersteilt, daß grob eine Pyramide entsteht. Auf dieses Modell wird nun die Seitenansicht übertragen.

    Name:  h3.jpg
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    Dann erfolgt der erste Schliff - ich benutze eine grobe Holzfeile, damit kommt man schneller voran. Nach diesem erstem Grobschliff werden erneut die relevanten Hilfslinien aufgetragen.

    Name:  h4.jpg
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    Nun ist insbesondere der vordere und hintere Bereich der Haube weiter zu bearbeiten (nun mit Schleifpapier Körnung 100) damit das Modell seine entgültige Form bekommt.

    Name:  h5.jpg
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    Zweckmäßigerweise werden die zukünftigen Ränder und die angedeuteten Metallstege auf die Urform übertragen - auf der Plastikhaube selbst ist das später nicht mehr ganz so einfach.

    Als nächstes brauchen wir eine Kunststofflasche in der passenden Größe. Fündig wird man (noch) in jedem Supermarkt. Allerdings sollte man darauf achten daß die Öberfläche möglichst glatt ist - ein Wellenmuster oder angedeutete Zitronen (wie bei der hier gezeigten Haube) sind nicht jedermanns Sache.

    Name:  h6.jpg
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    Die Flasche wird am Boden aufgeschnitten, und das Holzmodell der Haube wird hineingeschoben. Insbesondere bei den 'Blasenhauben' wie der Haube für diese KI-61, oder auch der P51 Mustang, bekommt man schnell das Problem, daß sich die Flasche im hinteren Bereich der Haube nicht genügend zusammenzieht. Um das zu vermeiden muß der unter der Haube verbleibende Platz - insbesondere eben im hinteren Bereich - mit Holzkeilen aufgefüllt werden.

    Das Ganze kommt nun bei 150° in den Backofen. Zieht sich die Flasche nicht ausreichend zusammen kann möglicherweise eine höhere Temperatur (bis fast 200°) helfen!

    Wer eine Heißluftpistole hat kann es natürlich auch damit versuchen - ich habe aber keine!

    Name:  h7.jpg
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    Als Ergebnis des Backvorgangs hat sich hoffendlich der Kunststoff an allen wichtigen Stellen an das Urmodell angelegt. Ich übertrage nach dem Abkühlen die Markierungen für den Kabinenrand und die Verstrebungen auf die Haube. Dann wird Flasche aufgeschnitten und mit ein etwas Glück ist das Ergebnis für unser Modell brauchbar.

    Name:  h8.jpg
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    Hier ist die Haube am Modell zu sehen - das Modell (und die ganze Beschreibung) ist übrigens schon über 3 Jahre alt.

    Name:  Bild8.jpg
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    I hope it helps,

    Bernhard
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  2. #2
    Vereinsmitglied Avatar von Klaus Petersen
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    Frage Das ist mal ein guter Tipp, aber..

    ist es bei diesem Verfahren möglich, auch die Kabinenstreben strukturiert ausgeprägt auf dem Urmodell auszuarbeiten und dann zu backen?? Ich sag mal, wenn da 1-2 mm breite Streifen als Rahmen aufgeklebt sind , wird das dann am Ergebnis nicht sichtbar sein? Oder geht das nur beim Negativziehverfahren?

    Alles klar was ich will??

    Name:  CanopyBF110.JPG
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    Geändert von Klaus Petersen (30.06.2006 um 07:48 Uhr)
    mein Verein: www.mfgl.de
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  3. #3
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    Standard

    Hallo Klaus,

    prinzipiell geht alles was beim Tiefziehen ohne Vakuum funktioniert.
    Streben funktionieren nur eingeschränkt. Solange da nur Streben quer zur Haube sind geht es bedingt.
    Sobald man Streben in Längsrichtung aufbringt wird sich aber das PET einfach von Strebe zu Strebe spannen, und sich dazwischen nicht an die Haubenform anlegen.
    das geht eben nur mit einer Vakuumpumpe.

    MfG

    Bernhard
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  4. #4
    User Avatar von Daniel Lux
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    Standard

    Hallo Klaus,
    das geht nur mit Vakuum im Tiefziehverfahren. Ich streite da auch regelmäßig mit Rainer was schneller geht, eine Positivform brauchst du für beide Verfahren, nur für das Tiefziehen brauchst du noch einen Rahmen und eventuell einen Staubsauger. Bei I-Bäh gibt es einen freundlichen Herren der da eine mittelmäßige Folien für kleines Geld verhökert, für KI, Mustang, Me, Spit und Konsorten reicht die und man bekommt schöne stabiele und glatte Hauben hin, nur bei den großen Hauben wie für die Thun, Zero und ME110 funzt die nicht mehr, da sie dafür an ihre Temperaturgrenze gebracht werden muß und dann ganz schnell milchig wird, da nehme ich das teure Vivak.
    Speziell bei der ME110 kannst du es auch mit einer Flasche versuchen nur sollten dann die erhabenen Fensterrahmen nicht mehr als 0,3 mm haben, kann man mit dicker Alufolien hinbekommen, aber Vorsicht Alu heitzt sich schneller auf, besser ist dünnes Flugzeugsperrholz.
    Beste Ergebnisse erzielt man mit richtig hartem und gut abgelagertem Holz, Balsa- und Kieferformen geben immer gerne ihre Maserung preis.
    Gruß Daniel
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  5. #5
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    sag mal wieviele versuche hast du da hinter dich gebracht, dass das so super funktioniert...

    habe nun 6 flaschen geschmolzen und immer am anfan und am ende luft zwischen der urform und der flasche gehabt.
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  6. #6
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    Standard Versuche?

    Hallo ?K?

    ich hatte bisher keine Probleme - will sagen, noch keinen Fehlschlag. Einige Tipps:

    1.) Eine gerade Flasche geht am besten. Bei uns wird Aqu@r€l von N€stl€ so verkauft. Bis auf das Blättermuster sind die Flaschen ganz OK. Ansonsten gehen die welligen Flaschen von V0lv!k auch ganz gut.
    2.) Der Zwischenraum zwischen Form und Flasche muß wirklich mit Holzkeilen gefüllt sein. Die Flasche sitzt in der Mitte stramm auf der Form bevor sie in den Backofen kommt.
    3.) Der Flaschenhals bietet die besten Voraussetzungen für die vorderen Teil der Kabinenhaube. Aber auch kier - Holzkeile!
    4.) Das hintere Ende der Haube bereitet auch mir den größten Ärger. Wieder - Holzkeile, schlimmstenfalls die Flasche da schon etwas verbiegen.

    Aber alles mit Gefühl - die Balsaform ist ja ziemlich weich.

    Im Laufe der Zeit sammelt sich so einiges an Holzteilen, hier mit der oben beschriebenen Haube der KI61-III bzw. KI100:

    Name:  177_7773.JPG
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    Uns so sieht das aus bevor gebacken wird:

    Name:  177_7774.JPG
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    Und wenn garnichts geht kannst Du es ja 'mal mit Tiefziehen (ohne Vakuum) versuchen, aber ich komm damit nicht klar.


    Viel Glück,

    Bernhard
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  7. #7
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    Standard

    Mal eine Frage:

    wie ist denn die Geruchtsbelästigung? Kann man das der Küche zumuten?
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  8. #8
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    Standard Geruch?

    Das ist absolut geruchlos - bei mit bis 200° jedenfalls.
    Nur den Flaschendeckel sollte man nicht mitbacken, der fängt an zu Tropfen.

    Bernhard
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  9. #9
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    Standard

    also wie schon erwähnt habe schon einige versuche hintermich gebracht aber geruchsprobleme hatte ich auch noch keine..

    werds noch mal versuchen.. ich habe die cola Flasche verwendet... vielleicht liegts auch daran.

    nochmals danke
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  10. #10
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    Idee Schrumpfen mit Heissluftgebläse

    Anstelle des Backofens können die Schrumpfarbeiten auch mit einem Heissluftgebläse gemacht werden.

    Ich erstelle alle meine Kabinen- und Motorhauben auf diese Art.

    Falls das PET vorne oder hinten nicht richtig aufliegt, hat man auch noch die Möglichkeit, ein wenig zu ziehen.

    Gruss

    Rolf
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  11. #11
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    ich arbeite nach dieser Methode schon einige Jahre. Ich schrumpfe die Flaschen mit einen Heissluftföhn. An der Vorder und Hinterfront der Hauben erhitze ich zuerst die Unterseite der Flasche. Also bei den Füllklötzen. Die Flaschen haben ein etwas eingeschränktes Schrumpfvermögen. Aber mit etwas üben,das Material kostet ja nichts, kriegt man schnell den Bogen raus.
    LG Franz
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  12. #12
    User †
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    Sorry, das ich den Thread nochmal hoch hole. Ich muss gerade eine Kabinenhaube für so einen Heli Rumpf machen:



    Von der Größe her ist die Haube unten ca. 6 bis 7 cm breit. Den Rohling muss ich noch bauen. Jetzt zur Frage:

    Hat schonmal jemand versucht, zuerst den Flaschenboden mit dem Heißluftfön zu schrumpfen und statt der Holzlatten das Rohr vom Staubsauger zu verwenden. Dann mit stabilem Klebeband abzudichten und so den Unterdruck zu erzeugen, daß sich das Material auch sauber an die Form anlegt ?
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  13. #13
    Vereinsmitglied Avatar von Klaus Petersen
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    Daumen hoch

    Sicherlich ist da Raum zum Eperimentieren.
    Also Kollege, frisch ans Werk! Und das Ergebnis hier posten.
    mein Verein: www.mfgl.de
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  14. #14
    User Avatar von TheoKamikaze
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    Standard Flasche mit Staubsauger

    Hallo,
    versuch mal folgendes:
    Flaschenboden einer 1,5 Liter Flasche abschneiden, dort eine Platte einpassen, wo auch der Staubsauger angeschlossen ist.
    Superdicht braucht es nicht sein. Dann eine runde Platte kann man recht einfach in die Flasche einpassen.

    Dann den Klotz und die Holzleisten so motieren, wie es ohne Sauger auch beschrieben worden war.
    In den ersten Zentimeter Abstand zur "Endscheibe" wird es nicht stark geschrumpft werden dürfen, aber bei kleinen Cockpits wird es wohl möglich sein. Sonst einen Kollegen mit Tiefziehform belästigen.

    Theo
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  15. #15
    User †
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    Standard

    Hurra .. muss doch mal den Vollzug melden !!! Das schwierigste war, eine passende PET Flasche zu finden. 2L Flaschen sind zu klein, aber nach langer Suche bin ich auf Mr. Max 5L Kanister gestossen. Die kosten gerade mal 1,49€ - der Inhalt ist nicht genießbar, dafür sind die Flaschen perfekt zum einschrumpfen. Bisher habe ich eine 2L Lipton Eistee Flasche geschrumpft ( war nix - gerissen und zu klein ) und 3 der Mr. Max Kanister, 2 habe ich noch. Der letzte Versuch war schon sehr brauchbar, hier mal das bisherige Ergebnis:


    Hier sieht man die Vakuum Löcher in der Form. In Verbindung mit dem Staubsauger unterstützen sie etwas. Der Trick war aber, mit einem Messingrohr Druck auszuüben während das Material noch heiß war.


    Hier mal das bisherige Ergebnis ohne Klotz.

    Und wer den Rest des Baus verfolgen möchte, hier geht's zum Baubericht:
    http://www.turbinenheli.de/content/view/98/164/lang,de/
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