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Thema: Aero Commander in Eigenbau (Depron - 1,6 m): Baubericht

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
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    Aufpassen! Aero Commander in Eigenbau (Depron - 1,6 m): Baubericht

    Hallo Jungs & Madels (falls es solche hier im Forum überhaupt gibt),

    da mir mein alter Depronflieger mittlerweile schon zu langweilig geworden ist, wollte ich mal etwas anspruchsvolleres hinsichtlich Größe und Detailierungsgrad bauen.
    Geplant ist eine zweimotorige Aero Commander. Der ein oder andere kennt sie vielleicht noch, flog erstmals 1948. Ist lange her und das letzte Exemplar hat 1985 die Werkshallen verlassen. Die Maschine ist bis heute noch im Einsatz. Sie besitzt ein Dreibeinfahrwerk und wurde in Schulterdeckerbauweise konstruiert. Mir gefiel sie v.a. dadurch, dass sie recht einfache Formen aufweist und zweimotorig mit Dreibeinfahrwerk war. Ich möchte sie komplett in Depron bauen, also Rumpf und Fläche bestehen aus dem Material. Da ich meines Studiums wegen viel mit CAD zu tun hatte, will ich den Flieger von Grund auf im Computer konstruieren. Zum Modell selbst:

    Spw: 1,6m
    Länge: 1,2m
    Gewicht: hoffentlich nicht über 1,6kg
    Antrieb: zwei Chinaböller A2212 1000kv mit zwei 30A ESC's
    Besonderheiten: Ein gefedertes EZFW

    Und los gehts mit ein paar Baustufenbildern! Im Internet fand ich eine brauchbare 3-Seiten-Ansicht der Commander. Konkret war es eine Commander 680, die noch über die alten Motorgondeln mit dem alten Fahrwerk verfügte. In diesem Fall fährt das Hauptfahrwerk nach hinten ein. Ein Teil des Rades schaut dann noch aus der Fläche heraus. Bei den jüngeren Maschinen wurde ein drehbares Hauptfahrwerk verbaut. Dazu wurden auch die Triebwerksgondeln angepasst. Ich werde bei meinem Modell einige Änderungen ggü. dem Original vornehmen. Die Motorgondeln bekommen das jüngere Design, v.a. weil dies leichter aus Depron zu fertigen ist. Das Fahrwerk werde ich wohl nicht drehbar gestalten. Auch wenn das nicht so richtig zusammenpasst - altes Fahrwerk in neuen Gondeln - mir gefällts eben so.
    Das Originool mit neuem Fahrwerk:

    Name:  Aero commander 500A.jpg
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    Das neue Fahrwerk von unten. Noch dazu: die ersten Maschinen hatten alle Lycoming Boxermotoren mit anfänglich 435ci und 260 PS. Sie wichen recht schnell größeren Motoren mit 480 und 520ci. Teilweise sogar mit Aufladung. Später wurden dann auch einige Exemplare mit Turboprop-Triebwerken ausgerüstet.

    Name:  commander500S LV.jpg
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    Und so gehts im CAD los:

    Name:  Baustufe2.jpg
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  2. #2
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    Zu allererst wird die 3-Seiten-Ansicht vom Original ins CAD kopiert. Sie wird in Vorder-, Seiten- und Draufsicht gesplittet und dann auf 3 Ebenen im Raum aufgeteilt. So kann man die Rumpfquerschnitte extrahieren und diese dann einzeln im Raum positionieren. Als nächstes werden die Querschnitte - welche hier nur zur Hälfte dargestellt sind (später wird alles gespiegelt) - miteinander über gerade oder gekrümmte Linien verbunden. Anhand dieser Linien zieht das CAD-Programm dann eine Fläche über die Querschnitte. Schon ist ein Teil des Rumpfes erstellt. Den kann man dann betrachten und auf fehlerhafte Stellen hin untersuchen, ggf. die Splines und Skizzen anpassen bis alles passt.
    Angehängte Grafiken    
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  3. #3
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    Ich hab schonmal ein bisschen weitergemacht mit der Modellierung. Allerdings ist auch zu betonen, dass dieses CAD-Modell nur aus Flächen ohne Wandstärke besteht. D.h. für einen guten Plan muss ich allen Teilen noch eine Wanddicke verpassen und auch etliche Teile wie Holme und Rippen nachträglich ins Modell einfügen.

    Name:  Baustufe10.jpg
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    Name:  Baustufe11.jpg
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    Name:  Baustufe12.jpg
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    Name:  Baustufe13.jpg
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  4. #4
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    Das HR habe ich entgegen dem Original als Kreuzleitwerk ausgeführt. Die starke V-Form hat mir nicht besonders gut gefallen. Ich mag Kreuzleitwerke viel lieber.
    Da nun die Grundarbeit schon abgeschlossen ist (das Erstellen einer Flächenformation für das ganze Flugzeug) kann nun damit begonnen werden, die Flächen in Solids umzuwandeln. Das geht beim Rumpf zB. rel. einfach, hier kann man über den Befehl "Wanddicke auftragen" einen Solid erzeugen. Ich hab das mal gemacht.
    Hier sieht man den Rumpf und das Seitenleitwerk als Solids. Nasenleiste und ein kleiner Holm sind ebenfalls zu sehen.

    Name:  Baustufe14.jpg
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    Das SR bekommt auf seiner Spitze einen Balsaklotz spendiert, der die nötigen Rundungen durch Schleifen abbilden kann. Depron kann man leider nur 1-achsig biegen. Und für Endstücke ist mir Balsa lieber, da es nochmal ne ganze Ecke härter und stabiler ist als Depron. Man eckt nämlich oft mit den Leitwerkskanten beim Transport an. Das gibt unschöne Kratzer und Riefen.

    Name:  Baustufe15.jpg
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    Und die Fläche hab ich auch gleich noch gemacht. Was hier so locker flockig von der Festplatte kommt, habe ich in tagelanger Arbeit mühselig stundenlang vor dem Bildschirm erstellt.

    Name:  Baustufe17.jpg
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  5. #5
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    Name:  Baustufe16.jpg
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    Sieht hammer aus, finde ich

    Name:  Baustufe18.jpg
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    Die Motorgondeln bereiteten viel Arbeit, da sie sehr komplex waren. Sie sollten ja genauso modelliert werden, wie sie später aussehen, wenn ich das Flugzeug baue. Sprich es sollten die gleichen Teile im CAD sein, wie sie auch in Wirklichkeit dann ausgeschnitten und verklebt werden. Desweiteren machte ich mir viel Gedanken über die Krafteinleitung der Motoren. Diese ziehen vorn am Motorspant und diese Zugkraft muss irgendwie auf die Fläche übertragen werden.
    Hier die Motorgondel von außen im finalen Design:

    Name:  Baustufe20.jpg
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    Und hier ein Schnittbild. Man sieht das Innenleben, bestehend aus je einer 3mm Schale oben und unten, dicken 12mm Seitenwänden. Diese müssen so dick sein, weil sich auf diese Weise am einfachsten die Rundungen auf der Außenseite der Motorgondel realisieren lassen. Es werden je zwei 6mm Depronteile aufeinander geklebt. An der Unterseite befindet sich noch ein Stützbogen aus 3mm Depron, diesen sieht man hier im Bild. Die Gondel selbst wird einfach auch die Fläche von außen nach innen aufgeschoben und mit der Beplankung verklebt. Da hier viel Schaum miteinander verklebt wird, sollte das für die Torsions- und Zugkräfte der Motoren ausreichen.

    Name:  Baustufe19.jpg
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  6. #6
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    Standard Innenausbau

    Momentan bin ich dran, die Spanten für die beiden Rumpfhälten zu zeichnen. Das geht eigentlich sehr einfach, die meiste Zeit geht fürs Überlegen drauf, wie immer. Auf jeden Fall wird der Vogel riesig für nur 1,6m Spannweite. Rumpfunterkante zu SR-Spitze sind glatte 50cm, wenn ich bedenke, dass da Motoren mit max. 800g Schub reinkommen kommen leichte Zweifel auf. Selbst der Rumpf selber ist 20cm hoch und 17cm breit. Hat ein ordentliches Volumen. Ich werde noch dieses Wochenende mit dem Bau der Rumpfhälten beginnen. Ich kann jetzt nicht mehr länger am PC sitzen und zeichnen, mich juckts in den Fingern

    Name:  Baustufe21.jpg
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    Name:  Baustufe22.jpg
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    Das Holzbrett hinten ist für die Aufnahme des SR, das gesamte Leitwerk wird an einer Stelle auf dem Rumpf aufgesteckt. Sonst geht das nicht ins Auto rein, ich hab leider kein Kombi, sondern fand vor ein paar Jahren eine Limo schöner, sodass diese immer noch mein Eigentum ist
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  7. #7
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    Hallo,

    ein sehr schönes Vorbild, Klasse Zeichnungen!
    Hilmar Lange hat dieses Vorbild auch einmal
    wunderbar ins Modell umgesetzt.

    http://modell-aviator.de/modelle/zwe...r-und-outdoor/

    Gruß
    Hans-Jürgen
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  8. #8
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    Hallo Hans-Jürgen,
    das was Hilmar da umgesetzt hat ist klasse! Aber auch sehr klein. Ich baue mittelfristig dieses Modell hier mit 1,6m Spw. Später hab ich auch nix gegen eins mit ca. 2,5m. Je größer, desto besser!
    Momentan bin ich beim Rumpfbau, allerdings geht die meiste Zeit wiedermal fürs Überlegen drauf. Sobald es Neuigkeiten gibt, werden diese hier berichtet.

    Grüße, Max
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  9. #9
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    Standard Es geht weiter...

    Hallo, es geht ein kleines bisschen weiter an der Commander. Ich habe schon mal mit dem Rumpf angefangen, die beiden mittleren Hälften sind ausgeschnitten. Dann kamen die Spanten dran. Dabei hab ich einen Fehler im CAD bemerkt. Wenn in die fertige Beplankung mit dem Messer eine Aussparung fürs SR hineinkommt, dann wird sich dort das Depron aufbiegen, weil der Halt am mittleren String oben fehlt. Also war die Idee mit der Holzplatte zur Aufnahme des SR hinfällig. Am besten sieht es aus, wenn ich einfach auf den fertigen Rumpf eine Holzrippe klebe, auf die dann das SR gesteckt wird. Das muss ich abnehmbar gestalten, weil der Flieger sonst nicht in mein Auto passt. Auf dem Dach braucht der nicht mitfahren, bei Geschwindigkeiten von über 100kmh reißt es wohl die Leitwerke einfach ab.
    Die dicke Holzrippe die man im Bild sieht ist in Echt zweigeteilt. Einmal Unterteil, das fest auf dem Rumpfrücken verkelbt wird, einmal Oberteil, dass eine stabile Halterung für das SR ergibt. Auf dem Oberteil werden auch die SR-Holme verklebt.
    Um die Kräfte einigermaßen gut in den Rumpf einzuleiten, wird das Unterteil der Holzrippe von im Rumpf befindlichen Holzleistchen gestützt. Diese werden von Depronspanten eingefasst. Sie werden erst eingeklebt, wenn die Beplankung beider Rumpfhälften fertig und die Rumpfhälften selbst zusammengeklebt sind.

    Name:  Baustufe24.jpg
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  10. #10
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    Hallo,

    schönes Projekt!

    Wenn ich es richtig verstanden habe, würde ich die Seitenleitwerksbefestigung anders lösen.

    Setze doch einfach zu deiner alten Konstruktion zwei Längsspanten links und rechts des SLW aus Depron eventuell mit dünnen Kiefernleisten verstärkt und lass es oben bis unter die Beplankung laufen. Damit hast du eine formschaffende, stabile Verbindung. Und das SLW kann einfach in die Tasche gesteckt werden. Unten am SLW eine Speerholzzunge die in einen Schlitz des Brettchens unter dem Leitwerk greift. Die hinten eingelassene Platte kann bis auf die Verbindungsstellen und den Schlitz gut durchlöchert werden zur Gewichtsreduktion.

    Grüße, Bernd
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  11. #11
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    Gefällt mir sehr.
    Hast Du schon überlegt, wie das "gefederte Fahrwerk" aussehen wird. Bzw. EZFW-Mechaniken schon gefunden?

    Gruß
    Juri

    P.S. Kennst Du die "Optimistische Methode" schon? Zumindest die Nasen- und Hecksektionen könnte man als Schalen fönen...
    Alle warten auf das Licht.
    Fürchtet euch, fürchtet euch nicht
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