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Thema: SZD-24-4A Foka 4 (M 1:4): Baubericht

  1. #1
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    Aufpassen! SZD-24-4A Foka 4 (M 1:4): Baubericht

    Hallo Gemeinde!

    Eigentlich hat der Bau schon im Oktober 2012 begonnen aber ich habe lange überlegt, ob ich hier einen Baubericht mache. Aber warum eigentlich nicht. Also los.

    Wie kam es dazu? Nachdem ich in der Bausaison 2011/12 viel mit Faserverbundzeug rumexperimentiert hatte und ein recht manierlich fliegender Schleudersegler dabei herauskam musste es mal wieder Holz sein. Im Frühjahr 2012 entstand noch auf die Schnelle eine I-16 in 1:9 aber das ist was für den kleinen Hunger zwischendurch. Es muss was Größeres werden! Und es muss ein Segler sein!
    Der Maßstab war schnell gefunden, eben 1:4. Ich weiß, das ist mittlerweile nicht mehr richtig groß aber für mich ideal. Groß genug um halbwegs detailliert und nah an der Originalgeometrie zu bauen, andererseits passen die 1,80m langen Flächen grad noch so in meinen Kombi und die 5kg Grenze ist auch locker drin.
    Bei der Frage nach dem Flugzeugtyp hab ich lange zwischen Pirat und Foka geschwankt. Letztendlich habe ich mich dann für das elegantere Flugzeug entschieden. Übrigens fliege ich das Ding jetzt auch im manntragenden Hobby. Für ein 45 Jahre altes Flugzeug (Bj. '68) ne echt schnieke Karre! Bisschen eng im Cockpit aber sehr wendig im Flug. Man hat nicht den Eindruck einzusteigen sondern sich das Flugzeug anzuziehen.
    Das Design soll am Ende der D-2231 in der älteren Rumpflackierung entsprechen. Also nix mit Möhre (brrr). Wie das aussieht, dazu später mehr.

    Dadurch, dass der Baubericht später losgeht als der Bau kann ich hier im Zeitraffer berichten und am Ende wenn die Karre fertig ist sollten sich beide Zeitlinien treffen (Dr. Who lässt grüßen). Nun aber zum Bau!

    Begonnen habe ich mit den Tragflächen in Holm-Rippen Bauweise. Dazu habe ich nicht etwa mit dem Holm angefangen sondern mit der Beplankung. Diese besteht aus drei verleimten Schichten Balsaholz: 0,8mm 0°; 0,6mm +45°; 0,6mm -45° jeweils in Spannweitenrichtung. Das gibt ein hübsch stabiles Panel.

    So hab ich es gemacht:
    Name:  Foka001.jpg
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    Balsabrettchen kontinuierlich im 45°Winkel an den Kanten zusammensekundet und bei erreichen einer bestimmten Größe die benötigte Form herausgeschnitten.

    Drei solcher vorbereiteter Platten wurden dann jeweils in der oben beschriebenen Abfolge mit leicht verdünntem Ponal ordentlich eingematscht und verpresst:
    Name:  Foka002.jpg
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    Das ergibt dann vier vorbereitete Beplankungssegmente schon in der passenden Größe.

    So, noch kurz was zum Hauptholm. Dieser besteht in der Hauptsache aus Kieferholzgurten. Ein kurzes Durchrechnen mit dem Excel von Christian Baron spuckte mir 25mmx5mm Querschnitt im Wurzelbereich aus. Im Baumarkt wurden dann rund 50 Leisten in der gegebenen Abmessung gesichtet, bis vier passende Kandidaten gefunden waren. Hauptsächlich habe darauf geachtet, dass die Jahresringe möglichst eng stehen und die Maserung so gut wie möglich parallel zu den Kanten verläuft.
    Vier 1,80m lange Kiefernleisten mussten dann noch von 25x5 gleichmäßig auf 10x2 verjüngt werden. Genau die richtige Arbeit um sich etwas warm zu machen im kalten Bastelarium.

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    Beim nächsten mal wird dann schon mit dem Einleimen der ersten Rippen fortgefahren. Ich hoffe ihr findet meine Baudoku interessant und lest schön mit.

    Gruß,
    Micha
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  2. #2
    User Avatar von SZD 22 Mucha
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    Standard Nach welcher Vorlage.....// FOKA 4 ?

    die Bilder sind sehr viel versprechend, aber eine ganz große Frage bleibt offen,
    nach welchen Bauplänen arbeitest Du, hast Du selber CAD gezeichnet?
    Wäre schön zu wissen, wie Du Deine Einzelteile herstellst.
    In Europa gibt es keinen fertigen Bauplan, nach dem man im Detail arbeiten kann.
    Kunstoff-Bauweisen gibt es sehr viele.

    Bis dahin
    Olaf
    Lasst die bunten Vögel aus der Jugendzeit noch einmal zur Sonne fliegen, dunkel ist es noch lang genug. Die Retro Graupner Nostalgie Baupläne
    gibt es bei mir, und noch vieles mehr, angefangen vom AMIGO 1960 bis 1990.
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  3. #3
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    Hallo,

    der Bauplan ist selbstgestrickt. Die Maße wurden teils aus 3-Seitenansichten und teils aus eigenen Messungen am Original zusammengetragen. Wichtig war mir hierbei, die Eiform des Rumpfes im Bereich der Kabine gut abzubilden. Im Bereich des Kabinenendes ist die dickste Stelle des Rumpfes schon bei etwa 30% der Rumpfhöhe. Kurz nach Ende der Flächenwurzeln ist die Dickste Stelle wieder in der Mitte. Ich habe das Modell nicht bis ins Kleinste durchkonstruiert, da ich viele Sachen mir erst während des Bauens ausdenke, wie z.B. die Seitenruderanlenkung.
    Aber sämtliche Rumpfspanten, Rippen und Holm der Seitenflosse sowie die meisten Sperrholzteile sind im CAD entstanden. Wenn der Rumpf fertig ist und gut aussieht, kann ich die Spanten gern als .dxf zur Verfügung stellen.

    Gruß,
    Micha
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  4. #4
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    Guten Tag,

    es ist Wochenende, es regnet ununterbrochen und an Fliegen ist nicht zu denken. Zeit, die nächsten Häppchen in die Runde zu werfen. Heut geht es weiter mit dem Tragflächenbau.
    Ich habe mir erstmal ein neues Baubrett aus Buchenleimholz machen müssen. Das Alte war ein wenig zu kurz. Auf dieses wurde mittels Balsaleisten eine Helling gebaut und die unteren Beplankungsschalen draufgepinnt.
    Ich bin dabei so vorgegangen, dass ich beide Flächen quasi gleichzeitig gebaut habe. Das heißt, nach jedem wichtigen Bauabschnitt die erste Fläche von der Helling genommen und mit der jeweils anderen nachgezogen.
    Bis auf einen kleinen Überstand im Bereich der Nasenleiste wurden die unteren Beplankungen schon auf die passende Größe zugeschnitten. Damit konnten alle Positionen von Holmen und Rippen direkt auf's Holz gezeichnet werden.
    Ich habe nach Einkleben der unteren Holmgurte nur jede dritte Rippe eingesetzt, damit das anschließende Verkasten des Hauptholmes nicht in zu vielen Kleinteilen endet. Die Verkastung besteht aus beidseitig 0,6mm Birkensperrholz.
    Im Bereich der Steckung ist erstmal keine Verkastung. Da muss ich ja später nochmal ran.

    Das Ganze sah dann so aus:
    Name:  Foka005.jpg
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    Die Rippen sind ganz oldschoolmäßig im Blockverfahren entstanden. Für die Profilierung habe ich mal wieder in die Quabeck-Kiste gegriffen. HQ/W-2,5/13 an der Wurzel, HQ/W-2,5/12 mit -0,75° Schränkung am Querruderanfang und HQ/A-3/11 mit -2° Schränkung am Randbogen. Ganz Schlaue mögen in Frage stellen, was bei der gewählten Bauweise von den Profilen noch übrig ist aber irgendeine Grundlage braucht man ja. Ich denke aber, ich hab's ganz gut hinbekommen.

    Name:  Foka007.jpg
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    Die Querruder werden lang und schmal. Da muss viel Steifigkeit rein. Aus diesem Grund sind diese beidseitig mit 0,6mm Birkensperrholz beplankt. Die Querruder habe ich gleich aus der Beplankung ausgeschnitten und dafür den entsprechenden Sperrholzstreifen so eingeklebt, dass die Unterseite bündig ist. Der entsprechende Dickensprung auf der Innenseite von 1,4mm ist in die Rippen schon mit eingearbeitet. Wenn die Querruder dann einigermaßen stabil sind, werden sie wieder herausgetrennt.
    Das sieht erstmal so aus:

    Name:  Foka006.jpg
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    Anschließend habe ich die restlichen Rippen bis auf die im Steckungsbereich eingeleimt.
    Das sieht doch schon ordentlich nach Holzrohbau aus.

    Name:  Foka008.jpg
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    Gruß,
    Micha
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  5. #5
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    Huch schon wieder ne Woche rum,
    Heut geht es weiter mit der Steckung und ein bisschen Querruder.
    Zur Steckung:
    Ich verwende einen 16mm Kohlefaserrundstab, den ich letztes Jahr auf der Modell Hobby Spiel am Stand von EMC Vega erstanden habe. Zur Herstellung der Steckungsrohre habe ich den Rundstab ca. 5-6mal dick mit Trennwachs eingepinselt und Dieses anschließend poliert. Anschließend wurden zwei ca. 40cm lange Streifen harzgetränktes 160er Glasgewebe drumgewickelt. Nach dem Aushärten sah das so aus:

    Name:  Foka009.JPG
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    2...1...Risiko!
    Der Plan war, dass sich nach dem Aushärten durch gewalttätiges Rollen auf einer harten Unterlage und Wärmeeinwirkung die Trennwachsschicht löst und die Steckungsrohre freigibt. Denkste! Nach ewigem Herumgewürge hat sich eins der Rohre gerademal um 5mm bewegt, dann war aber auch Schluss. Beinahe in der Gewissheit ein teures Stück Rundkohle auf dem Gewissen zu haben habe ich noch einen letzten Versuch unternommen. Ich habe das Ganze einfach in ein Glas mit Verdünner gestellt. Dieser hat das Trennwachs angelöst und ist in dem schmalen Spalt durch die Kapillarwirkung bis durch gekrochen. Die Rohre lösten sich plötzlich fast ohne Widerstand vom Kohlefaserstab. Auftrag "nahezu spielfreie Steckung" erfüllt!


    Danach habe ich beide Tragflächen auf dem Baubrett ausgerichtet, fixiert und die Steckungsrohre provisorisch eingeklebt:

    Name:  Foka010.JPG
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    Der Freiraum zu den Holmgurten wurde anschließend mit Harz/Glasfaser-Pampe verfüllt und die restlichen Rippen eingeleimt. Das sollte halten. Wie man sieht schauen die Steckungsrohre ca. 5cm aus der Wurzelrippe heraus. Das hat zwei entscheidende Vorteile. Erstens mindert das den Steifigkeitssprung und damit die Kerbwirkung an der Wurzelrippe für den Kohlefaserstab und zweitens kann ich die geschlitzten Rohrstummel mittels Schlauchschelle o.Ä. auf dem Rundstab klemmen. Das sollte eine bombenfeste Tragflächensicherung abgeben.


    Noch kurz zu den Querrudern. Die Aufhängung wurde noch vor dem Abtrennen der Ruderflächen erstellt. Das sichert Passgenauigkeit. Als Lagerung habe ich am QR-Anfang 2mm Rundstahl in Messingrohr:

    Name:  Foka013.JPG
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    und vom Flügelende her wird ein 1mm Stahldraht bis zur Mittenaufhängung gefädelt. Die Lager in den Flächen sind aus 2x1mm Messingrohr hartgelötet und werden noch ordentlich mit dem Hilfsholm verharzt.

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    so weit für heute.

    Name:  Foka012.JPG
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    nächste Woche geht es dann mit den Bremsklappen weiter.

    Gruß,
    Micha
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  6. #6
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    Hei, tolle Bilder und informativer Text, weiter so

    Wegen den Verbindertaschen ;-)

    Ich mache dies jeweils so:

    Verbinder mit Margarine einreiben, dann in 2 lagen haushalstfolie sauber einrollen.
    Anschliessend 2 Glasschläuche drüber ziehen, 1 Lage Abreissgewebe und zu guter Schluss einen Schrumpfschlauch ;-)

    Klappt wunderbar und lässt sich gut wieder abziehen mit etwas Kraft.... Ist so ne Richtlinie
    Manchmal kommen auch noch par Rowing drum oder wenns zu viel harz hat noch ne lage haushaltspapier....
    Villeicht ginge es mit nur einer Lage Frischhaltefolie auch, bisher aber noch nicht ausprobiert ;-)....

    Durch das Abreissgewebe hast du ne super Oberfläche fürs weiterbauen ;-)

    So! nun wünsche ich die weiterhin viel erfolg!!

    gruss sandro
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  7. #7
    User Avatar von SZD 22 Mucha
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    Standard Wie geht.....

    es weiter? Tolle Bilder, toller Baubericht, ich bin ein heimlicher Mitleser.
    Mein Interesse sind polnische Segelflugzeuge, vielleicht geht es ja weiter.
    Werden vielleicht Bilder vom Bauplan veröffentlicht? Der Aufbau des Rumpfes
    steht mir im Vordergrund. Es gibt keinen Bauplan in reiner Holzbauweise in Europa.

    bis dahin

    Olaf
    Lasst die bunten Vögel aus der Jugendzeit noch einmal zur Sonne fliegen, dunkel ist es noch lang genug. Die Retro Graupner Nostalgie Baupläne
    gibt es bei mir, und noch vieles mehr, angefangen vom AMIGO 1960 bis 1990.
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  8. #8
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    Standard Es geht bald weiter

    Leider habe ich am Wochenende keine Zeit gefunden, den Baubericht fortzusetzen und jetzt ist es auch schon wieder fast elf.
    Ich baue den Bericht in der Reihenfolge auf, wie der Bau erfolgt. Das heißt bis zum Rumpf dauert es noch ein kleines Bisschen, aber wirklich nur ein kleines!
    Vielleicht schaffe ich es ja morgen wieder ein paar Bilder mit Text zu posten.

    @Sandro: Danke für den Tip mit dem Abreißgewebe. Hast natürlich recht, da spart man sich am Ende die Dinger zum Einkleben wieder aufzurauen. Gibt ein klein bisschen weniger Dreck im Bastelstübchen.
    Ich denke ich werde das mit dem Trennwachs so beibehalten. Ich weiß ja jetzt, wie es sich wieder lösen lässt und die Passung ist saugend.

    Und weil Olaf so ungeduldig ist, gibts ein ganz kleines Betthupferl:

    Name:  Foka016.jpg
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    Spantenrisse geb ich aber erst raus, wenn der Rumpf fertig ist und gut und stimmig aussieht. Nicht, dass dann noch jemand schimpft, was ich für nen Mist veröffentliche. Ich bitte da um etwas Geduld.

    Gruß,
    Micha
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  9. #9
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    Hallo da bin ich wieder!

    Seit dem letzten Beitrag ist diesmal etwas mehr Zeit vergangen. Ich bin einfach nicht so richtig zum Schreiben gekommen. Deshalb werden die Arbeiten an den Tragflächen bis zum jetzigen Stand in einem Beitrag zusammengefasst.

    Als nächstes will ich euch die Arbeiten an den Bremsklappen zeigen. Abweichend zum Original bekommt meine Foka diese nur auf der Tragflächenoberseite, dafür aber in der richtigen Länge und vorbildgetreu positioniert. Die auf der Unterseite erspare ich mir, da ich bei dem flachen Teil Beschädigungen bei Landungen in höherem Gras befürchte. Man könnte jetzt argumentieren, die Störklappen kurz vor dem Aufsetzen einzufahren aber wenn's mal hektisch wird ist das auch schnell mal vergessen.
    Ich habe die Teile von Graupner gewählt mit 370mm Länge. Dabei stellten sich zwei Aufgaben: Erstens: 1300mm / 4 = 325mm , die Klappen müssen also gekürzt werden. Die daraus folgende Demontage kann man gleich zum Lackieren nutzen. Zweitens: An der Originalfoka öffnen sich die oberen Bremsklappen vom Rumpf her und schwenken nach außen. Die Graupnerklappen laufen genau andersherum wenn man den Antrieb zur Wurzelrippe hin haben will. Eventuell hab ich mich nur doof angestellt, aber ich habe keine Möglichkeit gefunden, den Antrieb auf die andere Seite umzubauen. Die Klappenservos sollen nämlich in die Wurzelrippe und dort ohne Servodeckel in der Fläche zugänglich und evtl. auswechselbar sein. Also hieß es eigene Lösung zum Antriebsumbau finden.

    Die Bilder:

    am zukünftigen Arbeitsplatz:
    Name:  Foka017.jpg
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    Der vorbereitete Schacht. Ich habe dann noch Verstärkungen aus 3mm Birkensperrholz auf die untere Beplankung geklebt, da die Endleiste wegen der durchtrennten Rippen ganz schön weich wurde. (auf dem Bild nicht zu sehen). Man beachte die Positionierung: kurz vor dem letzten Drittel der Profiltiefe, nahezu parallel zur Endleiste. Beim Original mit oben und unten ausfahrenden Klappen sorgt diese Positionierung dafür, dass die oberen und unteren Klappen parallel laufen (Parallelogrammechanik). Der Flügel wird ja zum Ende hin dünner und schmaler, damit müssen die Klappen je weiter von der Wurzel weg in dickere Bereiche des Profils wandern. Das heißt, das wurzelnahe Ende der Klappen liegt prozentual in der Profiltiefe weiter hinten als das Wurzelferne. Versteht das noch jemand?. Ok mit der Mechanik im Modell ist das ja nicht notwendig, aber die Optik muss eben passen.
    Name:  Foka018.jpg
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    Lackiert, gekürzt, zur Hälfte montiert mit umgebautem Antrieb:
    Name:  Foka019.jpg
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    Details - ehemalige Antriebsseite / neue Antriebsseite:
    Name:  Foka020.jpg
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    Name:  Foka021.jpg
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    Fertig eingebaut:
    Name:  Foka022.jpg
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    Klappenservo, der Antrieb erfolgt über eine Kohlefaserschubstange mit eingeharzten Gewindestangen an den Enden.
    Name:  Foka023.jpg
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    Noch was zur Gestaltung der Endleiste. Um diese möglichst dünn und trotzdem widerstandsfähig zu bekommen habe ich gleichzeitig mit dem Aufbringen der oberen Beplankung Glasgewebeband eingeharzt:
    Name:  Foka024.jpg
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    nochmal umgeschlagen:
    Name:  Foka025.jpg
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    Deckel drauf und pressen!
    Name:  Foka026.jpg
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    ...und ausgehärtet. Jetzt kann man die Endleiste schön spitz ausschleifen. Aber das kommt später.
    Name:  Foka027.jpg
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    Fertig beplankt, Nasenleiste dran und grob behauen. In diesem Zustand pausiert der Tragflächenbau erstmal und der Rumpf wird begonnen.
    Name:  Foka028.jpg
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    So, im nächsten Beitrag beginnt dann der Rumpfbau. Bis bald.

    Gruß,
    Micha
    Geändert von micha h. (29.06.2013 um 15:20 Uhr) Grund: Rechtschreibkorrektur
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  10. #10
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    Ciao Micha

    Grosser Respekt von der tollen Arbeit, da werde ich gleich neidisch...
    weiterhin viel erfolg, ich freue mich schon auf deinen weiteren fortschritte

    gruss sandro
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  11. #11
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    Mittlerweile habe ich ein paar Fotos von vor ein paar Jahren bekommen, bevor der Rumpf der Vorbildfoka umlackiert wurde.
    Also so soll sie mal aussehen:

    Name:  Foka029.jpg
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    Gruß, Micha
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  12. #12
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    Hallo liebe Leute,

    lang' ist's her seit dem letzten Beitrag aber da der Sommer tut wozu er da ist, war ich in meiner Freizeit lieber fliegen statt am Rechner zu hocken. Ich hab mich sogar mal zu einem kleinen Wettkampf getraut, der extra für den SZD-30 Pirat in Görlitz ausgerichtet wird. Leider war meine Teilnahme nur mäßig erfolgreich, aber das ist eine andere Geschichte.

    So, heut also mal ein bisschen Rumpf. Ich werd mich im Text kurz fassen und lasse lieber Bilder sprechen.

    Die Rumpfmaße wurden teils vom Original und teils aus Zeichnungen aus der Dokumentation abgenommen. Danach wurde ein grober Plan auf Papier gezeichnet und die zukünftigen Spantenpositionen festgelegt. Diese sind nicht passend zum Original sondern richten sich nach meinen bautechnischen Ideen und Anforderungen. Macht aber nichts, da man die Rumpfspanten später eh nicht mehr sieht. Die Spanten selbst entstanden dann im CAD. Dazu wurden zuerst Seitenansicht und Draufsicht als Skizzen erzeugt und anschließend der Verlauf der größten Dicke skizziert. Dieser Verlauf trennt später die untere und obere Halbellipse der Spantenrisse. Das ist ziemlich wichtig um die charakteristische Rumpfform herauszuarbeiten, da dort wo der Pilot seinen Hintern hat, der Rumpfquerschnitt eiförmig ist (dickste Stelle ziemlich weit unten).

    hier mal ein Screenshot:
    Name:  Foka030.jpg
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    Weiter gehts in der Werkstatt. Nach einer etwa 2-3 stündigen Laubsägeorgie: (Fräsen sind was für Memmen)
    Name:  Foka031.jpg
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    Die Teile wurden dann fein säuberlich ausgerichtet und auf's Baubrett gepappt. Die ersten Stringer werden eingezogen.
    Die Rumpfspanten sind im vorderen Teil aus 2-4mm Birkensperrholz und im hinteren Teil aus 4mm Pappelsperrholz. Die Stringer sind Kiefernleisten von 2x5 bis 3x8.
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Größe:  46,2 KBName:  Foka033.jpg
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    Der Kiel beginnt zweiteilig und wird um den Fahrwerkskasten herumgeführt (wie oben schon zu sehen). Danach werden die Teile zusammengeführt und leiten in eine 3x8mm Leiste über, die dann bis zum Sporn geht.
    Die Kielleisten mit eingefassten Fahrwerkskastenseitenteilen:
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Größe:  105,8 KBName:  Foka035.jpg
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    Der Kabinenbereich mit den ersten Rahmenleisten 3x5mm:
    Name:  Foka036.jpg
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    Übergang zu den seitlichen Stringern (die überstehenden Ecken werden später beigeschliffen):
    Name:  Foka037.jpg
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    Hier der endgültige Aufbau des Kabinenrandes. Dazu habe ich leider kein aussagekräftiges Foto, deshalb gibt es ne Skizze:
    Name:  Foka038.jpg
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    So, das war's auch schon für heute. Nächstes Mal geht es weiter mit dem Leitwerksbereich. Ich denke mal das Thema wird das Seitenruder, seine Lagerung und Anlenkung.

    Noch viele schöne Flüge wünsch' ich euch!

    Gruß,
    Micha
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  13. #13
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    Total saubere bau Micha!
    Macht lust af eind neues Holz Projekt.
    Übrigens finde ich deine Klappen anlenkung genial.
    Die Lösung für die klappen servo werde ich bestimmt auch mal benützen.
    Schön weitermachen und LG aus Holland, Maarten
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  14. #14
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    Es wird aber auch Zeit...

    hier mal weiterzumachen. Komm grad vom Fliegen. Schön viele Amperestunden verbrannt mit Xeno und I-16

    Heute geht es um das Seitenruder. Da gab es einige Eckpunkte, die vor Allem die Anlenkung etwas speziell haben werden lassen. Da ich die Kiste erstmal schön leicht haben will kam ein Servoeinbau im Heck nicht in Frage. Also kamen folgende Anforderungen zustande:

    - Servo ganz vorn hin
    - Seilanlenkung (leicht und spielarm)
    - Seitenruder demontierbar

    Besonders schwierig erwies sich bei meinen Überlegungen die stark geneigte Lage der Ruderachse und der Umstand, dass das Ruder erst sehr weit oben am Rumpf überhaupt anfängt. Um eine vernünftig funktionierende Seilanlenkung zu bekommen sollen die Seile senkrecht zur Ruderachse einlaufen. Wenn man sich die Rumpfgeometrie anschaut kommt man zu dem Schluss, dass die Seile einen ziemlich wilden Bogen durch die Leitwerksflosse laufen müssten. Ich hab dann mal angefangen zu bauen und versucht die Seilaufnahme am Ruder demontierbar zu gestalten. Das sah nich so doll aus und funktionierte auch nicht gut. Also Alles rückgebaut und nochmal dei grauen Zellen gepeitscht.
    Letztendlich kam mir dann die Idee es so zu machen wie beim Original. Da läuft die Seilanlenkung im Rumpfinnern auf eine Welle mit Wippe und das Ruder wird von oben auf einen Mitnehmer der Welle montiert.
    Messingrohre in drei teleskopierbaren Durchmessern hatte ich zum Glück noch in der Restekiste, Silberlot und Brenner waren auch schnell zur Hand.
    Sah dann so aus:

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    Name:  Foka040.jpg
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    Die matten Rohre sind die Lager, welche später im Rumpf eingeharzt werden, das dicke glänzende ist mit der Welle verlötet und passt auf, dass diese nicht in den Rumpf rutscht. Das ganze ist geschlitzt und nimmt den Querstift auf, der fest zum Ruder gehört.
    Somit kann das Ruder ganz schnell eingesteckt werden und funktioniert.


    Eingebaut im Rumpf mit aufgeharzter Seilwippe:

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    Seilführung im hinteren Rumpfteil:

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    Seilführung im Kabinenbereich zwischen innerer und äußerer Beplankung:

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    Ganz vorn kommen die Seile dann heraus. Die Öse/Kausche ist mit einer Hülse aus dünnem Messingrohr gequetscht. An der Anlenkung zur Ruderwippe übrigens genauso ausgeführt.

    Name:  Foka043.jpg
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    Stillleben mit Servo:

    Name:  Foka045.jpg
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    Das Servo verschwindet später unter dem geschwärzten Teil der Kabinenhaube und sollte beim Kabinenausbau später nicht stören. Funktionsprobe habe ich durchgeführt und das Ruder wackelt ganz wunderbar. Die Anlenkung ist durch diese Bauweise gut versteckt und am fertigen Modell nicht zu sehen.


    Nächstes mal gibt es dann Höhenleitwerk.


    Bis bald,
    Micha
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  15. #15
    User Avatar von thermikgeil
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    Wow! Schön gelöst. Bei dieser Art der Anlenkung wäre es wirklich zu überlegen noch funktionsfähige Pedale mit dran zu hängen....

    Oli
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