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Thema: DFS Habicht (M 1:6): Baubericht

  1. #1
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    Standard DFS Habicht (M 1:6): Baubericht

    Hallo Gemeinde.

    Da es ein Unzahl von Habicht Modellen und Bauberichten hier gibt, habe ich lange gezögert etwas darüber einzustellen.

    Unser Habicht hat eine lange Geschichte. Er war als flotter Hangsegler von Günther Metterhausen, der einigen Lesern sicher noch ein Begriff sein dürfte, entworfen worden. Es wurden 5 Exemplare im Verein gebaut, von denen wohl noch 2 existieren. Das Besondere daran ist, daß ich vor sehr vielen Jahren einen Bericht in der MFI veröffentlicht hatte. Im Rahmen der Nachforschungen hab ich auch unseren Hans Jürgen Fischer kennengelernt, dessen unvergeßliche Beschreibung der Grundfarbe des Habicht folgendermaßen lautete: Die Tasten eine Klavieres das 20 Jahre in einer Raucherkneipe gestanden hat... genau das ist die Farbe des Habichts.... Nun ja, bei mir wurde dann ein RAL Ton daraus.

    Wir haben den Vogel in die Luft gebracht, aber glücklich waren wir nie damit. Er war viel zu schwer (meiner wog 2800 Gramm), viel zu giftig, besonders auf Seitenruder.

    Letzte Rhön habe ich meinen dann endgültig zerdeppert. Nur das Höhenleitwerk habe ich behalten.

    Name:  DSC_0546.jpg
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    Es ist gar nicht soooo schwer, mit 83 Gramm.

    Nun ja.. und dann wurde darüber palavert, man müsst, man könnte man sollte....

    Und eines Tages kam Günther auf den Platz.. Ich hab per Zufall die alte Form gefinden.. Kannst Du nicht ???? Nun ja für Günther mache ich ja sowieso alles

    Wieder Palaver, am Ende stand, daß ich mal versuchen sollte einen Rumpf zu ziehen.

    Das gelang im dritten Anlauf ohne Probleme, wieder habe ich das mit Heinz zusammen gemacht... und es häuften sich die Bestellungen. Mittlerweile liegen 4 vor..

    Name:  DSC_0545.jpg
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    Der Rumpf ist ein extremes Leichtgewicht mit 280 Gramm (1 Meter lang), und dank der teilweisen Kohleverwendung auch recht stabil. Wir müssen noch 2 laminieren, dann ist dies verhasste Arie durchgestanden.

    So langsam geht es an die Konstruktion... Hey mach mal fix nen Frästeilesatz.... Na ja fix ist nicht, aber irgendwie soll das wohl klappen, auch wenn die Zeit knapp ist.

    Und so begann die Konstruktionsarie, die ich dank der wirklich erstklassigen Zeichnungen von Hans Jürgen relativ zügig in Angriff nehmen konnte. Etwas schwieriger war die Rekonstruktion des Maßstabes, da Günther Modelle aus einem Holzklotz herauszaubert, ist es mit der Maßstäblichkeit nicht immer 100%ig.. Ich habe mit einigen Schlüsselmaßen einen mittleren Maßstab von 1:6 ermittelt.

    Ich werde in unregelmäßigen Abständen berichten wie das weitergeht. Mein Ziel ist ein Abfluggewicht unter 2100 Gramm, also Lichtjahre von der ersten Serie entfernt. Dazu bedarf es einiger unkonventioneller Lösungen, die hier sicher auf Interesse stoßen.

    PeterKa
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  2. #2
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    Inzwischen sind alle Rümpfe laminiert und verteilt, es sollen also 4 Habichte entstehen, ein Rumpf musste in die Tonne, er war nur mit großem Aufwand zu retten und außerdem viel zu schwer.

    Auch bei den 4 Rümpfen hat es eine ziemliche Gewichtsstreuung gegeben, der leichteste mit 280, und der schwerste mit 390 Gramm. Aber jede Version fand ihren Liebhaber.

    Nun ging es ans Leitwerk. Ich habe mich zunächst nur mit dem Ruder beschäftigt. Die ersten Ruderblätter (damals) waren irgendwo in der 50 Gramm Kante gelandet, Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, unter 30 Gramm zu bleiben, in der Kante liegt das Seitenleitwerk des Bird of Time.

    Ich wäre nicht ich, wenn ich hierbei nicht neue Wege probieren würde. Die Idee: Man nehme von jdem Material die besten Eigenschaften und kombiniere sie, konkret geht es um Holz, Kohle und PETG aus dem Drucker.

    Ganz nebenbei... also quasi als Abfallprodukt wird es noch ziemlich Scale, Hans Jürgens Zeichnungen sei Dank.

    Das erste Problem war das eigentliche Ruderblatt bis zum Hauptholm.

    Und das hab ich einfach abgezeichnet....

    Name:  SR-1.JPG
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    Dieses Teil wird nun 2 mal aus 0,5mm Sperrholz geschnitten (ich machs an der Fräse, geht aber auch von Hand). Es wird je 2,3 (+-0,1) Gramm wiegen. Zusammengeklebt deckt es die komplette Oberfläche des Ruders ab.

    Auf die Innenseite werden jetzt 3x1 mm Kohlestäbchen geklebt, Rippen gibt es keine. Pro Hälfte braucht es etwa 1 Meter die schlagen mit 4,5 Gramm zu Buche.

    Die Hälften werden dann an der Vorderkante verklebt und können nun um den Hauptholm gewickelt und an der Endleiste verklebt werden. Ein paar Füllklötzchen aus Balsa vervollständigen das Ruder.

    Nun das Gewicht. Die Seitenteile wiegen zusammen ca. 14 Gramm. Wenn es gelingt, den Hauptholm mit 5 Gramm Gewicht zu bauen, würde das ganze Ruder pi mal Daumen 20 Gramm wiegen.. Und da liegt jetzt die Latte

    Jetzt kam der Drucker zum Einsatz, um Holm, Lager und Anlenkung so vorbildgetreu wie möglich zu bauen. Weil alles so filigran ist, brauchte ich noch eine Helling...

    Name:  DSC_0570.jpg
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    Name:  DSC_0569.jpg
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    Ohne das Hilfsmittel hätte man das nicht so ohne Weiteres zusammenfummeln können.. Es war fix gezeichnet, schnell ausgedruckt und ist deutlich genauer als ein Holzgerüst, was natürlich auch gegangen wäre.

    Und dann die Wiegung der Plastikteile: 5,1 Gramm

    Also, das Ruder wiegt komplett irgendwo knapp über 20 Gramm ist aber deutlich stabiler als vergleichbare Ruder konventioneller Bauart, insbesondere kann es sich nicht verziehen, was bei allen meinen Leichtbauten leider immer wieder passiert.

    ... wird fortgesetzt.

    PeterKa
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  3. #3
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    Nach nur wenigen Minuten kann der Holm "entformt" werden. Er ist erstaunlich stabil für die viele Luft darin.

    Name:  DSC_0571.jpg
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    Im Vordergrund die durchaus komplexe Helling. Der Holm wiegt 7,6 Gramm. Die Kohlestäbe bringen doch etwas an Gewicht ein Allerdings hatte ich die Kohlestäbe bereits bei den Blättern mitgezählt, also die Schlacht ist noch nicht verloren... 20 Gramm, basta .. errmm oder so..

    Die Helling ist nicht verloren, denn ich werde wohl im Rahmen des Frästeilesatzes für meine Freunde dieses Gebilde vormontieren (damit nichts schief läuft ).

    PeterKa
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  4. #4
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    Zuletzt zeige ich noch die Scharniere.

    Name:  DSC_0574.jpg
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    Name:  DSC_0573.jpg
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    Die Kohlestifte sind sehr kurz, damit das Ruder entfernt werden kann, aber das genügt, wenn man es gegen axiale Verschiebung sichert. Das mache ich hier mit einer kleinen Madenschraube, zur Montage von unten bedient wird.

    Die Konstruktion würde auch einen durchgehenden Stab ermöglichen, aber wer will das überflüssige Gewicht mit sich rumschleppen, wenn es auch anders geht, auch wenn es sich nur um wenige Gramm handelt.

    PeterKa
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  5. #5
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    ich bin immer wieder begeistert was dir so einfällt.
    Gruß Bernd
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  6. #6
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    Danke Bernd

    Hier ist noch ein Bild, wie ich das Ruder gegen Herausfallen sichere. Es sollte sich selbst erklären.

    Name:  DSC_0575.jpg
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    Und gerade komme ich aus dem Keller, so dünnes Holz habe ich bisher noch nicht in der Fräse gehabt, aber es ging problemlos auf dem Vakuumtisch.

    Name:  DSC_0576.jpg
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    Leider musste ich die Stirn dann doch etwas kraus ziehen.... anstelle 2,3 Gramm pro Stück wiegen sie satte 3 Gramm... Ich muß immer mehr einsparen um die 20 Gramm halten zu können, nun ja ich nehme es sportlich zumal Sohnemann und ich eben im Keller darüber palavert haben, was wir wohl anstellen müssten um an die angepeilten 2 Kilo Startgewicht zu kommen... Grobe Schätzungen ergaben eher Werte zwischen 1600 und 1800 Gramm. Aber da ist ja immer der Wunsch der Vater der Gedanken.

    PeterKa
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  7. #7
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    Alles ist zur Endmontage verklebt.

    Name:  DSC_0577.jpg
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    Die Kohlestäbchen habe ich auf 0,5mm Dicke verschlankt, die Endleiste habe ich mit einem weiteren Stäbchen aufgedoppelt, so daß die Kohlelage dort 1,5mm beträgt. Mit Sperrholz ist die Endleiste also 2,5mm stark.

    Zusammen wiegt das bisher 19 Gramm. Es fehlen nur noch 2 Füllklötze, mal sehen wieviel dabei draufgeht.

    Ursprünglich wollte ich die beiden Hälften miteinander verkleben, bevor ich sie um den Holm wickele. Aber da ist dann der Anlekungshebel im Weg. Deshalb drucke ich mir gerade noch eine Negativform für den Nasenradius.

    Einen Nachteil der Bauweise will ich nicht verschweigen: Ich kann keine Stecknadeln pieksen. Daher wird alles mit Gewichten plangedrückt.

    Weit weg von den 20 Gramm werde ich sicher nicht landen

    PeterKa
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  8. #8
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    Die 3 Teile sind nun verklebt.

    Name:  DSC_0578.jpg
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    Hier sieht man die Unterseite die mit einem Balsklötzchen ca 10mm aufgefüttert wird. Damit Klebefläche da ist, habe ich 2x2 mm Kiefernleisten aufgeklebt.

    Name:  DSC_0579.jpg
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    Im Vordergrund die Nasenform. Die Löcher sind dafür da um zu sehen, ob sich alles sauber aneinanderlegt.

    Das Verfahren: Holz anfeuchten, ein Streifen Backpapier einlegen und das Ruder vorsichtig eindrücken. Das Backpapier sorgt dafür daß die Holzkanten sauber gleiten und nirgends verhaken. Geklebt wird in diesesm Stadium noch nichts, erst lasse ich das Holz in Ruhe trocknen.

    Für die 19 Gramm die verbaut sind ist das Ruder enorm stabil. Verwinden kann man es nicht, nur etwas eindrücken. Eventuell setze ich noch einen Steg zwischen die Rippengurte, notwendig ist es meines Erachtens aber nicht.. mal sehen.



    PeterKa
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