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Thema: Urform aus Styrodur - welche Spachtelmasse?

  1. #1
    User Avatar von thermikgeil
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    Standard Urform aus Styrodur - welche Spachtelmasse?

    Hallo Modellbauer,

    Ich wage mich zur Zeit gerade an ein Projekt, welches meine modellbauerischen Fähigkeiten auf eine harte Probe stellen wird und teilweise komplettes Neuland für mich bedeutet. Ich möchte eine Urform für einen GFK Rumpf bauen. Diese wird aus mehreren Schichten Styrodurplatten aufgebaut sein, die ich mit meiner Fräse in 3D ausfräse. Keine Ahnung ob der Plan total bescheuert ist, aber ich habe jetzt mal mit der Cowling begonnen und die Ergebnisse haben mich zumindest noch nicht total demotiviert.

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    Der Styroblock soll dann mit GFK überzogen werden und danach gefilltert, lackiert und abgeformt werden. So mein teuflischer Plan.
    Wenn das Zeug aus der Fräse purzelt ist erst mal grobe Schleifarbeit vonnöten, da ich teilweise Probleme mit Hinterschneidungen habe, die die Fräse nicht bearbeiten kann. (ist halt nur eine 3-Achs-Fräse). Außerdem gibt es einige Unregelmäßigkeiten, die ich vor dem Überziehen spachteln möchte. Ich musste leider die Erfahrung machen, dass meine Zweikomponentenspachtel (Polyester, glaube ich) das Styrodur leicht angreift. Also meine Frage an euch? Was verwendet man da am besten, was sich auch ganz leicht schleifen lässt und trotzdem nicht sofort aus den Spalten bröselt?

    Bei der Cowling habe ich mir jetzt erst mal so beholfen, dass ich erst GFK drüberziehe und dann gespachtelt habe. Ist aber natürlich auch suboptimal für die weiteren Komponenten des Rumpfes.

    Gruß, Oli
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  2. #2
    Moderator
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    Avatar von Claus Eckert
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    Standard

    Hallo

    Na so teuflisch ist der Plan nicht.
    Es gibt mehrere Wege zum Ziel.
    Entweder Leichtspachtel verwenden, danach drüberschleifen und dann laminieren.

    Oder Du machst Dir eine Spachtelmasse aus 24 Stunden EP-Harz mit Thixothropiermittel und Microballons oder/und Baumwollflocken, spachtelst damit und nach leichtem Angelieren laminierst Du Deine Gewebelagen drauf. Beim Andrücken mit dem Pinsel die Stellen vorsichtig mit Harz benetzen, damit die Spachtelmasse nicht verdrückt wird.
    Bei größeren Löchern verwende ich Baumwollflocken. Bei dünnem Spachtelauftrag Microballons. Muss man ein bisschen experimentieren was sich leichter mit dem Spachtel ziehen lässt.
    Da Du sowieso vor dem Lackieren noch mit 2K-Spachtel und Füller arbeiten wirst, kommt es nicht auf jedes Zehntel an.

    Wie gesagt, Beides funktioniert.
    Viele Grüße
    Claus
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  3. #3
    User Avatar von SZD 22 Mucha
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    Standard ..................

    Moin Oli,

    Außerdem gibt es einige Unregelmäßigkeiten, die ich vor dem Überziehen spachteln möchte. ..............
    Was verwendet man da am besten, was sich auch ganz leicht schleifen lässt und trotzdem nicht sofort aus den Spalten bröselt?
    Molto Holz Fein Spachtel

    ....den Untergrund ( Ps ) ganz leicht anfeuchten, mit Spachtel abziehen, überschleifen.
    ( längere Trockenzeiten )

    VG
    Olaf
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  4. #4
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    Acrylbinder ausm Künstlerbedarf (große Gebinde und recht günstig) mit Microballoons in gewünschter Kosistenz, schleift sich ähnlich und einfach wie dein Styrodur. Oder fertig gemischt den Leichtspachtel.
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  5. #5
    Vereinsmitglied Avatar von Gideon
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    Mein Tipp ist Semin Sem-Light. Das ist recht günstig und lässt sich sehr gut schleifen. Für die ersten Anstriche mittels Pinsel kann es mit Wasser verdünnt werden, bis es streichbar wird.
    Viele Grüße,
    Stefan
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  6. #6
    Moderator
    Hangflug
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    Avatar von Claus Eckert
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    Hallo

    Ich will nicht unken. Wenn man Leichtspachtel verwendet dann bleibt immer noch das Problem, dass Styrodur so empfindlich auf Druckstellen ist. Auf jeden Fall vorsichtig mit „Samthandschuhen“ werkeln. Dann klappt das auch mit Leichtspachtel.
    Baue gerade ein Urmodell für eine Fahrwerksverkleidung für einen manntragenden Flieger. Styrodur Urmodell und mit Leichtspachtel. Deshalb die „eindrückliche“ Erfahrung.
    Viele Grüße
    Claus
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  7. #7
    Vereinsmitglied Avatar von Gideon
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    Zitat Zitat von Claus Eckert Beitrag anzeigen
    Hallo

    Ich will nicht unken. Wenn man Leichtspachtel verwendet dann bleibt immer noch das Problem, dass Styrodur so empfindlich auf Druckstellen ist. Auf jeden Fall vorsichtig mit „Samthandschuhen“ werkeln. Dann klappt das auch mit Leichtspachtel.
    Baue gerade ein Urmodell für eine Fahrwerksverkleidung für einen manntragenden Flieger. Styrodur Urmodell und mit Leichtspachtel. Deshalb die „eindrückliche“ Erfahrung.
    Ich hatte vor vielen Jahren einmal ein Urmodell aus EPS (18 kg/m³ Modellbau-Hartschaum) mit verdünntem Gips überzogen, fein geschliffen und später dann die Oberfläche mit Epoxy versiegelt. Das hat sehr gut funktioniert und war erstaunlich einfach zu bewerkstelligen. Für Urmodelle ist das Gewicht ja sekundär.
    Viele Grüße,
    Stefan
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  8. #8
    User Avatar von steve
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    Hallo,
    ich spachtel relativ grob über die offensichtlichsten Vertiefungen, Rillen etc.

    Dann kommt eine relativ steifes Gewebe mit Epoxy drüber. Heute würde ich nur noch cfk nehmen. Früher bevorzugt 3-5x 100g feines Glasgewebe.

    Welcher Spachtel dann folgt, hängt von der Druckfestigkeit des Gewebes und des Schaums ab: Je weicher der Untergrund und das Laminat, desto weicher sollte der Spachtel sein. Hintergrund ist, dass man sonst leicht beim Schleifen den Spachtel nur zum Teil abschleift und zum Teil in den Schaum drückt. Lässt der Schleifdruck nach, kommt der Spachtel wieder hoch und die Beule ist höher als vorher.

    Bewährt hat sich der Polyester-Leichtspachtel, den es von verschiedenen Herstellern gibt. Er hat einen Füllstoff, wodurch diese Mampe einfacher zu bearbeiten ist. Vor allen gibt es ein sehr langes Zeitfenster nach der ersten Anhärtung, in dem der Spachtel schon gut schleifbar ist aber eben noch weicher als der Schaum ist. Muss man ein bisschen probieren und Stück für Stück vorgehen. Richtig Spaß macht es dann beim Nachspachteln auf den sehr harten Spachtel. Der neue Spachtel ist dann deutlich weicher.

    Die einzelnen Schichten beim Schaum, Glas und Spachtel kann man auch mit unterschiedlichen Farbtönen einnebeln. Dann hat man eine Kontrolle, wie weit man geschliffen hat, wobei die Spachtelschichten im Verlauf der weiteren Härtung meist die Farbe ändern - von einem kräftigen Lila in ein eher helles Lila. Meist reicht das aber am Anfang ist das eine enorme Hilfe.

    VG
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  9. #9
    User Avatar von thermikgeil
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    Vielen Dank schon mal für die vielen profunden Tipps! Ich werde die nächsten Versuche mit Leichtspachtel und Samthandschuhen machen und euch berichten wie es läuft.

    Inzwischen ist die Cowling bereits grundierfertig gespachtelt. Foto unten aufgenommen noch während des 2. Spachtelgangs nach dem Überziehen mit GFK. Das Rumpfvorderteil ist auch bereits aus der Fräse gefallen und bedarf vor dem GFK Überzug eigentlich kaum Nacharbeit.

    Name:  IMG_9404.jpg
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    Noch eine Frage: Ich habe jetzt mal eine Schicht dünnes GFK Gewebe drüberlaminiert und empfinde das eigentlich schon relativ stabil. Meint ihr, dass ich da noch mehr Schichten brauche um später beim Abformen kein blaues Wunder zu erleben?

    Schöne Grüße, Oliver
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  10. #10
    User Avatar von steve
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    Hallo,
    Du wirst die Urmodelle beim Abformen wahrscheinlich verlieren. Das hängt im wesentlichen vom Trennmittel ab. Wenn Du Trennlack nimmst, sollten die Urmodelle wieder verwendbar aus der Form kommen. Je mehr Du in Richtung Hochglanz und Trennwachs gehst, desto besser haften die Urmodelle in der Form und es besteht die Gefahr von Delaminationen beim Urmodell. Es gibt auch Wachse mit erhöhter Trennwirkung für den Formenbau. Glaube Mirror-glace fällt darunter. Damit könnte es gehen.

    Wichtig ist auch das Lack-System. Da passieren die meisten Pannen - auch beim späteren Modellbau. Ich nutze 2k-Autolacke. 1k ist meist Mist. Die Lösungsmittel im Wachs scheinen den 1K-Lack wieder anzulösen. Die 2k-Lack-Systeme aus dem Kfz-Bereich sind ziemlich robust und verzeihen Fehler bei der Anwendung.
    - sind dafür auch "etwas" teurer.

    VG
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  11. #11
    User Avatar von thermikgeil
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    Hi Steve,

    Das sehe ich genau so wie du. Ich wäre sowieso auf 2K Lack gegangen. Mit 1K hab ich einfach schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht. Seit ich ausschließlich mit 2K Lacken (in meinem Fall MIPA) arbeite, klappt es eigentlich ganz gut.

    Was wäre das Problem, wenn ich das Urmodell verliere? Ich hab ja dann eine Form. Und außerdem ist nicht geplant den Flieger in rauen Mengen zu produzieren. Wird ein Einzelstück, bzw. eine Kleinserie für Freunde. (wenn denn alles gut geht!)

    Oli
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  12. #12
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    Hallo Oli,
    Zitat Zitat von thermikgeil Beitrag anzeigen
    da ich teilweise Probleme mit Hinterschneidungen habe, die die Fräse nicht bearbeiten kann. (ist halt nur eine 3-Achs-Fräse).
    Hinterschneidungen können natürlich auch ein Problem beim Abnehmen der Form vom Urmodell werden. Und später werden die eigentlichen Bauteile aus der Form auch nicht gerade herausfallen wollen. Kann dazu führen, dass die Form entsprechend geteilt werden muss - oder ein zweites Mal erstellt, dann wäre ein unversehrtes Urmodell natürlich nicht schlecht.

    Aber die Rumpfteile sehen sehr interessant aus!

    Grüße Stefan
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  13. #13
    User Avatar von athome
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    Wow, Danke für deinen Bericht. Das macht mir Mut, meinen Ultra-Grossrumpf endlich zu fräsen! Eine AgustaWestland mit rund 4m Rumpflänge!
    Habe eben meine Fräse fertig gebaut und mal einen Härtetest gemacht mit einem 4 Achs Modell

    Ich habe mich schon gefragt wie ich dann so ein grosses Modell spachteln soll

    Hier der Film zum 4 Achsen Test

    https://m.youtube.com/watch?v=9DDHp6ajo8E

    Gruss Lukacs
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  14. #14
    Vereinsmitglied Avatar von Gideon
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    Zitat Zitat von athome Beitrag anzeigen
    Ich habe mich schon gefragt wie ich dann so ein grosses Modell spachteln soll
    Gar nicht. Bei solch großen Bauteilen würde ich folgendermaßen vorgehen:




    Dabei macht es allerdings Sinn, die Trennebene(n) und die Verschraubungen gleich zu integrieren. Das Video soll nur methodisch zeigen, wie so etwas gehen kann.

    Prinzipiell wird ein leichter PUR- oder auch PS-Schaumkern mit Offset gefräst, mit einem dünnen Glaslaminat versehen, darauf dann eine Schicht einer fräsbaren Spachtelmasse aufgespritzt und zum Schluss mit einem Hochglanzlack gefinisht.
    Geändert von Gideon (31.07.2019 um 16:36 Uhr)
    Viele Grüße,
    Stefan
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