AkkulutionEin Bericht von Ulrich Horn |
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Die Entwicklung - oder wie es dazu kam...Im Akkubereich die Revolution, kurz:
Die Akkulution findet statt. Nicht nur hier bei RCN, sondern sicher in
vielen Modellbaukellern, auf Straßen, Teichen und Flugplätzen.
Das Besondere daran ist, dass diese Akkulution ohne eine online-Plattform
wie RCN vielleicht erst viele Jahre später stattgefunden hätte. GeschichteWie kommt die Akkulution zu RCN? Oder war es umgekehrt? Alles begann mit dem Thread 'Faxen dick mit Akkus löten' (findet sich bei RC-Network unter 'Akkus und Ladegeräte', man muss nur einige Zeit zurückgehen). Ich hatte nach dem Wiedereinstieg in den Modellbau meine ersten Erfahrungen mit gelöteten Inline-Packs bereits hinter mir – und mit einem Blick auf die Akkuhalterung in meiner ersten 'modernen' Fernsteuerung fragte ich mich, warum man die Dinger eigentlich verlöten muss (erst viel später wurde mir klar, dass man hier einfach nur an Käufer dachte, die Batterien statt Akkus verwenden). Die simple Überlegung, dass die Kontaktfläche zwischen zwei
Sub-C-Zellen auch durch mechanischen Kontakt für höhere Ströme
ausreichend ist, führte zur gedanklichen Konstruktion eines 'Akku-Pack-Halters',
bei dem die Zellen durch mechanischen Druck aufeinandergepresst werden.
Der primäre Vorteil bestand für mich zu dem Zeitpunkt darin,
die Zellen einfach auswechseln zu können. In den 14 Tagen, die bis zur Lieferung vergingen, hatte ich eine große
Schachtel mit eigentlich auf ihre Verlötung wartenden N1900 Zellen
aus meinem Keller nach Kapazität selektiert. Diese rauschten nun
in die SPTs verschiedener Größe. Bereits wenige Minuten nach
Eintreffen des Postboten waren die Akkus schon fertig konfektioniert. Eigentlich hätte ich es dabei bewenden lassen können. Eine
begeisterte email, noch ein paar Kits nachbestellt, und ich hätte
nie wieder Akkus gelötet. In der Folge habe ich mit dem Hersteller darüber verhandelt, wie RCN-Mitglieder die SPT erwerben können, ohne sie jeweils unter hohen Portokosten in den USA bestellen zu müssen. Dabei herausgekommen ist, dass RCN dieses System exklusiv für Europa importiert. In der Folge wird das System nun unter dem Namen 'Akkulution' vertrieben, denn 'lötfreie Kraftröhre' klingt irgendwie nicht griffig. TechnikEs gibt nur einen Vergleichspartner für die Akkulution: das inline verlötete Akkupack mit vergleichbaren Zellen. Gegenüber diesem muss die Akkulution bestehen, und zwar in elektrischer und mechanischer Hinsicht. Erst dann greifen die enormen Vorteile im Handling. Ich will diejenigen nicht vergessen, die ihre Zellen mit Zellverbindern einzeln verlöten. Diese Bauart ist wesentlich besser zu handeln als inline-Packs, da man Zellen einzeln aus- und einlöten kann. Aber auch in diesem Punkt ist die Akkulution eindeutig überlegen, da hier nur die Verschraubung gelöst werden muss, um Zellen auszuwechseln. In elektrischer Hinsicht (Spannungslage, Übergangswiderstände) ist diese Bauform sowohl der Akkulution als auch dem inline-Pack unterlegen. Innerhalb der für die Akkulution geltenden Einschränkungen ist diese Bauform also keine Alternative zur Akkulution. Die elektrischen Eigenschaften der Akkulution sind vernachlässigbar
schlechter als die des inline verlöteten Packs. Ein 10-Zeller Sub-C
zeigt eine ca. 0,5% geringere Spannungslage, was in der Praxis wohl kaum
bemerkt werden dürfte. Im Gegensatz zu verlöteten Packs ist
die Alterung der Verbindung kein Problem, da der Pack jederzeit demontiert,
geprüft und ggf. gereinigt werden kann. PraxisIch bin etwas verunsichert. Anno 1980 hatte ich mit dem Modellbau aufgehört,
um mich vermeintlich wichtigeren Dingen wie Studium, Mädchen und
Firmengründungen hinzugeben. Nie habe ich jedoch die Riege 'älterer
Herren' vergessen, die am Clubhaus saß, als ich mit meinem jeweils
neuesten selbstkonstruierten Flieger auf dem Platz antrat. 'Zu instabil',
'völlig schwanzlastig' usw. lauteten jeweils die Kommentare, die
sich dann prompt beim ersten und manchmal einzigen Flugversuch bewahrheiteten. Warum erzähle ich das? Weil es sonst nichts zu berichten gibt. Seit
diesem Tag im April 2002, nun also seit 7 Monaten, setze ich das System
permanent abwechselnd mit herkömmlichen Packs ein, aber es ist kein
Unterschied erkennbar. ArgumenteDie Nachteile der Akkulution gegenüber dem verlöteten Inline-Pack
sind klar und deutlich: Dem stehen aber eine Reihe enormer Vorteile gegenüber, die in der Gesamtheit sicher nicht für jeden gelten, aber für viele eine deutliche Verbesserung darstellen dürften. 1. Wegfall der Lötarbeiten Vordergründig denkt man dabei zunächst an die Konfektionierung
des Packs. Auf die Lebensdauer eines Akkupacks gerechnet, ist eine halbe
Stunde löten sicher nicht viel Aufwand. In ähnlicher Form dürfte dieses Argument für Händler interessant sein. Wenn man zu einem Elektroantrieb auch das passende Akkupack verkaufen möchte, braucht man eine entsprechende Anzahl diverser Packs am Lager. Verwendet man die Akkulution, begrenzt sich das auf einen entsprechenden Vorrat an Einzelzellen. 2. Vereinfachte Pflege Man wird nun seine Zellen nicht dauernd durcheinanderwürfeln. Aber
auch, wenn man sie über längere Zeit als ein Pack betreibt,
stellt sich oft genug das Problem, es bei voller Kapazität zu halten.
Für einen guten Automatiklader ist das bei 6 oder 8 Zellen noch kein
Problem, aber ab 10 Zellen aufwärts fängt es an. Ein vielzelliges,
disformiertes Pack (und das betrifft jedes Pack, zumindest nach längerer
Lagerung) ist auch von hochwertigen 'intelligenten' Ladern nicht in den
Griff zu bekommen. Bis mir das klar wurde, hatte ich mich gefragt, warum
Wettbewerbsflieger ihre Vielzeller-Packs nach einer Saison immer bei ebay
versteigern. 3. Sicherheit Trotz anfänglicher Skepsis halte ich die Akkulution dem inline verlöteten
Pack inzwischen in punkto Sicherheit für überlegen. Ein Äquivalent
zu schlechten, verätzten oder durch einen Schlag gebrochenen Lötstellen
gibt es nicht. Auf der anderen Seite kann man die Verbindungen zwischen
den Zellen sehen, und so z.B. eine ausgasende Zelle erkennen und rechtzeitig
ersetzen. 4. Ersparnis Jeder, aber auch wirklich jeder, der die Akkulution in den Händen
hält, muss irgendeine Bemerkung zum Preis machen. 15 Gramm Kunststoff
und Metall.. und dann so teuer? Stand: 27.10.2002 |
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