Feuerlöschboot Dolly
von Robbe

Ein Bericht von Arno Wetzel

...oder: wenn der Vater für den Filius

Um meinen Sohn schon in frühen Jahren an mein Hobby heran zu führen, habe ich ihm zu seinem Einschulungstag ein kleines, ferngesteuertes Modellboot versprochen. Nachdem er in etlichen Katalogen gestöbert hatte, konnten wir uns auf ein kleines Feuerlöschboot einigen. Seine Bedingung war allerdings: „Das Ding muss auch wirklich spritzen.“

Kleine Feuerlöschboote gibt es von verschiedenen Herstellern. Bei dem Baukasten von Robbe handelt es sich um einen vorbildähnlichen Nachbau einer Barkasse, die man mit dem Zukauf eines separat erhältlichen Schleppgeschirrs als Schlepper gestalten kann oder mit dem Sonderfunktionssatz „Löschmonitor“ eben als Feuerlöschboot.

Nach dem Öffnen des Baukastens war ich doch seltsam überrascht: Nicht nur der Rumpf war aus Kunststoff, sondern alles andere auch, einschl. aller Hilfsspanten. Nun, es ist schon über 20 Jahre her, dass ich das letzte Modellschiff gebaut habe, aber gänzlich ohne Holz? Also die Tube UHU-hart erst einmal beiseite gelegt und das Ganze mit Sekundenkleber angegangen.

Die Bauanleitung und der Plan sind reichlich dokumentiert, Schwierigkeiten oder Irritationen können eigentlich nicht auftreten. Die Hilfsspanten und sonstigen Bauteile sind in Kunststoffplatten vorgestanzt, können aber nicht so ohne weiteres herausgebrochen werden. Hierfür ist ein scharfes und stabiles Messer erforderlich bzw. eine Laub- oder Bandsäge. Der Kajüt-Aufbau ist aus glasklarem Material, dazu gibt es selbstklebende Fensterfolien, die vor dem Lackieren aufgebracht werden müssen. Ist das Finish beendet, zieht man sie ab und erhält wunderschöne Fensterausschnitte. Da die einzelnen Stanzteile gut zusammen passen, ist der Rohbau in kurzer Zeit abgeschlossen.

Als Antrieb habe ich mich für einen kleinen Speed 400 entschieden, dass ganze mit 6 Zellen betrieben. Es hat sich im Nachhinein herausgestellt, dass das Modell damit ziemlich übermotorisiert ist, denn es macht eine sehr flotte Fahrt. Mit einem 1900 mAh-Akkupack hat man ein langes Fahrvergnügen. Die Verbindung von Motorwelle zur Stevenrohrwelle soll nach Bauanleitung mit einem Schlauch erfolgen. Dies konnte nun überhaupt nicht gefallen, hier wurde eine kardanische Kupplung eingesetzt.

Für das Finish habe ich mir besonders viel Zeit genommen, alles mit 2-K Spritzlack lackiert, denn ein schönes Äußeres erfreut nicht nur den Erbauer! Der umfangreiche Dekorbogen gibt der Sache noch den letzten Schliff.

Zu den Sonderfunktionen:

Zunächst einmal sollte der Feuerlöschmonitor drehbar ausgeführt werden. Dies habe ich mit einem kleinen hitec-Servo realisiert, wie im nebenstehenden Bild erkennbar ist.

Damit lässt sich ein Schwenkbereich von knapp 200° erreichen, von Backbord nach Steuerbord über den gesamten achterlichen Bereich. Die Zahnscheiben hierfür wurden bei Conrad Electronic entdeckt. Mit dem notwendigen Nass wird der Monitor über eine 6V-Zahnradpumpe versorgt. Wurfweiten von über 3,0 m sind hiermit zu realisieren. Den Monitor könnte man ebenfalls noch heben und senken, auf diese Funktion habe ich allerdings verzichtet.

Weiterhin wurde alles, was unter den Begriff Lampen fällt, entsprechend elektrifiziert. Toplicht, Positionsleuchten, Suchscheinwerfer, Blaulicht und zwei zusätzliche Scheinwerfer für die Innenbeleuchtung wurden mit entsprechenden Miniaturbirnchen ausgestattet. Das ganze wird über einen 5V-Spannungsregler vom Fahrakku versorgt.

Eine Feuerwehr-Sirene gab´s zum Schluss auch noch. Die entsprechende Elektronik habe ich mir als Bausatz-Modul im Fachgeschäft besorgt. Ein kleiner 1W-Lautsprecher sorgt für die entsprechende Geräuschkulisse.

Bei der Jungfernfahrt gab es erhebliche Probleme mit der Wasserpumpe. Obwohl der Motor entstört war, sorgte er für ein erhebliches Durcheinander in der Empfangselektronik. Hier habe ich etlichen Kondensatoren ausprobiert, irgendwann hatte ich dann die richtigen gefunden.

Fazit: Ein schönes, kleines Modellboot, das mit etlichen Sonderfunktionen glänzt und recht flott unterwegs ist. Damit hat nicht nur der Sohn großen Spaß, sondern auch der Vater!


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