Pitts S2A

Gerhard Hanssmann

Pitts S2A
Auslegung, Bau- und Flugbericht

1. Motorenwahl

Die Pitts S-2A (Doppeldecker)

sucht einen Edelantrieb für 10 Sanyo 500 AR.

Startmasse mit 10 Zellen um die 600g. Die Pitts möchte mit diesem Antrieb standesgemäß fliegen.

Der Pitts würden gefallen:

Lehner 1020/16W mit Reisenauer 5,2:1-Getriebe und APC Slow-Prop 9 x 6,
Hacker B20 18 L mit 4:1-Getriebe und APC Slow 9x4,7 bzw. 10x4,7,
HB 10-15. Hier kennt sich die Pitts gar nicht aus.
Mini-LRK 629-30012 als Fertigmotor. Wicklung und Luftschraube sind der Pitts auch unbekannt.
Plettenberg Freestyle 24.

Bitte helft der Pitts, sich für einen Antrieb zu entscheiden, indem Ihr Für und Wider der oben genannten Antriebe aufzeigt.

Für Eure Mithilfe bedankt sich die Pitts schon jetzt.

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Hallo Gerhard,

ich würde einen Freestyle24 von Plettenberg nehmen, der wiegt 75g inkl. Luftschraubenmitnehmer und dreht bis zu einer 10x4,7 APC im Direktantrieb an 10 Zellen durch und hat eine 5mm Titanwelle(verbiegt nicht so schnell beim Kopfstand). Preislich ist er im Vergleich zu den anderen käuflichen Motoren mit 129 EUR auch attraktiv. Mit dem Durchmesser von 36,5mm kannst Du wahrscheinlich in der Pitts leben.

Gruß
Ulf
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Die Pitts hat sich für den Freestyle 24 entschieden.

Messungen mit dem Freestyle unter Punkt 6.

2. Bau von Rumpf und Leitwerken

Für die sichere Akkuhalterung sind zusätzlich drei GFK-Halterungen am Rumpf angebracht. Nur zwei längs gespannte Gummis als Akkuhalterung lassen Zweifel aufkommen, ob diese jeder Flugsituation gewachsen ist. Zur Schwerpunktseinstellung muss bei dieser Auslegung der Akku mit 10 Zellen 500 AR ganz vorne platziert werden.

Der Brettchenrumpf wird aus mehreren Teilen zusammengeklebt. Die Passgenauigkeit dieser Teile und die Holzqualität (verzugsfrei, leicht) sind hervorragend. Die Leitwerke sind ebenfalls unverzogen und leicht. Als Scharniere wurden aufgeteilte Gewebescharniere verwendet. Der Motorspant ist aus 2mm GFK gesägt. Damit das weiche Holz des Rumpfbodens beim Landen nicht eingedrückt wird, habe ich dort ein Kohleroving mit wenig Epoxidharz auflaminiert.

Seiten– und Höhenleitwerk zum Rumpf genau ausrichten. Die Flächenverbinder werden erst nach Fertigstellung der Tragflächen in den Rumpf geklebt.

3. Tragflächenbau

Der Tragflächenbau ist sehr einfach und schreitet schnell voran.

Alle Rippen und Sperrholzteile für die Flächensteckung sind sehr präzise und passgenau zugeschnitten. Die Hauptholme aus Kiefer haben eine gute Holzqualität mit Maserung parallel zu den Kanten.

Statt der krummen 4mm-Buchenstäbe wurden gleichschwere 4mm-Kohlerohre als Nasenleiste verwendet. Die dem Baukasten beigefügten vier Randbögen sind aus extra hartem Holz und wiegen zusammen 12g. Diese habe ich durch nur 2g schwere Randbögen ersetzt, die aus 1,5mm Balsastreifen laminierte wurden. Die vier Querruder entsprachen bezüglich Gewicht, Oberflächenbeschaffenheit und Verzugsfreiheit nicht meinen Ansprüchen. Deshalb wurden sie aus leichtem Balsaholz zugeschliffen und wiegen nun 8g statt der ursprünglichen 26g.

Bei diesem Modell hat auch die obere Tragfläche Querruder, die mit aufgeteilten Gewebescharniere angeschlagen und nach dem Bespannen mit Sekundenkleber gesichert werden. Der Spaltabstand sollte ca. 1mm betragen, dann lassen sich die Ruder auch nach dem Verkleben der Scharniere noch leicht bewegen.

Mit etwas Weißleim werden die Flächenverbinder im Rumpf verklebt, die Fläche hilft beim Ausrichten. Diese Arbeiten sehr gründlich ausführen. Nach dem Trocknen die Flächen wieder entfernen und die Klebestellen am Rumpf mit Sekundenkleber nochmals sichern. Die Tragflächen sitzen recht stramm auf den Flächenverbindern, deswegen wurden sie nicht mit den Flächenverbindern verklebt. Dies könnte bei Reparatur- oder Transportproblemen ein Vorteil sein.
Damit ist der Rohbau abgeschlossen. Er bringt gerade mal 177g auf die Waage.

4. Bespannung

Die Flächen und Leitwerke der Pitts werden oben und unten unterschiedlich bespannt. Mit Oracover light scale weiß und transparent rot. So ist eine Lageerkennung des Modells leicht möglich.
Der Rumpf wurde mit Holzgrundierung und rotem Kunstharzlack lackiert.

5. Einbau der Fernsteuerkomponenten und die Ruderanlenkungen

Der Einbau der Fernsteuerkomponenten ähnelt einem Kinderpuzzle. Die Einzelteile klemmen einwandfrei und fest in den sehr genau ausgefrästen Ausschnitten.
Die Anlenkung der Ruder ist fast spielfrei, leicht und einfach ausgeführt. Die Holzruderhörner haben für die 0,8mm Stahldrähte 0,8mm Löcher. Die Stahldrähte werden in Bowdenzuginnenröhrchen geführt. In die Servohebel werden 2,1mm Löcher gebohrt, in die ein kleines Stück Bowdenzuginnenrohr mit Sekundenkleber geklebt wird. Diese nehmen spielfrei die 0,8mm Stahlschubstangen auf.

Für die Mitnahme der oberen Querruder wurden aus 1,5mm GFK vier Mitnahmeruderhörner angefertigt. Die Querrudermaschine neutralisiert wegen der leichtgängigen Querruder gut. Die Steifigkeit der Schubstangen für die oberen Querruder reicht gerade noch aus.

6. Antriebsauslegung

Messdaten:

Messergebnisse beim Freestyle 24 mit Schulze future 11.20 e und 10 Zellen Sanyo 500 AR:

Die 10x4,7 SLF APC wird die Luftschraube meiner Wahl sein.
Der Schulzeregler funktioniert einwandfrei. Gutes Anlaufen, feinfühliges Hochregeln, keine Temperaturprobleme bei Teillast. Durch die Dipschalter ist das Einstellen sehr einfach. Man braucht dazu aber gute Augen.

7.Bauanleitung und Bauplan

Der Bauplan ist vollständig und übersichtlich und enthält alle vier Flächenhälften und die Rumpfdraufsicht.
Die Baubeschreibung ist knapp, lässt aber nach mehrmaligem Lesen und Vergleichen der Bauteile mit dem Plan keine Fragen mehr offen.

Der Bau dieser niedlichen Pitts stellt an den Modellbauer keine hohen Ansprüche und ist an wenigen Basteltagen abgeschlossen.
Das flugfertige Modell hat mit 10 Zellen 500 AR eine Abflugmasse von 546g, 4g weniger als die Herstellerangabe: ab 550g.

Flugerfahrungen

Der Erstflug der Pitts war am ---?

Nach ausreichend gesammelter Flugerfahrung im Frühjahr wird dieser Bildbericht fortgesetzt.

Stand: 25.11.2002