CHK Cumulus

Michael Tetzner (MTT)

Ein “Bau”-bericht

Nach meinem Einstieg in die Elektro-Segelfliegerei während des vergangenen Sommers mit meiner elektrifizierten Alpina, tauchte bei mir das Verlangen nach einem zusätzlichen E-Segler auf, welcher auch für schwächere Lagen geeignet sein sollte.

Nach einigem Suchen stieß ich dann auf den Cumulus E von CHK, der hier in den USA durch Dieter Mahlein von Shredair vertrieben wird.

Technische Daten:

F3J bzw. F5J Segelflugzeug.
Bauweise:
Rumpf: GFK, mit bereits eingebauten Bowdenzügen für HR und SR, sowie bereits eingebauter Höhenruderanlenkung für das Pendelruder.
Tragflächen: 4teilig, mit QR und Wölbklappen, in Rippenbauweise, mit carbonverstärkter D-box, fertig und sehr gut bespannt, Ruder mit Folie angeschlagen, wobei die Wölbklappen unten angeschlagen sind.
Flächenverbinder Aussenflügel: Flachstahl und 2mm Messingrohr
Flächenverbinder Inneflügel: 10mm Kohlestab mit 3° V-Form



Nach Kontaktaufnahme mit Dieter erfolgte dann die Bestellung, und $ 495.- bzw. ein CHK-Cumulus E wechselten Ihren Besitzer. Ein paar Tage später kamen dann per UPS zwei Kartons bei mir an, einer nur für den Rumpf, der andere enthielt Flächen und Leitwerke.

Hier die Einzelteile nach dem Auspacken:

Wurzelrippe mit eingebautem Stecker (nicht ab Werk, sondern von mir eingebaut), der Haken für die Flächensicherung war bereits eingebaut.
Die Flächensicherung erfolgt mit einer Feder.

Leitwerk: Konventionelles Leitwerk mit Pendelhöhenruder, ebenfalls fertig bespannt.

Das Zubehörpack enthält Stecker für die elektrische Verbindung zwischen Rumpf und Flächen, sowie zwischen Innen- und Außenflügel, Ruderhörner, Kabel, Servoabdeckungen, Federn für die Flächensicherung, einige Holzteile für den Rumpfausbau, Schubstangen für Wölklappen und Querruder, Gabelköpfe, sowie Scharniere für das Seitenruder. Die Wölbklappen sowie die Querruder sind bereits mit Folienscharnieren angeschlagen.

Der “Bau”

Die beiliegende “Bauanleitung” ist äußerst spärlich. Man geht bei CHK wohl davon aus, dass jemand, der sich diesen Flieger kauft, so etwas schon einmal gemacht hat. Allerdings kann von “Bau” hier auch eigentlich nicht die Rede sein, das Ganze beschränkt sich auf den Einbau der RC-Komponenten sowie den Einbau der Antriebseinheit.
Angaben zur EWD sowie zu den WK-Ausschlägen hätte ich aber trotzdem gerne gehabt. Diese habe ich dann nach einiger Zeit von CHK per e-Mail bekommen.

Als erstes habe ich mich ans Einziehen der Kabel in die Flächenteile gemacht, weiter keine grössere Sache, da in den einzelnen Flächenteilen Schnüre eingezogen sind, mit denen man dann die Kabel einziehen kann.
Als nächstes kam dann das Verlöten und Einbauen der Stecker. An der Verbindung zwischen Innen und Aussenflügel habe ich die Stecker fest installiert, sodaß sich die Verbindung automatisch beim Zusammenstecken der Flächenteile ergibt.
An der Rumpf-Flügel-Verbindung sind nur die Stecker in der Wurzelrippe fest eingebaut. Ich wollte anfangs auch hier eine automatische Verbindung einbauen. Aber das erwies sich wegen des Zugangs zum Rumpfinneren an der Flächenanformung als zu kompliziert. Also lasse ich dort die Kabel mit den Buchsen heraushängen, und stecke sie beim Aufrüsten von Hand auf.

Einbau der Flächenservos

Als Flächenservos habe ich Hitec HS-85 MG für die Wölbklappen und Hitec HS-81MG für die Querruder verwendet. Wie gesagt, über den Einbau der Servos schweigt sich die Anleitung aus, man muss sich also selber etwas ausdenken.
Für die Querruderservos habe ich dann aus etwas Sperrholz und den mitgelieferten Abdeckungen diese Halterungen gebaut.

In den Servoschacht der Flügel wurden Dreikantleisten eingeklebt, auf denen die Servohalterung/-abdeckung verschraubt wird:

Die Wölbklappenservos werden mit doppelseitigem Klebeband direkt in den Schacht eingebaut.

Die eingebauten Klötze haben zwei Funktionen: sie verhindern, dass sich das Servo seitlich bewegen kann und sie dienen als Befestigungspunkt für die Abdeckung. Die seitliche Aussparung an der Servoabdeckung ist für den Servohebel, der Schacht ist einfach nicht tief genug.



Für die Wölbklappenanlenkung habe ich dann noch diese Hutzen eingebaut, welche nicht im Bausatz enthalten sind. Wahrscheinlich bringen sie keine grosse Widerstandsverringerung, sie sehen aber besser aus.

Rumpfausbau

E-Antrieb

Als Antrieb verwende ich ein Kontronik drive set 502 ( Fun 500-27 mit 5,2:1 Getriebe), Aeronaut 17x11 Prop an 8 Zellen 2400mAh.

Rumpf ohne und mit Antriebseinheit:

Der Rest des Einbaus ist Routine. Gleich hinter dem Motor sind Empfängerakku und Regler platziert, danach die HR- und SR-Servos und der Empfänger (Hitec Super Slim, 7 Kanäle)



Als HR- und SR-Servos habe ich die Multiplex Cockpit BB verwendet.
Auf dem linken Bild ist auf der rechten Seite das Sperrholzbrett zu sehen, auf welchem der Antriebsakku sitzt. Es hat vorne ein Langloch, welches Verschiebung zwecks Schwerpunktseinstellung erlaubt. Übrigens musste der Antriebsakku ziemlich weit nach hinten geschoben werden, um den Schwerpunkt an die richtige Stelle zu bekommen.

Irgendwo musste nun aber auch noch mein Skymelody-Vario hinkommen. Im Rumpf war, wie oben zu sehen, einfach kein Platz mehr. Also wurde es mit Klettband in der Haube befestigt.

Den Schlauch für die TEK-Düse hatte ich vorher schon verlegt und die TEK-Düse in der Seitenflosse eingebaut.

Allerdings ist die Verwendung einer TEK-Düse bei einem Segler dieser Art wahrscheinlich “overkill”, da er so langsam unterwegs ist, dass es nicht viel Energie in Höhe umzusetzen gibt.

Damit war der Bau soweit abgeschlossen. Ich habe mit Unterbrechungen insgesamt zwei Wochen gebraucht, um den Cumulus fertigzustellen. Aber da waren auch Tage dabei, an denen ich gar nichts gemacht habe.
Wenn man sich also darauf konzentriert, kann man in 2-3 Tagen flugfertig sein.

Fliegen

Es kam das Wochenende des Erstflugs, und es kam, was kommen musste: REGEN!
Am späten Nachmittag klarte es dann allerdings auf und der Cumulus kam zu seinen ersten Flügen.
Der Antrieb erwies sich als durchaus ausreichend. Mit dem 2400er Antriebsakku hat man Kapazität für 3-4 Steigflüge auf genügend Höhe.

Ich bin auf Anhieb mit dem Cumulus sehr gut zurechtgekommen. Nach den ersten Flügen zur exakten Ermittlung des Schwerpunkts und der Ruderausschläge ging es an die ersten Thermikflüge, welche auch gleich länger wurden. Beste Zeit bis jetzt: 62 min, und ich würde mich keinesfalls als begnadeten Thermikpiloten bezeichnen!



Fazit: Der Cumulus ist bei mir zum Immer-dabei-Flieger geworden. Wenn es mal nicht so gut geht, sind mit ihm trotzdem noch längere Flüge möglich (woran sicherlich auch das Vario seinen Anteil hat).
Er zeigt Thermik gut an und lässt sich recht eng kreisen, womit man auch kleinere Aufwindfelder ausnutzen kann.
Den Landeanflug muss man allerdings gut einteilen, denn er gleitet, und gleitet, und gleitet …
Was allerdings mit Crow auch kein größeres Problem darstellt.

All dieses Positive muss nun natürlich doch noch einen Wermutstropfen enthalten.
Wie gesagt, habe ich meinen Cumulus hierzulande von Shredair erstanden, welche ihn von CHK importieren.
Kurz, nachdem ich meinen Cumulus für $ 495.- bekommen hatte, erfuhr ich auf Umwegen, dass es bei Esprit-models das exakt gleiche Modell für $ 349.- als “Falcon” gibt.
Nachforschungen ergaben, dass das Modell in der Tschechischen Republik gefertigt wird und nur von CHK weiterverkauft wird. Esprit-models importiert es direkt aus der Tschechischen Republik, allerdings nur die Seglerversion.
Für $ 150.- mache ich mir aber gern die Arbeit, die Nase abzuschneiden!

Wer also am Cumulus interessiert ist, sollte sich zuerst einmal in der Tschechischen Republik umhören.

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