"Modellbau Süd" in Stuttgart
Wie bereits in den letzten Jahren, öffnete auch dieses Jahr wieder
die „Modellbau Süd“ in Stuttgart ihre Pforten. Nur gab
es diesmal Konkurrenz. Die Messe „Modellbau Bodensee“ in Friedrichshafen.
Wie immer war am Killesberg gleichzeitig auch die Computer-, Spielwaren-
und Modelleisenbahnmesse.
Anfahrt
Der Anfahrtsweg zur Stuttgarter Messe war hervorragend ausgeschildert.
Weil ich im letzten Jahr fast eine Stunde im „Stop and Go-Verkehr“
auf der Messezufahrt verbracht habe, hatte ich dieses Jahr den Wecker
schon auf eine erheblich frühere Weckzeit eingestellt, was sich dann
auch deutlich positiv bemerkbar machte. Im Parkhaus P1 habe ich noch problemlos
einen Platz bekommen. Die Parkgebühren sind allerdings mit 6 Euro
am oberen Rand des Erträglichen. Jedoch wer so oder so zuwenig Parkflächen
zu bieten hat, läßt sich die wenigstens gut bezahlen. Am Sonntag
wurde mal wieder im Verkehrsfunk die Messe Killesberg erwähnt, mit
der Bitte, doch auf Park & Ride Plätze auszuweichen und den restlichen
Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen. Dies sollte
angeblich in Stuttgart optimal funktionieren.
Das Gelände
Die 14 Hallen auf dem Killesberg sind nach und nach gewachsen, was sich
in der Übersichtlichkeit des Geländes negativ bemerkbar macht.
Hier sollte sich Stuttgart endlich den längst überfälligen
Ruck geben und sich an einen Neubau machen.
Die Ausstellung
Ich möchte hier nur auf die Modellbau Süd eingehen, da ich
von den anderen stattfindenden Messen nichts gesehen habe. Im RC-Bereich
wurde vieles gezeigt. Über und unter Wasser, auf Straße oder
Gelände aber eben auch die mit Luft unter den Flächen. Es wurden
alle nur erdenklichen RC-Modelle präsentiert. Auf künstlich
angelegten Geländen wurde gefahren und wer wollte, konnte sich selbst
mal an der Steuerung eines RC-Truck versuchen oder aber an einem Flugsimulator
sein Können bei einem virtuellen Ballonstechen beweisen.
Im
Bereich Flugmodellbau waren neben vielen Händlern auch der DMFV mit
seinem großen Messestand da. Zu diesem gehörte eine Modellflugzeugausstellung,
die eindrucksvoll diese Sparte des Modellbaus präsentierte. Für
den DMFV war der Auftritt in Stuttgart zum einen eine Traditionsentscheidung
aber auch eine Frage des Standorts. Was soll ein Deutscher Modellflieger
Verband denn im Grenzbereich unserer Republik, wenn er in der Baden-Württembergischen
Landeshauptstadt sehr viel mehr seiner Mitglieder erreichen kann? Wobei
ich den Eindruck hatte, dass sich der Bereich Modellflug wieder etwas
verkleinert hatte. So waren die RC-Trucks, die sich im letzten Jahr noch
in einer Nachbarhalle tummelten, nun auch in die Halle 4 gewandert.
Die Händler
Bei vielen Händlern stellte sich im Vorfeld die Frage, auf welche
der beiden Modellbaumessen soll ich gehen? Graupner als Branchenprimus
hat in Stuttgart ein Heimspiel und ließ infolgedessen Friedrichshafen
links liegen. Viele der Branche folgten dem Leitwolf (es zeigte sich teilweise
bei den Modellbaufirmen doch auch eine Art Rudelverhalten). Einige fanden
auch den Weg nach Friedrichshafen und andere zeigten sich sogar auf beiden
Messen.
Neuheiten
gab es auch in Stuttgart einige zu sehen. So führte man z. B. das
neue Lehrer – Schülersystem T3S vor, das auf kabellosem Weg
auch Sender unterschiedlicher Fabrikate miteinander verbindet. Hier hat
ACT wirklich einen Schritt in die Zukunft getan. Am gleichen Stand, den
sich ACT mit Thommy und RC-Network teilte, gab es aber noch mehr Neues
zu bestaunen. Thommy präsentierte neben seinen schon bekannten, hervorragend
vorgefertigten Seglern auch einen 3D-EPP-Flieger. Überhaupt hat sich
EPP erstaunlich schnell bei den Herstellern als neues Material etabliert.
Nicht nur die üblichen Zagi-ähnlichen Flieger aus EPP waren
auf verschiedenen Ständen zu sehen, sondern auch viele „Leitwerkler“
aus diesem Material. Alleine Modellbau-Bichler bietet bereits ein Dutzend
EPP-Modelle an. Natürlich darf ich bei all diesen Neuheiten nicht
die Revolution im Akkubereich vergessen. Der Verkaufsstart von Akkulution
wurde in Stuttgart am Stand von Thommy in Gegenwart von Repräsentanten
von RC-Network feierlich begonnen. Im Car-Bereich beeindruckte mich die
Größe, ich sollte besser sagen, die Winzigkeit der Modelle.
Während früher ein Auto doch etwas Handfestes war, bieten heute
die Modelle im Maßstab 1:48 den RC-Spaß im Matchboxformat.
Wobei auch hier der Spaß am Tuning nicht zu kurz kommt. Mit anderen
Reifen oder Motoren lassen sich diese Hosentaschenflitzer zu waren Hitech
– Geräten hochzüchten.
Fazit
Die „Modellbau Süd“ gehört fest ins Jahresprogramm
der Modellbauer. Jedoch muß ich sagen, etwas Federn hat die Messe
in den letzten Jahren doch lassen müssen. Die Stimmung war aber dennoch
gut. Und wie bereits in den letzten Jahren, haben sich auch diesmal die
Leute am Samstag auf Tuchfühlung durch die Hallen geschoben. Aber
von einem Besuchereinbruch konnte ich nichts feststellen. Offizielle Besucherzahlen
werden in Stuttgart ja leider nicht veröffentlicht, weshalb ich mich
auf meinen subjektiven Eindruck verlassen muss. Und wer das Verkehrschaos
um die Stuttgarter Messe mag, der wird sicherlich auch im nächsten
Jahr wieder kommen. Aber gehört das Warten im Stau nicht auch irgendwie
zu Stuttgart dazu? Und sind wir mal ehrlich, wer liebt nicht die Gespräche,
die sich unter Modellbauern ergeben, wenn man genügend Zeit hat.
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