Modellbau Süd 2002

21. bis 24. November 2002

Gernot Steenblock

"Modellbau Süd" in Stuttgart

Wie bereits in den letzten Jahren, öffnete auch dieses Jahr wieder die „Modellbau Süd“ in Stuttgart ihre Pforten. Nur gab es diesmal Konkurrenz. Die Messe „Modellbau Bodensee“ in Friedrichshafen. Wie immer war am Killesberg gleichzeitig auch die Computer-, Spielwaren- und Modelleisenbahnmesse.


Anfahrt

Der Anfahrtsweg zur Stuttgarter Messe war hervorragend ausgeschildert. Weil ich im letzten Jahr fast eine Stunde im „Stop and Go-Verkehr“ auf der Messezufahrt verbracht habe, hatte ich dieses Jahr den Wecker schon auf eine erheblich frühere Weckzeit eingestellt, was sich dann auch deutlich positiv bemerkbar machte. Im Parkhaus P1 habe ich noch problemlos einen Platz bekommen. Die Parkgebühren sind allerdings mit 6 Euro am oberen Rand des Erträglichen. Jedoch wer so oder so zuwenig Parkflächen zu bieten hat, läßt sich die wenigstens gut bezahlen. Am Sonntag wurde mal wieder im Verkehrsfunk die Messe Killesberg erwähnt, mit der Bitte, doch auf Park & Ride Plätze auszuweichen und den restlichen Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen. Dies sollte angeblich in Stuttgart optimal funktionieren.


Das Gelände

Die 14 Hallen auf dem Killesberg sind nach und nach gewachsen, was sich in der Übersichtlichkeit des Geländes negativ bemerkbar macht. Hier sollte sich Stuttgart endlich den längst überfälligen Ruck geben und sich an einen Neubau machen.


Die Ausstellung

Ich möchte hier nur auf die Modellbau Süd eingehen, da ich von den anderen stattfindenden Messen nichts gesehen habe. Im RC-Bereich wurde vieles gezeigt. Über und unter Wasser, auf Straße oder Gelände aber eben auch die mit Luft unter den Flächen. Es wurden alle nur erdenklichen RC-Modelle präsentiert. Auf künstlich angelegten Geländen wurde gefahren und wer wollte, konnte sich selbst mal an der Steuerung eines RC-Truck versuchen oder aber an einem Flugsimulator sein Können bei einem virtuellen Ballonstechen beweisen.

Im Bereich Flugmodellbau waren neben vielen Händlern auch der DMFV mit seinem großen Messestand da. Zu diesem gehörte eine Modellflugzeugausstellung, die eindrucksvoll diese Sparte des Modellbaus präsentierte. Für den DMFV war der Auftritt in Stuttgart zum einen eine Traditionsentscheidung aber auch eine Frage des Standorts. Was soll ein Deutscher Modellflieger Verband denn im Grenzbereich unserer Republik, wenn er in der Baden-Württembergischen Landeshauptstadt sehr viel mehr seiner Mitglieder erreichen kann? Wobei ich den Eindruck hatte, dass sich der Bereich Modellflug wieder etwas verkleinert hatte. So waren die RC-Trucks, die sich im letzten Jahr noch in einer Nachbarhalle tummelten, nun auch in die Halle 4 gewandert.

Die Händler

Bei vielen Händlern stellte sich im Vorfeld die Frage, auf welche der beiden Modellbaumessen soll ich gehen? Graupner als Branchenprimus hat in Stuttgart ein Heimspiel und ließ infolgedessen Friedrichshafen links liegen. Viele der Branche folgten dem Leitwolf (es zeigte sich teilweise bei den Modellbaufirmen doch auch eine Art Rudelverhalten). Einige fanden auch den Weg nach Friedrichshafen und andere zeigten sich sogar auf beiden Messen.
Neuheiten gab es auch in Stuttgart einige zu sehen. So führte man z. B. das neue Lehrer – Schülersystem T3S vor, das auf kabellosem Weg auch Sender unterschiedlicher Fabrikate miteinander verbindet. Hier hat ACT wirklich einen Schritt in die Zukunft getan. Am gleichen Stand, den sich ACT mit Thommy und RC-Network teilte, gab es aber noch mehr Neues zu bestaunen. Thommy präsentierte neben seinen schon bekannten, hervorragend vorgefertigten Seglern auch einen 3D-EPP-Flieger. Überhaupt hat sich EPP erstaunlich schnell bei den Herstellern als neues Material etabliert. Nicht nur die üblichen Zagi-ähnlichen Flieger aus EPP waren auf verschiedenen Ständen zu sehen, sondern auch viele „Leitwerkler“ aus diesem Material. Alleine Modellbau-Bichler bietet bereits ein Dutzend EPP-Modelle an. Natürlich darf ich bei all diesen Neuheiten nicht die Revolution im Akkubereich vergessen. Der Verkaufsstart von Akkulution wurde in Stuttgart am Stand von Thommy in Gegenwart von Repräsentanten von RC-Network feierlich begonnen. Im Car-Bereich beeindruckte mich die Größe, ich sollte besser sagen, die Winzigkeit der Modelle. Während früher ein Auto doch etwas Handfestes war, bieten heute die Modelle im Maßstab 1:48 den RC-Spaß im Matchboxformat. Wobei auch hier der Spaß am Tuning nicht zu kurz kommt. Mit anderen Reifen oder Motoren lassen sich diese Hosentaschenflitzer zu waren Hitech – Geräten hochzüchten.


Fazit

Die „Modellbau Süd“ gehört fest ins Jahresprogramm der Modellbauer. Jedoch muß ich sagen, etwas Federn hat die Messe in den letzten Jahren doch lassen müssen. Die Stimmung war aber dennoch gut. Und wie bereits in den letzten Jahren, haben sich auch diesmal die Leute am Samstag auf Tuchfühlung durch die Hallen geschoben. Aber von einem Besuchereinbruch konnte ich nichts feststellen. Offizielle Besucherzahlen werden in Stuttgart ja leider nicht veröffentlicht, weshalb ich mich auf meinen subjektiven Eindruck verlassen muss. Und wer das Verkehrschaos um die Stuttgarter Messe mag, der wird sicherlich auch im nächsten Jahr wieder kommen. Aber gehört das Warten im Stau nicht auch irgendwie zu Stuttgart dazu? Und sind wir mal ehrlich, wer liebt nicht die Gespräche, die sich unter Modellbauern ergeben, wenn man genügend Zeit hat.

Bericht Bilder 1 Bilder 2 Bilder 3 Bilder 4 Vor

Stand: Mittwoch, 04.12.2002