"Faszination Modellbau" Sinsheim 2003

13. bis 16. März 2003

Claus Eckert

Wenn die ersten Frühlingsboten durch das Land streifen, ziehen Karawanen begeisterter Modellbauer nach Sinsheim. Dort in den Messehallen trifft man auf ein reichhaltiges Angebot. Viele meinen, diese heißbegehrten Waren unbedingt mit dem „Lastenkamel“ nach Hause transportieren zu müssen. So wechselte mancher Euro auf dieser Messe den Besitzer. Zwischen all dem gab es auch Neues zu sehen und interessante Einzelheiten am Rande.

Nur zögerlich strömten die Besucher am ersten Messetag, dem 13. März, in die Hallen.

Ganz dem Flugmodellbau gewidmet war die neue Halle 6. Unter dem gebogenen Dach präsentierten fast 120 Aussteller ihre Angebote. Ein Teil der Halle war dem Indoor-Fliegen vorbehalten. In stündlichen Shows zeigten die „Depron-Akrobaten“ ihr Können. Perfekte Modelle in der Ausstellung konnten ebenso begeistern, wie die Antik-Modellbaufreunde mit ihren filigranen Holzfliegern.

In Halle 5 fanden die Schiffsmodellbauer ihre Händler und Hersteller. In einem großen Wasserbecken begeisterten die Vorführungen vieler Freizeitkapitäne (siehe gesonderte Berichterstattung).

Lob und Tadel

Mit jedem Messetag steigerte sich der Besucherstrom, um am Sonntag, den 16. März seinen Höhepunkt zu finden. Eine nicht repräsentative Umfrage unter Händlern und Herstellern über den Messeverlauf aus Ihrer Sicht, ergab ein eindeutig zufriedenes Fazit. Lediglich die Preise beim Catering wurden allgemein als zu hoch empfunden. Ein Eindruck, der auch von vielen Besuchern bestätigt wurde. Diese lobten dafür um so mehr den freien Raum in den Gängen und zwischen den Ständen. So konnte man bei stärkstem Gedränge wenige Meter entfernt ruhigere Plätze finden.

Hinein ins Gewühl

Nicht weit entfernt vom Eingang der Halle 6 war der Stand von Bernhard Lenger. Bekannt durch seine erstklassigen GfK-Flieger und diverse EPP und Depron-Modelle. In Sinsheim hatte der Waginger Importeur z.B. eine perfekt gebaute Spitfire für nur 99.- Euro im Angebot.


Bei einer Spannweite von 81 cm kann das Modell von Flying StyroKits bereits mit einem Speed 300 und Getriebe 7,7:1 mit acht Zellen der Größe 500mAh, ausgerüstet werden. Richtigen Flugspaß bekommt man natürlich bei der Verwendung eines passenden Brushless-Motors.

Gleich um die Ecke konnte man bei Klaus Kraft, bekannt als Torcman den passenden LRK erwerben. Wer es dann lieber etwas größer wollte, dem konnte Klaus einen 3,5 kW-Motor zeigen. Der TM685 MONSTER PRO bringt dann selbst größte Elektromodelle sicher in die Luft. Einziger Wermutstropfen – der passende Regler ist erst noch in Erprobung. Da der Bau eines Großmodells sowieso einige Zeit in Anspruch nimmt, kann man ja schon mal damit anfangen.

Am Stand von Thommys dominierten wieder die eleganten Großsegler, wie Ventus, Duo Discus oder Salto. Eine wunderschöne Glasflügel 304 ergänzt das Programm geradezu perfekt. Wer sich länger am Stand von Thommy rumgetrieben hat, konnte das schnelle Aufziehen und Zuschieben einer Schublade beobachten. Ein Lächeln breitet sich auf dem Gesicht so manches Kunden aus, als er dann eines der neuen Picolario-light-Varios in der Hand hielt. Einige Kunden schauten so verklärt, als ob sie den Thermikbart schlechthin gefunden hätten. Dieses Vario bietet zum Preis von 199,- Euro folgende Features: Höhenkompensation, Empfindlichkeit ab 5cm/s, und eine Empfängerspannungsüberwachung. Insider wissen es schon lange: Mit Vario geht´s länger.

Standnachbar ACT Europe stellte seine Empfänger, Scanner und Kreisel aus. Neu bei ACT ist unter anderem der Humminbird ein Microhubschrauber für den Indoor-Einsatz. Für Furore sorgt der neue T3S –System als Synchronizer. Damit wird es möglich, Großmodell über zwei Funkstrecken zu steuern, wobei der Einsatz von zwei Sendern und zwei Empfängern vorgesehen ist. Alle Servos erhalten das gleiche Signal. Sollte es zu einer Störung auf einer der beiden Funkstrecken kommen, so wird das Signal über die zweite Strecke sicher übertragen. Ein Sicherheitsgewinn, der Angesichts immer größer werdender Modelle nicht zu verachten ist.

Kontronik präsentierte als Neuheit einen Verstellpropeller. Wobei das Thema an sich nicht neu ist. Der Unterschied zu den bisherigen Konstruktionen liegt in der Regelung der Verstellung.

Diese wird vom Drehzahlsteller vorgenommen und garantiert somit immer eine Anpassung an den optimalen Leistungsbereich. Die gesamte Einheit wiegt dank kompakter Bauweise nur wenig mehr als ein konventioneller Antrieb. Die vordere Einheit des Verstellpropellers passt in einen 38mm-Spinner der mitgeliefert wird. Dieser Antrieb wird in wenigen Wochen lieferbar sein.

Für RC-Cars, Boote und Hubschrauber, zum Beispiel den Eolo, bietet sich die neue Twist-480er Serie an. Verschiedene Befestigungslöcher in 400, 480, 500er und 600er Größe sowie verschiedene Einbauwinkel ermöglichen den Einbau in vielen Lagen.

Ganz neu wird es in Kürze einen FUN500-38 geben. Dieser ist bestens geeignet für die Ripmax-Impeller und Flugzeugmodelle mit 10 oder 12 Zellen.

Bei Staufenbiel konnte man u.a. das neue Servo D 54 von Dymond kaufen. Dieses Micro-Servo, so war am Stand von Schulze-elektronik zu erfahren, ist bestens geeignet bei der Verwendung von BEC. Die Stromaufnahme liegt angeblich deutlich unter den Werten der Servos anderer Hersteller. Battmann und Rolf Strecker mit seinen LRK-Motoren hatten wieder einen gemeinsamen Stand. Ein weiterer Hersteller von LRK-Motoren, Flyware, zeigte ebenfalls seine Produkte.
Ein Highlight der Messe war auf dem Stand von Euromodell zu finden. Mit der neuen „Elita“ setzt Jaro Müller neue Maßstäbe. Und das betrifft nicht nur die Konstruktion, sondern auch die Bauausführung. War man der Meinung eigentlich wäre die Entwicklung abgeschlossen, konnte man sich hier eines Besseren belehren lassen. Thommy Seidel berichtet ausführlich mit detaillierten Bildern im RC-Network Magazin darüber.
Wer dieses Modell sein eigen nennen will, dem sei gesagt, dass er bald weiter aufrüsten kann. Denn für die „Elita“ ist ein F3B, ein F3J Flügel und ein E-Rumpf in Planung. Die altbewährten Esprit und Escape gibt es jetzt auch mit klassischen Kreuzleitwerk.

Exclusiv Modellbau Harald Weiershäuser zeigte ein weiteres Highlight. Seine riesigen Kunstflugdoppeldecker in Holzbauweise dominierten an seinem Stand und waren weithin sichtbar.

Immer gut gelaunt und mit flotten Sprüchen, die genauso gut wie seine CNC-Baukästen sind, strahlte Stefan Höllein an seinem Stand.

Egal ob Piperle oder Libelle, die Höllein-Produkte sind ausgereift und finden seit Jahren dankbare Abnehmer.

Der Herr der Gummis war Heinz-Bernd Einck von EMC-Vega. Sage und schreibe 700 kg Mega-Rubber hat er wenige Stunden vor der Messe erhalten. Mega-Rubber ist der Hochstart-Gummi schlechthin. Mit bis zu neunfacher Dehnung zieht er alles nach oben was Flügel hat. Notfalls auch mit mehreren parallelen Strängen.

Die Ausstellung

Ein Teil der Hallenfläche wurde einer sehenswerten Ausstellung gewidmet. „Eyecatcher“ war natürlich der gigantische Holzrohbau einer Me 163. Aber auch wunderschöne Segler wie eine russische Mega oder außergewöhnliche Konstruktionen wie eine "Piaggio", begeisterten die Besucher und zeigten einmal mehr die Bandbreite des Flugmodellsports.

Stand: 22.03.2003