Reparatur eines Voll-Gfk-Modells

Jörg Wolter

 

Dank RC-Network habe ich jetzt endlich auch einen F3B-Modell. In besagtem Forum ging es in einem "Fred" um "begnadete Reparierer". Eines vorweg - zu dieser Spezies zähle ich mich nicht!

Jedenfalls suchte dort jemand einen Bastler, der in der Lage ist, ein Voll-Gfk-Modell zu reparieren. Zu dieser Sorte wiederum zähle ich mich . Also wurde gemailt und telefoniert und nach kurzer Zeit waren wir uns einig, dass ich den Bruch kaufe, um ihn für mich zu reparieren. Hierbei handelte es sich um einen DRAGON.

Das Beurteilen der einzelnen Beschädigungen stellte sich als relativ problematisch heraus.

Die Sprache - Anfang allen Übels.....

Da es kein Foto von dem abgestürzten Modell gab, wurden die Mängel so gut es ging beschrieben. Das stellte sich als sehr schwierig heraus. Dies soll kein Vorwurf sein, sondern einfach deutlich machen, wie problematisch es werden kann, wenn zwei Leute mit unterschiedlichen Interessen und Kenntnissen dasselbe Modell beurteilen. Es führt zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen. Ich war sicher vom Preis geblendet und hab’ mir meine Vorstellungen von den Beschädigungen schöngeredet. Und von dem Fliegerkollegen wurde sicher die eine oder andere Beschädigung nicht genau genug beurteilt ("da kann man doch einfach Harz reinlaufen lassen!"). Also bin ich 360 km gefahren (die ich allerdings sowieso auf mich nehmen musste, da ich in der Gegend zu tun hatte), um dann festzustellen, dass die Beschädigungen so gravierend waren, dass sich nach meiner Auffassung eine Reparatur nicht lohnte .

Dann eben kein DRAGON.

Sondern ein Pike V F3B. Technische Details gibt es hier.

Über selbiges Forum ergab sich dann ein weiterer netter Kontakt, in dem mir ein ebenfalls beschädigter Pike V F3B angeboten wurde. Und auch hier gab es keine Fotos, statt dessen erneut kommunikative Problemchen. Was ist zum Beispiel der Unterschied zwischen einem gestauchten und einem geknitterten Flügel?!

Kurzum - der Preis war o.k. und das Modell ist inzwischen wieder fertig!

Nun zur Reparatur. Es sei noch erwähnt, dass hier nicht der Königsweg beschrieben wird, sondern lediglich die Art der Reparatur, wie ich sie gemacht habe.

Bestandsaufnahme

Als erstes folgte eine genaue Untersuchung des Modells. Hierbei war es wichtig, alle Schäden zu entdecken.

Der Holm war entsprechend der Beschreibung unbeschädigt. Ebenso der rechte Außenflügel. Der Rest wies folgende Beschädigungen auf:



Stauchung und Riss der Nasenleiste im Bereich der Wurzel...

...und zum Randbogen hin.

Das arg lädierte Mittelstück

Mein erster Eindruck: das kaufen wir mal besser neu...

Auf der Unterseite war der Stützstoff (Balsa 1 mm) über ca.10 cm delaminiert.

Der linke Flächenanschluss ist gebrochen, die Außenlage über einen weiten Bereich delaminiert.

Das Balsaholz fristet sein Dasein in Form von Spänen.

Im Bereich der vorderen Flächenauflage ist die Anformung weggebrochen. Hier hat sich der Hersteller wirklich nicht mit Ruhm bekleckert, sondern nur mit angedicktem Harz. Leider ohne jede Faser.

Der Leitwerksträger ist komplett abgerissen, demzufolge natürlich auch die Bowdenzugrohre.

Das Leitwerk war auf den ersten Blick unbeschädigt. Hier war der zweite Blick wahrscheinlich lebensrettend. Denn bei meiner Suche nach dem Spiel in der Anlenkung wunderte ich mich, warum eine Klappe mehr Spiel hatte als die andere. Bei genauem Hinsehen stellte ich fest, dass eine Lötstelle zwischen Kugelkopf und Stahldraht gebrochen war.