Die EPP-JETs, am Beispiel einer MiG-25

Eckart Müller

 

Brandheiße Informationen zu den erst seit kurzem erhältlichen EPP-JETs.

Da hatte ich mir doch geschworen, dieses Modell ganz konsequent nach den Vorgaben der Bauanleitung und dem Inhalt des Bausatzes entsprechend zu bauen. Auf gar keinen Fall wollte ich irgendwelche Modifikationen dazukonstruieren, um eine ganz zuverlässige Aussage zu dem Modellbausatz machen zu können. Und jetzt dies. Ich hab’s noch nicht überprüft, aber ich fürchte, die Finger einer Hand reichen nicht aus, um alle mehr und weniger sichtbaren Änderungen aufzuzählen. Aber zunächst mal der Reihe nach, vielleicht begegnet mir ja der geneigte Leser mit Verständnis, wenn ich die Beweggründe für die kleinen „Verschlimmbesserungen“ erkläre.

Geliefert wird das Modell in einer Plastiktüte. Etwas unkonventionell, aber sei’s drum, es ist egal, wenn der Inhalt stimmt. Ich werde nun nicht jedes einzelne Stück aufzählen, dafür ist die Stückliste da, sondern nur die Teile erwähnen, an denen mir etwas aufgefallen ist, im positiven oder negativen Sinn.


Der Bausatzinhalt

Die auffälligsten Bauteile sind zweifellos die EPP-Komponenten. Rumpf, Flächen und die LERX (das sind die bis in den Cockpitbereich vorgezogenen Flügelwurzeln, z. B. auch bei der F-16 zu sehen). Erwähnenswert und sehr positiv auffallend ist der Umstand, dass der aus vier Teilen bestehende Rumpf bereits zusammengeklebt ist. Außerdem, und das ist aus meiner Sicht fast noch bemerkenswerter, sind die Kanten schon verrundet.


Verrundete Kanten und Kunststoffrohr als Motoraufnahme

Vom Bau anderer EPP-Modelle weiß ich, wie unangenehm die Bearbeitung von EPP mit dem Schleifklotz ist. Das einem das erspart bleibt ist eine feine Sache. Ebenso gekonnt hergestellt sind die Flächen und die LERX. Derjenige, für den dies das erste EPP-Modell ist, wird sich jetzt fragen, was denn da so besonders dran ist, sind halt stinknormale EPP-Flächen, die es mittlerweile wie Sand am Meer gibt. Ja, aber wer schon mal von den mit dem heißen Draht geschnittenen Kernen mit viel Mühe die sog. „foam boogers“ entfernt hat, weiß was ich meine. Die sucht man hier nämlich vergebens. Das ist wirklich optimal gemacht. Ebenfalls bauzeitsparend ist der Umstand, dass der Motorraum schon ausgespart ist und mit einem 35 mm Kunststoffrohr für die Motoraufnahme versehen ist.

Weniger gefallen haben mir die aus Balsabrettchen ausgeschnittenen Höhenleitwerks- und Seitenleitwerksbauteile. Ausgefranst und mit deutlich sichtbaren Klebenähten, um noch Reststücke verwerten zu können.


Ausgefranste Schnittkanten und deutlich erkennbare Klebenaht

Dagegen habe ich nicht grundsätzlich etwas, aber wenn schon, dann sollte es etwas weniger auffällig gemacht werden. Die Fransen können natürlich abgeschliffen werden, aber der unschöne Eindruck bleibt. Dann werden in der Stückliste der Bauanleitung Flügelholme der Dimension 5 x 5 mm erwähnt, tatsächlich vorhanden sind dagegen 3 x 5 mm Kiefernleisten. Vielleicht nur ein Tippfehler. Damit wären wir bei der Bauanleitung. Im Großen und Ganzen ausführlich, mit wichtigen Hinweisen für den Bau, die Einstellung des Modells, die Ruderausschläge, den Schwerpunkt und den Erstflug. Lediglich über die EWD schweigt sich die Bauanleitung aus. Zwar ist eindeutig und exakt die Position der LERX angegeben, doch den Flügel muss man dann auf gut Glück an die LERX kleben. Das ist nicht so schön. Allerdings ist das der einzige Wermutstropfen in der ansonsten vollständigen Anleitung, wenn man mal von der Kleinigkeit absieht, dass sich der Konstrukteur nicht ganz einig war, welche Spannweite denn nun gewählt werden soll. Da wird nämlich in den technischen Daten von 640 mm gesprochen und in der Zusammenstellungszeichnung wird ein Maß von 645 mm angegeben. Das sind zwar „nur“ 5 mm, die den Kohl nicht fett machen und das Modell auch nicht am fliegen hindern werden, aber vertrauensfördernd sind solche Widersprüche nicht gerade.

Sehr eindringlich wird in der Anleitung darauf hingewiesen, möglichst leicht zu bauen. Diese eindringliche Mahnung habe ich mir zu Herzen genommen und nach Möglichkeiten gesucht, Gewicht zu sparen. Fündig geworden bin ich beim Leitwerk. Da mir das Balsabrettchenleitwerk von Anfang an nicht gefiel, habe ich es durch 5 mm Depron ersetzt. Die Gewichtersparnis beträgt insgesamt 22g (Balsa: HLW 10g + SLW 21g, Depron: HLW 4,2g + SLW 4,5g, Ersparnis: 71%).

Und damit sich die nur stumpf an der Kante anzuklebenden Höhenruder nicht mal verabschieden, werde ich sie mit 2mm CfK-Stäbchen „verankern“. Dazu habe ich Nuten in die Depron-Höhenleitwerke gefräst.

Die SLW habe ich da, wo sie an die LERX geklebt werden, unter 12° abgeschrägt. Diese leichte V-Stellung ist ein wesentliches Merkmal der MiG-25, das sich ohne großen Aufwand realisieren lässt.


Um die Depron-Bauteile einfacher anschrägen zu können, habe ich mir eine entsprechende Halterung angefertigt. So war es einfach möglich, zwei im Winkel identische Leitwerkshälften zu bekommen.


Halter, um die Schräge zu schleifen


Mit dem Bandschleifer ist die Schräge schnell gemacht

Da ich noch auf einige Einbauteile warte, Motor, Steller, Servos und Akku, ich aber aus Prinzip erst dann mit dem Zusammenbau beginne, wenn alle Teile da sind, habe ich die nötige Zeit, mir eine Aufbauhilfe zu erstellen. Freihändig ist der Bau nämlich ein etwas unsicheres Geschäft. Die EPP-Teile sind doch recht biegsam, sodass sich allzu schnell Baufehler unbemerkt einschleichen können, die später, sofern sie überhaupt entdeckt werden, nicht mehr mit vertretbarem Aufwand zu korrigieren sind. Wie meine Montagehilfe aussieht, ist hier zu sehen.

Vereinfacht wird dadurch z. B. die Positionierung der LERX. Im hinteren Bereich liegt sie auf, vorne hat sie aber 5mm Abstand zu Unterkante. Um nicht jedes Mal messen zu müssen, habe ich zwei Brettchen mit einem V-förmigen Ausschnitt versehen, in den die „Nase“ der LERX jetzt sozusagen „einrastet“, sodass das Maß automatisch stimmt.

Über die spätere farbliche Gestaltung habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Dieses einheitliche Grau ist mir zu trist. Mit Hilfe von Google habe ich diese Variante gefunden, die vom Tarnschema her aus dem üblichen Rahmen fällt.

Dieser Beitrag wird entsprechend dem Baufortschritt fortgesetzt Aber bitte keine zu hohen Erwartungen an meine „Geschwindigkeit“. Ich bin kein Schnellbauer!

 

Stand: 24.02.2003