Arado 555-3 mit der Kennung 111200Z

Josef Poisinger

Der Baubericht Arado 555-3

Dieses Modell mit 1,80 Meter Spannweite ist eine Weiterentwicklung der kleinen Arado mit 1,20 Meter Spannweite, welche vor rund einem Jahr als Internetprojekt entstanden ist. Hauptbeteiligte waren damals Hans Rupp und Raimund Sonst, ein Bericht über dieses Projekt ist auf
http://www.das-nurfluegelteam.de/arado555-3.html
zu finden, Details über das Original bei http://www.luft46.com/arado/are555s.html .

Vorweg sollte für alle Interessenten klar sein, dass hier einen ziemliche Menge Holz verbaut wird, und nur konsequenter Leichtbau zu den gewünschten Flugeigenschaften führt. Die Auswahl der Balsabretter sollte mit der Briefwaage durchgeführt werden, wobei 10 Gramm pro Millimeter Dicke anzustreben sind. Es gibt keinen Plan im eigentlichen Sinn, die Bauskizze wird direkt am Baubrett bzw. der Beplankung gezeichnet. Mit Hilfe der vielen Fotos sollte ein Nachbau problemlos möglich sein.

Rohmaterial (Schätzung): 25 Stck. Balsa 1,5mm für Beplankung, 8 Stck. Balsa 2mm für Rippen, 2 Stck. Balsa 5mm für SLW, 1 Stck. Balsa 10mm für Kufe, diverse Reste Sperrholz und Balsa. 3m² GFK-Gewebe 25g, 2m² GFK-Gewebe 49 g.

Besonderheiten: Nach gewaltigen Problemen mit Funkstörungen - Resultat war schließlich ein Failsafe-Crash in einen Baum - liegt jetzt der Empfänger samt Kreisel im rechten Außenflügel. Im linken Außenflügel sind 100 g Blei, für die erforderliche Reparatur schätze ich ein Mehrgewicht von weiteren 100 g. Ein Gewicht von 2300 g ist daher sicher auch mit anspruchsvollem Finish erreichbar. Aufgrund der extrem langen Kabel vom Akku zum Regler muß zwingend ein Stützelko (Qualität "schaltnetzteilfest") knapp vor dem Regler eingelötet werden, andernfalls gibt es Rauchzeichen!

Die Innenfläche hat keine Schränkung, die Außenfläche auch nicht. Der Schränkungssprung zwischen Innen- und Außenfläche ist von 1° bis 3,5° variabel, der gerade Flächenstahl ermöglicht eine Drehbewegung. Im Moment fliege ich mit 2,5°, aber 2° sollten ausreichend sein. Der Motorsturz ist mit 9° zur Profilsehne bei diesem Antrieb zu viel, das Modell steigt bei Vollgas weg. Ich würde es beim nächsten Mal mit 7° versuchen.

Zum Bau: Die Flächen werden auf einer Helling aus "Negativrippen" gebaut, welche aus härterem Abfallbalsa gemacht wird. Die untere Rippenkontur plus Beplankung erhält zusätzlich je eine Leiste in Höhe der Nasen- und Endleiste. Alles passt z.B. auf eine alte Tür, auf die erstmal diese Skizze zu übertragen wäre:

Stellt man sich jetzt den Schwerpunkt bei 490mm von der Spitze gemessen vor, wird schon klarer, warum Leichtbau hinter dem Schwerpunkt so wichtig ist. Die Rippen habe ich mit dem Programm und den Profildaten ausgedruckt, die bei http://www.das-nurfluegelteam.de zum download angeboten werden.

Stellt man dabei Beplankungsstärke und Styroporstärke richtig ein, werden in einem Arbeitsgang auch passende Stützrippen mitgedruckt. Die richtigen Rippengrößen sind jedenfalls folgende:

x

x-kumul

y

interpoliert


Wurzelrippe 2+1mm "Sperrholz"

750

750

R1

3

3




85

88


717

R2

2

90




85

175


685

R3

2

177




85

262


653

R4

2

264




85

349


620

R5

2

351




85

436


588

R6

2

438




85

523


556

R7

2

525

555



5mm

Seitenleitwerk


Schränkungssprung

2

532

555

555

R8

90

622


443

R9

2

624




90

714


329

R10

2

716




90

806


214

R11

2

808




90

898




2

900

97,5

97,5

R12

 

Auf dem ersten Bild sieht man die Anordnung der vier Einzelteile des Flügels, auf dem zweiten Bild wird die rechte untere Beplankung vorbereitet, Blickrichtung von der Endleiste. Die dunklen Teile sind bereits mit der 49g-Matte belegt, Ausrichtung 45° zur Faserrichtung des Holzes. Die Position der Rippen wurde exakt von der Helling übertragen. Die Beplankung wurde auf der Helling durch kleine, an den Rändern untergeklebte Klötzchen fixiert.

 

Der richtige "Sturz" der Rippen R1 = 80° und R7 = 100° wird durch Schablonen sichergestellt. Alle Rippen werden mit Sekundenkleber angeheftet und mit Harz endgültig verklebt.

 

R1 und R7 müssen abgestrebt werden, damit sie später beim Aufbringen der oberen Beplankung nicht seitlich ausweichen können. Erkennbar ist weiter die Halbrippe R1a, Abstand von R1 ist halber Rumpfdurchmesser. Der auf dem rechten Bild ersichtliche Pfeil markiert die Stelle, ab der die Wurzelrippe mit 1mm Balsa vertikal abgesperrt werden muß. Bei der Landung wirken hier starke vertikale Zugkräfte, welche die ungeschützte Wurzelrippe längs der Faser spalten würden. Die Servokabel sind hier noch zu der ursprünglich geplanten Empfängerposition in der Rumpfspitze verlegt, jetzt liegen die Kabel nahe der Endleiste.

 

Einer der vier erforderlichen Holme für die Flächensteckung, Balsa 10mm vertikal, Balsa 2mm horizontal. Sie werden zwischen R6 und R7 bzw. R8 und R9 verklebt und mit Gfk-Matten gestützt. Im 10x10mm großen Loch werden später die Messingrohre ausgerichtet und der Zwischenraum mit Harz und Microballons gefüllt. Ein Rundstahl mit 4mm Durchmesser dient als Flächenverbinder.

Stand: 23.02.2003