EPP-JETs – Es gibt nicht nur Deltas und Pfeilflügler…

Sebastian Scheinig

...und weiter geht es mit den EPP-JETs…

Die L39 Albatros ist im Original vor allem durch die französische Kunstflugstaffel „Patrouille de France“ bekannt geworden. Mit einer L39 von Airworld wurde Stephan Völker 2002 zum Jet-Weltmeister gekürt, und jetzt kann sie jeder haben!

Ein großer brauner Karton wurde vom Briefträger geliefert; sehr groß für einen eigentlich kleinen Flieger. Also erstmal ab in die Werkstatt und den Karton aufschneiden, schauen wir mal, was da so drin ist. Unter viel Polsterfolie verbarg sich noch mehr Polsterfolie, aber was ist das?!? Ahh , eine Plastiktüte mit weißen EPP- und Balsaholzteilen.


Der Baukasteninhalt im geräumigen Karton ausgebreitet

Der erste Eindruck passte. Alles war recht sauber gearbeitet, selbst die Balsaleitwerke, die bei Eckart Müllers MiG-25 sehr ausgefranst waren, sahen in diesem Bausatz sehr gut aus.

Als nächstes wurde alles gewogen, denn ein kurzer Blick in die fünfseitige Bauanleitung verriet, dass Leichtbau an erster Stelle stehen sollte. Die Gewichte sind weiter unten in einer Tabelle zusammengefasst. Wie man sieht, sind die Leitwerke aus sehr schwerem Balsa gefertigt. Das macht sie zwar sehr fest, aber eben nicht leichter. Sie wurden von mir durch Depronteile ersetzt, die ich mit leichten 6*3mm Balsaleisten verstärkt habe.

Das EPP hat eine sehr feste Qualität, was mir wirklich gefällt, denn ich hatte schon gedacht, dass der Flieger aufgrund weicherer Qualität vielleicht ein Wackelpudding werden könnte. Ein erstes Zusammenstecken der Teile brachte dann diesen hübschen kleinen Flieger zustande:

Geklebt wurde ausschließlich mit Sekundenkleber. Nur die Leitwerke wurden mit UHU-Por verklebt (Depron mag keinen Sekundenkleber…). Bis hierher hat der Bau nur 1,5 Stunden gedauert. Die RC-Anlage in Form von drei Miniservos und einem Micro-6-light wird so installiert, dass alles zentral bei der Kabinenhaube eingebaut ist. Der Bowdenzug für das Höhenleitwerk verläuft unterirdisch in einem Schlitz im EPP. Als ein kleines Schmankerl habe ich mir eine abnehmbare Fläche gegönnt. Das ist bei diesem Flieger einfacher zu realisieren als man glaubt. Zunächst wird die Fläche genau ausgerichtet in den Ausschnitt geschoben (klemmte zumindest bei mir sehr gut). Im Folgenden werden einige 1,5mm Sperrholzbrettchen wie folgt in Schlitzen im EPP versenkt.

  • Zuerst wird ein ca. 3 x 4cm großes Plättchen senkrecht in Längsrichtung so eingelassen, dass es zur Hälfte in die Flächenwurzel hineinragt (Bild 1 und 2). Es wird im Rumpf verklebt.
  • Dann wird in die Fläche und in den unter der Fläche liegenden Rumpfteil ein Plättchen von 2 x 3cm quer eingelassen (Bild 3).
  • Als nächstes wird ein 2 x 3cm großes Plättchen seitwärts in einen Schlitz im Rumpf geschoben (Bild 4). Durch alle drei übereinander liegenden Plättchen wird ein 4mm Loch gebohrt.
  • Jetzt wird das letzte Brettchen wieder herausgezogen und eine M4 Mutter über das Loch geklebt, dann erst wird dieses eingeklebt. Nun kann bei eingeschobener Fläche eine M4 Schraube von unten durch den Rumpfteil und die Fläche in die Mutter geschraubt werden.
  • In wieweit dies in der Praxis hält, wird sich zeigen. Es fühlt sich bisher mehr als ausreichend fest an.

Antrieb:

Meine anfängliche Idee, einen Minifan-480 von WEMOTEC einzubauen, habe ich doch wieder verworfen, nachdem ich gesehen habe, wie klein der Rumpf wirklich ist. Ein Microfan hätte zwar sehr gut gepasst, aber der finanzielle Aufwand, diesem zu entsprechenden Leistungen zu verhelfen, ist mir zu hoch. Na ja, lange Rede, wenig Sinn, ich habe mich für den Erstflug für einen Direktantrieb mit einem Mega ACn 16/15/2 entschieden. Dieser sollte an einer 5 x 2 Graupner grau und 8 Zellen RC4/5SC genug Leistung bringen. Wenn das Modell zu meiner Zufriedenheit fliegt, werde ich vielleicht einen Wemotec HW505 einsetzen.

Nach der Messe Sinsheim geht’s hier dann weiter, im Moment fehlen mir leider noch ein paar RC-Komponenten.

 

Stand: 28.02.2003