Hart am Wind

Arno Wetzel

8. Fühlinger See-Regatta am 29. und 30.03 2003

Zum achten mal trafen sich aus ganz Deutschland die Skipper im Naherholungsgebiet „Fühlinger See“ in der rheinischen Metropole zu Köln. Wieder einmal veranstaltete der Verein „Modellbau Rodenkirchen e.V.“ an zwei Tagen dieses traditionelle Treffen für vorbildgetreue oder vorbildähnliche Segelmodelle aller Größen. Von der China-Dschunke bis hin zur modernen Hochseejacht wurde dem interessierten Beobachter ein Querschnitt von rund 150 Jahren Segelschiffsbau präsentiert, natürlich alles maßstäblich verkleinert und ausgerüstet mit einer RC-Anlage.

Das Revier

Das Naherholungsgebiet „Fühlinger See“ ist wahrlich ein Eldorado für jeden Schiffmodellbegeisterten. Das Kernstück bildet die Regattabahn, die von sieben weiteren Seen umschlossen wird. Da gibt es einen Surfsee, einen Badesee und die Taucher und Angler haben ebenfalls ihren eigenen Bereich. Umso erfreulicher, dass auch die Modellbootfahrer dort einen festen Platz gefunden haben. Für Veranstaltungen können von der Stadt Köln entsprechende Räumlichkeiten vor Ort angemietet werden. Da der Rodenkirchener Verein gemeinnützig ist, werden die Räume sogar kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies sind natürlich ideale Voraussetzungen für eine solche Veranstaltung, wenn Räume zum gemeinsamen Mittagessen und gemütlichen Zusammensitzen nach der Regatta zur Verfügung stehen.

Die Teilnehmer

Teilnehmen konnte jeder, der ein vorbildgetreues oder vorbildähnliches Segelmodell sein eigen nennt. Dabei ist der Maßstab vollkommen belanglos und auch, ob das Modell aus Holz oder Kunststoff, nach einer Planvorlage oder mit Hilfe eines Bausatzes entstanden ist. Es muss nur ein Abbild des Originals sein. Damit bei der eigentlichen Regatta jeder eine Gewinnchance hat, entwickelten die Veranstalter ein ausgeklügeltes Rennwertsystem: Dabei werden die Wasserlinienlänge, die Segelfläche und die Verdrängung des Modells in ein bestimmtes Verhältnis gebracht. Der sich daraus ergebene Faktor wird letztlich mit der gesegelten Gesamtzeit multipliziert.

Es ist also nicht unbedingt Siegesfreude angesagt, wenn das eigene Schiff als erstes die Ziellinie überfährt, hier muss die Auswertung der Regattaleitung abgewartet werden.

Die Regatta

An zwei Tagen wurden mehrere Wertungsläufe durchgeführt. Neben dem klassischen Dreieckskurs wurde auch eine Wanderregatta ausgetragen. Hierbei wird der See weiträumig über 6 Bojen umfahren. Der Clou bei der Sache ist, dass der Skipper sein Boot vom Ufer aus begleiten muss. Bei 33 Teilnehmern sieht das ganze schon nach einer Art Völkerwanderung aus, von dem imposanten Erscheinungsbild der gleichfalls 33 Segelboote auf dem Wasser mal ganz abgesehen. Nach dem Start zieht sich das Feld schnell auseinander und es bilden sich kleinere Gruppen, in denen sich neben dem Regattageschehen auch noch reichlich Zeit für diverse Fachsimpeleien findet. "Es soll Spaß machen" ist der allgemeine Tenor. Hier geht´s nicht um harte Positionskämpfe, sondern da stimmt man sich auch einmal bei der Leetonne per Zuruf ab, bevor sich die Modelle zu nahe kommen.

Natürlich gab´s am Ende auch einen Gewinner, aber für die Meisten war dies wohl reine Nebensache.

Interessantes am Rande

Neben den eigentlichen Wettfahrten stehen natürlich die Gespräche und der Erfahrungsaustausch im Vordergrund. So früh im Jahr möchte schließlich jeder das, was in der langen Winterpause im heimischen Bastelkeller so entstanden ist, den Kollegen präsentieren. In diesem Zusammenhang führte ich ein langes Gespräch mit Gerth Schulze, der gemeinsam mit Raimund Schulin das Projekt „Basic“ ins Leben gerufen hat.. Hierbei handelt es sich um ein extrem preiswertes Segelmodell, dass dem Anfänger schnell und erfolgreich den Einstieg in dieses schöne Hobby ermöglichen soll. Gerade die Freizeitskipper klagen über fehlenden Nachwuchs. Wen wundert´s, denn der Weg zum fertigen und fahrtüchtigen Schiffsmodell ist immer noch mit etlichen Baustunden verbunden. Leistungsfähige ARF-Schiffsmodelle finden sich auf dem Markt eher selten und das, was sich hinter dem Begriff Modell“bau“ verbirgt, ist in der heutigen Zeit für viele Einsteiger eher ein lästiges Übel!

Umso erfreulicher, das sich hier zwei Enthusiasten gefunden haben, die ein geeignetes Konzept für die Jugend entwickelt haben.

Mehr Informationen über das Projekt „Basic“ findet man hier: http://www.modellbaurodenkirchen.de

Auch im Forum wurde über dieses Thema schon ausführlich diskutiert: http://www.rc-network.de/cgi-bin/ubb/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic;f=23;t=000010

Fazit: Eine gelungene Veranstaltung, die durch Borek Dvorak, Frank Rudolph und den Verein „Modellbau Rodenkirchen e.V.“ bestens organisiert wurde und die allen Teilnehmern wohl große Freude bereitet hat.

Impressionen

Nachfolgende Bilderserie sollte man in Ruhe auf sich wirken lassen.

Einfach das erste Bild anklicken und die Segler-Parade kann vor dem heimischen Bildschirm beginnen.

Viel Spass!

Bilderschau

Stand: 30.03.2003