Marktübersicht Ladegeräte

Ulrich Horn

Auswahl geeigneter Ladegeräte - Seite 4

Marktübersicht

Zunächst ein Satz in eigener Sache. Bevor ich diese Übersicht aufgestellt habe, hatte ich keine Ahnung, wie viele verschiedene Ladegeräte es für unsere Zwecke zu kaufen gibt. Natürlich konnten nicht alle berücksichtigt werden. Um in die Auswahl zu kommen, waren zwei Kriterien entscheidend:

  • Relevanz: Es gibt eine Unmenge preiswerter Kleinlader in der Spielzeugkategorie. Diese sind nicht berücksichtigt. Auch sind Ladegeräte, die nicht für NiCd-Akkus geeignet sind, nicht in der Auswahl.
  • Informationen: Es sind nur Ladegeräte erfasst, über die man im Internet Informationen bekommen kann oder von deren Hersteller mir Kataloge vorliegen. Dementsprechend sind alle aufgeführten Lader derzeit im Handel erhältlich.

Daraus ergibt sich, dass die Tabelle weder Anspruch auf Vollständigkeit noch Anspruch auf Richtigkeit erhebt. Sie stellt eine Momentaufnahme der erhältlichen Informationen mit Stand März 2003 dar. Manche Hersteller haben eigene Homepages mit Produktbeschreibungen, bei anderen Produkten muss ich mich auf Händlerangaben verlassen. Die Angaben sind mitunter widersprüchlich, auch wechseln ab und zu die Revisionsstände und damit die Leistungsmerkmale der Geräte.
In vielen Fällen ist es sehr schwer, aus Beschreibungen die relevanten Leistungsmerkmale herauszulesen. Manche Angaben sind einfach irreführend (sicher auch für den Kunden) und können nur durch Auswertung mehrerer Quellen einigermaßen verifiziert werden.
Insgesamt stelle ich fest, dass namhafte Geräte aus deutscher Produktion besser und eindeutiger dokumentiert sind als Geräte 'internationaler' Hersteller oder OEM-Ware. Insgesamt scheinen deutsche Produkte die Spitze der Technologie darzustellen; auch für Amerikaner sind "Schulze" oder "Orbit" ein Begriff. Aber auch sonst stellen Lader von ELV, Ginzel, Megra oder Sommer die Oberklasse der international üblichen Technologie dar.
Diese Beobachtung verfestigt sich noch dadurch, dass besonders teure Ladegeräte 'internationaler' Herkunft ein mitunter schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis bieten. Es scheint, als ob bei solchen Geräten das Marketing im Vordergrund steht.
Diese Einschätzung ist natürlich subjektiv und nicht allgemein gültig. Im Zweifel ist es immer richtig, sich die vom Hersteller angegebenen Daten anzuschauen und das, was dort nicht steht, auch nicht hinein zu interpretieren. Gelogen wird vermutlich nirgendwo, also gilt 'Wer lesen kann, ist klar im Vorteil'.

Achtung: Auf keinen Fall übernehme ich irgendeine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben!

Ausschnitt der PDF-Datei

Aufbau der Marktübersicht

Ich hoffe, die für den Modellbauanwender relevanten Information in der Übersicht untergebracht zu haben. Welche Zellen kann man laden? Wie viele? Mit welchem Strom? Wie viele Ausgänge? Welches Ladeverfahren, welche Endabschaltung? Kann es entladen? Welche Programme gibt es? Damit sollte ein Lader grob klassifiziert sein. Gerade die teuren Komfortlader bieten aber Details, die nicht aufgenommen werden konnten. Vor einer Kaufentscheidung sollte man sich also auf jeden Fall genauer informieren.

Ladertyp

Unterschieden wird zwischen cc = Konstantstromladern, Schnell- und Komfortladern. Schnellader verfügen über Ladeströme ab 1 Ampere, Komfortlader darüber hinaus über mehr als zwei der oben beschriebenen Komfortmerkmale. cc- oder Schnellader, die über ein oder zwei Komfortmerkmale verfügen, werden mit einem + gekennzeichnet.

Zellentyp

Alle Lader können NC-Akkus laden, das ist die Bedingung, um hier überhaupt aufgeführt zu werden. Die Eignung zur Ladung von NiMH ist bei schwachstromigen cc-Ladern generell gegeben und entsprechend markiert. Bei Schnell- und Komfortladern gilt die Herstellerangabe, unabhängig ob sie im Werbetext oder in den Spezifikationen vorkommt. Die Fähigkeit, Pb- und LiIon zu laden sind ungewertete Herstellerangaben.

Laden, Zellenzahl (Ausgang 1-2)

Die Angabe bezieht sich natürlich auf die Anzahl der Zellen, die ein Akkupack nicht unter- oder überschreiten darf, um am jeweiligen Ausgang geladen werden zu können. Diese Zahl mit 1,5 multipliziert ergibt grob die Arbeitsspannung des Ladeausgangs. In vielen Fällen ist das auch die Grenzspannung für andere Akkutypen (LiIon, Pb), aber nicht immer.

Laden, Strom [I] (Ausgang 1-2)

I auto (automatisch)
Hier handelt es sich um nicht einstellbare Ladeströme. Die gibt es sowohl bei Billigladern, die einfach nur alles in den Akku pumpen, was sie können, als auch bei Komfortladern, die den Ladestrom durch Messung dem Akku anpassen. Erstere erkennt man meist an der Angabe "bis" oder "max" gefolgt von einem Stromwert, Letztere eher daran, dass sie auch eine manuelle Stromeinstellung haben. "Bis" oder "Max" sind den Prospektangaben entnommen.

I man (manuell)
Soweit der Ladestrom eingestellt werden kann, ist er hier angegeben. Bei wenigen einstellbaren Ladeströmen sind diese durch Kommas getrennt, ansonsten (oder wenn nicht anders bekannt) der einstellbare Strombereich.

Entladen, Strom und Leistung

Zwischen verschiedenen Ausgängen wurde nicht unterschieden, obwohl es Ladegeräte gibt, die an mehreren Ausgängen entladen können. Auch bei letzteren ist die Entladeleistung begrenzt, seriöse Anbieter geben diese in Watt an. Fehlt die Angabe, gelten höhere Ströme meist nur für einzelne Zellen.

Ladeverfahren

Wie oben beschrieben, wird zwischen cc = Konstantstrom-, P = Puls- und R = Reflexladung unterschieden. Manche Lader beherrschen mehrere Verfahren.

Endeabschaltung

Wie oben beschrieben, unterscheide ich nach dP = delta Peak, dP+ = erweitertes dP, t = timer, T = Temperatur und U/C als Spannungs-/Kapazitätskontrolle. Viele Lader beherrschen mehrere Verfahren. Eine einstellbare dP-Abschaltung ist mit einem anstelle eines gekennzeichnet.

Straßenpreis

Dies ist ein gerundeter Wert aus Angaben im Internet mit dem Stand März 2003. Bei verschiedenen Preisen habe ich den jeweils niedrigsten genommen. Katalogpreise sind nicht angegeben.

Display

Die Tabelle zeigt nur, ob ein Display vorhanden ist. Manche Displays können nur (umschaltbare) Werte anzeigen, andere sind mehrzeilig und bieten einen kompletten Überblick über die laufenden Vorgänge.

Programme

Dieser Teil ist nicht ganz trivial. Ich weiche hier bewusst von den Herstellerangaben ab (siehe "Programmsteuerung" unter Komfortmerkmale). "Kap" bedeutet Kapazitätsmessung, gemeint ist die Anzeige der entladenen Kapazität eines Akkus. "Zyklen" zeigt an, ob ein Gerät den aufeinanderfolgenden Ablauf von Lade- und Entladefunktionen beherrscht. Bei 'Formieren' habe ich die Herstellerangabe eingetragen, ohne Wertung, ob vorhandene Zyklenprogramme dafür geeignet sind. Refresh schließlich ist die Herstellerangabe zur oben beschrieben Refreshfunktion.

Schnittstelle

Es sieht so aus, als wäre USB bei Ladegeräten noch nicht üblich. Manche Lader verfügen serienmäßig über eine serielle Schnittstelle zum PC (RS232), falls sie optional ist, wurde sie in Klammern gesetzt.

 

Laderübersicht (PDF-Datei)

Stand: 03.04.2003