Der Aufstiegserlaubnis genüge getan

Gernot Steenblock

Günstiges Schallpegelmessgerät Voltcraft® 329

Auch in unserer Aufstiegserlaubnis findet man einen Absatz, der sich mit dem Thema "Schallpegel" befasst. Bisher haben wir eher selten gemessen. Dies lag vor allem daran, dass wir die Kosten für ein Schallpegelmessgerät gescheut haben. Leider schreibt uns die Aufstiegserlaubnis einen Wert von 80dB(A)/7m vor. Also ist der Vorstand des Vereins wieder mal der Dumme, wenn sich jemand beschwert. Dabei geht es ja nicht mal darum, wer nun im Recht ist, sondern vielmehr darum, wie ich die Einhaltung des Grenzwerts beweisen kann?

Diese Überlegungen brachten mich dazu, nach einer günstigen Möglichkeit zu suchen, um eine Schallpegelmessung durchführen zu können. Die Lösung brachte mir dann der Briefträger mit dem Conradkatalog. Unter der Bestellnummer 100536 gibt's das digitale Voltcraft® Schallpegelmessgerät 329 für gerade mal 49,95 EUR. Die Beschreibung klingt nach gut und günstig. Bisher hat man für diesen Preis gerade mal ein analoges "Schätzeisen" erhalten. Digitale Geräte bekam man erst für den 3- bis 5fachen Preis. Mehr Ausstattung bieten diese dann in einem Bereich, der bereits bei 30dBA anfängt mit einer Auflösung von 0,1dBA. Dies fand ich für meine Zwecke als nicht notwendig, deshalb bestellte ich das Gerät von Conrad.

10 Tage später lag dann das Messgerät auf meinem Schreibtisch. Ordentlich verpackt und mit einer Anleitung in deutsch, englisch und französisch. Für die Stromversorgung ist ein 9V-Block zuständig, der im Lieferumfang enthalten ist. Einer sofortigen Inbetriebnahme steht also nichts im Wege. Das Gerät selbst liegt gut in der Hand und die Bedienung gestaltet sich als äußerst einfach. Mit seinem Gewicht von gerade mal 275g spielt das Conrad-Gerät in der Slowflyerszene mit und die Abmessungen von 232 x 54 x 34mm machen es sehr handlich.

Alle 5 Bedienelemente befinden sich auf der Oberseite des Lärmjägers, ebenso wie das LCD-Display. Der Messbereich erstreckt sich von 40dB bis 130dB, wobei dieser Gesamtbereich in 4 Messbereiche unterteilt ist. Welchen Bereich man gerade ausgewählt hat, wird am unteren Displayrand angezeigt. Ebenso wie die Anzeige, falls der Messbereich unter- bzw. überschritten wird. Für stark schwankende Geräuschquellen kann die Messmethode verlangsamt werden, um einen Durchschnittswert zu ermitteln. Im Fast-Modus liefert das Gerät 2 Messungen pro Sekunde.

Neben dem dBA-Wert kann das Gerät auch noch dBC messen. Also eine Schallquelle mit sehr niedrigen Frequenzen. Ich habe mich mit dBC aber nicht weiter beschäftigt, da wir in unserem Bereich immer von dbA ausgehen müssen. Steht ja schließlich so in der Aufstiegserlaubnis.
Um bei einer Messung den maximal erreichten Wert zu ermitteln, hat das Voltcraft® 329 eine Funktion, die den Spitzenpegel als Messergebnis anzeigt.

Das Gerät ist bereits werkseitig kalibriert und muss nur noch im Bedarfsfall nachjustiert werden. Dies erfordert jedoch einen Standard-Akustik-Generator und einen Uhrmacherschraubendreher, um an der rechten Seite die kleine Kalibrierungsschraube zu verstellen.

So, kommen wir nun zum Praxisteil. Die ersten schnellen Messungen erfolgten auf dem Flugplatz. Ein Speed 400 als Pusher auf einem EPP-Zagi bringt mit dem kleinen Güniprop immerhin 76,5dBA auf die Anzeige und das in den vorgegebenen 7 Metern Abstand zum Modell. Den ersten Knalltreibling habe ich mir dann zuhause im Garten vorgenommen. Ein OS mit 5ccm und Standardschalldämpfer, mit einer 8x5,5er APC-Latte auf einem kleinen Funflyer brachte es immerhin auf 78,5dBA. Das klingt nach keinem sehr großen Unterschied. Wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass eine um 4dB lautere Schallquelle bereits eine Verdopplung des Lärms bedeuten, dann wird einem schnell klar, was bereits 2dB ausmachen.

Die Auflösung von 0,5dBA reicht in der Praxis vollkommen aus. Die Einstellmöglichkeiten haben sich schnell als praxisgerecht und sinnvoll herausgestellt. Die überlappenden Messbereiche sind so angeordnet, dass jeder den für sich passenden Bereich auswählen kann. Negativ fiel eigentlich nur auf, dass nach Ausschalten des Geräts alle bis dahin vorgenommenen Einstellungen wieder auf den Urzustand zurück gesetzt waren. Somit muss nach jedem Einschalten des Geräts mindestens die Level- und die MAX-Taste gedrückt werden, um in den richtigen Messmodus zu schalten. Hier sollte Conrad auf die Fertigung in Thailand einwirken.

Fazit:

Das Gerät hat meine Erwartungen voll und ganz erfüllt. Einfache Bedienung, schnelle Messungen und der günstige Preis machen das Voltcraft® 329 Schallpegelmessgerät zu einem nützlichen Helfer für jeden Flugleiter. Natürlich kann ein teureres Gerät mehr, jedoch habe ich bis jetzt noch keine Funktion vermisst.

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Stand: 21.04.2003