MC 3030 – DatensicherungEckart Müller |
| Gehört bzw. gelesen hatte ich bereits häufig davon. Dennoch hatte ich nie vor gehabt, mir ein Interface-Kabel zusammenzulöten. Ich sah einfach keine Notwendigkeit, die Speicherinhalte meiner MC 3030 auf dem PC sichern. Wozu soll das gut sein? Schließlich fliege ich seit etwa 8 Jahren ohne irgendwelche Probleme mit diesem Sender. Was soll da schon passieren? Wie war das? Seit 8 Jahren? Kommt da nicht allmählich das „Lebensende“ der Stützbatterie für das EPROM in Sicht? Dann müsste auch ich unter Umständen meinen Sender demnächst zum MPX-Service schicken! Hatte ich nicht schon davon gelesen, dass daraufhin ein Sender mit gelöschten Modellspeichern zurück gekommen ist? Heiliger Strohsack, wenn mir dass passiert. Alle mit viel Mühe und manchen Zufällen erarbeiteten Einstellungen weg! Eine Horrorvorstellung. Und wie war das mit Murphy, WAS SCHIEF GEHEN KANN, GEHT EINES TAGES SCHIEF! Ein Interface-Kabel muss her, und zwar BEVOR mich meine Speicherinhalte verlassen. Das war die ernste Ausgangslage. Zunächst habe ich mir die dazu nötige Software „sMPX v1.0“ von „Sea Gull Technologies“ runtergeladen und mal genau gelesen, was damit alles möglich ist. (inzwischen heißt die Firma wohl „iGull Technologies“)
Nein, ich war nicht zu bequem, das zu übersetzen. Das soll nur so eine Art Vorwarnung sein. Denn wer mit diesem Text Probleme hat, sollte lieber gleich die Hilfe eines Freundes suchen, da diese ganze Geschichte aus Schottland stammt und dementsprechend in Englisch abgefasst ist. Zumindest sollte man den Text gelesen und verstanden haben... Da hatte ich also die Software, war registriert und brauchte jetzt nur
noch das Kabel, um den Sender mit dem PC zu verbinden. Weil ich ein Typ
bin, der den Weg des geringsten Aufwands sucht, habe ich an Oliver Nell,
der auf der Webseite von „Sea Gull Technologies“ als Interface-Kabel-Quelle
genannt wird, eine Mail geschickt. Keine Reaktion, keine Antwort. Shit!!
Tja, was tun? Mail an Neil D. Gillies von „Sea Gull Technologies“,
ob er was über den Verbleib von Oliver Nell weiß. Nein, er
wusste nichts. Dumm gelaufen! Nachtrag: Der Schaltplan für das bisschen Elektronik ist als pdf-File verfügbar. Es sind dort drei Versionen mit unterschiedlichen Bauteilen dargestellt, sowie die Verdrahtung der Stecker für Sender und PC. Die ganze Angelegenheit ist so einfach, dass sich auch der elektronisch Ungeübte da herantrauen könnte. Ja, könnte, wenn denn alle Informationen zu finden wären. Sind sie aber aus unerfindlichen Gründen nicht. Die Anschlussbelegung von fast allen Bauelementen ist dargestellt, Spannungsregler, Transistoren, Dioden. Als wesentlichen Mangel sehe ich die Tatsache an, das zwar die Beschaltung der ICs angegeben ist, aber nicht gezeigt wird, wo welche Anschlüsse am IC zu finden sind. Es fehlt ebenso ein Hinweis auf die Polung der Elkos (Elektrolyt-Kondensatoren). Die Darstellung im Schaltplan ist zwar korrekt, aber nicht jeder weiß, wie der Elko denn dann eingelötet werden muss. Deshalb habe ich hier die Darstellung mal entsprechend ergänzt. Auf den Elkos selbst ist die Polung aufgedruckt.
Der „Großeinkauf“ bei meinem örtlichen Elektronikhändler sah dann so aus. Die Bauteile waren etwas billiger, als das Kabel, das der unerreichbare Oliver Nell geliefert hätte. Das erleichterte mir die Arbeit ungemein!!! Außerdem entschied mein Elektroniklieferant, welche Version, 1 oder 2, ich zu bauen hätte durch die Verfügbarkeit des entsprechenden ICs.
Lediglich die Lochrasterplatine stammt aus meinem Fundus. So sah das Original aus
Und das blieb nach der Bearbeitung davon übrig.
Sie war schon etwas „gealtert“, deshalb musste ich die Kupferseite erst wieder blank scheuern. Es ist natürlich auch jede andere Lochrasterplatine brauchbar. Dann ist möglicherweise etwas mehr Arbeit erforderlich, da vielleicht mehr Drahtbrücken nötig sind, und damit sind, das sei nicht verschwiegen, mehr Fehlermöglichkeiten gegeben. Auf meiner Platine war nur eine Drahtbrücke nötig. Etwas Lötlack aufgesprüht, na ja, nicht wirklich, denn der tropfte nur noch aus der Sprühdose, die war eben auch schon in die Jahre gekommen. Aber es reichte für die wenigen cm². So habe ich die Bauteile auf der Lochrasterplatine angeordnet. Die Farben der Steckeranschlüsse entsprechen den Aderfarben des vieradrigen Kabels.
Das ist der Bestückungsplan und so sieht die konkrete Platine aus, einschließlich des Sockels für den IC.
Das Platinchen sieht etwas verloren aus in der „großen“ Plastikdose. Was soll’s? Spezialisten (Oliver Nell) fummeln die ganze Schaltung in das Gehäuse des 9poligen Computersteckers. Wäre eine elegante Lösung! Die erfordert aber SMD-Bauteile (Surface Mounted Device – Oberflächen montierte Bauteile). Aber das wollte ich mir dann doch nicht antun. Siehe oben, ich bin ein bequemer Mensch. Aber was wirklich noch erforderlich ist, das ist die Zugentlastung für das Kabel. Zwar sind die beiden Enden zwischen Deckel und Unterteil des Gehäuses eingeklemmt, aber das ist keine zuverlässige Methode. Das ist die Verdrahtung der Stecker.
So, und das Beste habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben. Die Anordnung hat nämlich auf Anhieb astrein funktioniert. Wer schon mal mit Elektronik konfrontiert war, weiß, dass einem selbst bei einfachsten Schaltungen die blödesten Fehler unterlaufen können. Deshalb ist es nicht selbstverständlich, dass so etwas sofort wie gewünscht funktioniert. Inzwischen habe ich alle Modellspeicher gesichert. Jetzt kann mir kein Kundendienst mehr einen bösen Streich spielen. Web-Adresse von „Sea Gull Technologies“: Schaltplan als pdf-File: Hier findet man die Software: Oliver Nell:
|
|
Stand: 27.11.2003
|