Internationales Elektro-Impeller-Treffen in Kraiwiesen/A

Claus Eckert

„Ein Anfang ist gemacht.“ So mag das Fazit der Veranstalter des ersten internationalen Elektro-Impeller-Treffens in Österreich gelautet haben. Es war aber weit mehr, was dort Mitte August in Kraiwiesen bei Salzburg geboten wurde. So trafen sich unter dem Tower des Modellflugplatzes des MFC Salzburg nicht nur die Creme der EDF-Flieger aus Österreich und Deutschland. Neben den großen Namen der Szene waren dort auch viele neue Gesichter zu sehen. Und diese Bandbreite war es wohl, die den Charakter der Veranstaltung prägte. Vom Pibros-Impeller bis zum LiPoly-High-Tech-Jet war alles zu sehen, was das Herz eines EDF-Fans höher schlagen lässt.

Vom ersten Tag der Veranstaltung, Samstag, den 16. August, stammen die folgenden Eindrücke und Bilder. Weit über 30 Piloten hatten bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen nahe der 30°C-Marke den Weg nach Kraiwiesen gefunden. Der Modellflugplatz des MFC Salzburg liegt an der Autobahn A1, Salzburg – Wien, Ausfahrt Thalgau, Richtung Eugendorf. Die ca. 80m lange Betonpiste bietet beste Vorraussetzungen, um auch EDFs mit Einziehfahrwerk sicher in die Luft zu bringen. Der am ersten Tag dominierende Querwind machte die Entscheidung, von welcher Seite vorzugsweise gelandet werden sollte, zum Glücksspiel. Da der Platz in beiden Anflugrichtungen auf einer leichten Kuppe liegt und die Betonpiste einen Höhenunterschied von 2,4m hat, war es bei den größeren Modellen unbedingt nötig, präzise und rechtzeitig vor dem Eintritt der Energiekrise zu landen.


Die Mannschaft um Tim Lindauer hatte nicht nur interessante Modelle dabei, sondern sorgte mit der La-Ola bei besonders tiefen Platzüberflügen für Party-Stimmung.


Einige Modelle der „Linzer Mafia“ um Andreas Pohn.


Wie sich´s gehört: Großflieger Ralf Dvorak mit El Bandito vor dem Salzburger Modellflug-Tower


Die Startpiste

Und sie fliegt doch – die Arado 555/3. Allerdings nur mit gravierenden Änderungen. Diese hatte Sebastian Luger aus Cham in der Oberpfalz in sein Modell einfließen lassen. Wir erinnern uns: Ein Bauplan in der FMT sollte zum Nachbau dieses schönen Flugzeuges anregen. Nur war die nach Plan gebaute Version nicht besonders flugfähig. Im RC-Network Forum wurde dann versucht, mit diversen Änderungen die Arado zum Fliegen zu bewegen.

Sebastian Luger verwendet bei seiner Arado einen WeMoTec midifan mit einem Speed 480 race in Verbindung mit 10 x 1100mAh-NiCd-Zellen. Die Flugleistungen können als äußerst gutmütig beschrieben werden. Wenn es einen „Tiefstpreis“ für die geringste Flughöhe gegeben hätte, Sebastian würde ihn zu Hause stehen haben. Zwei Zentimeter über dem Boden werden es höchstens gewesen sein.

Die Styro-Mirage von Christian Klug aus dem Salzburger Land hatte ihren Erstflug noch vor sich. Als „Fake-EDF“ war sie nicht mit einem Impeller, sondern mit einem Speed 400 als Pusher-Antrieb versehen. Das machte sie aber nicht unbedingt hässlicher. „Die habe ich beim Schweighofer rumliegen sehen und dachte mir, das Teil muss doch fliegen“ erzählte Sebastian ganz trocken. Ebenfalls von ihm stammt der Pibros mit Impeller-Antrieb.

Piranhas sind als gefräßige Fische bekannt, die in sekundenschnelle alles bis auf die letzte Faser abfressen. Bis auf die letzte Faser gespannt waren dann auch die drei JePe-Piranha-Piloten Friedrich Blie, Helmut Wenzl und Franz Stockinger. Helmut und Franz fliegen zwar regelmäßig im Duett, aber zu dritt Piranha fliegen - das war neu. Das Piranha-Trio bot eine echte Schau. Die Gegenanflüge, einer gegen zwei, gefielen nicht nur den Zuschauern sondern auch den drei Piloten. Fast die gesamte Flugzeit hielten sie damit die Zuschauer bei Laune und die quittierten dies mit einem tosenden Applaus. Alle drei Piranhas waren mit Mega-Motoren und jeweils 11 Zellen ausgerüstet. Helmut verwendet 1900er AUP von Hopf, Franz 1800er KAN von speed-motors und Friedrich 2000er NiMH von Panasonic. Die Flugzeiten waren in etwa gleich. In der Performance waren für die Zuschauer keine gravierenden Unterschiede feststellbar.



(v.l.) Friedrich Blie, Helmut Wenzl, Franz Stockinger

Stand: 17.08.2003