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Sebastian Scheinig

SPACEWALKER von Flugmodellbau Barth

Nach dem herben Verlust meiner Rödel-PIPER im letzten Jahr musste ein neues Großmodell her, denn der Virus der Großen hatte mich längst gepackt. Also begab ich mich auf die Suche und wurde schließlich im eigenen Verein fündig. Peter Barth stellt Scalegroßmodelle her und fliegt in meinem Verein. Na, was will ich mehr? Also ran, ein SPACEWALKER im Maßstab 1:3 musste her, denn ich habe dieses Modell schon oft fliegen sehen , auch unser 1. Vorsitzender fliegt einen SPACEWALKER von Peter und ich staunte schon immer über die gutmütigen Flugeigenschaften dieses Modells.

Als ich das rohbaufertige Modell bei Peter abholen konnte, waren die Dimensionen schon zu erkennen. Trotz der gut 10cm kleineren Spannweite gegenüber der Rödel-PPIPER wirkt die Fläche des SPACEWALKER durch die größere Tiefe viel gewaltiger. Also alles rein ins Auto und nach Hause, ich will bauen.

Wie immer bei vorgefertigten Modellen, steckte ich das Modell erst mal zusammen um zu schauen, ob alles passt...tja...gepasst hat auch fast alles... Die Verdrehsicherung der Flächensteckung hatte gut einen halben Millimeter Untermaß. Sechs Schichten Tesa haben dieses Problem zwar schnell gelöst, aber ärgerlich ist es alle mal. Genauso schnell korrigiert, aber auch genauso nervig, waren die nicht zueinander passenden Scharnierschlitze in Querruder und Fläche.


Passt (nicht), wackelt und hat Luft...


Das Gruselkabinett am rechten Querruder, solche Vorarbeit bedeutet mehr Nacharbeit als Vorteile.

Ein solches Großmodell fertig zu stellen ist für den fortgeschrittenen Modellbauer wohl kein Problem, bis auf ein paar Ungereimtheiten (siehe Ende des Berichtes) passt alles gut zusammen und man könnte in sehr kurzer Zeit zum Erstflug kommen, wenn man nicht, so wie ich, ein paar zusätzliche Details einbaut.

Zuerst waren die Querruderanlenkungen dran. Da die Ruder an der Scharnierseite 3cm dick sind, habe ich mir GFK-Ruderhörner gekauft und diese einfach in die Rudervorderkante eingeklebt. Mit entsprechend direkter Anlenkung aus der Fläche heraus ist diese Art der Anlenkung fast unsichtbar.


Servoeinbau und Anlenkung im Rohbau


Ansicht der Flächenunterseite im Anlenkungsbereich. Ganz links ist das Querruder nach unten, rechts daneben in Neutralstellung und ganz rechts voll nach oben ausgeschlagen.

Zum einfacheren Transport (die Möglichkeit, das Modell mit unserem Smart zu transportieren, wollte ich mir nicht „verbauen“) machte ich die Leitwerke abnehmbar. Hierzu erhielt das Seitenleitwerk ein Alurohr und der Rumpf an entsprechender Stelle ein selbst laminiertes GFK-Rohr als Aufnahme. Im ersten Drittel und am Holm klebte ich M4-Gewindestangen in das Seitenleitwerk ein. Sie reichen bis zur Unterseite des Rumpfes und klemmen die Leitwerke auf den Rumpf. Das Höhenleitwerk ist zusätzlich mit zwei M4-Schrauben am Rumpf arretiert.


Die roten Kreise zeigen die Steckung und die Stoppmuttern der Leitwerksarretierung.

Die kleinen Sachen beeindrucken ja am meisten, das weiß wohl jeder. Beim Stöbern in der Ecke mit den Elektronikbausätzen von Conrad sah ich einen kleinen Antikollisionsblinker (ACL). Dieser Bausatz kostet inkl. zwei kleiner Lämpchen nur 5€ und war in fünf Minuten fertig gelötet. Ich habe ihn direkt an den Empfänger angeschlossen, wodurch ich gleichzeitig eine Spannungsüberwachung und eine Anzeige am Modell habe, ob der Empfänger ein- oder ausgeschaltet ist . Die Lämpchen sind ungefähr in der Mitte von Rumpfober- und -unterseite zwischen Fläche und Leitwerk angebracht.

Und wo wir grad’ bei Licht sind, ich habe mich noch für einen Landescheinwerfer entschieden. Zwei 35mm-Halogenscheinwerfer mit 10° Öffnungswinkel sind in der linken Fläche eingebaut. Sie werden parallel aus einem 5-Zeller mit 350mAh versorgt. Das reicht locker aus, da die Scheinwerfer ja nur ca. 1-2 Minuten pro Flug eingeschaltet sind.


Der fertige Flasherbaustein im Modell, daneben oberes und unteres ACL am Modell.

Um die Lautstärke niedrig zu halten, habe ich den Motor gedämpft gelagert. Für Schwinggummis ist unter der Motorhaube leider kein Platz, darum habe ich vor und hinter dem Motorspant je ein ca. 2mm breites Stück Spritschlauch auf die Schrauben geschoben, diese dämpfen zumindest ein wenig die Vibrationen und die Lautstärke des Motors.


Als kleines Späßchen habe ich den Choke (blaue Kugel) und die Drosselanlenkung (roter Hebel) im Cockpit funktionsfähig ausgeführt.



Da der Sprit ja auch irgendwie in den Tank muss und ich herumhängende Schläuche an dem schönen Modell vermeiden wollte, habe ich mir aus einer Schraube und zwei Holzplättchen einen kleinen Tankdeckel gebaut. Der ist nicht ganz so fein wie die CNC-Drehteile von Amelung und Co. aber effektiv.

Da das Fahrwerk leider auf sich warten lässt (ich muss hierbei zugeben, dass ich zuvor nicht nach Lieferterminen gefragt habe) und ich aber fliegen wollte, habe ich das gedämpfte Alufahrwerk meiner alten PIPER dran geschraubt. Sieht gut aus, ist nur etwas zu flach.

Stand: 26.08.2003