Weltmeisterschaft 2003 der Pylonflieger F3D

Otto Jakob

Seite 2

Wer nach den ersten Rennen glaubte, den Ausgang der WM erkennen zu können, wurde eines Besseren belehrt.

Im zweiten Durchgang erwischte es unsere Jungs hart. Sowohl Martin als auch Marco hatten Motorenabsteller. Das ist zu diesem Zeitpunkt natürlich sehr bedauerlich. Nachdem Marco auch im 3. Durchgang das gleiche Schicksal ereilte, sah es mit seiner individuellen und der Mannschaftswertung schlecht aus. Immerhin zeigte sich Phelan solidarisch, sein Motor blieb auch stehen. Tosi hatte auch Mitleid und sein Modell zerschellte hinter dem Spitzpylon. Larson flog als einziger dieses Rennen zu Ende und erreichte sichere 65,3s. Im 4. Durchgang blieb auch Malina der Motor stehen. Zu diesem Zeitpunkt konnte aber niemand erahnen, wie hart es den Doppelweltmeister von 1985 und 1997 noch treffen würde. Ich muss zugeben, dass ich ein Fan der Malina Brothers bin. Ich habe beide 1985 zum ersten Mal in Italien bei der Mach Aurora Trophy erlebt und war begeistert. Sie waren damals einfach eine Klasse für sich. Ihr MVVS erreichte Drehzahlen, die bei unseren OPS zur Zerstörung geführt hätte. Heute sind die MVVS-Zeiten aber vorbei und die Malinas setzen auf IR- und MB-Motore. Bei ihnen habe ich auch die letzte Ausbaustufe des IR-Motors gesehen (Heck Doppeleinlass, Integralzylinder). Sie erflogen damit ihre beste Zeit von 62,4s. Im Verlauf der WM wurden die Malinas zu tragischen Figuren. Bis zur Runde 11 hatten sie die drei erlaubten Modelle durch zwei Zusammenstöße und einen Absturz verloren und konnten die letzten vier Rennen nicht mehr bestreiten. Platz 36 von 40 Teilnehmern, härter kann es einen Ex-Weltmeister nicht treffen.


Die Reste einer Malina Mustang. Die Malinas verwenden immer den gleichen Rumpf mit unterschiedlichen Flügeln, hier ein Flügel von Hovorka.

Auch Callows Motor ist ein Wunderwerk aus der MB-Werkstatt und verabschiedete sich im 4. Durchgang mit einem Pleuelbruch. Sollte es noch einmal spannend werden?
Nein, die Verfolger witterten zwar nach dem zweiten 200er in Runde 12 noch einmal Morgenluft, aber der Champion flog den Titel sehr souverän nach Hause und hatte auf den Zweiten, Verano, am Schluss fast 15s Vorsprung.
Verano flog wie ein Schweizer Uhrwerk. Keine Klappe, kein Absteller. Er setzte den Nelson FI ein und flog sein eigenes Modell.


R. Verano vorne sitzend mit seinem Helfer vor der Fahrt zur Startstelle. Links das australische Team Donohue mit Caller R. Phelan.


Das Modell des Zweiten, R. Verano

Sein Ersatzmodell war eine Inovation von Ch. Wolf Modellbau, die Mucedola ihm verkauft hat.
Les King aus Neuseeland musste im 4. Durchgang feststellen, dass konventionell aufgebaute Modelle bei diesen Geschwindigkeiten mit der Strukturfestigkeit an der Grenze sind. Sein Flügel brach in der Luft auseinander. Kurz danach erschrecke Oi aus Japan die GFK/CFK Fertigmodellkunden. Sein Modell erlitt das gleiche Schicksal. Das Demontieren eines Schalenflügels sieht aber viel spektakulärer aus. Es regnete sehr viele kleine Flügelteile vom Himmel. Darüber hinaus gab es relativ viele Zusammenstöße, die ein Indiz dafür sind, dass sehr hart gekämpft wurde.

Im 9. Durchgang kam es zum direkten Aufeinandertreffen von Callow und Robbert. Das konnte den Weltmeister aber nicht irritieren. Auf Grund der Startreihenfolge ging Robbert 1s vor Callow ins Rennen. Diese Sekunde war von Callow schnell aufgeholt. Die Uhr für Callow blieb bei 59,2s und für Robbert bei 63,4s stehen. Sie fliegen beide Rundenzeiten um 5s. Der Australier hatte am Ende fast eine Runde Vorsprung. Wir mussten einsehen, dass der junge Australier nur von sich selbst geschlagen werden konnte.
In Runde 11 versuchte der Japaner Sato durch das Modell unseres Deutschen Meisters Marco zu fliegen. Gerechterweise konnte Marco mit einem angesägten Flügel landen, Sato musste die Reste seines Modells von der Wiese aufkehren. Der Reflight war auch wieder eng, da beide gleich schnell waren.

Stand: 22.09.2003