Weltmeisterschaft 2003 der Pylonflieger F3D

Otto Jakob

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Ein paar Kommentare zu den einzelnen Teams in der Reihenfolge der Mannschaftswertung.

Niederlande (Mannschaftsweltmeister)

Unsere Nachbarn in der Besetzung Robbert v.d. Bosch (Platz 3), Peter v. Doesburg (9) und Marcel Huismann (11) lieferten eine weltmeisterliche Leistung ab. Alle verwendeten selbstverständlich den MB-Motor und Luftschrauben von Marcel. Ich glaube, sie hatten zur WM ein neues, dickes Resonanzrohr entwickelt. Robbert und Peter flogen die DAGO INOVATION, hatten aber auch RAPTORs dabei. Marcel flog den RAPTOR und einen ATOMIC. Der Mannschaftssieg war eigentlich nie so richtig gefährdet. Tolle Leistung!


R. Phelan zeigt M. Huismann wo es lang geht.

USA (Vizeweltmeister Mannschaft)

Die US-Boys sind immer gut für den Titel. R. Verano (2), L. Larson (10) flogen wie erwartet in die Top Ten. B. de Chastel erlitt im letzten Durchgang seinen dritten 200er, was ihn auf Platz 21 zurück warf. Das war Pech. Jeder der Jungs hat seinen eigenen Flieger. Larson stellt professionell Modelle her und kann anscheinend auch davon leben. Verano setzte als einer der wenigen den Nelson FI ein, die beiden anderen fliegen MB. Das Resorohr von Chastel sah man auch bei der Konkurrenz. Alle Amis fliegen sehr gut und konstant.


L. Larson hatte ein schönes Möbelstück für die Vorbereitung seines Modells mitgebracht. Sein Helm ist ein Kunstwerk.

Australien (Mannschaft Platz 3)

Der sehr sympathische R. Phelan (4) flog seine 8. WM. Er war schon zweimal Vizeweltmeister und hat trotzdem viele mit seiner Vorstellung überrascht. Ich ziehe den Hut vor dieser tollen Leistung. Er ist der einzige Teilnehmer, der einen eigenen Motor und Flieger baut. Die Luftschraube wurde auch von ihm entwickelt. Sein Modell ist mit einem Perleffektlack super lackiert. Donohue (24) nahm zum ersten Mal an einer WM teil. Er verwendet Phelans Material, flog anfangs sehr gut und erlitt in den Durchgängen 11,12 und 14 einen 200er und fiel dadurch weit zurück. Mit einem 200er weniger wäre es der Vizetitel in der Mannschaft geworden. Schade. Das Team wurde von F. Harrod (8) verstärkt. Er flog sein eigenes Modell VOODOO, das mir am besten gefallen hat. Er setzt den MB Profi ein.


Das Modell von Phelan ist sehr schön lackiert.


Weitere Details vom Phelan Modell.

Schweden (4)

Die Jungs aus dem Norden hatten sich bei der letzten WM still und heimlich zum Titel in der Mannschaft geflogen. Diesmal war die Sicherheitstaktik nicht ausreichend für die Top 3. Der 31jährige Eriksson (6) hat immerhin auch schon seine vierte WM geflogen und hat mit 60,9s eine Superzeit erreicht. Karlsson (18) ist erst 23 Jahre alt und bildete mit Eriksson ein Team. Beide fungierten beim Kollegen auch als Ansager. Ragnarsson (20), das schwedische Urgestein, nahm auch schon an Europacup-Wettbewerben in Deutschland teil. Es war seine 5. WM. Er flog sehr konstant 70er Zeiten. Um in der Mannschaft unter die ersten drei zu kommen, ist das heute leider zu langsam. Die Schweden hatten keinen 200er in der Mannschaftswertung und ihnen fehlten nur 26s auf Platz 3. Sie setzen auf MB und haben eigene Modelle. Ragnarsson hat zwar seinen eigenen Formensatz, der Rumpf ist aber sehr ähnlich zur DAGO INOVATION. Eriksson und Karlsson verwenden den gleichen Rumpf mit dem Flügel von J. Klein aus Tschechien.

Deutschland (5)

Ich hätte mir ein besseres Mannschaftsergebnis gewünscht. Leider musste Marco (22) einen 200er in die Wertung einbringen, sonst wäre es standesgemäß der Vizetitel in der Mannschaft geworden. Es war seine erste WM und die Erfahrung wird er umsetzen, um in zwei Jahren in Frankreich erneut anzugreifen. Er wurde von seinem Vater Hans unterstützt, der die Erfahrung von zwei WMs mitbrachte. Thomas (7) hat eine Superleistung abgeliefert und mit 61,6s auch eine Topzeit erreicht. Martin (13) setzt Nelson FI-Motoren ein, die sich im Laufe der Saison öfters als Sorgenkind gezeigt hatten. Henschi, wie wir ihn nennen, hatte aber rechtzeitig zur WM sein Material im Griff. Mit der Routine von vier WMs zog er sehr konstant seine Runden. Er flog mit einer Sicherheitsreserve, um nicht der Mannschaft das Ergebnis zu verhageln. Beste Zeit war eine 66,2s. Team Sagemueller baut die Modelle selbst in einem eigenen Formensatz, zu der C. Wolf seine Urmodelle zur Verfügung gestellt hat. Henschi und Thomas fliegen DAGO INOVATION aus der Werkstatt von Christian Wolf. Henschi hat sich auf der WM aus dem Rennsport verabschiedet. Er will ein Haus bauen und vielleicht gibt es dann auch irgendwann kleine Henschis. Wir wünschen ihm alles Gute für die nächsten Jahre auf einer anderen Baustelle.

Team Sagemüller mit DAGO


A. Just und M. Henschkowski beim Betanken ihrer DAGO.

Fast alle verwenden sogenannte "bubbleless tanks", bei denen der Treibstoff in einen Silikonsack gefüllt wird, deshalb erfolgt das Betanken mit der Spritze.

Stand: 22.09.2003