Vom SCHLEPP & SCHNACK 2003

Eckart Müller

Von meiner Seite war das mehr Schnack und weniger Schlepp. Dies darf nun aber nicht so missverstanden werden, beim Kieler SCHLEPP & SCHNACK 2003 wären nur Plaudertaschen vertreten gewesen, so war das nun wirklich nicht. Während ich mir erlaubte, mich ausgiebig auf den Schnack zu konzentrieren, sind die Anderen intensiv mit Schlepp beschäftigt gewesen. Meine Sicht der Dinge ist aus verschiedenen Gründen eine etwas ausgefallene Betrachtungsweise. Einerseits bin ich vor Jahren(den) auch Motorflieger gewesen. Habe u.a. einen BIG LIFT gebaut und geflogen und habe auch geschleppt, allerdings nur per Huckepack. Damit will ich andeuten, dass mir die Materie nicht völlig fremd ist. Andererseits habe ich der Motorfliegerei seit einem Vierteljahrhundert abgeschworen und fliege seit dem nur noch am Hang, kein Radau, kein Sprit, kein Öl und keine lädierten Finger mehr(!).


Das ist so um 1980 gewesen...

Der Eindruck, den ich bei meinem Kurzbesuch gewonnen habe, mehr war’s wirklich nicht: In Kiel ist alles mindestens im XXL-Format angelegt worden. Wenn ich mir das Modellfluggelände des Modellflugsport-Verein Kiel e.V. ansehe, das ist einfach gewaltig. An der einen Ecke liegt ein Modellflugplatz normalen Zuschnitts, etwas weiter weg befindet sich ein Bereich, da können, ohne die anderen Teilnehmer zu beeinträchtigen, die weniger versierten Modellpiloten ihre Schaumwaffeln fliegen. Dann steht den Besuchern ein Parkplatz für ihre Wohnmobile zur Verfügung, nebenan arbeitet die „Gastronomie“. In einer völlig anderen Ecke, sinnvollerweise nahe an der Zufahrt, wurde der Parkplatz für das Publikum angelegt. Mitten im Gelände erhebt sich ein kleiner Hügel, an dem, so wurde mir von kompetenter Seite bestätigt, bei passendem Wind zumindest HLGs im Hangaufwind geflogen werden können. Und der Rest des Geländes liegt brach, bzw. positiv formuliert, ist ein ungestörtes Biotop mit großer Artenvielfalt, also Fauna und Flora. Hier könnte z.B. noch eine Off-Road-Strecke für die Car-Fahrer und ein mittlerer Teich für Wassersportler angelegt werden. Und dann gäbe es immer noch reichlich Brachland...

Nach soviel Vorrede könnte jemand den Eindruck gewinnen, dass nur wenig geflogen wurde. Dem ist aber nicht so, ganz im Gegenteil. Wie die Bilder zeigen, war richtig was los.

Und wo gehobelt wird, fallen Späne, will sagen, wo richtig geflogen wird, gibt’s auch den einen oder anderen Bruch. Leider hat es z.B. diesmal unseren aus dem Forum bekannten bie mit seinem Ventus getroffen. Aber, das zeigt seine Abgeklärtheit und seinen routinierten Umgang mit solch schmerzhaften Ereignissen, kein langes Rumeiern um den tatsächlichen Ablauf und die wirkliche Ursache des Vorfalls. Eigener Doppelfehler, schade um’s Modell, aber so ist das Modellfliegerdasein und wer noch ohne Bruch ist, der werfe das erste Modell bzw. den ersten Stein...

Schöne Segler, schöne Schlepper, gewaltige Schlepper

und gewaltige Segler.

Wie man sieht, manche waren nur zu zweit zu transportieren. Damit kriege ich nun wieder die Kurve zu meinen Eingangs gemachten Bemerkungen, an der Größe erkennt man deutlich die Entwicklung der vergangenen Jahre oder sind es doch schon Jahrzehnte?. Der BIG LIFT, den ich bei den Schleppern entdeckt habe, erschien mir so unspektakulär und unauffällig, dass ich doch ins Grübeln kam. Seinerzeit war dieses Modell eine imposante Erscheinung unter den Modellflugzeugen. Motorisiert mit einem 12cm³-Hörnlein machte der schon was her. Und heutzutage? Man könnte ihn glatt übersehen...

Gegen 15:30 Uhr war’s dann für mich auch schon wieder vorbei. Sunset, also Sonnenuntergang, in Aachen um 19:38 Uhr, dieser Zeitpunkt war für mich das Maß der Dinge. Beim herrschenden Gegenwind gute drei Stunden bis Aachen ließen einen Abflug kurz nach 16 Uhr angeraten erscheinen, etwa 30 min „Luft“ in der Zeitkalkulation sollte man sich schon gönnen. Unterwegs entpuppte sich der Gegenwind dann doch nicht so intensiv wie befürchtet, folglich wurde das Zeitpolster so komfortabel, dass keinerlei Stress aufkommen konnte. Nur kurz ging mir der Gedanke durch den Kopf: “Da hättest du ja auch noch etwas länger bleiben können...“. Wenn man nur vorher schon wüsste, was man hinterher weiß.

Auf dem Flug nach Hause...

Blick unmittelbar nach dem Start in Kiel-Holtenau auf die Kieler Förde.

Über der Elbe

Auch wenn von unten das Wetter makellos erscheint, oben hat man gegen die Sonne kaum die Möglichkeit, viel zu erkennen..

Nach hinten sieht es da schon besser aus. Da fragt man sich dann jedesmal wieder, weshalb man eigentlich immer in die „falsche“ Richtung unterwegs sein muss?

Segler, Flugzeuge oder Hubschrauber sind ja keine Erwähnung wert, aber solche Begegnungen sind da schon seltener. Das ist nicht etwa ein Fallschirmspringer in der Nähe eines Platzes, sondern ein Gleitschirmflieger in ca. 2500ft bei einem Überlandflug!!

...und die "heißen Blasen" treten gerne massenweise auf. Etwa 15 – 20 Exemplare sind mir diesmal begegnet.

Stand: 28.09.2003