TX 2 TX
Lehrer/Schüler-Betrieb unter Berücksichtigung von Unverträglichkeiten zwischen Sendern unterschiedlicher Hersteller.

Olivier Gibon
Aus dem Englischen übertragen von Konrad Kunik und Eckart Müller,
Grafiken von Eckart Müller


Kapitel 1 - Prinzip
Kapitel 2 - Kabel und PPM-Inverter
Kapitel 3 - Steckverbindungen
Kapitel 4 - Futaba
Kapitel 5 - Graupner
Kapitel 6 - Schlußfolgerungen
Kapitel 7 - Beispiele
Links


Kapitel 1

In meinem Verein war ich als ehrenamtlich Beauftragter für das RC-Flugtraining zuständig. Da es keine Alternative zu einem kabelgebundenen Lehrer-Schüler-System (im Folgenden mit LSS bezeichnet) gab, wurde ich sehr schnell mit zwei grundlegenden Problemen dieser Methode konfrontiert:

  1. Der Schüler hält das LSS (insbesondere das Lehrer-Schüler-Kabel (im Folgenden mit LSK bezeichnet)) für viel zu teuer,
  2. der Schülersender stammt von einem anderen Hersteller wie der des Lehrers.

Meine Versuche (nicht meine Forschung, dafür reichen meine bescheidenen Elektronikkenntnisse nicht aus) begann ich mit meinem FUTABA FC18 V3 Plus-Sender, den ich in Kombination mit anderen FUTABA-Sendern betrieb. Später testete ich Sender anderer Hersteller mit meinem Sender.

Ich werde mich nicht den elektronischen Einzelheiten der PPM-Signalaufbereitung widmen, vielmehr beschränke ich mich auf die praktischen Aspekte der Fragen: Wie baue ich mir ein LSS mit LSK und wie Überwinde ich die herstellerspezifischen Kompatibilitätsprobleme?

1. Das Funktionsprinzip des LSS

Eigentlich ist es ganz einfach: Das niederfrequente PPM-Signal (Pulse Position Modulation) des Schülersenders wird, bevor es das HF-Teil erreicht, über das LSK dem Lehrer-Sender zugeführt. Der Lehrer-Sender nutzt einerseits das Signal des Schüler-Senders (z.B. mittels eines Kippschalters mit Tastfunktion), andererseits das eigene Signal, um das Modell zu steuern. Das bedeutet, dass der Schüler-Sender kein HF-Signal abstrahlt und er deshalb entweder seinen Senderquarz oder sein HF-Modul entfernen sollte, sofern dies möglich ist. Ebenso benötigt der Schüler-Sender keine Antenne, sodass diese nicht ausgezogen zu werden braucht. Der Lehrer-Sender nutzt den passenden Quarz und sendet auf der für den Empfänger nötigen Frequenz (Abb. 1-01).

Ausnahmen von diesem System: Alle alten MULTIPLEX-Sender, d.h. diejenigen Sender, die vor der MC-Serie (MC 3010, 3030 und 4000) und der PICOLINE- bzw. COCKPIT-Serie hergestellt worden sind. Ebenso die alten, hellbraunen FUTABA-Sender aus der Zeit von 1976 bis 1980, die MAC GREGOR-Sender, vermutlich auch die KRAFT-Sender usw...Diese älteren Sender wurden durch ein Kabel verbunden, dass lediglich die Batteriespannung des Lehrer-Senders übertrug. Entweder war der Lehrer-Sender in Betrieb, oder, wenn der Lehrer seinen Sender ausschaltete, wurde automatisch der Schüler-Sender aktiviert. Beide Sender benötigten daher ihren Quarz, ihr HF-Modul und die ausgezogene Antenne. Diese älteren MULTIPLEX-Sender waren allerdings mit einem PPM-Ausgang versehen, sodass sie zumindest als Schüler-Sender in Verbindung mit moderneren MULTIPLEX-Sendern (oder Sendern anderer Hersteller) betrieben werden können.

Bei den modernen Sendern kann man die Lehrer-Sender in drei Hauptgruppen einteilen:

Typ 1: Dieser Lehrer-Sender arbeitet mit dem PPM-Signal des Schüler-Senders. Er „modifiziert“ dieses Signal, indem er Mischanteile und andere Einstellungen dem Signal hinzufügt, so, als ob es ein Originalsignal des Lehrer-Senders wäre, mit der Möglichkeit, alle oder auch nur einige ausgewählte Kanäle an den Schüler-Sender zu übergeben (z.B. lediglich Kanal 1 und 2 wird an den Schüler-Sender übergeben). Diese Art Sender eröffnet mehr Möglichkeiten: Der Schüler-Sender braucht kein Computer-Sender zu sein. Weder für die Ansteuerung eines V-Leitwerks noch für einen Hubschrauber, der einfachste 4-Kanalsender ist ausreichend.

Bei manchen Sendern ist es möglich, die Steuereingaben des Schülers zu korrigieren, ohne dass der Lehrer gleich die gesamte Kontrolle übernimmt.

Typ 2: Der Lehrer-Sender bietet die Möglichkeit, alle oder nur einige ausgewählte Kanäle an den Schüler-Sender zu übergeben. Bei manchen Sendern ist es möglich, die Steuereingaben des Schülers zu korrigieren, ohne dass der Lehrer gleich die gesamte Kontrolle übernimmt.
Der Schüler-Sender muß daher in der Lage sein, das Modellflugzeug gänzlich zu führen, einschließlich der dazu notwendigen Mischerfunktionen.

Typ 3: Der Lehrer-Sender überträgt die Steuereingaben vollständig an den Schüler-Sender (alle Kanäle). Eine Art „Alles oder nichts“-Methode.
Der Schüler-Sender muß daher in der Lage sein, das Modellflugzeug gänzlich zu führen, einschließlich der dazu notwendigen Mischerfunktionen.

Zu Typ 1 gehören: MULTIPLEX 3010, 3030, Evo, 4000, GRAUPNER MC22, MC24, FUTABA FF8/8U, FF9/9C, FUTABA /Robbe FC18 V3.1 and V3.2.

Zu Typ 2 gehören: FUTABA/Robbe FC18 V3.0, FUTABA 9ZAP-9ZHP, GRAUPNER ?, JR PCM9X.

Zu Typ 3 gehören: FUTABA/Robbe FC18 V1 & V2, FC16, F16, FX14 1 FX18, FUTABA Skysport 4/6, FUTABA FF6/T6XAS/6EXA, GRAUPNER MC10, MC12, MC14, MC15, MC16, MC17, Hitec Flash4/5 and Eclipse 7, Sanwa/Airtronics VG400/600, VG6000, RD6000Super & Sport, RD8000.

Zur Vervollständigung der Liste sind ergänzende Informationen zu anderen Anlagen jederzeit willkommen. Setzen Sie sich dazu bitte mit mir in Verbindung!

1.2 Das PPM-Signal (und ähnliche)

Das PPM-Signal:

Das niederfrequente PPM-Signal wird einer hochfrequenten Trägerwelle aufgeprägt, die vom Sender abgestrahlt wird. Der Empfänger empfängt dieses hochfrequente Signal. Er formt es in ein für die Servos verständliches Signal um. Das PPM-Signal enthält so viele Modulationen, wie der Sender Kanäle besitzt, aber ich muss zugeben, dass ich es noch nicht völlig verstanden habe.

Für weitergehende Einzelheiten, siehe hier:

Was ich glaube verstanden zu haben und was auch für die Kompatibilitätsfrage von Bedeutung ist, ist die Art der Modulation des PPM-Signals. Manche Sender bilden das PPM-Signal unterhalb des Trägersignals, wir sprechen dann von einem negativen PPM-Signal. Andere Sender bilden das PPM-Signal obererhalb des Trägersignals, dann bezeichnen wir das als positives PPM-Signal (Abb. 1-02).

Ein Sender mit einem positiven PPM-Signal ist theoretisch inkompatibel mit einem Sender mit negativem PPM-Signal. Jedoch in der Praxis scheint mein FC18V3Plus, zumindest zeitweise, ein umgekehrtes PPM-Signal zu akzeptieren.

Entsprechend meiner eingeschränkten Nachforschungen, scheint es, dass:

  • JR und Sanwa/Airtronics mit einem positiven PPM-Signal arbeiten,
  • FUTABA, Hitec und MULTIPLEX mit einem negativen PPM-Signal arbeiten
  • und GRAUPNER mal positive, mal negative Modulation nutzt.

Diese positive und negative PPM-Modulationen haben nichts zu tun mit dem positiven und negativen SHIFT-Systemen, die in den Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada angewendet werden. Futaba und Hitec arbeiten mit negativem Shift, die anderen Marken mit positivem. Dieses macht die Empfänger mit negativem Shift unverträglich zu Sendern mit positivem Shift und umgekehrt. Ich wiederhole, dieses Problem gibt es nur in den Vereinigten Staaten und Kanada, nicht aber im Rest der Welt. Diese positiven und negativen Shifts treffen nicht auf die Kodierung des Signals zu, allerdings auf den HF-Teil des Signals.

Für diejenigen, die sich dafür interessieren, gibt es ein kostenfrei downloadbares Oszilloskop, mit dem sich das PPM-Signal darstellen und untersuchen lässt. Zu finden ist diese Software auf der Web-Seite der Moskauer Staatsuniversität: http://polly.phys.msu.su/~zeld/oscill.html. Allerdings kann man damit nur ein PPM-Signal eines älteren Senders untersuchen, der nicht an einem Lehrer-Schüler-System angeschlossen ist, um ihn beispielsweise in Verbindung mit einem Flugsimulator oder als Schüler-Sender zu verwenden. Es gibt da noch eine französische Oszilloskop-Software, die ich als wesentlich hilfreicher ansehe: www.winoscillo.com. Das Downloaden und Installieren geht rasch und problemlos und es muss nur noch das PPM-Signal auf den Eingang der Soundkarte gegeben werden (die Sender-Masse an die Masse der Soundkarte und das PPM-Signal auf den Eingang der Soundkarte). Aber Vorsicht, Signale über 20kHz können nicht gemessen werden. Darüberhinaus sollte nie versucht werden, Signale mit einer Amplitude von mehr als 15V zu messen. Das würde die Soundkarte mit Abrauchen quittieren.

Um die Verbindung und den Einsatz des Oszilloskopes zu sehen, hier anklicken.

Die Abb. 1-03 zeigt eine Messung, die mit der russischen Oszilloskop-Software erfolgte. Sieht doch eigentlich garnicht so schlecht aus!

Die PPM-Verträglichkeit:

Falls es Anpassungsprobleme gibt, die von invertierten PPM-Signalen herrühren, sind nur vier elektronische Bauteile erforderlich, um die PPM-Signale des Schüler-Senders zu invertieren und so an den Lehrer-Sender anzupassen. Einzelheiten zum Signalinverter sind in Kapitel 2 und in Kapitel 5, Abb. 5-10 zu finden.

Es gibt zwei Ausführungen des LSK:

  1. Ein Kabel, dass neben dem PPM-Signal dem Schüler-Sender auch noch die nötige Betriebsspannung zuführt. Der Schüler-Sender braucht seinen Sender also nicht einzuschalten, da die Stromversorgung vom Lehrer-Sender übernommen wird.
  2. Ein Kabel, dass ausschließlich das PPM-Signal vom Schüler-Sender zum Lehrer-Sender überträgt. Der Schüler-Sender muss also eingeschaltet werden.

Vorteile der zweiten Variante:

Keine Gefahr eines Kurzschlusses wegen eines defekten Kabels: Ein Kurzschluss zwischen den stromführenden Leitungen würde vermutlich den Lehrer-Sender beschädigen und könnte zu einem Modellverlust führen.

Die Herstellung eines solchen Kabels ist wesentlich einfacher (es müssen nur zwei Kabel verbunden werden).

Nachteile der zweiten Variante:

In manchen Fällen ist das Kabel nur in einer bestimmten Anordnung funktionsfähig, d.h. ein Stecker darf ausschließlich nur mit dem Schüler-Sender verbunden werden. Um dann die Stecker nicht zu verwechseln, habe ich die Schüler-Seite des Kabels mit einem Stück rotem Schrumpfschlauch markiert.

1.3 PPM - PCM

Der Schüler-Sender muss normalerweise im PPM- und nicht im PCM-Modus betrieben werden, selbst wenn der Empfänger des Modells ein PCM-Empfänger ist. In diesem Fall muss selbstverständlich der Lehrer-Sender in den PCM-Modus geschaltet werden.

Da gibt es aber einige Ausnahmen, die beachtet werden müssen. Bei diesen müssen beide Sender im PCM-Modus sein, um einen PCM-Empfänger betreiben zu können.

Selbst ermittelte Ausnahmen (die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben)


Tabelle 1

Versuchen Sie bitte nicht, Sender unterschiedlicher Hersteller miteinander zu verbinden, wenn sie sich im PCM-Modus befinden. Jeder Hersteller verwendet seinen eigenen PCM-Code. Das ist auch die Ursache dafür, dass Empfänger unterschiedlicher Hersteller nicht miteinander kombiniert werden können.

1.4 Knüppelbelegung

Falls der Schüler mit einer anderen Knüppelbelegung fliegen möchte wie der Lehrer (z.B. einer hat die Drossel links, der andere hat sie lieber auf dem rechten Knüppel), so ist das mit dem LSS absolut kein Problem. Beide Sender werden einfach mit der jeweils bevorzugten Knüppelbelegung programmiert.

1.5 Die Nulllage der Servos

Die Mittelstellung oder Nulllage der Servos, „UNI“ genannt, charakterisiert ein Impuls von 1,5ms. Einige ältere robbe-Sender arbeiten mit einem 1,3ms-Impuls. Und unglücklicherweise nutzen die MULTIPLEX Profi-MC 3030/3010 und die MC 4000 eine Impulslänge von 1,6ms.

Das Ergebnis einer Verbindung von zwei Sendern mit Neutralimpulsen von 1,5ms und 1,6ms ist eine Verschiebung der Mittelstellung der Servos um einige Grad (i.a. 8° bis 10°) im Vergleich mit der Grundeinstellung des Lehrer-Senders. Falls die Trimmposition nicht elektronisch eingestellt werden kann, bin ich der Meinung, dass die Mittelstellungsverschiebung zu wichtig ist, als dass sie am Schüler-Sender nicht durch Verschieben der Trimmhebel bis zum Anschlag beseitigt werden sollte. Ist der Schüler-Sender kein programmierbarer Sender, braucht man nur die Befestigung der Knüppelpotentiometer etwas zu lösen, um sie soweit in diejenige Richtung verdrehen zu können, bis der gleiche Impuls für die Mittellage entsteht wie für MULTIPLEX-Sender erforderlich.

Aber Vorsicht, bei den MULTIPLEX-Cockpit MM- und PICO-Sendern: beide haben die „UNI“-Mittelstellung als Grundeinstellung. Beim MULTIPLEX-Cockpit MM-Sender ist es möglich, per Software die Mittelstellungs-Codierung zwischen „UNI“ und MULTIPLEX auszuwählen (man wählt MN oder MR in dem Menue, in dem die Drehrichtung des Servos zwischen normal und umgekehrt eingestellt wird). In Frankreich ist es möglich, die MULTIPLEX-Pico kostenlos auf MULTIPLEX-Mittelstellung umprogrammieren zu lassen. MULTIPLEX dagegen berechnet Arbeits- und Versandkosten für die Umstellung. Informationen hierzu von Firma Hubscher, MULTIPLEX-Händler in Frankreich, der hier www.hes-online.net eine Frage-Antwort-Newsgroup betreibt.

1.6 Die Zuordnung der Kanäle

Die meisten Empfänger können problemlos mit Sendern anderer Hersteller betrieben werden. Das bedeutet, dass HF- und NF-Signal (PPM) wahrscheinlich von der gleichen Art sind (aber manchmal invertiert).

Unglücklicherweise hat fast jeder Sender-Hersteller seine eigene Auffassung, was die Zuordnung der Kanäle betrifft. Das führt dazu, das die Anpassungsschwierigkeiten für programmierbare Sender unlösbar werden, wenn ihre Programmiermöglichkeiten begrenzt sind und sie keine freie Zuordnung der Kanäle zulassen (und unglücklicherweise trifft das für die meisten zu).

Da der Lernprozess meistens mit einem einfachen Drei- oder Vierachs-Modell erfolgt, mit nur einem Servo für beide Querruder, braucht man dazu die vier „Haupt“-Kanäle, die mit den beiden Knüppeln am Sender bedient werden.

Nachstehend die Kanalzuordnung an den Empfängerausgängen:


Tabelle 2

An einem Beispiel möchte ich die Zuordungsproblematik verdeutlichen:

Annahme:Ein Lehrer mit einem FUTABA FC 18-Sender und ein Schüler mit einem GRAUPNER MC10-Sender. Das Modell fliegt einwandfrei mit dem Lehrer-Sender.

Die Verbindung der beiden Sender wirft bzgl. des PPM-Signals keinerlei Probleme auf. Trotzdem ist das Chaos fast vollständig. Betätigt nämlich der Schüler an seinem Sender die Drossel (Kanal 1, GRAUPNER), geht das Signal zum FUTABA-Lehrer-Sender und wird zum Empfänger abgestrahlt. Es ist zwar immer noch Kanal 1, aber nun nach FUTABA-Norm, d.h. die Querruder bewegen sich. Betätigt der Schüler seinen Höhenruderknüppel (Kanal 3, GRAUPNER), wird sich am Modell das Drosselservo bewegen, usw...

Problemlösung:

1. Der Schüler hat einen nichtprogrammierbaren Sender, jedoch keine festverdrahtete Kanalzuordnung:

Das ist unproblematisch, er muss die Stecker der Potis auf der Platine nur so umgruppieren, dass sich die gleiche Kanalzuordung ergibt wie beim Lehrer-Sender. Die ist z.B. bei folgenden Sendern möglich:

GRAUPNER FM314, FM414 and FM4014, MULTIPLEX Europa sprint, MULTIPLEX Pico Line, Robbe Terra Top FMSS/PCMS, Futaba/Robbe F14 & F16,...

2. Der Schüler hat einen nichtprogrammierbaren Sender, jedoch eine festverdrahtete Kanalzuordnung:

In diesem Fall sind die Änderungen etwas radikaler. Die Kabel an einem oder mehreren Knüppelpotis müssen abgelötet und so wieder angelötet werden, dass sich die gleiche Kanalzuordnung wie beim Lehrer-Sender ergibt. Ein kleineres Problem ergibt sich, wenn der Schüler-Sender mit Dipschaltern für die Servodrehrichtungsumkehr ausgerüstet ist. Die Zahlencodierung wird fortan nicht mehr mit den Kanalnummern übereinstimmen (Robbe CM-Rex, Robbe Terra Top FM...).

Das Umlöten der Kabel ist eigentlich keine Schwierigkeit, wenn die Trimmung mechanisch auf das gleiche Poti wirkt. Ist jedoch die mechanische Trimmung mit einem separaten Poti ausgerüstet, wie z.B. bei der Robbe CM-Rex, müssen auch diese Anschlüsse umgelötet werden (ich habe dies mal bei einer Robbe CM-Rex gemacht, die Kanäle 3 und 4 mussten getauscht werden, um mit einem FUTABA-Sender übereinzustimmen).

3. Der Schüler besitzt einen programmierbaren Sender:

Zwei Lösungsmöglichkeiten – weit von einer Ideallösung entfernt – gibt es für diesen Fall:

a) Änderungen im Schüler-Sender: Falls im Sender die Knüppelaggregate über Stecker mit der Platine verbunden sind (MULTIPLEX Cockpit), sollte man lediglich die Steckeranordnung entsprechend der Kanalzuordnung anpassen müssen. Sollten die besagten Stecker nicht vorhanden sein, müssen die Potianschlüsse und gegebenenfalls auch die Anschlüsse der Trim-Potis umgelötet werden. Aber VORSICHT, wenn die Trimmung digital ist (HITEC Flash 5,...): Möglicherweise sind diese dann unmittelbar (ohne Kabel) auf die Platine gelötet. Diese sind dann nicht zu ändern, d.h. dass die betreffenden Trimmungen dann nicht mehr mit den Knüppeln übereinstimmen, denen sie normalerweise zugeordnet sind. Für den Lehrer-Schüler-Betrieb ist das nicht so gravierend, aber sobald der Schüler alleine fliegen kann, sollte an seinem Sender unbedingt die herstellerseitige Kanalzuordnung wieder hergestellt werden.

Die Schwierigkeiten und Einschränkungen die diese Änderungen mit sich bringen sind zahlreich hinsichtlich der Programmierung.

Nehmen wir als Beispiel die GRAUPNER MC 10, einen einfachen, programmierbaren Sender: Stellen wir uns vor, wir hätten die Anschlüsse der Kanäle 1,2 und 3 so getauscht, dass sie mit einem FUTABA-Sender übereinstimmen. Die MC 10 ist mit Dual-Rate für die Querruder (GRAUPNER Kanal 2) und das Höhenruder (GRAUPNER Kanal 3) ausgestattet. Aber da Du im Sender gewerkelt hast, ist Kanal 2 nun für das Höhenruder und Kanal 3 für die Drossel zuständig. Damit hast Du nun die Dual-Rate-Funktion auf der Drossel (völlig nutzlos) und dem Höhenruder, aber keine Dual-Rate-Funktion mehr für das Querruder. Zusätzlich ergeben sich noch Schwierigkeiten mit der Drehrichtungsumkehr der Funktionen im Programm: Wenn Du z.B. per Software „KANAL 1 reverse“ wählst, wird sich nicht, wie im Handbuch beschrieben, die Richtung der Drossel umkehren, sondern es wirkt sich auf die Querruder aus.

b) Änderungen im Lehrer-Sender: Falls der Lehrer einen nichtprogrammierbaren Sender besitzt (was sehr erstaunlich wäre), ist es möglich, die Kanalzuordnung, wie oben dargestellt, anzupassen, um beide Sender miteinander betreiben zu können. Gleiches gilt für einen programmierbaren Sender, aber ich glaube kaum, dass ein Lehrer seinen Sender umbauen würde.

Falls aber der Lehrer einen programmierbaren Sender sein eigen nennt, ist es manchmal möglich, die Zuordnung der Kanäle per Programm zu ändern. Sollte jedoch das Programm nur die Wahl zwischen Knüppel-Modus 1 oder 2 (manchmal 1,2,3 oder 4) bieten, so funktioniert es nicht bei folgenden Sendern:

FUTABA: FX 14, FC 16, FC 18, FX 18, FF 6, FF 8, …?
MULTIPLEX: Cockpit
GRAUPNER: MC10, MC12, MC14, MC 15, …?
HITEC: Flash 5, Eclipse 7,…?
SANWA: ??
JR: ??

Mit MULTIPLEX-Sendern der Baureihen MC3010, MC3030, Royal EVO oder MC4000 gibt es überhaupt keine Schwierigkeiten: Jeder einzelne Sender-Kanal kann frei einem beliebigen Empfängerausgang zugeordnet werden, alle Mixer sind frei konfigurierbar, es gibt einfach keinerlei Beschränkungen in irgendeiner Hinsicht.

Bei der FUTABA FC18 V3 Plus bzw. der FC28 erlaubt das Menue 21 – mit gewissen Einschränkungen – die Zuordnung der Kanäle, um Übereinstimmung mit dem jeweiligen Empfänger zu erreichen.

Als Beispiel: Der Lehrer hat einen FUTABA FC18 V3Plus-Sender, der Schüler eine GRAUPNER MC10.

Hat der Lehrer die Drossel auf dem rechten Knüppel und will den Schüler unterweisen, dann sollte das Menue 21 wie folgt programmiert sein:

MENUE 21               1  2  3  4  5  6  7  8               (Kanalbezeichnungen der Knüppel am Sender)

                       2  1  3  4  5  6  7  8               (Servoanschlüsse am Empfänger)

Das löst einerseits das Problem des Schülers, andererseits ergeben sich daraus neue Schwierigkeiten für den Lehrer infolge der eingeschränkten Programmiermöglichkeiten des FC18 V3Plus-Senders. Dieses Gerät beharrt stur darauf und tut so, als ob das Servo, das an Ausgang 1 des Empfängers angeschlossen ist, die Querruder steuert. Das Menue 15 dieses Senders (Dual-Rate/Exponential auf Querruder) wird am Ausgang 1 des Empfängers wirksam, der laut FUTABA-Vorgabe der Ausgang für die Querruder ist. Nun wird leider bei dieser Einstellung der Ausgang des Empfängers über den Knüppel-Kanal 2 gesteuert, der jetzt zur Betätigung des Höhenruders benutzt wird. Um dennoch Dual-Rate/Exponential für die Querruder einstellen zu können, muss man in das Menue 16, das definitiv „D/R Höhenruder“ heißt ...und D/R für das Höhenruder muss nun im Menue 15 (D/R Querruder) die gewünschte Funktion eingestellt werden. Vorgefertigte Programme wie z.B. ein Delta-Mischer (Elevons) können daher jetzt nicht mehr benutzt werden...deshalb ist Vorsicht geboten, um jegliche Verwirrung zu vermeiden...und ich hoffe, dass meine Erklärungen nicht allzu verwirrend sind.

4. Die Elektronik bringt die Rettung:

Es gibt die Möglichkeit, mit Hilfe einer elektronischen Schaltung die Kanalzuordnung so anzupassen, dass der Betrieb von FUTABA an GRAUPNER/JR oder umgekehrt, funktioniert. Dazu muss man in Großbritannien zwei programmierte ICs kaufen und eine Art Interface bauen. Siehe dazu die Web-Page www.welwyn.demon.co.uk/lead/lead.htm. Dieser Artikel wurde auch in einem bekannten britischen RC-Magazin veröffentlicht.

5. Für diejenigen, die keine Lösung finden, gibt es noch eine Möglichkeit, die aber ziemlich teuer ist: Ein Gerät, das in Verbindung mit zwei Empfängern im Modell eingebaut wird.

a) Eine französische oder belgische Firma, deren Namen ich vergessen habe, fertigte so ein System. Bis zum Jahr 2000 machte diese Firma regelmäßig Werbung in französischen RC-Magazinen. Wer hilft mir, diese Firma wieder zu finden?

b) Kabelloses LSS von JAMARA (Best.-Nr. 080003), Preis ca. 65,00 EUR www.jamara.de/testberichte/wireless/wireless-1.jpg

Es handelt sich hier um ein 2-Kanal-LSS, das im Modell eingebaut werden muss und zwei Empfänger erfordert. Einen für den Lehrer und einen für den Schüler. Sie erlauben es, zwei unterschiedliche Sender zu benutzen. Auf diese Weise werden Lehrer- und Schüler-Sender kabellos miteinander verbunden. Leider können so nur zwei Kanäle (Funktionen) an den Schüler übergeben werden. Es ist jedoch möglich, auf diese Art ein weiteres System in Reihe zu schalten, um dann vier Kanäle für das LSS zur Verfügung zu haben. Mit diesem System gibt es keine Kanalzuordnungsprobleme mehr: Sie müssen nur noch die richtigen Empfängerausgänge mit dem eingesetzten LSS verbinden.

Laut Auskunft von deutschen Nutzern funktioniert dieses System hervorragend, gleichgültig von welchem Hersteller die Sender stammen.

6.Dann gibt es da noch das selbsterstellte kabellose System:

Nehmen Sie einen GRAUPNER C16-Empfänger, ausgestattet mit einem Quarz für die gleiche Frequenz und das gleiche Band wie er im Schüler-Sender verwendet wird. Der Schüler sendet seine Steuerkommandos an diesen Empfänger. Innerhalb des C16 befindet sich ein IC namens 4017. Das PPM-Signal findet man dort am Pin 14, Masse an Pin 8 und +5V an Pin 16. Versorgt man den Empfänger aus einem 4,8V-Akkupack und führt das PPM-Signal dieses Empfängers dem Sender des Lehrers zu, sind Sie nun der stolze Besitzer eines kabellosen Lehrer-Schüler-Systems. Das PPM-Signal des C16-Empfänger scheint ein negativ moduliertes Signal zu sein und erfordert vielleicht einen wie in Abb. 2-03 dargestellten Signalinverter, um mit GRAUPNER/JR/SANWA kompatibel zu sein. Es ist möglicherweise nötig, das auch mit anderen Empfängern so zu machen, aber ich habe dazu keine Informationen. Sie müssen nur das PPM-Signal des Empfänger mit Hilfe des downloadbaren Oszilloskops finden.

Meine Informationen dazu stammen von www.flyheli.de/flugsim/simrx.htm. Auf diesen Gedanken, ein kabelloses PC-Interface für Flugsimulatoren in ein kabelloses LSS zu verwandeln, hat mich ein Deutscher einer deutschen Newsgroup gebracht, der es auch getestet hat.

Folglich muss der Schüler auf einer anderen Frequenz senden wie der Lehrer, und vielleicht sendet er auf einem anderen Band (z.B. der eine auf 35MHz, der andere auf 72MHz). Unglücklicherweise ist mit diesem System das Kernproblem der Anpassung nicht gelöst: Die mögliche Unverträglichkeit der unterschiedlichen Kanalzuordnungen bleibt bestehen.

7. Ein weiteres kabelloses System, jedoch ein kommerzielles Produkt: ACT-T3S (35MHz oder 40/41MHz):

ACT-Europe, eine in Deutschland ansässige Firma, stellt ein kabelloses System her, das auf dem gleichen Prinzip beruht, wie das selbstgemachte kabellose System. Allerdings mit einem speziellen Scanner-Empfänger. Für genauere Informationen: www.acteurope.de/html/t3s-system.html.

Daher ist kein Quarz erforderlich, der Scanner stellt sich auf die Schüler-Frequenz ein. Der Preis beträgt ca. 65 EUR + 15 EUR für das Kabel, das den Scanner-Empfänger mit dem Lehrer-Sender verbindet. Das ist vermutlich ein ideales Hilfsmittel für einen Verein. Aber... leider wird auch mit dieser Einrichtung das größte Hindernis der Anpassung der Systeme nicht beseitigt: Die mögliche Unverträglichkeit der unterschiedlichen Kanalzuordnungen bleibt bestehen. Auf der ACT-Web-Site findet sich folgender Hinweis, Zitat: “...es muss nur sichergestellt werden, dass beide Sender die gleiche Steuergeber-Reihenfolge haben (Querruder sowohl im Lehrer- als auch im Schüler-Sender auf Kanal 1, usw.)” Zitatende.

8. ...und für diejenigen, die kein Lehrer-Schüler-System mögen:

Die können sich hier http://www.kites.org/rc-instructors/kinesthetic.shtml der "ANTI-BUDDY BOX LEAGUE" anschließen!


Kapitel 1 - Prinzip
Kapitel 2 - Kabel und PPM-Inverter
Kapitel 3 - Steckverbindungen
Kapitel 4 - Futaba
Kapitel 5 - Graupner
Kapitel 6 - Schlußfolgerungen
Kapitel 7 - Beispiele
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Stand:06.12.2005
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