Konzept eines Flugmodells für die Jugendarbeit Otto Jakob |
Die HerausforderungDie Auswahl an Flugmodellen, die für die Jugendarbeit in Frage kommen, ist groß. Fast jeder Modellflieger in Deutschland ist in irgendeiner Art und Weise mit dem Modell „Der kleine UHU“ von Graupner in Berührung gekommen. Viele von uns haben die Modellfliegerei damit begonnen. Ich habe mit großer Euphorie die Anfänge der Jugendarbeit beim DMFV begleitet. Neben dem Besuch eines Jugendleiterseminars beim DMFV unter Mauro Marmotti und der Ausbildung beim DAeC habe ich mit den Kollegen der Akamodell Stuttgart e.V. damals auch mehrere Henkel M1 gebaut. Mit Interesse verfolge ich seit dieser Zeit die Entwicklung der Jugendarbeit im DMFV und DAeC. Nach einer Präsentation des Modellflugs im Schulunterricht durch unser Vereinsmitglied Oliver wurde der Wunsch nach einer Arbeitsgruppe (AG) Modellflug geboren. Diese Aufgabe inspirierte mich, um über ein passendes Modellkonzept nachzudenken, das nach meiner Meinung für die Aufgabenstellung besser geeignet sein sollte, als das, was der Markt bietet. AnforderungskatalogDas neue Konzept sollte folgende Anforderungen erfüllen:
Ideen zur Umsetzung, das Modell MÖWEDa später eine Elektrifizierung möglich sein sollte, wurde ein Druckschraubenantrieb hinter dem Flügel eingeplant. Die Größe eines Günther Propellers bestimmte den Abstand des Flügels vom Leitwerksträger. Ein Silhouettenrumpf aus 4mm Birkensperrholz erfüllte die Anforderungen an niedrige Baukosten und geringe Bauzeit. Der Leitwerksträger muss robust, steif und leicht sein. Ich entschied mich für eine Sandwichkonstruktion aus Schaumkern mit Balsabeplankung. Diese Konstruktion ist einfacher herzustellen als ein Kastenrumpf und vermittelt erste Erfahrungen im Leichtbau. Ein Kohlerohr hätte den finanziellen Rahmen gesprengt. Für die Leitwerke wurde 6mm DEPRON ausgewählt, da es in dieser Größe ausreichend stabil und preiswerter als Balsa ist. Der Flügel wurde in Schalenbauweise konzipiert. Das verwendete Beplankungsmaterial
besteht aus einem 5 mm Dämmstoff (3mm DEPRON ist besser, aber auch
teurer), der über einen Holm aus 10*5mm Kiefer geklebt wird. Dieses
Material (SELITAC Trittschalldämmung von OBI) ist im Moment leichter
zu beschaffen als DEPRON und etwas billiger. Um das Schaummaterial zu
schützen wird eine Balsanasenleiste angeklebt. ProfilauswahlIch vermeide, diesem Thema einen hochwissenschaftlichen Anstrich zu geben. Eine genaue Kontur des Profils ist durch die einfache Bauweise nicht möglich. Es wurde versucht, durch die Lage des Holms und über die Stützrippen eine widerstandsarme Oberseite zu erreichen. Die Unterseite ist gerade. Die Profildicke ist für den Re-Zahlbereich des Freiflugs eigentlich zu groß. Ein dünnerer Holm (z.B. 5*5mm) hat eine unzureichende Biegesteifigkeit. Hier ist aber noch Potenzial für Verbesserungen vorhanden z.B. mit CfK-Rohrholm und 3 mm DEPRON. Ein Styroporkern mit Kiefernholm ergibt eine bessere Profiltreue. Die Oberfläche ist aber schwieriger zu glätten und beim Schneiden entstehen Styroldämpfe. Das Schneiden von Styro-Kernen soll aber erst bei einem Fortgeschrittenenmodell eingesetzt werden. Die doppelte V-Form (Ohren) wurde gewählt, um ausreichende Stabilität und gute Steuerbarkeit in der RC- Ausbaustufe zu gewährleisten. Das Überziehverhalten ist angenehm harmlos. Die Ohren haben einen ähnlichen Effekt wie eine Schränkung des Außenflügels. Die Streckung (ca. 11) ist ein guter Kompromiss zwischen Re-Zahl, Biegemoment und Flugleistung (induzierter Widerstand). Umbau zur RC-VersionWie beabsichtigt, lässt sich das Modell auch nachträglich mit
E-Motor und RC-Anlage ausrüsten.
ModifikationenAuf Grund der einfachen Bauweise kann das Modell sehr leicht modifiziert werden. Folgende Möglichkeiten bieten sich für den fortgeschrittenen Jugendlichen an:
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Stand: 03.05.2004
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