Wer SHARP WIND sät, wird STORM ernten!

Darius Mahmoudi


Was STORM heißt, will auch bei einem solchen geflogen werden.

Wie in der ersten Ankündigung schon geschrieben, hat Valenta nach der Einführung des neuen SHARP WIND auch für den F3B-Veteran DRAGON einen Nachfolger erdacht. Obwohl der STORM äußerlich sehr ähnlich zum SHARP WIND ist, handelt es sich doch deutlich um ein anderes Modell. Durch die ständige Weiterentwicklung der Klassen F3J, F3B und F3F sehen wir ja die Modelle in Ihrer Auslegung immer näher zusammenrücken. Auch fliegt der eine oder andere Pilot schon mal mit einem F3B-Modell einen F3F- oder F3J-Wettbewerb. Je nach Bedingungen geht das auch sehr gut. Trotzdem hat jede Klasse ihre Eigenheiten und die Modelle werden in Details optimiert. Valenta macht hier also dieselbe Entwicklung und hat seinen SHARP WIND in Richtung Speed und Stabilität optimiert. Die wichtigsten Parameter dürften hier sein:

  • deutlich weniger EWD,
  • schlankeres Profil,
  • etwas weniger Spannweite bei leicht veränderter Flächengeometrie,
  • mehr Stabilität in Flächen und Rumpf.

Jetzt haben wir bei Valenta-Modellen ja per se keine reinen Wettkampfgeräte vorliegen, sondern eher Flugmodelle für ambitionierte Freizeitpiloten, die neben der Lust auf Leistung und Qualität auch auf ein möglichst bezahlbares Modell Wert legen.

Ob der STORM dieses Ziel erreicht und für wen er das richtige Modell ist, möchte ich mit diesem Erfahrungsbericht transparent machen.


Einmal runter ins Tal und mit Schwung gleich wieder hoch.

Was bekommt man fürs Geld?

Wer meinen Bericht zum SHARP WIND von Valenta gelesen hat, kennt die meisten Eckpunkte. Daher möchte ich mich auf die Unterschiede beschränken und Euch bitten, vielleicht vorher den anderen Bericht zu lesen.

Ein Wort zum Design. Das Modell wurde auf meinen Wunsch so lackiert. Ich dachte mir, der soll aussehen wie ein McLaren Mercedes… Naja, heute würde ich ihn wohl in Ferrarirot ordern J. Aber anyway, Herr Valenta hatte richtig Probleme, dieses Signalorange zu verarbeiten. Daher fragt bitte vorher an, ob er ein solches Modell noch mal bauen will!


So sieht der STORM bei Lieferung aus. Die Fertigstellung beschränkt sich auf RC Einbau.

Fangen wir mit dem Rumpf an. Zunächst ist er mit dem des SHARP WIND identisch, zumindest von den Abmessungen her. Wenn man einen Blick in die Rumpföffnung wirft, sieht man ein sehr schönes Muster aus schwarz-gelbem Gewebe. Das ist nicht nur schön, sondern vor allem auch sehr stabil, da es sich um ein Mischgewebe aus Kohle und Aramid handelt. Erste Druckversuche an der Haubenöffnung bestätigen die Vermutung. Der Rumpf lässt sich kaum zusammendrücken. Der Preis dafür: 455g Leergewicht, das sind immerhin über 30% mehr als beim SHARP WIND.

Hatte ich beim Sharpi noch die Höhenrudermimik bemängelt, wurde hier bereits Modellpflege betrieben. Der kleine Drahtverbinder ist jetzt mit einem M4-Gewinde ausgestattet und die Aludrehteile sind leicht konisch geformt, so dass sie sich gut im Leitwerk festsetzen. Allerdings rutschen bei meinem STORM die Spaltabdeckungen der Höhenruder nur allzu leicht raus. Das hat sehr schnell dazu geführt, dass sich das Ruder an der Wurzel vom Leitwerk gelöst hat. Erst als ich die Spaltabdeckung mit Tesa verlängert und das „Scharnier“ mit Tesa repariert hatte war Ruhe. Laut der neuesten Information von Valenta werden allerdings sowohl SHARP WIND als auch der STORM seit einiger Zeit grundsätzlich mit Pendelhöhenleitwerk geliefert. Das hier geflogene gedämpfte Leitwerk gibt es nur noch auf Anfrage. Offensichtlich waren die Vorteile dieser Konstruktion doch nicht so groß und das Feedback der ersten Piloten ging eher in Richtung Pendelleitwerk. Das übrigens beim THERMIK XL seit jeher für zufriedene Besitzer gesorgt hat.

Ich habe das Gefühl, das Valenta endlich gelernt hat, seinen Modellen wenig EWD mitzugeben. Der STORM hat in der gedämpften Ausführung 0,6° oder, mit anderem Leitwerk, sogar 1,1°. Aber auch dieses Thema hat sich ja mit einem Pendelleitwerk in Wohlgefallen aufgelöst. Dass EWD und Schwerpunkt in direktem Zusammenhang stehen, weiß der versierte Modellflieger inzwischen. Valenta geht konsequenter Weise jetzt soweit, in seiner Bauanleitung zu verschiedenen EWDs die passenden Schwerpunkte anzugeben. Ich konnte nur die größere EWD testen und für mich passt das. Die kleinere EWD wäre wohl schon eher etwas für F3F oder einen großen Hotliner.

Ich empfehle allerdings, beim Erstflug den Schwerpunkt lieber auf 85mm einzustellen und dann häppchenweise zurück zu nehmen.


Das ist die mitgelieferte Bauskizze zum STORM.

Zuletzt habe ich noch den Hochstarthaken von Jaro Müller eingebaut. Wäre schön, wenn so ein Teil bereits installiert wäre, andererseits kann dass bei den doch sehr unterschiedlichen Schwerpunktlagen auch ins Auge gehen.


Der Haken ist hier noch nicht eingestellt.


Hier sieht man die Befestigung. Der kleine weiße Stift unten ist die Sicherung, damit die lockere Höhenruderschraube nicht herausfallen kann.

Auch die Flächen sind mit 816g und 823g deutlich schwerer als beim SHARP WIND. Der Versuch, die Tragfläche zu biegen, klärt auch hier, woher das Gewicht kommt. Die gesamte Fläche ist eine Mischung aus GfK, Aramid und Kohle. Während der Hauptteil aus GfK und Aramid besteht, wurde der CfK-Anteil auf den Bereich der „D-Box“ beschränkt und endet damit bündig mit dem Holmbereich. Ein Blick in die Servoschächte freut den Betrachter, hat die Firma Valenta doch mittlerweile ein ca. 7cm x 7cm großes Stück Kohlegewebe dort einlaminiert, um evtl. Beulen auf der Oberseite durch die Servoeinbauten zu vermeiden. Sehr gut!

Beim Betrachten der Wurzelrippe fällt sofort auf, dass die Ballastkammer nach hinten gewandert ist. Damit liegt die mögliche Zuladung noch mal näher am Schwerpunkt, was sicher keinen Nachteil darstellt.


Vergleich der beiden Wurzelrippen. Oben Sharpi unten STORM.

Das Profil ist im vorderen Drittel deutlich dünner als beim Sharpi, was auf eine Auslegung hin zu höherer Geschwindigkeit vermuten lässt. Auch die Spannweite ist etwas geringer, wobei die Flügelfläche mit 63,9 dm2 fast gleich geblieben ist.

Wenn man das alles zusammenfasst, sieht man, dass Valenta sein Ziel, in Richtung F3B und F3F zu optimieren, zumindest konstruktionstechnisch sehr gut umgesetzt hat. Für mich heißt das: Brachiale Hochstarts oder einfach nur Heizen am HANG.

Gebaut war der STORM ruckzuck, als Servos kamen im Rumpf und auf den Wölbklappen MPX Micro 3 BB Digi und auf den Querrudern Hitec HS5125 zum Einsatz. Wenn man die Querruderservos etwas in Richtung Holm verschiebt, passen auch 13mm-Typen rein. Allerdings beult dann die Servoabdeckung noch ein kleines bisschen aus (mein Kumpel Rainer hat in seinen STORM dort die 250 BX von Dymond eingebaut). Als Empfänger verwende ich einen Scan 7. Den Schwerpunkt konnte ich mit Blei und vier 2000er Mignon Zellen bei 90 mm einstellen.


Platz ist reichlich vorhanden. Zumal man die Ruderhebel besser kurz hält, um genügend Drehmoment zu erreichen. Sogar Bleiballast könnte man unter der Fläche noch einbauen.

Stand: 03.07.2004
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