Dritte Duisburger Innenhafen-Regatta

Ortwin Kummetz
Fotos von Ralf Bohnert

Die Wettervorhersagen waren alles andere als einladend: Wind, in Böen bis Stärke 6, und Regen waren angesagt. Dennoch trafen sich am Samstag 22 Unentwegte, teilweise mit erheblichen Anreisewegen (bis zu 500 km!), zur dritten Duisburger Innenhafenregatta. Die mitgebrachte gute Laune hatte sich wohl auf den Wettergott übertragen und so wurden wir als Einzige weit und breit mit durchweg schönem Wetter beglückt! Die kurzen Schauer während der Wanderregatta fielen dabei so wenig ins Gewicht, dass die meisten Teilnehmer mit einem ordentlichen Sonnenbrand nach Hause zurückehren durften.


Zu windig für den Bootsständer

Wie immer bei Regatten des Minisail-e.V. war das Teilnehmerfeld breit gefächert: Klassische Schoner und gaffelgetakelte Boote in Holzbauweise, Baukastenmodelle, sowie Renn- und Fahrtenyachten in unterschiedlichen Größen und Gewichtsklassen waren am Start. Ganz im Sinne der Minisail-e.V. waren auch wieder einige Neueinsteiger zu begrüßen, die sich im Verlauf der Regatta mehr als wacker geschlagen haben.


Warm up!

Begonnen wurde am Samstag mit einem großen Dreieckskurs, der in zwei Durchgängen jeweils zwei mal umrundet werden musste. Da die Windverhältnisse teilweise recht stürmisch waren, wurde zwischen den einzelnen Läufen eine kurze Pause gemacht...zum Wasser lenzen, Segel flicken und Wanten nachspannen, denn teilweise hat es die Boote doch ganz schön auf’s Wasser gedroschen.


Viel Wind!

Thorsten Hill musste denn auch einige Male mit seinem Klappboot ausrücken, um Havaristen zu bergen. Der Duisburger Innenhafen ist ein anspruchvolles Revier, hat allerdings den Vorteil, dass man sein Boot immer gut im Blick hat und steuerlose Schiffe recht schnell und einfach durch den Eigner geborgen werden können.

Anschließend kämpften 6 Micro Magic mit den Elementen und hielten sich erstaunlich wacker. Kein Wunder, dass dieses kleine 50cm-Boot mittlerweile eine Art Kultstatus erreicht hat!


Auf der Kreutz

Als weiterer Höhepunkt stand an diesem Vormittag die erste Wanderregatta auf dem Programm.


Höhe laufen

Dicht drängte sich das Teilnehmerfeld hinter der Startlinie, um eine möglichst gute Startposition zu ergattern. Aber nach der Startfreigabe zog es sich dann doch recht schnell auseinander. Der auf den ersten Blick recht einfache up-down-Kurs hatte es dennoch in sich: Die ersten 600m bis zur Wendemarke mussten bei wechselnden Verhältnissen gegen den Wind gekreuzt werden und waren, bedingt durch die Randbebauung, mit Windlöchern und Winddrehern gespickt. Die Veteranen in diesem Revier wussten die Düseneffekte zwischen den Gebäuden in vehementen Vortrieb umzusetzen.

Angeführt wurde das Feld von Kir Royal (einer Rubin von Eric Lhoir), welche auch als Erste die Tonne rundete und durch einen fehlerfreien Lauf die Wanderregatta gewann. Leider konnte die Kir dann auf Grund technischer Probleme den nächsten Dreieckskurs nicht absolvieren.

Nach dem Runden der Wendetonne steckten durch den starken Rückenwind einige Boote die Nase so tief ins Wasser, dass sie abrupt zum Halten kamen, andere kamen so ins Gleiten, dass die jeweiligen Besitzer joggen mussten, um ihrem Boot auf den Fersen bleiben zu können.


Richtung Wendemarke

Es folgte die Mittagspause, die genutzt wurde, um Akkus zu laden, die Boote für die nächsten Durchgänge zu präparieren und um ausgiebige Fachgespräche zu führen.

Pünktlich zu den weiteren Wertungsläufen am Nachmittag (2 Dreieckskurse und 1 Wanderregatta) frischte der Wind abermals auf, allerdings waren die Karten neu gemischt, da einige Teilnehmer zwischenzeitlich auf Sturmsegel umgerüstet hatten! Wohl dem, der welche hatte.

Nach erfolgreichem Tagesgeschehen stand freies Segeln an, im Rahmen der Industrienacht sicherlich eine weitere Attraktion und Werbung für unser Hobby.


Match Race

Am Sonntag war es deutlich windiger, worauf nach Absprache mit den Teilnehmern nur zwei Dreieckskurse gefahren wurden und die Wanderregatta auf Nachmittags verschoben wurde.

Das wunderbare Ambiente zwischen den restaurierten Industriebauten in diesem größten Binnenhafen Europas verleiht dieser Regatta immer wieder ein besonderes Flair.

 

Stand: 21.07.2004