BOCNC – Ein Freeware-Tool für die fräsende Zunft

Dennis Schulte Renger (DSR)

BOCNC ist ein Freeware-Tool, um Zeichnungen, die im DXF-, DWG-, PRN- oder PLT-Format vorliegen, in eine fräsbare HPGL-Datei (*.PLT) zu verwandeln.
Dieses Programm wurde von Werner Stratmann geschrieben, der es freundlicherweise kostenlos anbietet. Download des Programms von unserem Server hier als ZIP-Datei, für aktuelle Updates bitte auf seiner Homepage nachsehen.

Da im Forum von RC-Network Modellsport e.V. immer wieder Fragen auftauchen, die sich um BOCNC drehen, möchte ich diesen Artikel dazu nutzen, eine typische Nachbearbeitung zu skizzieren.
Grundlage dieses Artikels ist die Version 3.3, die momentan (29.09.04) zum Download steht.

Zuerst importiert man seine Zeichnungsdatei in BOCNC. Diese Datei sollte möglichst im DXF- oder PLT-Format vorliegen, da ich mit diesen Dateiformaten die besten Erfahrungen gemacht habe. In unserer Beispieldatei sieht das dann so aus:

Nun verbindet man die Konturen mit einem Klick auf das Symbol „Verbinden“ (). Mit diesem Befehl geht BOCNC an den Konturen entlang und sucht sich die Endpunkte. Wenn in direkter Nähe dazu eine neue Linie anfängt, geht das Programm davon aus, dass dies eigentlich eine Kontur sein soll. Dies ist sehr praktisch, da einige Zeichenprogramme in dem Zusammenhang nicht sauber arbeiten bzw. exportieren. Was BOCNC unter „direkte Nähe“ versteht, kann man unter „Config“ einstellen.

Nachdem wir nun zusammenhängende Konturen erzeugt haben, drehen wir diese in die richtige Richtung, d.h. wir bestimmen, ob der Fräser nachher im oder entgegen dem Uhrzeigersinn die Kontur abfährt. Dazu schauen wir, ob wir mehr Innen- oder mehr Außenkonturen in unserer Zeichnung haben. Innenkonturen werden IM und Außenkonturen GEGEN den Uhrzeigersinn gefräst, damit die „gute“ Seite des Fräsers jeweils an unserem Werkstück anliegt.

In unserer Beispieldatei, haben wir mehr Innenkonturen. Also drehen wir sämtliche Konturen mit dem Symbol „Im Uhrzeigersinn“ () in die gewünschte Richtung.

Jetzt sind allerdings auch die Aussenkonturen entsprechend gedreht worden. Also drehen wir sie mit dem Werkzeug „Umdrehen“ () um. Dazu klicken wir die Außenkonturen EINMAL an. Leider gibt es keine optische Rückmeldung, aber es funktioniert.

Nun können wir uns um die Fräserradiuskorrektur kümmern. Dazu klicken wir auf das Symbol „Radiuskorrektur“ (). Das Fenster, welches sich öffnet, sollte so aussehen:

Man kann hier seinen Fräserdurchmesser angeben. In meinem Fall habe ich einen 1,5mm Fräser verwendet.
Danach bestätigen wir das mit „OK“. Nun sollte das Ganze so aussehen:

Nachdem auch die Radiuskorrektur erstellt ist, können wir in diese noch Stege einfügen, so dass das spätere Werkstück nicht aus dem Material herausfällt. Dazu klicken wir auf das Symbol „Stege in RK einfügen“ (). Wir werden dann nach der Länge der Stege gefragt. Dort ist der Fräserdurchmesser schon mit einbezogen. Jetzt können wir einfach an die Stellen in der Radiuskorrektur klicken, wo nachher die Stege sein sollen.

Als Letztes exportieren wir nun die Daten in eine HPGL-Datei und bestimmen gleichzeitig, in welcher Reihenfolge die Objekte nachher gefräst werden. Natürlich sollten zuerst die Innenkonturen und danach erst die Außenkonturen abgefahren werden.

Dazu wählen wir das Symbol „Selektiver Export“ () und geben an, unter welchem Namen die neue HPGL-Datei gespeichert werden soll. Danach klicken wir die Konturen in der Reihenfolge an, in der sie nachher gefräst werden sollen. Haben wir alle Konturen angeklickt, drücken wir einmal die rechte Maustaste und beenden damit die Funktion. Nun ist die HPGL-Datei fertig zum Import in unser Fräsprogramm.

Sicherlich kann man noch einige andere Sachen mit BOCNC machen. Allerdings sind die im Artikel aufgeführten Möglichkeiten meiner Meinung nach die Wichtigsten, so dass ich mich darauf beschränkt habe.

Abschließend möchte ich mich noch bei Werner Stratmann bedanken, der dieses tolle Programm geschrieben hat und uns kostenlos zur Verfügung stellt.

 

Stand: 01.05.2005