Ladetimer

David Brauchle

Auf Grund der Tatsache, dass nur wenige Ladegeräte einen programmierbaren Ladestart ermöglichen, habe ich mir einen „Ladetimer“ gebaut. Gerade in der Winterzeit, wenn es Abends schnell dunkel wird, man nach der Arbeit aber noch eine Runde fliegen will, ist es von Vorteil, wenn die Akkus schon frisch geladen bereit liegen. Für die „LiXXX- Fraktion“ ist das nicht so wichtig- eher für „NiCd-“ und erst recht für „NiMH- Flieger“. Frisch geladene Akkus haben einfach mehr Druck, was insbesondere für die NiMH- Zellen (warme Akkus= kleiner Ri) zutrifft.

Der „Ladetimer“ eignet sich für alle Ladegeräte, die einen automatischen Ladestart beim Anschließen des Akkus ausführen, wie z.B. die Schulze-Geräte. Betrieben wird er mit 12V (10 - 15V) - wahlweise am Netzteil oder unterwegs von der Autobatterie. Nachbauen kann ihn jeder, der über Grundkenntnisse in Elektronik und im Löten (SMD) verfügt.

Die Anzahl der „Kanäle“ ist beliebig, da jeder Kanal eine eigene Schaltung darstellt. Meinen „Ladetimer“ habe ich mit zwei Ausgängen gebaut, da sich dies beim ISL8 auf Grund der zwei Schnellladeausgänge anbietet.

Anmerkung: Bei der Materialliste habe ich der Übersichtlichkeit wegen nur alle Teile aufgelistet, die zum Bau eines „einkanaligen“ Geräts benötigt werden. Die Fotos zeigen allerdings meinen Ladetimer mit zwei Schaltkanälen.

Materialliste:

1x Gehäuse
1x Wochentimer-Panelmeter „WTP 200“ (Bausatz von ELV), optional dazu DCF-Modul (Funkuhr)
2x ca.30cm Silicon-Ladekabel (1x rot und 1x schwarz) (>2,5 mm²)
2x ca.50cm 1x Anschlusskabel (1x rot und 1x schwarz)
4x 4mm Bananenstecker (2x rot und 2x schwarz)
2x 4mm Einbaubuchsen (2x rot und 2x schwarz)
1x Relais für 12V= max. 100mA Stromaufnahme / min. Schaltleistung je nach Ladegerät (bei mir 16A/30V=)
1x LED (grün)
1x Vorwiderstand für LED
1x Diode (4001er)
etwas Schaltlitze oder Flachbandkabel
passende Kabeldurchführungstüllen
kleines Stück Lochrasterplatine
Lötzinn, Kabelbinder und diverse Schrauben

Bau:

Alle Teile erst einmal ausbreiten.

Es bietet sich an, zuerst das Panelmeter „WTP 200“ zusammenzulöten. Hier sind Kenntnisse im SMD-Löten von Vorteil. Ebenso sollte eine regelbare Lötstation mit Lötkolben und einer feinen Spitze vorhanden sein.
Panelmeter-Bausatz:

Rückansicht des fertig verlöteten Panelmeters - oben der optional erhältliche DCF-Empfänger (Funkuhr).

Erster Test, um zu sehen, ob die Funkuhr auch funktioniert.
Der integrierte „Gold-Cap“-Kondensator lässt die Uhr nach der Spannungstrennung noch eine Weile weiterlaufen, bevor die Anzeige in den „Sleep-Modus“ geht.

Hier ein Testaufbau, ob das Relais schaltet.

Der Anschlussplan ist in der Anleitung des Panelmeters enthalten. Nach Belieben kann eine LED an das Relais mit angeschlossen werden, um eine optische Kontrolle des Kanals zu haben. Die Kathode der LED liegt, wie das Relais, direkt am „Open-Kollektor-Ausgang“ des „WTP 200“ an. Die Anode ist mit dem zwischengeschalteten Vorwiderstand direkt an den Pluspol der „Versorgungsleitung“ anzuschließen.


Quelle: Anleitung WTP 200

Nun folgt das Anzeichnen der Gehäuseausschnitte...

...was Dank der mitgelieferten Einbaumaße kein Problem ist.

Selbst für CNC-Freaks dürfte die Zeichnung ausreichend Maße beinhalten.


Quelle: Anleitung WTP 200

Mit Dremel, Bohrmaschine und Feile sind die Ausschnitte schnell und sauber herzustellen.

Für die Befestigung der Platinen der „WTP 200“ habe ich einige M2,5-Schrauben kopfüber mit etwas Epoxi auf den Gehäusedeckel geklebt...

...und mit M2,5-Muttern lassen sich die Platinen sehr gut montieren.

Das Zusammenlöten der Relais mit den Kabeln geht ohne Kabelsalat am Besten auf einem kleinen Stück Lochrasterplatine. Auch der Vorwiderstand der LED kann hier untergebracht werden. Beschriftungen auf den einzelnen Kabeln verhindern Verwechslungen, gerade bei mehreren Kanälen. Die dicken Kabel, durch die der Ladestrom fließt, müssen mit ausreichend viel Lötzinn mit dem Schaltausgang des Relais verbunden werden, um einer Erwärmung bei starker Belastung vorzubeugen!

Nahaufnahme:

Nun folgt der Einbau der Relais und der Kabel in die unteren Gehäuseschale. Die 4mm-Steckbuchsen sowie die LEDs werden in der Frontblende eingebaut. Die Anschlusskabel zum Ladegerät führt man zweckmäßigerweise durch die hintere Gehäuseblende. Dabei unbedingt Kabeltüllen verwenden, insbesondere bei Alublenden, um ein Durchscheuern mit anschließendem Kurzschluss zu vermeiden!

Wie aus dem Bild ersichtlich ist, wird nur der Pluspol durch das Relais geschleift, um keinen unnötigen Übergangswiderstand (Spannungsabfall) zu produzieren.

Die Platine habe ich mittels einem Tropfen Schmelzkleber befestigt. Auch ist es sinnvoll, die losen Kabel mit Kabelbindern zusammenzufassen.

Der Kontakt zu den „WTPs“ kann gelötet oder steckbar ausgeführt werden.

So, nun noch die Gehäusehälften zusammenschrauben und fertig!
Nach eigenem Belieben kann mittels spezieller, bedruckbarer Folie eine passende Beschriftung erstellt werden, was dem Gerät ein professionelleres Aussehen verleiht.

Das Programmieren des Timers ist sehr einfach und daher schnell erledigt. Es sind 9 Programmplätze vorhanden - mehr als ausreichend - die individuell eingestellt werden können.

Alles in allem ist der Aufbau je nach Geschick in ein paar Stunden zu bewältigen. Die Materialkosten betragen für einen „einkanaligen“ Ladetimer etwa 50-60€, jenachdem, was man an „Material“ noch ’rumliegen hat, kann’s auch preiswerter werden.

Abschließend kann ich sagen, dass sich die Mühe gelohnt hat - den praktischen Nutzen habe ich jedenfalls schon mehrfach zu schätzen gelernt.
Viel Spaß beim Nachbauen!

 

Stand: 07.11.2004