IOM - Nikolausregatta am 05.12.2004

Ulrich Bubat

Ausgangspunkt

Nachdem ich bereits ein Training unter regattaähnlichen Bedingungen organisiert hatte, wollte ich das Gleiche auch als Regatta mit Wertung gestalten. Es sollte meine „Erste“ werden.
Da ich mir nicht so sicher war, beschrieb ich das Vorhaben anfänglich unter einem ganz unverfänglichen Titel im Forum. Nachdem der selbst gebastelte Pokal fertig war, wurde ich mutiger und erweiterte den Forumstitel in: „Nikolausregatta und dann in den Winterschlaf“.
Mit der Abbildung des „Männeken“ im Forum hatte ich mich selbst endgültig festgenagelt.
Jetzt ging es nur noch um eine Nikolausregatta mit festem Datum und Uhrzeit.


Um diesen Kerl sollte es gehen.


Werdegang

Für mich waren sie absolut neu, all die Überlegungen, die anzustellen sind, damit auch alles gelingt. Wie klappt es mit denjenigen, die für Bojenauslegung, Essen, Getränke usw. verantwortlich waren? Wen kann ich zusätzlich einspannen? Was erwartet man von mir, um auch Havarien an Modellen zu beheben und andere Hilfe geben zu können?

Neben meinem persönlichen Kram waren auch die Startmaschine, Reserveakkus für andere Teilnehmer mit mehreren Adaptern, mehrere Servos, KFZ-Akku und Ladegeräte im Gepäck, wie auch ein IOM-Leihboot. Nur um Rückholboot, Regattabahn und Verpflegung brauchte ich mich nicht zu kümmern.
Persönliche Telefonate führen und Mails versenden. Im Forum mehrmals Hinweise auf das Treffen einstellen, um möglichst viele Segler als Teilnehmer zu gewinnen.
Das Wetter blieb allerdings, wie immer, ein unkalkulierbarer Risikofaktor.


Teilnehmer

Mit relativ sicheren Zusagen von vier Teilnehmern aus Rostock (es kamen sogar 5 Sportfreunde), zwei Teilnehmern aus Ribnitz-Damgarten, einem Sportfreund aus Wismar und einem Teilnehmer aus Jürgensdorf war meine „Erste“ teilnehmermäßig abgesichert. Mit der kurzfristigen Zusage von drei weiteren Seglern aus Hamburg war das Starterfeld erfreulich groß. Einschließlich meinem Boot waren dann zeitweilig 13 Modelle auf dem Wasser. Nicht alle wollten/konnten (der Wind war für Segel Nr. 1 zu stark) an der Regatta teilnehmen. Zwei Segler aus Rostock wären gerne gekommen, waren aber leider dienstlich verhindert.

Technische und witterungsbedingte Probleme sorgten dafür, dass letztendlich nur 8 „Nikoläuse“ und eine „Nikoläusin“ um den Pokal kämpften.


Links drei Gesichter aus Hamburg. Oft und gerngesehene Gäste bei Regatten.


Stefan Waack aus RDG (zweiter Platz). Ein hoffnungsvolles Talent aus RDG, von dem künftig wohl mehr zu sehen sein wird.


So lächeln Sieger. Dieter Lagemann aus HH.


Frank Westphal mit seiner „Insider“ kam trotz dringender Familientermine, um einige Läufe mitzusegeln.


Dirk Blunck aus RDG mit seiner „Insider“ konnte den 3. Platz verteidigen (im Hintergrund Martin Heine mit seiner „Jazz“). Die „Oracle“ des Zweitplazierten ist eine Image.


Birgit Lagemann erreichte, knapp geschlagen, Platz 4.

Das Gelände

Wir durften die Regatta auf dem Gelände des „Segelclub Ribnitz“ am Saaler Bodden durchführen, das wir bereits für mehrere Trainingstermine genutzt haben.


Dank Schwimmsteganlage und Kai konnten die Boote gut zu Wasser gelassen werden.

Ein Aufenthaltsraum zum Aufwärmen, Toiletten, Grasflächen am Wasser und der nahe gelegene Parkplatz sowie Rückholboote (ein Motorschlauchboot musste doch noch aus dem Winterschlaf geholt werden) boten gute Bedingungen.


Das Rückholboot musste aus Seenot geborgen werden.

Ich hatte Bedenken, ob die Gäste überhaupt zum Ort des Geschehens finden. Aber sie waren teilweise sogar schon vor mir da.


Platz war unmittelbar am Kai oder ….


… im Windschatten vorhanden (Motorschlauchboot noch im Winterlager).

Die Regatta

Bei frischen Winden an der Küste mussten gleich die Segel Nr. 2 aufgetakelt werden. Der Sportfreund aus Wismar besaß nur Nr. 1 und quälte sich damit durch Wind und Wellen, musste dann aber doch aufgeben.


Manchmal wurde es eng auf dem Bodden.

Zwei ältere Segler wollten für sich alleine segeln und den Stress nicht mitmachen.
Anfangs streikte die Startmaschine, aber ab dem 2. Lauf hielt sie durch.
Bei teilweise böigen Winden konnten insgesamt 11 Läufe gesegelt werden.


Die Welle war erträglich. Einzelne „Kopfstände“ waren dennoch nicht zu vermeiden.

Eine der spektakulärsten Fahrten: Der Sportfreund Eric Lhoir aus HH erreichte nur mit Großsegel und abgerissener Fock im Schlepptau das Ufer sicher.


Eine Aufwärmpause und die Mittagspause wurden genutzt, um mit Tee und Glühwein die Teilnehmer wieder auf Temperatur zu bringen. Bei gemütlichem Kaffeetrinken mit Kuchen und einigen Plätzchen konnte nach den Läufen geklönt werden bis die Auswertung und die Urkunden fertig waren.


Für den Sieger den Pokal (in Transportverpackung), Sportfreund Lagemann aus HH erreicht Platz 1.

Fazit

Nichts ist perfekt, schon gar nicht bei der „Ersten“. Es war für mich eine lehrreiche Veranstaltung. Ich hoffe, dass die Erkenntnisse in künftige Veranstaltungen mit einfließen werden.

Besonders schön für mich war es, dass es allen gefallen hat (und es mich spüren ließen) und einige sich für die Einladung bedankten.

Erfreulich auch, dass der Altersdurchschnitt der Teilnehmer deutlich unter dem Rentenalter lag.

Sportfreund Dirk Müller (hinten stehend) vom SCR wollte eigentlich nur das Gelände und die Räumlichkeiten aufschließen und wieder nach Hause gehen. Er fungierte dann aber zeitweise als Startstellenleiter und später kümmerte er sich auch noch um die Auswertung und die Urkunden. Dafür habe ich mich bei ihm recht herzlich bedankt.

Natürlich gab es auch ein kleinen Bericht in der Tagespresse. Dazu noch etwas mehr im Forum.

Die Sportfreunde aus Ribnitz-Damgarten denken nicht nur an eine RL Regatta im April 2005, sondern führen schon erste Vorgespräche, um einen Termin festlegen zu können.

 

Stand: 01.01.2005