Reno-Racing oder die neue Pylonklasse im DMFV

Björn Köster


Bunte Vielfalt, die Piloten und ihre Fliegenden Kisten

„Die neue Pylonklasse im DMFV“. So oder so ähnlich hört man es inzwischen von vielen Seiten und die Rahmenbedingungen hören sich nach einfachem Rennspaß für jeden an:
- Pylonfliegen mit Warbirds,
- nur ARF-Modelle,
- keine Spezialteile/Rennzubehör,
- kein Tuning,
- nur 84db(A).


„The World Models“ Mustang mal in Gelb

Wenn man alle diese Angaben verinnerlicht und damit zum nächsten Händler um die Ecke rennt und einen Motor, einen Schalldämpfer und ein ARF-Modell kauft, wird man später leider nicht unbedingt den Rennspaß bzw. das Rennfeeling erleben, das man erwartet. Denn die Sache hat, wie fast alles im Leben, einen kleinen Haken.

Im Laufe der vergangenen Saisons haben sich bestimmte Modelle, Motoren und Schalldämpfer besonders bewährt, andere haben sich als nur bedingt tauglich erwiesen. Viele Modelle scheiden allein schon wegen ihrer Auslegung aus. Zum Beispiel liegen bei vielen Modellen die Fertigungstoleranzen in Bereichen, die absolut nicht mehr akzeptabel sind, manche ARF-Modelle bedürfen so enormer Nacharbeit, dass ein sinnvoller Einsatz nicht oder nur nach einer faktischen Neukonstruktion möglich ist. Andere Modelle scheiden aus, weil sie auf Grund ihrer Dimensionen chancenlos gegenüber den übrigen Wettbewerbern sind und somit auch nur bedingt empfohlen werden können. Die Motoren einiger Hersteller sind für den Normalbetrieb völlig ausreichend, jedoch nicht für den Einsatz im Rennen geeignet, da ihre Leistungsentfaltung nicht dem entspricht, was man von einem konkurrenzfähigen Antrieb erwartet. Schlussendlich trennt sich bei den Schalldämpfern die Spreu vom Weizen, da viele der auf dem Markt angebotenen Schalldämpfer in keinster Weise ihrem Namen gerecht werden. So hat man in den meisten Fällen nur die Wahl zwischen einem Dämpfer, der zwar den Schall, gleichzeitig aber auch die Leistung dämpft, oder einem, der keine der beiden Aufgaben erfüllt.
Daraus folgt dann leider, dass nicht jedes Modell, das in das Reglement passt, auch geeignet ist, dem ambitionierten Piloten eine passende Grundlage für die Teilnahme am Pylonfliegen zu bieten.


Die Flightline, Racer ohne Ende

Generell kann man folgende Kriterien zur Auswahl des Modells/der Technik heranziehen:
- Gewicht – leichter ist natürlich Trumpf,
- ein möglichst dünnes/schnelles Profil,
- eine saubere Fertigung bzw. eine hohe aerodynamische Güte des Modells,
- ein sauber laufender Motor ohne thermische Probleme,
- ein Schalldämpfer, der seinen Namen verdient, ohne die Leistung zu stark zu beeinträchtigen.

Als Erstes stellt sich die Frage nach der passenden Modellklasse, also Klasse I – bis 8,7cm³ und 1570mm Spannweite, oder Klasse II – bis 10cm³ und ab 1580mm Spannweite.
Als Einsteiger sollte man sich für die Klasse I entscheiden, da die meisten Piloten in dieser Klasse fliegen und somit ein Großteil der vorliegenden Erfahrungen auch mit dem Material dieser Klasse gesammelt wurden.

Um die Qual der Wahl etwas zu mildern, ein paar Vorschläge, die jedoch keinen Anspruch darauf erheben vollständig zu sein und/oder das Optimum des zur Zeit erhältlichen Equipments zu repräsentieren:

Modelle:
„Das“ Modell für den ambitionierten Einsteiger ist mit Sicherheit die Mustang P-51 von „The World Models“, die hierzulande im Vertrieb von Pichler, Graupner (aktuell nicht mehr) und in Österreich von Langnickel ist. Die Mustang gibt es in vielen verschiedenen Lackierungen, so z.B. auch in Gelb, Rot oder Blau. Wenn man sich die Ergebnisse der letzten Rennen ansieht, so stellt man fest, dass ein großer Teil der Finalteilnehmer auf die P-51 setzte.

Motoren:
Bei den Motoren gibt es in der Klasse der 50er und 53er Motoren sicherlich eine große Auswahl, jedoch favorisieren fast alle Teilnehmer die drei Bewährtesten:
- Irvine 53,
- OS 50 SX,
- Rossi 53.
Bei den Motoren entscheiden hauptsächlich die persönlichen Erfahrungen und Vorlieben, sowie die Verfügbarkeit und der Preis.
Bezüglich der Leistungsausbeute liegen alle drei eng beisammen.

Schalldämpfer:
Die Referenz ist mit Sicherheit der Dämpfer von Bruno Stükerjürgen, da er genau für diesen Einsatz konstruiert wurde. Der Dämpfer ist vollkommen problemlos zu montieren und bringt eine enorme Leistungsausbeute mit den gängigen 50er und 53er Motoren.
An diesem Dämpfer führt also fast kein Weg vorbei, wenn man einen sauber laufenden Motor haben will, der zu einer zufriedenstellenden Leistung überredet werden soll.

Wenn man sich über all diese Möglichkeiten seine Gedanken gemacht, das persönliche Setup zusammengestellt und ein Modell gebaut hat, kann man sich endlich dem wichtigsten zuwenden, dem Training.


Letzte Vorbereitungen vor dem Start

Wenn möglich, sollte man sich einen festen Ansager suchen, mit dem man die Trainingseinheiten bestreiten und alle eventuell auftretenden Probleme lösen kann.

Wichtig ist z.B. einen gut eingestellten Motor problemlos zu starten, um das Modell in der erforderlichen Zeit in die Luft bringen zu können.


Eine kofferraumfreundliche ME 109 nach der Landung

Wenn die Rundenzeiten dann immer besser werden, ist der Moment gekommen, einen der Wettbewerbe zu besuchen, um das Rennfeeling hautnah zu erleben.

Das Regelwerk - ohne geht es leider nicht

Im Jahr 2005 gibt es bislang folgende bestätigte Termine:

MBC Hanau e.V.
7.+ 8. Mai
Dietmar Morbitzer
Tel.: 06184-2990
http://www.ulrich-roehr.de/mbc/

MSC Osnabrück DO-X e.V.
4.+ 5. Juni
Thorsten Meins
Tel.: 0541-14451
http://www.do-x-osnabrueck.de/

MFC Condor Lüdertal e.V.
23. +24. Juli
Stephan Gottwald
http://www.condor-luedertal.de/

MFG Stadtsteinach e.V.
10./11. September
Uwe Erbe
http://www.mfgstadtsteinach.de/

Weitere Informationsquellen:
www.renoracing.de
www.renoracing.de.vu

Bezugsquellen:
www.stukerjurgen.de – Schalldämpfer, Bubbles Tanks, ME 209
www.modellbau-pichler.de – P-51
www.lindinger.at – P-51, ME 109, etc.
www.act-europe.de – Irvine Motoren
www.fliegerland-hobbyshop.de – Irvine Motoren
www.modellmotorentechnik.de – Rossi Motoren

Zum Regelwerk

Stand: 02.02.2005