Sommerzeitbegrüßungsfliegen 2005 (SBF)
Oder die Frage, ob es sich lohnt, 1400km für diesen Flugtag zu fahren.

Andreas Fürhofer

Donnerstag, der 31.03.2005

23:00 Uhr: Dass wir, das sind Eike, Sebastian, Siggi und meine Wenigkeit, diesmal zusammen fahren wollten, stand schon lange fest – theoretisch jedenfalls - praktische Absprachen wurden als für noch nicht so wichtig erachtet, warum auch , weiß doch eh jeder, was anliegt, also die letzten Details noch schnell im Chat abgeklärt...

Freitag, der 01.04.2005

16:30 Uhr: Freundin Hundeschmecki gegeben, Hund einen Abschiedskuss - oder war’s andersrum? - und ab ins Auto. Mit Sebastian wollte ich mich um 17:00 Uhr an der Autobahnauffahrt in Dachau treffen, um 17:15 Uhr traf er dann auch ein. Es folgte ein kurzes Umladen des 2,64m-Spacewalkers, diversen anderen Gelumpes, was diese Verbrennerflieger halt immer so brauchen, und diverser Rucksäcke. Das war ein guter Augenblick für mich, um festzustellen, dass ich wie üblich meine Isomatte vergessen hatte, aber immerhin war sonst alles Wichtige dabei. Auf ein Modell hatte ich aus Platzgründen wohlweißlich verzichtet.

19:15 Uhr: Einschlag bei Herrn Siegmann in Stuttgart. Erfreulicherweise unbehelligt von irgendwelchen Staus etc. waren wir pünktlich bei Siggi angekommen. Zu unserem Erstauen war er sogar fertig und obendrein auch noch rasiert . Kurzerhand wurden ein TurnLeft, Sender und diverses Gerümpel, was diese E-Flieger halt immer so brauchen, in den inzwischen gut gefüllten Kofferraum gestopft, nebst den wichtigen Sachen wie Weinflaschen und Korkenzieher.

20:15 Uhr, Baden-Baden: Nach einer sehr kurzweiligen 100km-Etappe, auf der wir uns köstlich über alles mögliche amüsierten, waren wir in Baden-Baden. Der Ausdruck des Routenplaners harmonierte glücklicherweise mit den Verhältnissen vor Ort recht gut - nur liebe Baden-Badener, montiert bitte ein paar Straßenschilder mehr an eure Straßen! Nachdem wir bei Eike waren, verluden wir unter einigem Gefluche und begleitet von diversen Wutausbrüchen alles in seinen Audi 100 Kombi, welcher unser Fortbewegungsmittel (und noch viel mehr) für die nächsten 330km und 12 Stunden sein sollte. Eike fuhr, Sebastian saß rechts und Siggi kuschelte mit mir auf 2/3 der Rücksitzbank.

23:30 Uhr Grevenbroich: Da sind wir nun – am Flugplatz Grevenbroich... nur leider ganz alleine auf weiter Flur! Hm... hatte irgendwer Niko Bescheid gegeben, dass wir schon Freitag kommen werden? Nein, natürlich nicht - war ja klar! Hektisches Gesuche nach diversen Handys und entsprechenden Nummern - hatte auch keiner. An dieser Stelle kam dann das perfekte RC-Network-Netzwerk zum Zuge. Wir riefen bei HWE und Koku an - auf unsere "Nachteulen", ’tschuldigung HWE, ist eben immer Verlass und so hatten wir kurze Zeit später Nikos Telefonnummer, seine Adresse und eine ungefähre Wegbeschreibung. So weit, so gut, nur, er war nicht da und kurz nach Mitternacht bei den Nachbarn sturmklingeln... auch wir haben noch eine gewisse Portion Respekt. Nach kurzem Kriegsrat nisteten wir uns für die nächsten paar Stunden in einer Dönerbude ein, um uns gegen 4:00 Uhr morgens am Flugplatz in den Audi zu kuscheln.

Samstag, der 02.04.2005

Traditionell erstklassig vom Aero-Club Grevenbroich e.V. organisiert, konnte es am Samstag dann so richtig losgehen. An dieser Stelle gleich noch einen ganz großen Dank an die vielen helfenden Hände vom Grevenbroicher Verein, die wie üblich alles klasse organisiert haben und RC-Network das SommerzeitBegrüssungsFliegen damit zum wiederholten Male ermöglicht haben.

An Modellen war so ziemlich alles vertreten, was man sich vorstellen kann. Vom kleinen Indoorpylon - welcher sofort fachmännisch unter die Lupe genommen wurde - bis zum riesigen Scalemodell mit Dreizylinder-Reihenmotor und dem entsprechenden Sound.

Hier und jetzt auf jedes dieser sorgfältig gebauten und kunstvoll vorgeflogenen Modelle einzugehen, würde den Rahmen dieses Artikels „geringfügig“ sprengen, aber allein wegen der Bandbreite dieser Darbietung lohnt es sich, an einem SBF teilzunehmen.

















Am Abend, nachdem die Flugvorführungen beendet waren, ging es in dem großzügigen Clubheim der Grevenbroicher weiter. Unter anderem wurde über die Zweckmäßigkeit von Verstiftungen mit Schaschlikspießchen kontrovers diskutiert.

Wie man unschwer erkennen kann, war sich das Publikum nicht so ganz über Sinn oder Unsinn dieser baulichen Maßnahme einig. Aber davon haben wir uns nicht stören lassen und machten weiter, bis morgens gegen 5:00 Uhr dann endgültig die Lichter ausgingen und wir uns zur Nachtruhe begaben.

Fazit: Es kann sich also durchaus lohnen, eine Strecke von 1400km für einen Flugtag (auf den man nichtmal einen Flieger mitnimmt) unter die Räder zu nehmen. Man kann dort Leute, die man nur aus der virtuellen Welt kennt, einmal live und in Farbe erleben und dabei noch neue Freundschaften begründen und alte Beziehungen pflegen.

 

Stand: 15.05.2005